Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Linien des Basler Tramnetzes. Dieses wurde ab 1895 durch die Basler Strassen-Bahnen (B. St. B.) erstellt. Diverse Vorortslinen wurden durch Privatbahngesellschaften wie die Birseckbahn AG (BEB), die Birsigthalbahn AG (BTB), die Trambahn Basel-Aesch AG (TBA) und die Basellandschaftliche Ueberlandbahn (BUeB) gebaut. Heute wird das Basler Tramnetz durch die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) und die Baselland Transport AG (BLT) betrieben. Die Fahrzeuge der beiden Gesellschaften sind unterschiedlich lackiert: die der BVB in Grün und diejenigen der BLT in Gelb/Rot. mini|hochkant=1.4|Liniennetzplan der Basler Strassenbahn
Linie 1 (BVB) mini|Motorwagen Be 4/4 der Linie 1 mit Vollwerbung beim Centralbahnplatz
Linie 1: (alter) Badischer Bahnhof – Claraplatz – Mittlere Brücke – Eisengasse – Marktplatz – Gerbergasse – Barfüsserplatz – Aeschenplatz – Basler Centralbahnhof
1895 fuhr die erste Strassenbahn vom Badischen Bahnhof (heute Messeplatz) über die Mittlere Brücke durch die Innenstadt, zum Centralbahnplatz. Dies ist die Urlinie der Basler Strassen-Bahnen (B. St. B.), der späteren Basler Verkehrs-Betriebe (BVB).
Geschichte Am 6. Mai 1895 eröffneten die Basler Strassen-Bahnen (B. St. B.) ihre erste Strassenbahnlinie. Sie verbanden damit die Basler Bahnhöfe der Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen (BadStB), den Badischen Bahnhof und den der Schweizerischen Centralbahn (SCB)1902 wurde die SCB durch Verstaatlichung in die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) integriert, den Basler CentralbahnhofDer Basler Centralbahnhof heisst seit der Verstaatlichung der schweizerischen Privatbahnen Bahnhof Basel SBB. Die Tramlinie führte vom alten Badischen BahnhofDer alte Badische Bahnhof stand auf dem Platz der heutigen Mustermesse Basel über den Claraplatz, überquerte den Rhein über die Mittlere Brücke und gelangte durch die Innenstadt zum Centralbahnplatz. Bereits am 10. September 1903 konnte die verlängerte Strecke via Spalenring zur MissionsstrasseDie damalige Haltestelle Missionsstrasse heisst heute Burgfelderplatz befahren werden. Ein Jahr später bis zum Kannenfeldplatz. Zwischen 1924 und 1934 befuhr der 1er die 1913 nochmals verlängerte Strecke via Güterbahnhof St. Johann bis zum Lysbüchel.
Nachdem 1934 die Dreirosenbrücke dem Verkehr übergeben worden war, wurden die Gleise von der Voltastrasse zum Lysbüchel abgebrochen. Die Gleise wurden sodann via Voltastrasse zum Voltaplatz über die Dreirosenbrücke zur MustermesseEhemaliger Standort des alten Badischen Bahnhofs verlegt.
Im Sommer 1963 mussten die Tramgleise, die seit 1913 vor dem Güterbahnhof St. Johann vorbeiführten, wegen des Baus des Luzernerringviadukts in die GasstrasseAb dem Kannenfeldplatz durch die Entenweidstrasse – Gasstrasse auf den Voltaplatz verlegt werden.
Da sich seit der Anfangs- bis in die Neuzeit das Netz der Tramlinien durch Aus- und Umbauten immer wieder veränderte, wurden die Fahrstrecken oftmals angepasst. Dies betraf fast alle Linien.
Die Ringlinie 1/4 Die Ringlinie 1: Mustermesse – Dreirosenbrücke – Kannenfeldplatz – Bahnhof SBB – Marktplatz – Mustermesse
Ein Meilenstein im Werdegang der Linie 1 ist die Lancierung der Linie 1/4 im Jahr 1972. Die Linie 1 verkehrte als Ringlinie ab der Mustermesse (heute Messeplatz) via Dreirosenbrücke – Voltaplatz – Gasstrasse – Kannenfeldplatz – Burgfelderplatz – Brausebad – Bahnhof SBB – Aeschenplatz – Bankverein – Barfüsserplatz – Marktplatz – Schifflände – Claraplatz zurück zur Mustermesse. In der Gegenrichtung verkehrte sie bis zum 2. Juni 1984 als Linie 4. Infolge der Sanierung des Dorenbachviaduktes wurde 1985 eine erneute Änderung im Liniennetz vorgenommen.
Ab 1985 Die Linie 8 löste die Linie 1/4 zwischen der Schifflände und dem Messeplatz ab. 1997 wurde die Haltestelle Gasstrasse auf Gasstrasse/Bahnhof St. Johann umbenannt. 2001 ist die Linie 1 in der Innenstadt aufgehoben worden. Sie verkehrte nur noch als Einsatzlinie zur Entlastung der Linie 2 ab Bahnhof SBB via Wettsteinbrücke bis zum Eglisee. Am 14. Oktober 2002 wurde die Linie 1/4 zwischen der Dreirosenbrücke und dem Messeplatz von der Linie 14 abgelöst und auch mit dieser verknüpft.
Ab 2002 Seit dem 14. Oktober 2002 verkehrt der 1er noch auf der Strecke Dreirosenbrücke – Novartis Campus – Voltaplatz – Gasstrasse/Bahnhof St. Johann – Kannenfeldplatz – Burgfelderplatz – Hegenheimerstrasse – Birmannsgasse – Brausebad – Schützenstrasse – Zoo Bachletten – Markthalle – Bahnhof SBB (– Kirschgarten – Bankverein – Kunstmuseum – Wettsteinplatz – Messeplatz – Gewerbeschule – Badischer Bahnhof). Auf die Verlängerung zum Badischen Bahnhof wird zurzeit bis voraussichtlich Ende 2020 wegen des Baus des Parking Kunstmuseum verzichtet.
Ab 2008 Zwischen 2004 und 2008 wurden im Zuge des letzten Bauabschnitts der NordtangenteAutobahnumfahrung der Stadt Basel Gleise ab dem Voltaplatz durch die Voltastrasse zum neu gebauten Vogesenplatz verlegt. Dort befindet sich die neue (alte) Haltestelle Bahnhof St. Johann. Auf neuem Trasse durch die Entenweidstrasse erreicht der 1/4er den Kannenfeldplatz. Seit dem 11. Dezember 2008 ist der neue Streckenabschnitt in Betrieb. Die Gleise ab Voltaplatz durch die Gasstrasse zur Entenweidstrasse wurden entfernt.
Rollmaterial Ab 1895 verkehrten die ersten Ce-2/2-Motorwagen. Die Fahrzeuge hatten lediglich einen Motor von 15 PS. Sie erwiesen sich bald als zu schwach und wurden daher 1903 bis 1908 zu Anhängern umgebaut. Die ab 1900 gelieferten Ce 2/2 verfügten über zwei Motoren mit je 20 PS. Die Motorwagen verkehrten mit geschlossenen Anhängern C2 oder mit den beliebten C2-Sommerwagen. Ab 1948 wurden die modernen Grossraum-Vierachsmotorwagen Be 4/4 abgeliefert. Sie zogen Grossraum-Zweiachsanhänger B2. Die 70er Jahre brachten die Gelenkmotorwagen Be 4/6 von Düwag, die 80er Jahre die neue Generation der Be 4/4, die 90er die Be 4/6S mit Sänfte und ab 2000 die Be 6/8 Combino. Als Besonderheit verkehrten zwischen 2004 und 2008 Be 8/8 der Städtischen Verkehrsbetriebe Bern (SVB) mit B4S, Vierachsanhänger mit Sänfte, der Basler Verkehrs-Betriebe (BVB).
Linie 2 (BVB) mini|Die Linie 2 (Motorwagen Be 4/6 mit Sänfte und B4) verlässt den Centralbahnplatz in Richtung Kirschgarten Linie 2: Centralbahnhof – Wettsteinbrücke – Badischer Bahnhof
Die Linie 2 wurde als zweite Linie der Basler Strassen-Bahnen (B. St. B.) 1897 eröffnet und verkehrte vom Centralbahnplatz via Elisabethenstrasse – Handelsbank – Wettsteinbrücke - Riehenring zum alten Badischen Bahnhof.
Geschichte Am 14. April 1897 eröffneten die Basler Strassen-Bahnen (B. St. B.) ihre zweite Tramlinie. Diese sollte die beiden Basler Bahnhöfe – den der Schweizerischen Centralbahn (SCB), den Basler Centralbahnhof und den der Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen (BadStB), den Badischen Bahnhof – auf möglichst direktem Weg verbinden. Da die Innenstadt nicht durchfahren wurde, verringerte sich die Fahrzeit erheblich. Bereits seit Eröffnung der Linie wurde ein Sechs-Minuten-Fahrplan geboten. Die Fahrstrecke verlief vom Centralbahnplatz – St. Elisabethenanlage – Klosterberg – Handelsbank – Rittergasse über die Wettsteinbrücke – Rheinweg – Alemannengasse – Wettsteinplatz zum Badischen Bahnhof.
1902 wurde der alte Centralbahnhof der Schweizerischen Centralbahn SCB abgebrochen. Von 1902 bis 1907 wurde die Linie 2 ab der Haltestelle St. Elisabethenanlage via Steinenthorstrasse – Margarethenbrücke – Höhenweg – Margarethenstrasse – Frobenstrasse – Gempenstrasse zum Bahnhofprovisorium umgeleitet. Nach der Fertigstellung des neuen Bahnhofs Basel SBB der 1902 gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) fuhr der 2er ab dem 24. Juni 1907 wieder auf den Centralbahnplatz. Gleichzeitig wurde die Linie 2 über das Brausebad – Missionsstrasse bis Kannenfeldplatz verlängert.
Ab dem 14. September 1913 wurde die Linie 2 nochmals verlängert; ab Kannenfeldplatz bis Lysbüchel und am anderen Ende der Linie vom «alten» Basel Badischen Bahnhof zum – per 13. September – an neuem Standort eröffneten Basel Badischen Bahnhof II. Am Standort des alten Bahnhofes hat sich die Mustermesse Basel angesiedelt.
Die Ringlinie 2 Die Ringlinie 2: Badischer Bahnhof – Wettsteinbrücke – Bahnhof SBB – Spalentor – Johanniterbrücke – Badischer Bahnhof
Nach einigen Veränderungen im Liniennetz wurde 1924 aus dem 2er eine Ringlinie. Diese führte vom Badischen Bahnhof via Wettsteinplatz – Wettsteinbrücke – Handelsbank zum Bahnhof SBB und anschliessend via Schützenhaus am Spalentor vorbei über die Johanniterbrücke und via Feldbergstrasse – Riehenring zurück zum Badischen Bahnhof. 1966 wurden die Tramgleise Spalentor – JohanniterbrückeDieser Streckenabschnitt durchquerte Basels Spitalzone. Links befand sich das Frauenspital, rechts das Bürgerspital. Die lärmempfindliche Gegend wurde fortan durch Busse der BVB angefahren entfernt, und der 2er erhielt eine neue Route.
Ab 1966 Neue Linie 2: Bahnhof SBB – Wettsteinbrücke – Badischer Bahnhof – Eglisee
Die Linie 2 verkehrte fortan vom Bahnhof SBB (Haltestelle: Centralbahnplatz) via Elisabethenstrasse – Bankverein – Kunstmuseum über die Wettsteinbrücke und am Badischen Bahnhof vorbei zum EgliseeDer ehemalige Eglisee wurde trockengelegt. Heute ist dies noch der Name eines Wohnbezirks im Hirzbrunnen-Quartier, einer Sportanlage mit Kunsteisbahn und einem Gartenbad, in welchem ein 10-m-Sprungturm steht. Ab 1979 wurden einzelne Kurse ab Eglisee bis Riehen Grenze verlängert.
Ab 1986 Neue Linie 2 Binningen Kronenplatz – Eglisee (– Riehen Dorf)
1986 löste die Linie 2 die seitdem nicht mehr bestehende Linie 7 zwischen dem Bahnhof SBB und Binningen ab. Nun war die Fahrstrecke ab Binningen Kronenplatz – Hohle Gasse – Zoo Dorenbach – Margarethen – IWB – Markthalle – Bahnhof SBB – Kirschgarten – Bankverein – Kunstmuseum – Wettsteinbrücke – Wettsteinplatz – Messeplatz – Gewerbeschule – Badischer Bahnhof – Hirzbrunnen – Eglisee (– Habermatten – Niederholz – Burgstrasse – Pfaffenloh – Bettingerstrasse – Riehen Dorf). Nur einzelne Kurse fahren bis Riehen Dorf.
Rollmaterial Als Rollmaterial wurden, neben den alten Motorwagen Ce 2/2 und den C2-Anhängern mit Schiebetüren und Stehplattformen, die drei sogenannten «Tessinerdrämmli» Ce 2/4 mit den Wagennummern 251, 252 und 253 eingesetzt. Dies waren relativ kleine Einraum-Motorwagen, die keine Anhänger mitführen konnten. Der Wagen 252 verunfallte einst spektakulär in der Kurve vom Badischen Bahnhof in die Schönaustrasse, indem er bei einer zu rasanten Kurvenfahrt aus den Schienen kippte und auf die rechte Seite stürzte. In den 1950er Jahren kamen die Grossraummotorwagen Be 4/4 mit passenden Anhängern. Anfang der 1970er Jahre waren die Gelenkmotorwagen Be 4/6 Düwag, ab 1986 die neue Generation der Be 4/4 und ab 1990 die Be 4/6 (welche 1998 zu Be 4/6S «Sänfte» umgebaut wurden) anzutreffen.
Linie 3 (BVB) mini|Linie 3 (Motorwagen Be 4/6 mit Sänfte und B4) am Spalentor Linie 3: Gare de Saint-Louis – Burgfelderhof – Birsfelden Hard
Die Tramlinie 3 wurde 1897 als dritte Tramlinie der Basler Strassen-Bahnen (B. St. B.) zwischen dem Burgfelderplatz in Basel und der Schulstrasse in Birsfelden eröffnet.
Die Linie 3 befährt als einzige Tramlinie den Kohlenberg, der eine Steigung von bis zu 7,99 % aufweist.
Geschichte Am 10. Mai 1897 eröffneten die Basler Strassen-Bahnen (B. St. B., ab dem 1. Januar 1946 in Basler Verkehrs-Betriebe BVB umbenannt) ihre dritte Tramlinie. Sie führte von der Missionsstrasse (heute Burgfelderplatz) via Spalentor – Barfüsserplatz – Aeschenplatz – Breite bis Schulstrasse in Birsfelden.
Infolge der Expansion der Stadt Basel wurde die Strecke mehrmals verlängert, so am 12. Juni 1906 von der Missionsstrasse an die Burgfelderstrasse, am 15. März 1930 bis zur Burgfelden Grenze und am 22. Mai 1932 von der Schulstrasse bis nach Birsfelden Hard.
Ab 1932