Nickelarsenid NiAs ist eine Verbindung der Elemente Nickel und Arsen und existiert als roter metallischer Feststoff. NiAs ist der Prototyp einer AB-Struktur mit hexagonal-dichtester Kugelpackung.

Vorkommen Nickelarsenid kommt als Mineral Nickelin (auch Nickelit oder Rotnickelkies) vor, in dem aber auch schwankende Anteile von Eisen, Schwefel und Antimon vorhanden sind.

Nickelarsenid-Struktur links|180px|mini|Die Einheitszelle von Nickelarsenid mit Nickelatomen in blau und Arsenatomen in magenta links|mini|Arsen-Teilstruktur in Nickelarsenid links|mini|Nickel-Teilstruktur in Nickelarsenid

Die NiAs-Struktur mit ihrer hexagonal-dichtester Kugelpackung (Schichtfolge ABAB) der „Anionen“ stellt nach der kubischen NaCl-Struktur den häufigsten AB-Strukturtyp dar, den viele Chalkogenide, Arsenide, Antimonide und Bismutide der Übergangsmetalle annehmen. Die Bindung zwischen Nickel und Arsen hat nur einen geringen ionischen Anteil und besitzt bereits einen starken metallischen Charakter. NiAs kristallisiert im hexagonalen Kristallsystem in der . Die Elementarzelle besitzt die Gitterparameter a = b = 361,8 pm, c = 503,4 pm, α = β = 90° und γ = 120°. Die Nickel-„Kationen“ befinden sich hierbei in den von sechs Arsen-„Anionen“ gebildeten Oktaederlücken der hexagonal dichtesten Kugelpackung, während die Arsenatome von sechs Nickelatomen umgeben sind, die ihrerseits ein trigonales Prisma bilden. Für beide Atomsorten ergibt sich dadurch eine Koordinationszahl von 6 (Koordination = 6:6). Die Verwandtschaft der NiAs-Struktur zur ebenfalls hexagonalen Cadmiumiodidstruktur besteht darin, dass bei Weglassen der Kationen in jeder zweiter Oktaederlückenschicht eine AB2-Schichtstruktur vom CdI2-Typ entsteht.

Folgende anorganische Verbindungen bzw. Minerale kristallisieren in der NiAs-Struktur:

Monochalkogenide der Übergangsmetalle der 4. Periode: Sulfide: TiS, VS, CrS, FeS, CoS, NiS Selenide: TiSe, VSe, CrSe, FeSe, CoSe, NiSe Telluride: TiTe, VTe, CrTe, FeTe, CoTe, NiTe Zahlreiche Pnictogenide (Verbindungen mit Anionen der 5. Hauptgruppe): Phosphide: VP Arsenide: TiAs, MnAs, CoAs, NiAs Antimonide: TiSb, VSb, CrSb, MnSb, FeSb, CoSb, NiSb, IrSb, PdSb, PtSb Bismutide: MnBi, NiBi, RhBi, InBi, PtBi Weitere Minerale: Langisit CoAs, Pyrrhotin Fe7S8, Stumpflit PtSb, Sudburyit PdSb

Eigenschaften, Verwendung und Sicherheitshinweise Nickelarsenid wird als Katalysator bei der Entfernung von Metallverunreinigungen aus Kohlenwasserstoffen eingesetzt. Schon aufgrund seiner akuten Toxizität sollte jeglicher Kontakt, z. B. der Haut und der Augen, mit Nickelarsenid vermieden werden. Besonders gefährlich ist die Freisetzung noch giftigerer Nickelverbindungen im Brandfall oder durch Säuren. Im Gegensatz zu vielen anderen Nickelverbindungen scheint Nickelarsenid in manchen Tierversuchen nicht krebserregend zu wirken, jedoch wurde eine Wirkung als krebserregend für den Menschen nachgewiesen. Trotz der Unlöslichkeit von Nickelarsenid in Wasser geht von der Verbindung eine große Gefahr für Wasserorganismen aus.

Literatur

N. N. Greenwood, A. Earnshaw: Chemie der Elemente. 1., korr. Auflage. VCH, Weinheim / Basel / Cambridge / New York 1990, ISBN 3-527-26169-9.

Weblinks Interaktive Kristallstrukturseite (engl., weitgehend selbsterklärend)

Angaben zum krebserregenden Potential (engl.)

Einzelnachweise

Kategorie:Nickelverbindung Kategorie:Arsenid Kategorie:Hexagonales Kristallsystem Kategorie:Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 27 Kategorie:Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 28 Kategorie:Beschränkter Stoff nach REACH-Anhang XVII, Eintrag 75