Die Rhapsody-Saga (original: Symphony of Ages) ist eine derzeit neunteilige High-Fantasy-Romanreihe, die seit 1999 von der US-amerikanischen Schriftstellerin Elizabeth Haydon verfasst wird. Seit 2003 werden die ersten sechs Bände durch die Verlagshäuser Heyne und Piper in Deutschland publiziert. Der siebente Band "The Merchant Emperor", sowie Band acht und neun, wurden bislang nicht ins Deutsche übersetzt.
Fiktiver Hintergrund Die Rhapsody Saga ist in einer fiktiven mittelalterlichen Welt angesiedelt. In den ersten drei Teilen beschränkt sich die Handlung auf die versunkene Insel Serendair, die Neue Welt sowie einige kleinere Inselgruppen. Zum wiederholten Male bereiten sich die Bewohner auf einen großen Krieg vor, der sich zwischen der gespaltenen Bevölkerung abzeichnet. Erst vierhundert Jahre zuvor war der letzte siebenhundertjährige Krieg beendet worden.
Hauptpersonen Rhapsody Rhapsody ist die Protagonistin. Während ihr Vater menschlichen Ursprungs war, ist ihre Mutter eine Liringlas, sie ist also ein Halbblut. Sie wächst Ende des dritten Zeitalters bei den Menschen auf dem Land auf. Nachdem sie an ihrem 14. Geburtstag von einem geheimnisvollen Burschen entjungfert wird und der am nächsten Tag verschwindet, macht sie sich auf die Suche nach ihm und verlässt deshalb ihr elterliches Haus. Sie lebt bis zu ihrer Flucht von Serendair in Ostend, der größten Stadt der Insel, und bietet dort aus Not ihre Dienste als Prostituierte an. Nebenbei macht sie ihre Ausbildung zur Sängerin und Benennerin, auch wenn sie diese nie richtig abschließen konnte. Trotz der vielen schlechten Erfahrungen ist sie eine sehr naive und gutherzige Person.
Achmed Der Bruder von allen, aber verwandt mit keinem. Achmed ist neben Grunthor der einzige Freund, der Rhapsody von der alten Welt noch geblieben ist. Über seine Vergangenheit erfährt man in den Büchern sehr wenig. Genau wie Rhapsody ist er ein Halbblut, seine Mutter war eine Dhrakierin und sein Vater ein Bolg. Er war der erste Dhrakier, der auf Serendair geboren wurde, und hat darum eine spezielle Fähigkeit, die ihn zu einem präzisen, praktisch unfehlbaren Mörder macht, aber auch zu einem Heiler. Diese Fähigkeit setzt er aber nur einmal ein, um Rhapsody nach dem Gebären vor dem Verbluten zu retten; Achmed kann durch die Schwingungen der Luft die Herzschläge aller anderen auf Serendair geborenen Wesen und damit ihren Aufenthaltsort feststellen. In der neuen Welt verliert er diese Fähigkeit, bzw. kann sie nur noch auf die Cymrer der ersten Generation anwenden. Er vertraut, abgesehen von seinen zwei Freunden aus der alten Welt, keinem.
Grunthor Grunthor ist der wohl älteste Freund von Achmed, seine Vergangenheit ist jedoch noch unklarer als die von Achmed. Man weiß, dass er in der alten Welt Sergeant-Major unter seinesgleichen gewesen sein muss, jedoch verlor er seine Truppen. Den Titel hat er beibehalten und in den Bolglanden auch wieder Verwendung dafür. Obwohl Grunthor noch größer und furchterregender als die Bolg ist (auch er ist, wie die anderen drei Hauptpersonen ein Halbblut), hat er dennoch ein gutes, weiches Herz und ist um keinen Scherz mit oder über Rhapsody verlegen. Er besitzt eine große Waffensammlung, die er immer auf seinem Rücken mit sich führt. Während die drei durch den Bauch der Erde gewandert sind, hat Grunthor Rhapsody in die Kunst des Schwertkampfes eingeführt.
Gwydion von Manosse Gwydion ap Llauron ap Gwylliam tuatha d'Anwynan o Manosse, Sam oder auch Ashe genannt, ist Rhapsodys späterer Liebhaber und Ehemann. Durch ihren späteren gemeinsamen Sohn Meridion wird Gwydion als Kind nach Serendair in die Vergangenheit teleportiert. Er lernt dort Rhapsody kennen und ist für ihr späteres Handeln und indirekt das Zusammentreffen mit Grunthor und Achmed verantwortlich. In der neuen Welt ist er nur noch ein Schatten seiner selbst, nachdem ihm von einem F'dor ein Teil seiner Seele geraubt wird. Er trifft Rhapsody wieder und ist auf den ersten Blick in sie verliebt, ohne dass er jedoch weiß, dass sie das Mädchen war, das er damals in Serendair kennengelernt hat. Eine Liebesgeschichte beginnt, die extreme Höhen und Tiefen aufzuweisen hat, so will ihn Rhapsody zwischenzeitlich nicht mehr sehen. Am Ende des dritten Bandes werden die beiden dann von den Cymrern und deren Nachkommen zum Herrn und Herrin der Cymrer gekrönt.
Jo Nach ihrer Befreiung aus den Händen des Bösen macht Rhapsody Jo zu ihrer Adoptivschwester. Jo ist ein Straßenkind, genau wie es Rhapsody selbst für einige Zeit war. Erst nach längerem Hin und Her mit Achmed gibt dieser seine Einwilligung, dass die 16-jährige Jo mit ihnen reisen darf. Jo ist so ziemlich das genaue Gegenteil von Rhapsody, sie ist laut, gewitzt, aber auch schnell eingeschnappt. Dennoch entwickelt sich zwischen den drei Gefährten, allen voran Grunthor und Rhapsody, und ihr eine Freundschaft.
Oelendra Oelendra ist neben Rhapsody vermutlich die einzige andere Liringlas auf dem neuen Kontinent. Sie war die frühere Trägerin der Tagessternfanfare, jedoch hatte sich nie ein solch starkes Band zwischen ihr und dem Schwert gebildet, wie das bei Rhapsody der Fall ist. Sie ist Rhapsodys Schwerttrainerin und wird ihr im Verlauf der Bücher eine treue Freundin. Auch sie gehört dem Geheimbund der Blutsverwandten an. Überdies war sie eine Führungskraft auf der ersten Flotte. Nach Merithyns Tod führte sie die erste Flotte in die neue Welt und sicher an Land.
Llauron Llauron ist einer der ersten Menschen, welche das Trio in der neuen Welt trifft. Er ist der Fürbitter der Filiden, die die Natur religiös verehren. Zudem ist er der zweitälteste Sohn von Gwylliam und Anwyn und der Vater von Ashe. Über sein wahres Alter kann man nur spekulieren; da er deutlich älter aussieht als Anborn und Edwyn Grifith, kann man davon ausgehen, dass er sich extra älter macht, um sein Charisma zu stärken. Im Verlaufe des dritten Buches nimmt er die Gestalt eines Drachen an und verliert so seine Seele. Im fünften Band stirbt er dann endgültig, als er sich selbstlos, wie er es zu Lebzeiten nie war, vor Rhapsody und deren Kind wirft, damit diese von Anwyns Feuer verschont bleiben.
Anborn Anborn, Llaurons jüngerer Bruder, hat während des Cymrischen Zeitalters für jeden und gegen jeden gekämpft, vor allem auf der Seite seines Vaters, den er jedoch fast genauso verachtet hatte wie seine Mutter. Er ist ein harscher, unfreundlicher Zeitgenosse, seine sanfteren Seiten kommen nur selten zum Vorschein. Auch er gehört dem geheimen Bund der Blutsverwandten an und ist ein hervorragender Kämpfer. Gegen Ende des dritten Bandes verliert er im Kampf gegen seine Mutter Anwyn beide Beine. Fortan ist er gelähmt, was ihn aber nicht daran hindert, immer noch im Sattel zu sitzen. Im sechsten Band wird er erneut zum Marschall ernannt, diesmal von seinem Neffen Ashe.
Anwyn Neben Gwylliam, dem Visionär, ist Anwyn der Ursprung allen Übels, das auf die cymrische Nation fällt. Sie war die Königin der Cymrer der ersten Flotte. Als Gwilliam mit der dritten Flotte angekommen war, beschlossen die beiden, gemeinsam als König und Königin der Cymrer zu herrschen. Sie haben drei Söhne: Edwyn Griffyth, Llauron und Anborn. Während des großen Krieges hat Anwyn erfolgreich gegen Gwyllian gekämpft. Sie konnte ihn schlussendlich mit Hilfe eines F'Dor-Dämons besiegen. Der Preis war hoch, und schließlich stand sie vor dem Scherbenhaufen einer Nation, von der sie nicht mehr als alleiniges Oberhaupt akzeptiert wurde. Da sie als Tochter von Elynsynos mit der Gabe des Hellsehens gesegnet war, wurde sie auch in ihrer Verbannung von ein paar wenigen besucht, die einen Blick in die Vergangenheit werfen wollten. Sie hat noch zwei jüngere Schwestern: Rhonwyn, die die Gegenwart sieht, und Manwyn, die in die Zukunft sehen kann.
Handlung
Band 1: Tochter des Windes Die junge Rhapsody wird mitten in ihrer Abschlussarbeit zur Benennerin von ihrer Vergangenheit eingeholt: ein Kunde der ehemaligen Prostituierten will sie unbedingt wieder in ihrem alten Gewerbe sehen und schreckt dabei vor keinem Mittel zurück. Nur knapp ihren Häschern entkommen, läuft sie zwei furchterregenden Fremden in die Arme: dem Bruder und Grunthor, die ihr das Leben retten. Der Bruder ist der größte Meuchelmörder seiner Zeit und mit Grunhthor, einem sieben Fuß großen grünbraunhäutigen Ungeheuer auf der Flucht vor einem F'Dor-Dämon, der ihn versklavt hat und danach trachtet, die Welt zu zerstören. Dank ihrer Fähigkeit als Benennerin löst Rhapsody den Fluch unwissentlich, indem sie den Bruder in Achmed die Schlange umbenennt. Zusammen fliehen die drei zu der Sagia, einem der fünf Bäume, an deren Standorten die Zeit selbst begann und deren Wurzeln bis tief ins Erdinnere gehen und die ganze Welt vernetzen.
Nach ihrer langen Reise durch die Wurzeln der Sagia, wo sie sich mehrmals beweisen mussten und sich zwischen ihnen eine tiefe Freundschaft entwickelt hat, stellen sie fest, dass sie am anderen Ende der Welt herausgekommen sind. Sie erfahren, dass ihre Reise 1400 Jahre gedauert hat und ihre Heimat, die Insel Serendair, in den Fluten des Meeres untergegangen ist, als sich das Schlafende Kind erhob. Auf ihrer Reise durch das ihnen unbekannte Land müssen sie feststellen, dass der ganze Kontinent von sinnloser Gewalt heimgesucht wird. Sie lernen unter anderem Llauron und Ashe kennen und Achmed schwingt sich zum neuen König der Firbolg im ehemaligen Canrif auf.
Tochter des Windes ist der Auftakt der ersten Rhapsody Trilogie.
Band 2: Tochter der Erde Die Jagd nach dem obskuren F'Dor geht weiter. Rhapsody macht sich unter dem Begleitschutz des mysteriösen Ashe zur Drachin Elynsynos auf, die zur Zeit der Ankunft der Cymrer über einen großen Teil des Kontinents herrschte. Von ihr erfährt sie viel über die Vergangenheit und auch über den Rakshas, einen Spross des F'Dores, der auf der Jagd nach ihr ist. Rhapsody reist weiter nach Tyrian, um bei Oelendra zu lernen und beschützt den Patriarchen in der heiligen Stadt Sepulvarta vor einem Attentat des Rakshas. In der Zwischenzeit finden Achmed und Grunthor die Überreste einer alten Dhrakier-Kolonie in den Zahnfelsen, unweit vom Kessel. Darin finden sie auch das Schlafende Kind aus Lebendigem Gestein und die einzige Überlebende der Kolonie, die Achmed später im Bannritual der Dhrakier unterweist, mit dem F'dor-Geister in einem Wirtskörper festgehalten werden, mit dem zusammen sie getötet werden können. Rhapsody findet indessen heraus, wer Ashe in Wirklichkeit ist und beschließt, ihm zu helfen. Sie werden zunächst ein Liebespaar und finden später heraus, dass sie einander sogar noch länger kennen, als sie glaubten. Doch vorher bricht Rhapsody mit Achmed und Grunthor auf, um den Rakshas zu töten und Ashe sein fehlendes Seelenfragment zurückzubringen. Am Ende müssen die drei noch einen Angriff des F'dor auf das Erdenkind abwehren, wobei die letzte Überlebende der Kolonie stirbt.
Band 3: Tochter des Feuers