mini|Die Trinitatiskirche 2022 mini|Rückansicht mini|hochkant|Interimskirche Anger-Crottendorf, auch Holzdom genannt: Erbaut 1891, zerstört 1943 Die Trinitatiskirche ist das Kirchengebäude der Evangelisch-Lutherischen Dreifaltigkeitskirchgemeinde Leipzig in Leipzigs Stadtteil Anger-Crottendorf.
Geschichte Im Jahre 1885 hatte Anger-Crottendorf zusammen mit Neusellerhausen 6236 evangelisch-lutherische Einwohner. 1889 wurde Anger-Crottendorf selbständiger Bezirk der Parochie Schönefeld. Der Gottesdienst fand im Betsaal der II. Bezirksschule Leipzig in der Martinstraße statt. Seitdem hatte ein Geistlicher der Parochie Schönefeld einen Wohnsitz in Anger-Crottendorf. 1890 gehörten zum Pfarrbezirk 10.318 Gemeindeglieder.
Im Jahre 1891 wurde ein kreuzförmiger Fachwerkbau nach Plänen von Paul Lange als Interimskirche eingeweiht, der im Volksmund auch „Holzdom“ hieß. Seit 1892 bildete Anger-Crottendorf einen selbständigen Pfarrbezirk und schied somit aus der Parochie Schönefeld aus. 1895 erhielt die Kirche der Gemeinde den Namen Trinitatiskirche. Die Interimskirche wurde aufgrund des Luftangriffs vom 4. Dezember 1943 zerstört.
1949 begann der Neubau der Kirche, die am 4. Juni 1950 zu Trinitatis eingeweiht wurde. Der Kirchenbau ist eine der 43 in Deutschland gebauten Notkirchen (ursprünglich waren 48 geplant), die nach dem Zweiten Weltkrieg nach dem Entwurf von Otto Bartning errichtet wurden.Svenja Schrickel: Die Notkirchen von Otto Bartning – eine serielle Kirchenbauproduktion der Nachkriegszeit. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg 34 (2005), Nr. 4, , S. 201–213. (PDF; 1,01 MB). Abgerufen am 7. November 2022.
Orgeln Geschichte Ab 1891 gab es eine Orgel der Orgelbaufirma Kreutzbach (Borna) im „Holzdom“. 1941 schuf die Firma Orgelbau A. Schuster & Sohn (Zittau) dort eine größere Orgel, sie wurde 1943 zerstört.
1950 baute ebenfalls die Firma Schuster den ersten Bauabschnitt einer dreimanualig geplanten Orgel (mit elektrisch traktierten Taschenladen), das Vorhaben blieb jedoch unvollendet. Den Torso übernahm 1965 die Gemeinde der Hoffnungskirche Leipzig-Knauthain.Orgel. Abgerufen am 10. August 2021.
Heutige Orgel 1971 stellte wiederum die Firma Schuster die heutige Orgel auf. Diese Orgel mit mechanisch traktierten Schleifladen besteht aus 24 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Das Instrument mit asymmetrischem Gehäuse steht seitlich auf der Empore. Es verfügt über folgende Disposition:
I Hauptwerk C–g3 1. Rohrpommer 16′ 2. Prinzipal (Prospekt) 8′ 3. Rohrgedackt 8′ 4. Oktave 4′ 5. Nasat ′ 6. Gemshorn 2′ 7. Kleiner Hintersatz II 2′ 8. Scharfmixtur IV 1′ II Brustwerk (schwellbar) C–g3 9. Musiziergedackt 8′ 10. Prinzipal 4′ 11. Singend Nachthorn 4′ 12. Oktave 2′ 13. Rohrgemsquinte ′ 14. Sesquialtera III ′ 15. Cymbel V 1′ 16. Krummhorn 8′ Pedal C–f1 17. Subbass 16′ 18. Holzprinzipal 8′ 19. Gedacktpommer 8′ 20. Nasat ′ 21. Dolkan 4′ 22. Terz ′ 23. Hintersatz III 4′ 24. Posaune (teilweise Prospekt) 8′ Koppeln: Normalkoppeln II/I, I/P, II/P
Pfarrer der Kirchgemeinde Das Verzeichnis pfarrerbuch.de listet für die Kirchgemeinde Trinitatis die 1. Stelle (Pfarrer), die 2. Stelle (Diakon, bis 1897 Hilfsgeistlicher) sowie die 3. Stelle (Diakon, bis 1917 Hilfsgeistlicher) auf.
Pfarrer 1892 – Flor, *Otto Franz Georg 1893 – Reinhardt, Johannes Karl Paul 1918 – Leonhardt, Rudolf 1924 – Barchewitz, Alfred Ignatio Eduard Hans Ernst Wilhelm 1930 – Rau, *Arno Karl Hermann 1940 – Liebster, Helmut 1947 – Hartung, Werner 1953 – Schaaf, Wilhelm Friedrich Werner 1955 – Bahrmann, *Gerhard Helmut Gotthilf 1961 – Martin, Heinz 1965 – Schubert, Rudolf 1973 – Taut, Walter 1984 – Teubner, Hannelore
Siehe auch Ehemalige Kirchen in Leipzig Interimskirche Anger-Crottendorf Markuskirche (Leipzig), das einstige Gotteshaus der Kirchgemeinde Reudnitz, mit der fusioniert wurde (dort gibt es keine Kirche mehr, nur noch die Markuskapelle) Liste von Dreifaltigkeitskirchen Liste in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR errichteter Sakralbauten
Literatur Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland unter Beteiligung von Otto Bartning: Die 48 Notkirchen in Deutschland. Schneider, Heidelberg 1949. Ich habe mein lebelang Kirchen gebaut. Zur Erinnerung an Otto Bartning (1883–1959). In: Arbeitsstelle Gottesdienst 23 (2009), Nr. 1, .
Weblinks
Homepage der Evangelisch-Lutherischen Dreifaltigkeitskirchgemeinde Leipzig
Einzelnachweise
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