mini|hochkant|Topographische Karte Kiels. mini|Luftbild über Kiel und die Kieler Förde. Links das Westufer, rechts das Ostufer, im Hintergrund die Kieler Bucht. Blick in Richtung Norden. Aufnahme 2009. mini|Schleswig-Holstein mit der Kieler Förde an der Ostseeküste. mini|Wahrzeichen Kiels: der Kieler Rathausturm; links davor das Opernhaus Kiel. Blick vom Lorentzendamm Richtung Süden über den Kleinen Kiel, 2008. mini|Blick über die Kieler Innenstadt. mini|Kiel Sailing City: Das Vermarktungslogo der Landeshauptstadt Kiel. Kiel ist die Landeshauptstadt Schleswig-Holsteins. Mit Einwohnern () ist sie dessen bevölkerungsreichste Stadt. Als Holstenstadt tom Kyle im 13. Jahrhundert gegründet, wurde sie im Jahr 1900 zur Großstadt. Heute ist Kiel die nördlichste Großstadt Deutschlands und gehört zu den 30 größten Städten Deutschlands. Die Stadt ist kreisfrei und bildet das Zentrum der Kiel-Region.

Kiel liegt an der Ostsee (Kieler Förde) und ist Endpunkt der meistbefahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt, des international Kiel Canal genannten Nord-Ostsee-Kanals. Kiel ist traditionell ein bedeutender Marinestützpunkt. Bekannt ist die Stadt durch die Kieler Woche, durch den Handballverein THW Kiel, den Fußballverein Holstein Kiel und durch die kulinarische Spezialität Kieler Sprotten.

Von wirtschaftlicher Bedeutung sind neben dem Dienstleistungssektor, die größte deutsche Werft ThyssenKrupp Marine Systems und der Seehafen mit Fährverbindungen nach Skandinavien und ins Baltikum. Kiel ist Sitz dreier Hochschulen: der Christian-Albrechts-Universität, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel sowie der Muthesius Kunsthochschule.

Geografie Lage Die Regiopole Kiel erstreckt sich hufeisenförmig um den Naturhafen Kieler Förde, der ein wichtiger Seehafen an der Ostsee ist. Kiel ist vor Lübeck und Rostock die größte deutsche Stadt an der Ostsee. Der nördlichste Kieler Stadtteil, Schilksee, liegt am offenen Meer. Durch Kiel verläuft die Wasserscheide zwischen Nordsee und Ostsee. Der Fluss Eider, der in die Nordsee mündet, berührt ebenso wie die Schwentine das Stadtgebiet, am Ende des Nord-Ostsee-Kanals im Stadtteil Kiel-Holtenau liegen die Schleusen zur Förde hin. Die Umgebung Kiels ist von Moränenhügeln geprägt und geht im Südosten in die Holsteinische Schweiz über.

Nachbargemeinden Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Kiel (aufgezählt werden sie im Uhrzeigersinn, beginnend im Nordosten an der Ostküste der Kieler Förde):

Kreis Plön: Mönkeberg, Schönkirchen, Schwentinental, Pohnsdorf, Honigsee und Boksee

Kreis Rendsburg-Eckernförde: Flintbek, Molfsee, Mielkendorf, Melsdorf, Ottendorf, Kronshagen, Neuwittenbek, Altenholz, Dänischenhagen und Strande

Im Ballungsraum Kiel (Agglomeration) leben rund 325.000 Menschen.

Stadtgliederung Das Stadtgebiet Kiels ist heute in 30 Stadtteile eingeteilt. Meist bilden ein oder mehrere Stadtteile zusammen einen der insgesamt 18 Ortsteile mit je einem Ortsbeirat. Diese Gremien werden von der Ratsversammlung (Gemeinderat) der Gesamtstadt nach jeder Kommunalwahl neu bestimmt und sind zu wichtigen den Ortsteil betreffenden Angelegenheiten zu hören. Sie können Anträge, die den Stadtteil betreffen, an die Ratsversammlung stellen, damit diese dort beraten oder beschlossen werden.

Die Ortsteile mit ihnen zugeordneten Stadtteilen und deren amtlicher Nummer: mini|Stadtteile 1 bis 30 (schwarz umrandet) und Ortsbeiratsbezirke (farbig)

mini|Blick auf das Stadtzentrum Kiels in Richtung Südwesten im Morgenlicht, Luftaufnahme 2003

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mini|Blick vom Hafen auf das westliche Altstadtufer mit Kaianlagen, Rathausturm (hinten), Nikolaikirche (Mitte), Landesbibliothek Schleswig-Holstein im Sartori & Berger-Speicher (vorn), Schifffahrtsmuseum und Kieler Schloss (rechts). Durch Anklicken des Bildes erscheinen Bilderläuterungen.

Mitte 1 Altstadt 2 Vorstadt 3 Exerzierplatz z. T. 4 Damperhof 11 Südfriedhof z. T. Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook 5 Brunswik 6 Düsternbrook 7 Blücherplatz 9 Ravensberg Wik 8 Wik z. T. Schreventeich/Hasseldieksdamm 3 Exerzierplatz z. T. 10 Schreventeich 11 Südfriedhof z. T. 15 Hasseldieksdamm Gaarden 11 Südfriedhof z. T. 12 Gaarden-Ost 13 Gaarden-Süd und Kronsburg z. T. Hassee/Vieburg 11 Südfriedhof z. T. 13 Gaarden-Süd und Kronsburg z. T. 14 Hassee z. T. Ellerbek/Wellingdorf 16 Ellerbek 17 Wellingdorf Holtenau 18 Holtenau z. T. Pries-Friedrichsort 18 Holtenau z. T. 19 Pries 20 Friedrichsort Neumühlen-Dietrichsdorf/Oppendorf 21 Neumühlen-Dietrichsdorf (mit Siedlung Oppendorf)

Elmschenhagen/Kroog 22 Elmschenhagen (mit Kroog) Suchsdorf 8 Wik z. T. 23 Suchsdorf z. T. Steenbek-Projensdorf 8 Wik z. T. 23 Suchsdorf z. T. Schilksee 24 Schilksee Mettenhof 25 Mettenhof Russee/Hammer/Demühlen 14 Hassee z. T. 26 Russee Meimersdorf/Moorsee 27 Meimersdorf 28 Moorsee Wellsee/Kronsburg/Rönne 13 Gaarden-Süd und Kronsburg z. T. 29 Wellsee 30 Rönne

Klima Kiel befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Der Sommer fällt normalerweise kühl bis mild aus, und der Winter ist maritim geprägt und für die nördliche Lage eher mild. In einem Vergleich von 80 ausgewählten deutschen Großstädten wies Kiel im Zeitraum 2006–2025 mit durchschnittlich 19,2 Sommertagen und 2,0 heißen Tagen pro Jahr jeweils den niedrigsten Wert auf. Die mittlere tägliche Höchsttemperatur der Sommermonate lag bei 21,8 °C und war damit nach Bremerhaven die zweitniedrigste der verglichenen Städte. Gegenüber dem Zeitraum 1951–1970 erhöhte sie sich dennoch um 1,6 °C.

Die größten Niederschlagsmengen fallen im Juli (79 mm). Im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt (790 mm) ist die jährliche Niederschlagsmenge mit 750 mm leicht unterdurchschnittlich.Siehe Zeitreihe der Niederschlagssummen in Deutschland seit 1881 Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 9,5 °C. Der Temperaturrekord liegt bei 35,8 °C am 20. Juli 2022.

Pegel, Gezeiten, Hochwasser, Sturmflut, Niedrigwasser + Wasserstände in Kiel (Pegel Holtenau) Wasserstand Beschreibung zuletzt eingetreten/überschritten Häufigkeit +2,97 m HHWhöchster Wasserstand 13. November 1872 +2,27 m HW100 alle 100 Jahre +2,08 m HW50 alle 50 Jahre über +2,00 m sehr schwere Sturmflut 31. Dezember 1904 alle 40 Jahre +1,84 m HW20 4. November 1995 (+1,96 m)20. Oktober 2023 (+1,93 m)15. Februar 1979 (+1,90 m)5 schwerste Sturmfluten seit 1955 laut Helmholtz-Zentrum Hereon alle 20 Jahre +1,65 m HW10 2. Januar 2019 (+1,67 m) 1. November 2006 (+1,74 m)13. Januar 1987 (+1,72 m)14. Januar 1960 (+1,76 m) alle 10 Jahre über +1,50 m schwere Sturmflut alle 6 Jahre +1,45 m HW5 alle 5 Jahre +1,26 m MHW, Mittleres (d. h. Durchschnitt der jährlich höchsten) Hochwasser im Bemessungszeitraum 1. November 2000 bis 31. Oktober 2010 k. A. über +1,25 m mittlere Sturmflut k. A. alle 2 Jahre über +1 m leichte Sturmflut k. A. jährlich 0 m MW, Mittlerer Wasserstand im Bemessungszeitraum 504 cm, PNP=NHN-4,997m1. November 2000 bis 31. Oktober 20101. November 2010 bis 31. Oktober 2020 k. A. fast täglich unter −1 m leichtes Sturmniedrigwasser k. A. jährlich −1,12 m MNW, Mittleres (d. h. Durchschnitt der jährlich niedrigsten) Niedrigwasser im Bemessungszeitraum 1. Nov. 2010 bis 31. Okt. 2020 k. A. −1,19 m MNW, Mittleres (d. h. Durchschnitt der jährlich niedrigsten) Niedrigwasser im Bemessungszeitraum 1. Nov. 2000 bis 31. Okt. 2010 k. A. unter −1,25 m mittleres Sturmniedrigwasser k. A. alle 2 Jahre unter −1,5 m ausgeprägtes Sturmniedrigwasser 23. November 2023 alle 6 Jahre −1,63 m NW, Niedrigster Wasserstand im Bemessungszeitraum1. November 2000 bis 31. Oktober 2010 9. Januar 2005 −1,67 m NW, Niedrigster Wasserstand im Bemessungszeitraum1. November 2010 bis 31. Oktober 2020WSV, Pegel Holtenau Kennzeichnende Wasserstände 6. Dezember 2013 −1,90 m zweitniedrigster Wasserstand 6. November 1911 −2,29 m NNWniedrigster Wasserstand 4. Oktober 1860

In der Ostsee gibt es Gezeiten, deren Tidenhub in Kiel nur bei etwa 0,1 m liegt.Schwankungen des Wasserspiegels der Kieler Förde – Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der hohen philosophischen Fakultät der Königlichen Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, vorgelegt von Karl Meier 1913 PDF Durch Wind hervorgerufen kommt es regelmäßig zu Hochwasser in Kiel:

In Kiel liegt das HW5, also ein Hochwasser, das nur alle fünf Jahre erwartet wird, also mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 % in jedem Jahr nicht erreicht wird, bei 1,45 m, HW10 1,65 m, HW20 1,84 m, HW50 2,08 m, HW100 (alle 100 Jahre erwartet, wird mit Wahrscheinlichkeit 99 % in jedem Jahr nicht erreicht) liegt in Kiel bei 2,27 m, das HW200 bei 2,36 m. Die Berechnung von HW1000, also einem alle 1000 Jahre eintretenden Hochwasser unter Zugrundelegung verschiedener Datenbestände ergibt ein 95-%-Intervall von 2,1–3,6 m über NN.

Das Ostseesturmhochwasser 1872 war als Jahrtausendereignis das wahrscheinlich schwerste Sturmhochwasser in Kiel mit einem Wasserstand von 2,97 m über Normalnull am Pegel in Kiel-Holtenau.

Eine sehr schwere Sturmflut (über zwei Meter) ereignete sich mit 2,25 m in Kiel zuletzt am 31. Dezember 1904.Stadtarchiv Kiel kiel.de Bezogen auf die heutigen Verhältnisse und unter Berücksichtigung eines seitdem eingetretenen säkularen Meeresspiegelanstieges von 0,15 m entspricht dies einem Wiederkehrintervall von etwa 400 Jahren (jährliche Häufigkeit = 0,0025). Dies ist der höchste am Pegel Holtenau je gemessene Wasserstand, Daten werden hier seit 1901 lückenlos erhoben.MUSTOK Uni Siegen Davor wie oben bereits erwähnt am 13. November 1872 mit 2,97 m.

mini|hochkant|Pegel am Sartori & Berger-Speicher, Am Wall, Kiel, während der schweren Sturmflut am 2. Januar 2019. Der Pegel zeigt 6,75 m über Pegelnullpunkt, das entspricht etwa 1,67 m über dem mittleren Wasserstand. Der Pegel steht ca. 20 m im Landesinneren und beginnt erst bei 6,33 m, zur Kaimauer hin ist ein ordentlicher Anstieg. Bis etwa 7 m wird also nur übergeschwapptes Wasser angezeigt, erst darüber der tatsächliche Wasserstand.

Eine schwere Sturmflut (über 1,5 m) ereignete sich im Mittel alle sechs Jahre, zuletzt mit +1,93 m am 20. Oktober 2023, mit +1,67 m am 2. Januar 2019BSH zum Hochwasser am 2. Januar 2019 und mit +1,69 m am 5. Januar 2017.BSH zur Sturmflut 4./5.1.2017 Historisch an anderen Orten der Ostsee sehr schwer, in Kiel aber nur schwer, waren die Sturmfluten vom 9. Januar 1908 und vom 4. Januar 1954.

Eine mittlere Sturmflut (1,25–1,5 m) gab es zuletzt am 31. Januar 2022,Auswertung der statistischen Monatsberichte des BSH am 28. März 2020,BSH am 6. Januar 2012,BSH davor am 29. November 2010,BSH 9. Januar 2010BSH sowie am 14. Oktober 2009.BSH 14. Oktober 2009

Eine leichte Sturmflut (1–1,25 m über mittlerem Wasserstand) ereignete sich beispielsweise im Januar und Dezember 2021,bsh.de Übersicht am 14. Oktober 2020,BSH 9. Januar 2019,BSH 22. November 2015,BSH 14. Januar 2012,BSH 24. Dezember 2010BSH und am 12. Dezember 2010.

Im Zeitraum 1901–1993 ereigneten sich am Kieler Pegel 115 Sturmfluten, davon 63 leicht, 32 mittel und 20 schwer.Die Küste, Band 66 Ostsee, 2003, Seite 106–261, PDF

Auch besonders niedrige Wasserstände, Sturmniedrigwasser, mindestens 1 m unter NN, treten immer wieder auf, in den letzten zehn Jahren am 6. Dezember 2013 mit −1,68 m, 10. Dezember 2014 −1,20 m, 14. September 2017 −1,09 m (jeweils in Kiel-Holtenau gemessen).

Die historisch niedrigsten Wasserstände gab es mit −2,29 m am 4. Oktober 1860, −1,9 m am 6. November 1911,Schriften des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein, Band 28, Heft 1, Extrem-Wasserstände an der deutschen Beltseeküste im Zeitraum 1901–1954, Kannenberg, 1956, PDF −188 cm am 4. Dezember 1999, −183 cm am 25. November 1981.WSV, Pegel Holtenau, historische Daten

Im Zeitraum 1901–1990 ereigneten sich am Kieler Pegel 104 Sturmniedrigwasser, davon 59 leicht (1–1,25 m), 30 mittel (1,25–1,5 m), 15 ausgeprägt (mehr als 1,5 m unter NN).