mini|Uwe Schwenker (1980) Uwe Schwenker (* 24. März 1959 in Bremen) ist ein ehemaliger deutscher Handballnationalspieler und seit Juli 2014 Präsident des Ligaverbandes der Handball-Bundesliga. Von 1992 bis 2009 war er Geschäftsführer der THW Kiel Handball-Bundesliga GmbH & Co. KG.
Karriere Als Spieler Uwe Schwenker spielte in seiner Jugend zunächst Fußball beim SV Werder Bremen. Seine Mutter Hannelore spielte Korbball. Zum Handball kam er durch seinen Vater Hinrich Schwenker, einer der erfolgreichsten deutschen Handballspieler der 1950er und 1960er Jahre, der als Landestrainer einen Linksaußen für ein Turnier brauchte. Als er aufgrund einer Fußverletzung das Fußballspielen aufgeben musste, konzentrierte Schwenker sich ganz auf den Handball. Ab 1978 spielte er mit dem TV Grambke-Bremen in der Handball-Bundesliga. 1980 wechselte er dann zum THW Kiel. Bis 1992 bestritt er für den THW 295 Bundesligaspiele, in denen er 1224 Tore erzielte, davon 358 Siebenmeter. Dazu kommen 44/9 Treffer in Play-off-Spielen. In der Saison 1993/94 gab er für zwei Spiele ein kurzes Comeback und wurde so nach vier Vizemeisterschaften doch noch Deutscher Handballmeister. In der ewigen Torschützenliste der Bundesliga lag er mit 1346/361 Toren zwischenzeitlich unter den Top 30. Von 1987 bis 1992 war er als Nachfolger von Dierk Berner Mannschaftskapitän des THW Kiel. In seiner aktiven Zeit trug er wegen seiner schnellen Tempogegenstöße den Spitznamen Mister Gegenstoß.
Für die deutsche Nationalmannschaft, mit der er bei den Olympischen Spielen 1984 die Silbermedaille gewann, bestritt Schwenker 72 A-Länderspiele, in denen er 164 Tore – davon 17 per Siebenmeter – erzielte.
Als Manager 1992 wurde die Handball-Bundesligamannschaft des THW Kiel aus dem Gesamtverein ausgegliedert. Uwe Schwenker wurde Geschäftsführer der zu diesem Zweck gegründeten THW Kiel Handball-Bundesliga Verwaltungs GmbH. In der Saison 1992/93 übernahm er für elf Spiele das Traineramt, nachdem Holger Oertel nach der 15:21-Niederlage gegen den späteren Absteiger HC Empor Rostock zurückgetreten war.Erik Eggers (Hrsg.): Schwarz und Weiß: Die Geschichte des Rekordmeisters THW Kiel. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2008, ISBN 978-3-89533-619-5, S. 218 f.
Als neuen Trainer verpflichtete Schwenker zur Saison 1993/94 Zvonimir „Noka“ Serdarušić, mit dem er 1980/81 gemeinsam für den THW gespielt hatte – gegen den Widerstand des langjährigen Ligaobmanns Heinz Jacobsen. Damit begann der Aufstieg des THW Kiel zu einem europäischen Spitzenclub. In den nächsten 15 Jahren gewann die Mannschaft 25 nationale und internationale Titel, darunter 2007 das Triple mit dem Gewinn von Meisterschaft, DHB-Pokal und Champions League. Im Sommer 2008 wurde der Vertrag von Serdarušić aufgelöst, nachdem er und Schwenker sich wegen ihrer Frauen zerstritten hatten. Als Nachfolger wurde Alfreð Gíslason verpflichtet.
Im März 2009 wurden Vorwürfe laut, dass Schwenker und Serdarušić im Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt die Schiedsrichter bestochen hätten. In der Folge legte Schwenker am 7. April 2009 das Amt des THW-Geschäftsführers nieder. Sein unbefristeter Vertrag wurde im gegenseitigen Einvernehmen zum 30. Juni 2009 ohne Zahlung einer Abfindung aufgehoben.
Die Staatsanwaltschaft Kiel warf ihm vor, das Champions-League-Finale 2007 durch Schiedsrichterbestechung manipuliert zu haben und klagte ihn und Ex-Trainer Serdarušić 2010 wegen Betrugs und Untreue an. Das Landgericht Kiel eröffnete im Januar 2011 das Hauptverfahren und ließ die Anklage mit der Abweichung zu, es bestehe lediglich der Verdacht gemeinschaftlich begangener Bestechung im geschäftlichen Verkehr ( StGB). Am 26. Januar 2012 wurde Schwenker vom Landgericht Kiel in allen Anklagepunkten freigesprochen.F. Heike: Zwei Freisprüche und viele offene Fragen. In: FAZ Online vom 26. Januar 2012 Auf die Revision der Staatsanwaltschaft hob der Bundesgerichtshof das Urteil am 28. November 2012 teilweise auf und verwies die Sache zurück an das Ausgangsgericht.Freispruch des ehemaligen Managers des THW Kiel teilweise aufgehoben Meldung bei juris, abgerufen am 28. November 2012 Durch Urteil des Landgerichts Kiel vom 10. April 2013 wurde er auch vom verbliebenen Tatvorwurf der Untreue rechtskräftig freigesprochen.Freispruch für Uwe Schwenker auf kn-online.de vom 11. April 2013, abgerufen am 22. Mai 2019
In der Saison 2013/14 war Schwenker als Berater beim Zweitligisten HC Empor Rostock tätig.wz.de: Schwenker wird Berater von Zweitligist Empor Rostock vom 20. August 2013, abgerufen am 22. Mai 2019handball-world.com: Ex-THW-Manager Schwenker verlässt Handball-Zweitligist Empor Rostock vom 20. Mai 2014, abgerufen am 26. Mai 2014 Am 3. Juli 2014 wurde er als Nachfolger von Reiner Witte zum Präsidenten des Ligaverbandes der Handball-Bundesliga gewählt.handball-world.com: Uwe Schwenker neuer Präsident der Handball-Bundesliga vom 3. Juli 2014, abgerufen am 3. Juli 2014.
Sonstiges Schwenker ist seit dem 7. September 2012 in zweiter Ehe verheiratet.Kieler Nachrichten vom 7. September 2012, Seite 17 Er hat eine Tochter aus erster Ehe. Neben seiner handballerischen Tätigkeit betreibt er eine VersicherungsagenturSchwenker – Hoell und eine Firma für Sportmarketing.Handelsregister des AG Kiel, HRB 10847.
Im Französischen wird der „Dreher“, ein Drehwurf um den Torhüter herum, der vor allem von Außenspielern genutzt wird, als „Schwenker“ bezeichnet.
Erfolge mini|Uwe Schwenker am 1. September 2007 in Aschaffenburg
Als Spieler Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 1984 in Los Angeles Deutscher Meister 1994 viermal deutscher Vizemeister
Als Manager Champions-League-Sieger 2007 Deutscher Meister 1994, 1995, 1996, 1998, 1999, 2000, 2002, 2005, 2006, 2007, 2008 und 2009 DHB-Pokalsieger 1998, 1999, 2000, 2007, 2008 und 2009 EHF-Pokalsieger 1998, 2002 und 2004 Supercup-Sieger 1996, 1998, 2005, 2007 und 2008 Champions-Trophy-Sieger 2007
Literatur
Erik Eggers (Hrsg.): Schwarz und Weiß: Die Geschichte des Rekordmeisters THW Kiel. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2008, ISBN 978-3-89533-619-5, S. 223–224, 330–332 Interview von Uwe Schwenker. In: Die Welt, 5. April 2006
Weblinks
Persönliche Daten von Uwe Schwenker auf der Internetpräsenz des THW Kiel
Porträt beim NDR
Einzelnachweise
Kategorie:Handballnationalspieler (Deutschland) Kategorie:Handball-Außenspieler Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1984 Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Handballspieler (TV Grambke-Bremen) Kategorie:Handballspieler (THW Kiel) Kategorie:Handballtrainer (THW Kiel) Kategorie:Handballfunktionär (THW Kiel) Kategorie:Deutscher Meister (Handball) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1959 Kategorie:Mann