Die Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte (, abgekürzt JMSDF) sind die De-facto-Marine Japans und der maritime Zweig der Selbstverteidigungsstreitkräfte. Sie sind der Nachfolger der Kaiserlich Japanischen Marine, die nach der Niederlage des japanischen Kaiserreiches im Pazifikkrieg aufgelöst wurde. Da das Land nach seiner Niederlage im Zweiten Weltkrieg in Artikel 9 der japanischen Verfassung auf Streitkräfte verzichtete, wird im Namen der Streitkräfte das Element der Selbstverteidigung betont.

Die JMSDF sind etwa 45.300 Mann stark und haben eine genehmigte Obergrenze von 46.000 Soldaten. Ihr Fokus liegt auf der U-Jagd.

Auftrag Der Auftrag der Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte ist der Schutz der territorialen Integrität der japanischen Küstengewässer und wird durch die Insellage des Landes und der Abhängigkeit von natürlichen Bodenschätzen bestimmt. Daher ist die Hauptaufgabe der JMSDF, vor einer Invasion abzuschrecken und diese im Notfall bekämpfen zu können. Allerdings soll sie im Rahmen der internationalen Beziehungen zu einem möglichst friedlichen Miteinander beitragen.

Organisation mini|Stützpunkt der Marine in Maizuru mini|Flugplatz Hachinohe Stützpunkt des 2. Marinefliegergeschwader Die maritimen Selbstverteidigungskräfte bestanden bis 2026 aus folgenden Flotten und Kommandos: 20px Verteidigungsministerium () 15px Admiralstab (); Ichigaya, Präfektur Tokio 20px Selbstverteidigungsflotte (); Yokosuka, Präfektur Kanagawa 20px Geleitflotte (); Yokosuka, Präfektur Kanagawa (außer Dienst 2026, siehe unten) 20px 1. Geleitflottille (); Yokosuka, Präfektur Kanagawa 20px 2. Geleitflottille (); Sasebo, Präfektur Nagasaki 15px 3. Geleitflottille (); Maizuru, Präfektur Kyōto 20px 4. Geleitflottille (); Kure, Präfektur Hiroshima 15px Flottenausbildungskommando (); Yokosuka, Präfektur Kanagawa 20px Marineflieger (); Atsugi, Präfektur Kanagawa 20px 1. Marinefliegergeschwader (); Kanoya, Präfektur Kagoshima 20px 2. Marinefliegergeschwader (); Hachinohe, Präfektur Aomori 20px 4. Marinefliegergeschwader (); Atsugi, Präfektur Kanagawa 15px 5. Marinefliegergeschwader (); Naha, Präfektur Okinawa 20px 21. Marinefliegergeschwader (); Tateyama, Präfektur Chiba 20px 22. Marinefliegergeschwader (); Ōmura, Präfektur Nagasaki 20px 31. Marinefliegergeschwader (); Iwakuni, Präfektur Yamaguchi 20px U-Boot-Flotte (); Yokosuka, Präfektur Kanagawa 15px 1. U-Boot-Flottille (); Kure, Präfektur Hiroshima 15px 2. U-Boot-Flottille (); Yokosuka, Präfektur Kanagawa 20px Minenabwehrflotte (); Yokosuka, Präfektur Kanagawa (außer Dienst 2026, siehe unten) 20px Flottenaufklärungskommando (); Yokosuka, Präfektur Kanagawa (außer Dienst 2026, siehe unten) 20px Unterstützungsgruppe für maritime Operationen/U-Boot-Abwehr (); Yokosuka, Präfektur Kanagawa (außer Dienst 2026, siehe unten) 20px Kommando für Forschung und Entwicklung (); Yokosuka, Präfektur Kanagawa 20px Lufttrainingskommando (); Kashiwa, Präfektur Chiba 20px Trainingsstaffel Shimofusa (); Kashiwa, Präfektur Chiba 20px Trainingsstaffel Tokushima (); Tokushima, Präfektur Tokushima 20px Trainingsstaffel Ozuki (); Shimonoseki, Präfektur Yamaguchi Trainingsflotte (); Kure, Präfektur Hiroshima Fernmeldekommando (); Ichigaya, Präfektur Tokio Universität der Marine (); Meguro, Präfektur Tokio Offizierschule der Marine (); Etajima, Präfektur Hiroshima 1. Marineschule (); Etajima, Präfektur Hiroshima 2. Marineschule (); Yokosuka, Präfektur Kanagawa 3. Marineschule (); Kashiwa, Präfektur Chiba 4. Marineschule (); Maizuru, Präfektur Kyōto Materialkommando (); Kita, Präfektur Tokio Am 23. März 2026 wurden die 1961 aufgestellte Geleitflotte und die Minenabwehrflotte zu einer Überwasserflotte fusioniert, die wie folgt gegliedert ist.JMSDF Launches ‘Fleet Surface Force’, Scrapping Decades-Old ‘Escort Fleet’. Naval News, 23. März 2026 Überwasserflotte (水上艦隊) 15px Überwassereinsatzgruppe 1 (第1水上戦群), Flaggschiff Izumo (CVM 183); Yokosuka, Präfektur Kanagawa 15px Überwassereinsatzgruppe 2 (第2水上戦群), Flaggschiff Kaga (CVM 183); Kure, Präfektur Hiroshima 15px Überwassereinsatzgruppe 3 (第3水上戦群), Flaggschiff Hyuga (DDH 181); Maizuru, Präfektur Kyōto 15px Amphibische und Mineneinsatzgruppe (水陸両用戦機雷戦群), Flaggschiff Ise (DDH 182); Sasebo, Präfektur Nagasaki 15px Patrouillen- und Verteidigungsgruppe (哨戒防備群); Yokosuka, Präfektur Kanagawa (Sitz des Stabs); ihr unterstehen Patrouillen- und Verteidigungseinheiten in fünf verschiedenen Marinebasen; Hauptwaffensystem sind die Fregatten der Mogami-Klasse 15px Überwasserversorgungsgruppe 1 (第1水上補給隊) 15px Überwasserausbildungsgruppe 1 (第1水上訓練指導群) 15px Überwasserausbildungsunterstützungsgruppe 1 (第1水上訓練支援隊) Gleichzeitig wurden das Flottenaufklärungskommando und das Unterstützungskommando für maritime Operationen/U-Boot-Abwehr wie folgt umgegliedert. 15px Informations- und Einsatzführungskommando 15px Maritimes Einsatzinformationskommando 15px Cyberschutzkommando

Flotte Eine Übersicht über die Schiffe und Boote der JMSDF findet sich in der Liste von Schiffen der Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte.

Mehrzweck-Flugdeckkreuzer mini|Flugzeugträger der Izumo-Klasse mini|Zerstörer der Akizuki-Klasse mini|U-Boot der Sōryū-Klasse mini|Minensuchboot der Awaji-Klasse 2 Flugzeugträger der Izumo-Klasse

Hubschrauberträger 2 Hubschrauberträger der Hyūga-Klasse

Zerstörer und Fregatten 2 Lenkwaffenzerstörer der Maya-Klasse 2 Lenkwaffenzerstörer der Atago-Klasse 4 Lenkwaffenzerstörer der Kongō-Klasse 2 U-Jagdzerstörer der Asahi-Klasse 4 U-Jagdzerstörer der Akizuki-Klasse 5 U-Jagdzerstörer der Takanami-Klasse 9 U-Jagdzerstörer der Murasame-Klasse 7 U-Jagdzerstörer der Asagiri-Klasse 6 Geleitzerstörer der Abukuma-Klasse 10 Fregatten der Mogami-Klasse

U-Boote 5 U-Boote der Taigei-Klasse 12 U-Boote der Sōryū-Klasse 6 U-Boote der Oyashio-Klasse

Minenabwehrfahrzeuge 4 Hochseeminensuchboote der Awaji-Klasse 3 Küstenminensuchboote der Enoshima-Klasse 3 Küstenminensuchboote der Hirashima-Klasse 6 Küstenminensuchboote der Sugashima-Klasse

Amphibische Einheiten 3 Panzerlandungsschiffe der Ōsumi-Klasse 2 Landungsboote der LCU-1-Klasse 6 Luftkissenlandungsboote Landing Craft Air Cushion

Hilfsschiffe 2 Versorger der Mashū-Klasse 3 Versorger der Towada-Klasse 2 Versorger der YOT-01-Klasse 2 Tender der Uraga-Klasse 2 Schulschiffe der Hatakaze-Klasse 1 Schulschiff der Asagiri-Klasse 1 Schulschiff der Kashima-Klasse 4 Forschungsschiffe der Hibiki-Klasse

Unbemannte Wasserfahrzeuge Unbemanntes Überwasserschiff Mogami, eingesetzt bei den Fregatten der Mogami-Klasse Autonomes Unterwasserfahrzeug der REMUS-Klasse, eingesetzt für Forschungszwecke Autonome Unterwasserfahrzeuge OZZ-5 und Seefuchs, eingesetzt für die Minenabwehr

Rüstungsprojekte mini|Konzeptbild des ASEV Fregatten der Mogami-Klasse – 2 Einheiten in Ausrüstung U-Boote der Taigei-Klasse – 3 Einheiten in Ausrüstung bzw. Bau, 1 Einheit geplant Hochseeminensuchboote der Awaji-Klasse – 1 Einheit in Ausrüstung, 1 Einheit geplant Aegis system equipped vessels (ASEV) – 2 Einheiten (Lenkwaffenzerstörer) bestellt 13DDX – 2 Einheiten (Mehrzweckzerstörer) geplant 06FFM-Klasse – 12 Einheiten (Fregatten) im Bau bzw. geplant Sakura-Klasse – 12 Einheiten (Patrouillenschiffe) im Bau bzw. geplant

Luftfahrzeuge Die Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte betreiben 140 Flugzeuge und 133 Hubschrauber (Stand Ende 2025). Ein bedeutender Teil dieser Luftfahrzeuge wurde durch die nationale Flugzeugindustrie hergestellt. Luftfahrzeug Bild Herkunft Verwendung Version Aktiv Bestellt Anmerkungen Aufklärungsflugzeuge Lockheed P-3 Orion 200px SeeaufklärerELINT-AufklärerAufklärer P-3CEP-3COP-3C3254 Soll durch die Kawasaki P-1 als Seeaufklärer ersetzt werden Kawasaki P-1 200px Seeaufklärer363 weitere 31 Maschinen geplant Transport- und Schulflugzeuge Shin Meiwa US-2 200px SAR-Flugzeug51 Lockheed C-130 200px Transporter C-130R6 King Air 200px TransporterSchulflugzeug King Air 90512 Lockheed P-3 Orion 200px Schulflugzeug UP-3D3 Fuji T-5 200px Schulflugzeug32 Hubschrauber Mitsubishi SH-60 200px SAR-HubschrauberU-Jagdhubschrauber UH-60JSH-60JSH-60KSH-60L1067 Kawasaki AW101 200px TransporthubschrauberMinenräumhubschrauber CH-101MCH-1012101 Eurocopter EC 135 200px Schulungshubschrauber15

Dienstgrade und Dienstgradabzeichen Offiziere Dienstgradgruppe Flaggoffiziere Stabsoffiziere Subalternoffiziere Ärmelabzeichen 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert Schulterstücke 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert Dienstgrad (Bakuryō-chō taru Kaishōoder Kaibakuchō) (Kaishō) (Kaishō-ho) (Ittō Kaisa) (Nitō Kaisa) (Santō Kaisa) (Ittō Kaii) (Nitō Kaii) (Santō Kaii) Dienstgrad(Bundeswehr) Admiral Vizeadmiral Konteradmiral Kapitän zur See Fregattenkapitän Korvettenkapitän Kapitänleutnant Oberleutnant zur See Leutnant zur See NATO-Rangcode OF-9 OF-8 OF-7 OF-5 OF-4 OF-3 OF-2 OF-1

Unteroffiziere und Mannschaften Dienstgradgruppe Deckoffizier Unteroffiziere Mannschaften Ärmelabzeichen 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert 55px|zentriert Dienstgrad (Jun Kaii) (Kaisō-chō) (Ittō Kaisō) (Nitō Kaisō) (Santō Kaisō) (Kaishi-chō) (Ittō Kaishi) (Nitō Kaishi) Dienstgrad(Bundeswehr) Oberstabsbootsmann(Warrant Officer) Stabsbootsmann Hauptbootsmann Oberbootsmann/Bootsmann Obermaat/Maat Hauptgefreiter/Obergefreiter Gefreiter Matrose NATO-Rangcode OR-9 OR-8 OR-7 OR-6 OR-5 OR-3 OR-2 OR-1

Literatur Bruno Hofbauer: Kaijō Jieitai – Die Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte. In: MarineForum, 9/2019, , S. 20–24.

Weblinks

Offizielle Internetpräsenz der Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte (englisch) (japanisch) Offizielle Internetpräsenz der Überwasserflotte der Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte Maritime Selbstverteidigungsstreitkräfte. GlobalSecurity.org (englisch) der Kongressbibliothek der Vereinigten Staaten (englisch) Warships of JMSDF (englisch)

Einzelnachweise