miniatur|Peter Casagrande (2006)|alternativtext= Peter Casagrande (* 23. Februar 1946 in Weilheim) ist ein deutscher Maler. Er lebt und arbeitet in Maitenbeth, 40 km östlich von München, im Allgäu und in Genua.
Leben miniatur|hochkant|Öl auf Leinwand 300 × 200 cm, 1998
Nach einer Lehre als Schriftenmaler (1960 bis 1963) studierte Peter Casagrande von 1970 bis 1972 und von 1979 bis 1980 an der Akademie der Bildenden Künste München, bei Rudi Tröger und von 1972 bis 1975 an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin. 1979 gründete er das Künstlerkollektiv Maitenbeth.
1983 erhielt er ein Jahresstipendium der Stadt München sowie den Staatlichen Förderpreis des Landes Bayern.
Werk Der Malerei Casagrandes liegt ein gestisch-informeller Ansatz zugrunde. Die Entstehung selbst ist wesentlicher Teil von Peter Casagrandes Kunstverständnis. Seine vorwiegend großformatigen Bilder entstehen in einem ungehemmten Malprozess, in dem sich in vielen Schichten Malaktionen mit großflächigen Farbverläufen überlagern. Das Bild entwickelt sich so schrittweise aus dem Bildgrund nach oben. Darunter liegende Malspuren bleiben dabei sichtbar und drängen zurück an die darüber liegende Bildoberfläche, das Bild erinnert auf diese Weise an seine eigene Entstehung.
Je länger man die Gemälde Casagrandes betrachtet, umso stärker relativiert sich die übliche Raumvorstellung. Casagrande entkleidet den Raum jeglicher Gegenständlichkeit und lässt ihn allein durch Farbe und Überlagerung der Malstrukturen entstehen. Zitat: „Raum ist immer mein Thema gewesen, von Anfang an. Ich versuche, in meiner Malerei ein Raumerlebnis zu erzeugen. Raumbewegung - Raum, der sich dehnt, der wächst, Raum als einen völlig offenen Begriff.“
miniatur|hochkant|Atelier Casalmaggiore, 2002
Sammlungen (Auswahl)
Akademie der Bildenden Künste, München Staatliche Gemäldesammlungen, München Städtische Galerie im Lenbachhaus, München Residenztheater, München KPM Treuhand, Frankfurt Städtische Galerie Rosenheim Fondazione Reverberi, Genova Neues Kulturhaus Burghausen Schwabenakademie – Kloster Irsee Museo Diotti, Casalmaggiore Collection Jardiniers, Paris Musée de la Ville, Anglet (F)
Ausstellungen (Auswahl) miniatur|hochkant|Öl auf Leinwand 210 × 190 cm, 2000
1983 – Große Kunstausstellung, Haus der Kunst, München 1984 – Bayerische Kunst unserer Tage, Wien, Budapest, Kairo 1985 – Symposion 85, Nürnberg 1987 – Lorenzelli Arte, Mailand 1988 – Kipa Contemporary Art, London 1993 – Galerie Pabst, Frankfurt 1998 – Fondazione Reverberi, Genova 2002 – Farblandschaften, Van Ham Kunstauktionen, Köln; Experimentelle 12, Schloss Randegg; Work in progress, Casalmaggiore 2005 – Work in progress Femmes blanches et noires, Landestheater Schwaben 2006 – Museum Baden, Solingen; Art Paris (Galerie Protée); Kunsthalle Villa Kobe, Halle 2007 – Projekt Game over, Kloster Irsee; Galerie Protée, Paris 2008 – 12 im Focus, Städtische Galerie, Rosenheim; Galerie Municipale Georges Pompidou, Anglet 2009 – Bilder 1998 bis 2008, Galerie Noah, Augsburg; Bilder 2000-2009, Galerie Titus Koch, Schloss Randegg 2010 – Bilder 2000 - 2010, Kunsthalle Kempten; Das große Format, Bilder 1995 - 2010, Kunstpavillon München 2012 – Experimentelle 17, Stadtgalerie Markdorf 2014 – Experimentelle 18, Schloss Randegg 2015 – Galerie Noah, Augsburg 2016 – Galerie Schrade, Schloß Mochental, „Abstaktion – Von Hölzel bis heute“ 2017 – Work in Progress, Kunsthalle Schweinfurt; Galerie Schrade, Schloß Mochental Fondazione Peano, Cuneo 2018 – Mantova – Rosenheim Städtische Galerie Rosenheim 2019 – Galerie Protée, Paris 2022 – Imprevedibilità (Unvorhersehbarkeit), 19. bis 30. Juli 2022, Villa Claricini Dornpacher, Cividale 2024 – Galerie Nicolas Auvray, New York 2026 – Galerie Protée, Paris; Retrospektive 1965-2026 Städtische Galerie Rosenheim, 25.09. bis 08.11.26 2027 – Kunsthalle Trier; Casa di Mategna, Mantua, Italien; Galerie Ewald Schrade, Schloß Mochental
Film/TV/Radio (Auswahl) Großformatige Bilder, Galerie Gschwendt, Bayerisches Fernsehen, 20. Juni 1986 Die Dominanz des Raumes, RFR Rosenheim, 23. November 1990 Capriccio, Städtische Galerie Rosenheim, Bayerisches Fernsehen, 2. März 1995 Das große Format, Parochialkirche Berlin, SFB Berlin, 4. Mai 1996 Verborgene Welten, Atelierbesuch, Bayerisches Fernsehen, 1. Januar 1999 Kinder treffen Künstler (Peter Casagrande), Film von Ute Lechner und Benedikt Pictures, 2008 Peter Casagrande – Offene Ateliertage 2009, Film, Regional Fernsehen Ostbayern, 2009 Wie groß muss ein Bild sein, Südlicht, Bayerisches Fernsehen, 2017, 30 min.
Literatur/Publikationen/Kataloge (Auswahl) miniatur|hochkant|Öl auf Leinwand 250 × 190 cm, 1996 Peter Casagrande, Arbeiten 1981-1985, Galerie Heseler Peter Casagrande, Lorenzelli Arte, Mailand 1987, Katalog Nr. 40 Peter Casagrande – Das große Format, Bilder 1988, Kulturreferat München Peter Casagrande – Das große Format, Bilder 1989-1994, Städtische Galerie Rosenheim Discanto – Vigoleno, Comune di Vernasca, 2001 Intern, Peter Casagrande bei Van Ham, Köln, Dezember 2001 Peter Casagrande, Comune di Casalmaggiore, Biblioteca Civica "A.E. Mortara" Peter Casagrande – Bilder 1995 bis 2005, Solinger Kunstverein e.V., Museum Baden, Januar 2006 AZART, Paris, Nr. 29 (Nov–Dez 2007), Artikel über Peter Casagrande Peter Casagrande, Bilder 1990-2010, Galerie Protée Was Menschen bewegt, Steiner-Verlag, Regensburg 2011 Peter Casagrande, Das große Format, Kunsthalle Schweinfurt 2017, Verlag Nüünnerich Asmus Mantova – Rosenheim, Städtische Galerie Rosenheim, 2018 Peter Casagrande – Retrospektive 1965 -2026, Hirmer Verlag 2026
Weblinks
peter-casagrande.de Peter Casagrande - Offene Ateliertage 2009, Film von RFO
Belege
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