Rudolf „Rudi“ Eugen Berger (* 30. Oktober 1951 in Dollnstein; † 15. August 2007 in München) war ein deutscher Tennisschiedsrichter und -funktionär.

Leben und Karriere Jugend, Ausbildung und Beruf Rudi Berger wurde am 30. Oktober 1951 als Sohn eines Bahnbeamten und dessen Ehefrau in der oberbayrischen Gemeinde Dollnstein im Landkreis Eichstätt geboren."Mann mit einem goldenen Herzen". In: Donaukurier, 3. September 2007, abgerufen am 12. September 2026 Als viertes von sechs Kindern wuchs er zunächst im Dollnsteiner Bahngebäude und danach in einem kleinen Haus neben der Bahnstrecke München–Nürnberg am Ortsausgang von Dollnstein Richtung Mörnsheim auf. Nach dem Besuch der Schule in Dollnstein kam er an die Realschule in Treuchtlingen, an der er die Mittlere Reife erlangte. Anfangs trat er in die Fußstapfen seines Vaters wurde Bahnbeamter im gehobenen Dienst, ehe er ins Europäische Patentamt nach München wechselte.

Beginn der Schiedsrichterlaufbahn Der ausgebildete Verwaltungswirt Rudi Berger war erst ab seinem 27. Lebensjahr als Tennisspieler aktiv, ehe er Mitte der 1970er Jahre aufgrund von Kniebeschwerden seine aktive Laufbahn frühzeitig beendete. Bald darauf wurde er Vorsitzender eines Münchner Tennisclubs, wechselte nebenbei auf den Schiedsrichterstuhl und leitete anfangs als Linienrichter Spiele der bayerischen Meisterschaften. Bereits ab 1978 leitete er Begegnungen in der Tennis-Bundesliga, ehe er auch als Spielleiter größerer Turniere fungierte. Als bei dem am 8. März 1982 in München ausgetragenen Turnier des WCT Circuit ein Schiedsrichter kurzfristig ausfiel, sprang Berger für diesen ein und war Schiedsrichter in der Partie zwischen dem Deutschen Rolf Gehring und dem Inder Vijay Amritraj. Nach dem Besuch der Men’s Tennis Council Officials School in BaselRudi Berger ist tot. In: tennis magazin, 16. August 2007, abgerufen am 12. September 2026 erhielt Berger am 5. Februar 1984 seine internationale Schiedsrichterlizenz. Vor allem in den Anfangsjahren war seine Tätigkeit als Schiedsrichter für ihn mit erheblichen eigenen finanziellen Aufwendungen verbunden.Sehr persönlich. In: Der Spiegel, 6/1988, 7. Februar 1988 Von seinem damaligen Arbeitgeber wurde er in seinem „Hobby“ als Tennisschiedsrichter unterstützt, indem er unter anderem jederzeit unbezahlten Sonderurlaub gewährt bekam.

Professioneller Tennisschiedsrichter und späterer Turnierdirektor Im Jahr 1987 wurde ihm vom damaligen Men’s Tennis Council (MTC) das Angebot gemacht, sein Hobby zum Beruf zu machen. Hierauf unterschrieb Berger einen Einjahresvertrag und wurde damit zum ersten und einzigen deutschen Profischiedsrichter im Tennissport. Der Spiegel berichtete im Februar 1988, dass Berger damit einer von sechs Personen auf der Welt war, die diesen Job hauptberuflich betrieben. Vom Deutschen Patentamt in München, bei dem er zu dieser Zeit als Regierungsamtmann angestellt war, wurde Berger ab Juli 1987 für diesen Zeitraum freigestellt, auch weil zunächst unklar war, ob er nach diesem Jahr nicht doch wieder in seinen Bürojob zurückkehren würde. Die damals sechs professionellen Spielleiter waren an 32 Wochen im Jahr im Einsatz und erhielten dafür jeweils eine Wochengage von 500 US-Dollar sowie die Übernahme der Kosten für Unterkunft, Reisen und Spesen. Berger etablierte sich jedoch in seiner neuen Berufung, kehrte nicht mehr in seinen alten Job zurück und blieb bis zur Auflösung des MTC 1989/90 ein Angestellter der Organisation, die in weiterer Folge ab 1990 in der Spielervereinigung Association of Tennis Professionals (ATP) aufging, die fortan die Grand-Prix-Tour übernahm. Fortan war er für die ATP tätig, wobei sich mit der Übernahme auch seine Vertragsbedingungen nicht änderten.

Bereits 1990 sprach der Münchner davon, nach den ATP Masters Finals in Frankfurt als Supervisor tätig werden zu wollen und damit die Aufsicht über Schiedsrichter, Linienrichter und Balljungen zu übernehmen. Als zweiter deutscher Profischiedsrichter wurde im Januar 1990 der Schwabe Zoltan Bognar von der ATP verpflichtet. Danach war Berger noch bis Januar 2001 als Schiedsrichter tätig, war auf der ATP Tour weltweit im Einsatz und leitete unzählige Turnierbegegnungen, darunter über 100 Endspiele."Ich muss nicht als Herr Sowieso anklopfen". In: Die Welt, 8. Mai 2001, abgerufen am 12. September 2026 Insgesamt soll er in seiner Karriere rund 6000 Spiele geleitet haben. Seinen letzten großen Einsatz hatte der für sein äußerliches Markenzeichen, den Vollbart, bekannte Schiedsrichter beim ATP-Turnier in Auckland, Neuseeland, am 8. Januar 2001. Danach wechselte er mit 1. Februar 2001 ins Management des Münchner Tennisclubs MTTC Iphitos und übernahm im Mai 2001 von Nikola Pilić die Leitung der jährlich in der bayerischen Landeshauptstadt ausgetragenen BMW Open. Pilić war zu diesem Zeitpunkt bereits als neuer Teamchef der kroatischen Davis-Cup-Mannschaft bekanntgegeben worden. Mit höheren Preisgeldern, der Verpflichtung namhafter Spieler und einer Umgestaltung des Rahmenprogramms gelang es ihm als Turnierdirektor, das Turnier entscheidend aufzuwerten. In die Zeit um das Ende seiner Schiedsrichterkarriere fielen auch die Trennung von seiner Ehefrau und der Umzug in eine kleine Wohnung in München.

Krankheit und Tod

Am 28. Juli 2006 raste er mit seinem Wagen nach einem epileptischen Anfall in ein Straßencafé in der Münchner Leopoldstraße, wodurch es zu Leichtverletzten kam. Im Krankenhaus wurde bei Berger ein Hirntumor diagnostiziert, woraufhin er operiert wurde und sich mehreren Chemotherapien unterziehen musste. Nachdem er sich bis dahin weitestgehend erholt hatte, konnte er im Mai 2007, wenn auch von seinen Behandlungen gezeichnet, am Finaltag der ATP Tour in München teilnehmen. In der Folge kehrte der Tumor zurück, an dessen Folgen Berger am 15. August 2007 im Alter von 55 Jahren in einem Münchner Hospiz starb.Tennis-Schiedsrichter Rudi Berger gestorben. In: Rheinische Post, 16. August 2007, abgerufen am 12. September 2026 Nach einer Trauerfeier auf dem Münchner Ostfriedhof am 20. August fand seine Urnenbeisetzung am 7. September auf dem Friedhof von Gaimersheim an der Seite seines bereits verstorbenen Vaters statt. Berger hinterließ eine Frau sowie zwei Kinder aus erster Ehe.

Nachwirken Ihm zu Ehren verleiht die Deutsche Tennis Schiedsrichter Vereinigung (DTSV) in Kassel seit 2008 den Rudi-Berger-Award an verdiente deutsche Tennis-Offizielle; erster Preisträger war Jochen Sohns (* 1936).HEAD GMS-INFORMIERT. In: HEAD German Masters Series MAGAZIN, November/Dezember 2008, S. 1, abgerufen am 12. September 2026

Etwa zur selben Zeit wurde ihm zu Ehren auch der Rudi-Berger-Cup (RBC) des BTV,"Werde auf jeden Fall spielen". In: Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010, abgerufen am 12. September 2026 ein Turnier für talentierte Nachwuchsspieler, abseits des Profiturniers der BMW Open in München, ins Leben gerufen.Die Stars von morgen auf tennisnet.com (23. März 2010), abgerufen am 12. September 2026

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Einzelnachweise

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