mini|Panorama von Linz, Blickrichtung Südwesten. Im Hintergrund die Ostalpen mit dem Dachstein (ganz rechts)
Linz ist die Landeshauptstadt von Oberösterreich und mit Einwohnern (Stand: ) nach Wien und Graz die drittgrößte Stadt Österreichs und das Zentrum des mit 823.514 Menschen (Stand 2023) zweitgrößten Ballungsraumes des Landes.Eurostat: Demography statistics by metropolitan regions, abgerufen am 11. Februar 2024.
Die Stadt an der Donau hat eine Fläche von km² und ist Zentrum des oberösterreichischen Zentralraums. Als Statutarstadt ist sie sowohl Gemeinde als auch politischer Bezirk; außerdem Sitz der Bezirkshauptmannschaften der benachbarten Bezirke Linz-Land und Urfahr-Umgebung.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs (1945) hatte Linz den Ruf einer staubigen Stahlstadt, den sie dem größten Arbeitgeber, den Stahlwerken der heutigen Voestalpine AG, verdankte. Doch durch verbesserten Umweltschutz und zahlreiche Initiativen im Kulturbereich, beispielsweise Veranstaltungen wie die Linzer Klangwolke, das Brucknerfest, das Pflasterspektakel und den Prix Ars Electronica bzw. das Ars-Electronica-Festival, gewann die Stadt sukzessive ein neues Image. Seit 2004 wird jährlich das Filmfestival Crossing Europe veranstaltet. 2009 war Linz Europäische Kulturhauptstadt. 2013 wurde das neue Musiktheater am Volksgarten, ein modernes Theater- und Opernhaus, eröffnet. Linz konnte sich mit diesen und weiteren Initiativen als Kulturstadt positionieren, wobei auch Strukturen der alten Industriestadt zum Teil noch sichtbar sind. Dazu passend weist Linz als Universitätsstadt mit mehreren Universitäten auch zahlreiche Studienangebote im künstlerischen und kulturellen Bereich auf.
Die Stadt ist wahrscheinlich namensgebend für die Linzer Torte.
Die Stadt wird inoffiziell auch als Linz an der Donau bezeichnet, um nicht mit der Partnerstadt Linz am Rhein verwechselt zu werden.
Geografie Geografische Lage Linz liegt im östlichen Oberösterreich und erstreckt sich auf beiden Seiten der Donau. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 18,6 km, die Ost-West-Ausdehnung 12,3 km.DORIS – interMAP Die Stadt befindet sich im Linzer Becken und grenzt im Westen an den Kürnberger Wald sowie das fruchtbare Eferdinger Becken. Nördlich der Donau, im Stadtteil Urfahr, wird Linz durch den Pöstlingberg (539 m), den Lichtenberg (927 m) und die Hügel bzw. Berge des Mühlviertels begrenzt. Der Pipieterkogel (567 m) ist der höchste Gipfel innerhalb der Stadtgrenzen von Linz. mini|Luftbild von Westen mit der Stadt Traun im Vordergrund. Der Fluss rechts ist die Traun.
Die östliche Stadtgrenze ist durch die Donau markiert, welche das Stadtgebiet in einem nordost-südöstlichen Halbkreis erst durch- und dann umfließt. Die Traun mündet 7 km südöstlich des Stadtzentrums in die Donau und markiert die innerstädtische Grenze zum größten Stadtteil Ebelsberg. Südlich der Stadt beginnt das Alpenvorland.
Von den rund 96 km² Stadtfläche sind 29,27 % Grünland, 17,95 % Wald, 6,39 % Gewässer, 11,63 % machen Verkehrsflächen aus und 34,76 % sind Bauland.Stadtplanung Linz mit der Aufteilung der Flächennutzung, Mai 2014
Nachbargemeinden Linz grenzt im Norden und Osten, durchwegs links der Donau, an sieben Gemeinden des Bezirks Urfahr-Umgebung (UU), im Süden und Westen an fünf Gemeinden des Bezirks Linz-Land (LL), und im Südosten, in einem kurzen Abschnitt ebenfalls links der Donau, an eine Gemeinde des Bezirks Perg (PE).
Folgende Tabellen geben einen Überblick über die Gemeinden, die nach politischen Grenzen direkt an Linz grenzen, und die Gemeinden, die nicht direkt an Linz grenzen, aber unmittelbar danach folgen, und aufgrund hoher Pendlerraten in die Stadt ebenfalls dem Linzer „Speckgürtel“ zuzurechnen sind. Ebenfalls angegeben sind der Bezirk, in dem sich die jeweilige Gemeinde befindet, sowie die zuletzt erhobene Bevölkerungszahl.
Eine Eingemeindung einiger Nachbargemeinden (Groß-Linz) wird gelegentlich von der Politik und in den Medien diskutiert. Grund dafür ist, dass Linz aus seinem Budget viele überregionale Projekte finanziert, die auch den Bewohnern der Umlandgemeinden zugutekommen, ohne dass diese finanziell etwas dazu beitragen. Die Grenzen zwischen Stadtgebiet und Umland sind zwar politisch immer noch vorhanden, gesellschaftlich oder im Stadtbild jedoch nicht erkennbar. + Wohnbevölkerung, sortiert nach Stand 2019Statistik Austria Gemeinde Bez. Flächein km² Bevölkerung 1981 2001 2011 Folgende Gemeinden grenzen direkt an Linz Leonding LL 19.389 22.203 25.295 Traun LL 21.464 23.470 23.810 Ansfelden LL 13.324 14.789 15.673 Engerwitzdorf UU 5.258 7.516 8.416 Asten LL 3.431 6.025 6.230 Sankt Florian LL 4.129 5.530 5.913 Steyregg UU 4.394 4.749 4.764 Gramastetten UU 3.663 4.525 4.677 Puchenau UU 3.368 4.674 4.426 Altenberg UU 2.853 4.075 4.334 Luftenberg an der Donau PE 3.079 3.665 3.867 Lichtenberg UU 1.554 2.389 2.606 Kirchschlag UU 1.378 1.903 2.009 Weitere Gemeinden im Umkreis von rund 10 km Pasching LL 6.325 6.123 6.584 Gallneukirchen UU 4.398 6.183 6.306 Wilhering LL 4.108 5.191 5.778 Hörsching LL 4.683 5.233 5.780 Ottensheim UU 3.579 4.312 4.503 St. Georgen an der Gusen PE 3.093 3.529 3.639 Gemeinde Bez. Flächein km² 1981 2001 2011 Bevölkerung
Agglomeration Linz
Die Agglomeration (Ballungsraum) beschreibt die Einwohnerzahl einer Kernstadt, in diesem Fall Linz, und der baulich direkt an diese angeschlossenen Siedlungen, ohne Rücksichtnahme auf politisch festgelegte Grenzen. Unter diesen Gesichtspunkten umfasst die Agglomeration Linz etwa 271.000 Personen. Die offizielle Einwohnerzahl von Linz und sämtlicher 13 Nachbargemeinden ist mit 289.107 Personen (2001) größer, da nicht alle Siedlungen der Nachbarstädte und -gemeinden direkt an Linz anschließen.
Eine weitere Möglichkeit, die Bedeutung einer Stadtregion zu ermitteln, ist die Pendlerrate. Da Linz mehr als 154.867 Arbeitsplätze aufweist, aber von den 188.118 Einwohnern nur 83.245 berufstätig sind, pendeln täglich 89.294 Personen nach Linz zur Arbeit – 7687 sogar aus anderen Bundesländern, zumeist aus dem nahen Niederösterreich. Zum täglichen Pendleraufkommen gesellen sich noch 18.525 Linzer dazu, die nicht in Linz arbeiten, sondern vorwiegend in den südlich und südwestlich gelegenen Gewerbe- und Industriegebieten. Bei einem durchschnittlichen Beschäftigungsgrad von 50 % in den umliegenden Gemeinden und 45 % in der Kernstadt, hängen rund 367.000 Personen von den Arbeitsplätzen in Linz ab. Inklusive der Zehntausenden, vor allem in den südlichen Vorstädten befindlichen Arbeitsplätze bindet der Ballungsraum Linz eine Bevölkerung von rund einer halben Million, welche vorwiegend im oberösterreichischen Zentralraum sowie dem traditionell strukturschwächeren Hügelland Mühlviertel nördlich von Linz beheimatet ist.
Von den 89.294 Einpendlern nach Linz stammen 24.593 (27,5 %) aus den 13 Nachbargemeinden von Linz. Insgesamt betrachtet, kommen 41.489 Pendler, das sind rund 46,5 %, aus den vier Bezirken des Mühlviertels und weitere 23.403 oder 23,2 % aus dem Bezirk Linz-Land. 21,7 % kommen aus den restlichen Bezirken Oberösterreichs, überwiegend aus den nahegelegenen Bezirken Eferding, Wels, Wels-Land, Steyr und Steyr-Land. Die restlichen 8,6 % kommen aus anderen Bundesländern.
Stadtgliederung Die Stadt bildet eine einzige Ortschaft. Seit 1. Jänner 2014 (Beschluss des Stadtsenates vom September 2013) ist die Stadt in 16 statistische Bezirke eingeteilt:Linz – Politik/Verwaltung – Linz Zahlen – Stadtgebiet (mit Überblick über die aktuellen und ehemaligen, von 1957 bis 2013 gültigen statistischen Bezirke von Linz), Stand der Daten: 1. Jänner 2019; abgerufen am 21. August 2019. mini|Karte der Linzer Bezirke Nr. Stat. Bezirk Einw. Flächein ha 1 Innere Stadt 25.386 278,9 2 Urfahr 24.017 426,8 3 Pöstlingberg 4.619 858,1 4 St. Magdalena 11.990 655,3 5 Dornach-Auhof 7.298 682,6 6 Kaplanhof 9.914 243,2 7 Franckviertel 6.856 120,7 8 Bulgariplatz 16.721 260,3 9 Froschberg 11.733 452,8 10 Bindermichl-Keferfeld 20.303 412,0 11 Spallerhof 12.725 297,1 12 Neue Heimat 13.823 413,2 13 Kleinmünchen-Auwiesen 22.386 645,1 14 Industriegebiet-Hafen 137 1.277,4 15 Ebelsberg 10.804 1.291,2 16 Pichling 8.183 1.290,0 GESAMT 206.895 9.604,7
Stadtgliederung bis 2013 1957 wurde Linz in neun Stadtteile und 36 statistische Bezirke unterteilt. Diese wiederum bestanden aus insgesamt 863 Baublöcken. Eine Aufteilung des Stadtgebiets in Stadtbezirke als politische Einheiten existiert in Österreich nur in den Städten Wien und Graz. Bei der Neubestimmung der innerstädtischen Grenzen wurden die Grenzen der einst eingemeindeten Gemeinden nur bedingt berücksichtigt. So wurden etwa alle Eingemeindungen südlich der Traun zu einem einzigen Stadtteil und zugleich statistischen Bezirk Ebelsberg zusammengefasst. Auch die Fläche des ehemaligen St. Peter wurde deutlich verändert, um nur zwei Beispiele zu nennen. Die bis Ende 2013 bestehenden Stadtteile und statistischen Bezirke können also nicht eins zu eins mit den Ausmaßen der ehemaligen Vororte von Linz gleichgesetzt werden.
Der sowohl einwohner- als auch flächenmäßig größte statistische Bezirk war das bereits erwähnte Ebelsberg im Süden der Stadt mit 25,81 km² und rund 17.421 Einwohnern. Der zweitgrößte und zugleich einwohnerschwächste Stadtteil und statistische Bezirk war St. Peter (Linz). Er hatte auf 9,13 km² nur 377 Einwohner, was allerdings darauf zurückzuführen war, dass sich auf dem Gebiet der abgetragenen, ehemals eigenständigen Gemeinde und des ehemaligen Bezirks, fast ausschließlich Industriegebiet befindet, wovon die voestalpine den meisten Platz beansprucht (seit Anfang 2014 Industriegebiet-Hafen). Der flächenmäßig kleinste statistische Bezirk war das 45,6 Hektar große Altstadtviertel.
Katastralgemeinden Etwas abweichend davon gliedert sich die Stadt grundbücherlich in 14 Katastralgemeinden (Fläche Stand ):
Eingemeindungen mini|Luftaufnahme der Stadt
Als 1848 in Österreich das Gemeindesystem eingeführt wurde, war bereits vorgesehen, dass die damaligen Linzer Vororte Lustenau und Waldegg eingemeindet werden. Da die beiden Orte jedoch selbstständig bleiben wollten und sogar einen Zusammenschluss planten, konnte die Eingemeindung erst 1873, nachdem einem Antrag des Linzer Gemeinderates beim Landtag stattgegeben worden war, zwangsweise stattfinden. Das Linzer Stadtgebiet wuchs somit von 6 km² auf 20 km².
links|mini|hochkant=0.4|Wappen der ehemaligen Stadt Urfahr
1906, als Linz bereits deutlich an Attraktivität gewonnen hatte, strebten Teile der Gemeinde Leonding, namentlich Gaumberg, Untergaumberg und Landwied, eine Eingemeindung zu Linz an. Die damalige Gemeinde Leonding stellte jedoch unannehmbare Forderungen, sodass die Verhandlungen scheiterten. Keinen Widerstand gab es hingegen bei der Eingemeindung von St. Peter. Bereits 1912 konnte eine Einigung mit der Gemeindevertretung von St. Peter erzielt werden. Die Eingemeindung trat 1915 in Kraft und Linz wuchs auf 29 km² Stadtgebiet an. Zur selben Zeit waren nach mehreren gescheiterten Versuchen die Verhandlungen mit der Stadt Urfahr bereits weit fortgeschritten, doch mussten sie aufgrund des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs zurückgestellt werden. Nach Kriegsende wurden die Verhandlungen fortgeführt, sodass per 31. Mai 1919 die Eingemeindung von Urfahr, inklusive der bis dahin eigenständigen Gemeinde Pöstlingberg, die kurz zuvor Urfahr angeschlossen worden war, rechtswirksam wurde. Linz erreichte nun eine Fläche von 42 km².
1923 wurde der damals südlich an Linz angrenzende und 13 km² große Industrieort Kleinmünchen eingemeindet. 1934 wurde das Stadtgebiet mit Abtretungen von unbewohntem Gebiet beiderseits der Donau von Katzbach (Heilham) und Steyregg (Steyregg besaß bis dahin als Relikt der Zeit vor der Donauregulierung unbewohnte Gründe westlich der Donau im heutigen Hafenviertel) arrondiert und wuchs dabei um eine Fläche von 2 km².
links|mini|hochkant=0.4|Wappen der ehemaligen Marktgemeinde Ebelsberg