mini|hochkant|Stammwappen derer von Veltheim im Armorial Gelre, 1345–1414 Folgende Adelsgeschlechter des Namens von Veltheim sind zu unterscheiden:
Ein edelfreies, vermutlich aus Schwaben stammendes Geschlecht von Veltheim, welches um 1068 im Herzogtum Sachsen, vermutlich in Veltheim am Fallstein, ansässig wurde und zwischen 1157 und 1238 als Grafen von Osterburg und Altenhausen in Erscheinung trat. Es ist nach 1238 erloschen. Es führte ein Wappen mit drei schwarzen Balken, wie es auch für ein schwäbisches Adelsgeschlecht von Veltheim überliefert ist, das vermutlich gleichen Stammes war.
Im 13. Jahrhundert war außerdem eine Familie (oder Linie) von Veltheim (ebenfalls mit leicht abgewandeltem Balkenwappen) zu Veltheim bei Winterthur in der Schweiz als Ministerialen der Grafen von Kyburg begütert. Eine Abstammung von derselben schwäbischen Familie erscheint ebenfalls möglich, ist aber nicht nachgewiesen.
Daneben gibt es das 1141 erstmals genannte uradlige braunschweigische Ministerialengeschlecht von Veltheim auf Veltheim an der Ohe bei Wolfenbüttel, das ursprünglich einen Lindenzweig im Wappen führte und erst 1391 das Balkenwappen der inzwischen erloschenen Grafen von Veltheim-Osterburg-Altenhausen übernahm. Diese Familie stammt aber vermutlich nicht von den Edelherren und Grafen ab, hatte ihnen aber möglicherweise als Ministerialen gedient. Diese Familie ist in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt ansässig und blüht noch in verschiedenen Zweigen.
Edelherren und Grafen von Veltheim und Osterburg mini|Veltheim am Fallstein Erste Nennungen derer von Veltheim finden sich unter der Regierung des Königs Heinrich IV. im ausgehenden 11. Jahrhundert. Es ist nicht erwiesen, dass sich die Familie um den heutigen Ort Veltheim an der Ohe bei Wolfenbüttel ansiedelte und dort eine Wasserburg errichtete. Vielmehr ist dies von dem bereits 966 erwähnten Ort Veltheim am Fallstein bei Osterwieck im Bistum Halberstadt anzunehmen, denn der letzte Graf Siegfried von Osterburg verzichtete 1232 zu Gunsten seines Lehnsherren auf die Kirchen in Veltheim und Osterode am Fallstein und den Zehnt in zwei umliegenden Dörfern.Gustav Schmidt: Urkundenbuch des Hochstifts Halberstadt, Band 1, in: Publicationen aus den K. Preußischen Staatsarchiven, Band 17, S. Hirzel, Leipzig 1883, S. 560 f. Urkunde vor dem 31. Dezember 1232. 629. Bischof Friedrich bestätigt dem Kloster St. Johann das von Graf Siegfried von Altenhausen aufgelassene Patronat von Veltheim und Osterode. Halb. 1232 Dez. 31., in: Regesta Imperii.
Der Legende nach findet sich die erste Erwähnung der Familie in der Region nördlich des Harzes mit Ortholph von Veltheim, der 996 dem Turnier zu Braunschweig als Gast beigewohnt haben soll. Allerdings gibt es dafür keinerlei Belege. Einige der wenigen urkundlich nachweisbaren frühen Vertreter der Edelherren von Veltheim werden in einer Urkunde des Halberstädter Bischofs Burchard von Veltheim vom 25. Juli 1087 genannt. Es sind neben dem Bischof sein Bruder Adalgot von Veltheim und dessen Sohn Werner von Veltheim (Velthem).Eduard Jacobs: Urkundenbuch des in der Grafschaft Wernigerode belegenen Klosters Ilsenburg, Band 6, Erste Hälfte, Die Urkunden v. J. 1003–1460, in: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen, Hrsg. Geschichtliche Vereine der Provinz, Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses, Halle / Wernigerode 1875, S. 8 Nr. 7. Goslar, 1087, Juli 25., indict. 10. Burchard und Adalgot waren Neffen der Erzbischöfe Anno II. von Köln (ebenfalls von schwäbisch-edelfreier Herkunft) und Werner von Magdeburg (aus dem schwäbischen Geschlecht der Edelfreien von Steußlingen).
Bereits am 5. August 1068 hatte König Heinrich IV. an Lantfried, der vermutlich ein Bruder des Bischofs Burchard und des Adelgots von Veltheim war, 44 Hufen Land im Nordthüringau und in der Nordmark, die Burchard zuvor als Lehen besessen hatte, geschenkt.Dietrich von Gladiss, Alfred Gawlik: 6,1: Heinrich IV. 1: Einleitung. Edition: 1056–1076 (DD H IV.) (6 DH IV. Urkunde 207); in: Die Urkunden der Deutschen Könige und Kaiser / Kaiserurkunden, Berlin 1940, S. 265 f. Nachdruck München 1977. UBHH I, 99, S. 67. Das deutet darauf hin, dass der Halberstädter Bischof Burchard der erste seines Geschlechts war, der vermutlich aus Schwaben nach Sachsen kam und seine Brüder Lantfried und Adalgot nachkommen ließ. Denn die Veltheims aus der Harzregion führten ein Wappen mit drei schwarzen Balken, wie es ähnlich (mit 3 bzw. 2 Balken) auch für die gleichnamige Familie überliefert ist, die in Schwaben und in der Schweiz ansässig war.
mini|Osterburg (Altmark) Die von Veltheim waren zu dieser Zeit als Lehnsträger der Bischöfe von Halberstadt nur Edelherren und noch keine Grafen. Der genannte Werner von Veltheim oder sein gleichnamiger Sohn wird erstmals in einer zwischen 1095 und 1101 entstandenen Urkunde des Klosters Lippoldsberg mit dem Adelsprädikat Graf als Werenherus comes bezeichnet, wobei jedoch nicht klar ist, ob mit diesem Werner wirklich ein Vertreter der Familie von Veltheim gemeint ist.Karl Meyer: Die Grafen von Hohnstein, in: Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde 28 (1895), S. 400. Dort zitiert nach Heinemann, CDA I, Nr. 162 Nach Brotruffs rückblickend erzählender „Anhalt. Chronik“ nahm Graf Warner to der Osterburch 1108 die Tochter Elecke des Grafen Otto zur Ehefrau.Brotruff Anhalt. Chron. L. 1 S. 23; Johann Christoph Bekmann: Historie des Fürstentums Anhalt, Teil 4, L 1 c 5, Verlag Gottfried Zimmermann, Zerbst 1710. Mit Elecke ist Adelheid gemeint, die Tochter des Askaniers Otto, Graf von Ballenstedt, und damit Schwester des brandenburgischen Markgrafen Albrechts des Bären. Die Jahreszahl 1108 kann aber nicht stimmen, denn Adelheid hatte zunächst Heinrich IV., Graf von Stade, geheiratet, der als Heinrich II. Markgraf der Nordmark wurde. Erst nachdem dieser 1128 verstorben war, kann sie den genannten Werner von Osterburg geheiratet haben. Urkundlich wird Werner von Veltheim aber erst am 3. Oktober 1157 in einer Urkunde Albrechts des Bären im Kopialbuch des Klosters Ilsenburg als comes de Osterburch (= Graf von Osterburg) bezeichnet, worauf sich die 2007 erfolgte 850-Jahr-Feier der Stadt Osterburg bezog.Anselm Heinrichsen: Süddeutsche Adelsgeschlechter in Niedersachsen. August Lax Verlagsbuchhandlung, Hildesheim 1954, S. 71 ff. Adalgot ist somit nicht nur Stammvater derer von Veltheim, sondern ebenso der Grafen von Osterburg. Die Bezeichnungen Comes de Veltheim und de Osterburg wurden in der Folgezeit oft gleichzeitig verwendet, zuletzt wurde jedoch der Name Veltheim immer mehr zu Gunsten von Osterburg verdrängt. 1170 gründet Graf Albrecht von Osterburg in Krevese bei Osterburg das Benediktinerinnen-Kloster, dessen Klosterkirche Krevese bis heute erhalten ist. 1238 erfolgt der entscheidende Einschnitt: der letzte Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen verzichtet auf die meisten seiner Güter und er sowie andere Vertreter der Grafenfamilie finden fortan keinerlei Erwähnung mehr.
Ministerialen von Veltheim (Braunschweig) mini|hochkant=0.9|Balkenwappen der braunschweigischen von Veltheim (nach der Wappenvereinigung mit dem Blätterstamm derer von Samptleben) mini|Veltheim an der Ohe um 1654/1658, Stich von Matthäus Merian
Das Adelslexikon des Genealogischen Handbuch des Adels von 2004 bestätigt, dass es mehrere, unabhängig voneinander bestehende Adelsgeschlechter von Veltheim gegeben hat, deren Verwandtschaft untereinander urkundlich nicht nachweisbar ist. Neben den Edelherren und Grafen von Veltheim beziehungsweise Osterburg gab es seit der Mitte des 12. Jahrhunderts auch das Ministerialengeschlecht von Veltheim im Raum Braunschweig. 1160 werden sie urkundlich erstmals mit diesem Namen erwähnt, der sich von der Burg Veltheim an der Ohe (im Landkreis Wolfenbüttel) ableitet.
Die Möglichkeit, dass diese Ministerialen aus dem Ritterstand von den eingangs genannten Grafen abstammen, ist nur eine sehr geringe und beruht lediglich auf folgender Erwägung:
Graf Werner III. von Veltheim hatte aus seiner Ehe mit Adelheid von Ballenstedt zwei Söhne. Der älteste Sohn Werner fiel vor Brandenburg und Graf Albrecht setzte das Geschlecht fort. Möglicherweise gingen aus dieser Ehe noch weitere Kinder hervor. Dazu könnte der 1141 genannte Ministeriale Othelricus de Velthem (1160 und in der Folgezeit als Rotherus de Feltem oder ähnlich erwähnt)Walter v. Hueck: GHdA, Adelige Häuser A (Uradel) 1983, Band XVII, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1983, ISBN 3-7980-0781-0. gehört haben, auf den sich das Ministerialengeschlecht derer von Veltheim zurückführen lässt. Diese Variante ist aber unwahrscheinlich, da es im 12. Jahrhundert nur sehr selten vorkam, dass Edelherren in Ministerialendienst traten und damit zu Unfreien abstiegen.
Die Ministerialen von Veltheim führen seit 1391 das Balkenwappen, anstatt eines bis dahin verwendeten Lindenzweiges. Das Balkenwappen war allerdings das Wappen der Grafen von Veltheim und Osterburg gewesen. Ob diese Wappenänderung als Ausdruck erfolgt ist, dass die Ministerialen von den inzwischen erloschenen Osterburgern abstammten oder abzustammen behaupteten oder weil sie einst Burgmannen der Osterburger Grafen waren, bleibt umstritten. George Adalbert von Mülverstedt kommt in seiner Schrift Die Grafen von Osterburg und Lüchow zu letzterem Ergebnis. Die vorhandenen Quellen zu den braunschweigischen Veltheims im 13. und 14. Jahrhundert sind noch nicht hinreichend aufgearbeitet worden und lassen Fragen offen.
Die Familie teilte sich um 1406 in zwei Linien, als die Brüder Hans („Weiße Linie“) und Heinrich (IV.) („Schwarze Linie“) sich „sämtliche Güter an Lehen und Erbe“ aufteilten. Die Familie von Veltheim hat seit 1754 das von Herzog Carl I. von Braunschweig-Wolfenbüttel verbriefte Recht auf das Amt einer Domina des Klosters Marienberg in Helmstedt.Horst-Rüdiger Jarck, Günter Scheel (Hrsg.): Braunschweigisches Biographisches Lexikon. 19. und 20. Jahrhundert. Appelhans, Braunschweig 1996, S. 624. ISBN 3-7752-5838-8.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Familie umfangreich enteignet. Sie flüchtete in die westlichen Besatzungszonen und verlor durch die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone Besitzungen, die sich teilweise seit dem Mittelalter in ihrem Besitz befunden hatten, darunter Harbke (seit 1303), Bartensleben (seit 1400), die Veltheimsburg in Alvensleben (seit 1439) und Ostrau (seit 1586), ferner den großen Fideikommiss Putbus auf Rügen, der im 20. Jahrhundert im Erbweg an einen Zweig gekommen war. Gegenwärtig sind Zweige der Familie noch auf folgenden niedersächsischen Rittergütern ansässig: Veltheim an der Ohe (von 1141 bis 1494 und wieder seit 1832), Destedt mit Cremlingen (seit 1356) und Glentorf (seit 1420).
Veltheim an der Ohe mini|Schloss Veltheim an der Ohe Der Stammvater Othelricus (bzw. Rotherus) de Velthem saß nachweislich spätestens ab seiner urkundlichen Ersterwähnung 1141 auf der Burg Veltheim an der Ohe.
Im späten 15. Jahrhundert wurde die Burg Veltheim von Bürgern aus Braunschweig erheblich zerstört, die gegen die Behinderung ihrer Handelswege nach Osten kämpften. Die Erhebung von legalem oder illegalem Wegzoll ging in dieser Zeit in die Raubritterei fließend über. Daraufhin verkaufte um 1494 Cord von Veltheim die zerstörte Burg an die Familie von Honrodt. Damit endete die Geschichte derer von Veltheim in Veltheim an der Ohe vorläufig.Veltheim an der Ohe auf Braunschweig-Touren.de Die Familie von Veltheim blieb jedoch auf inzwischen erworbenen anderen Gütern in der Gegend von Helmstedt, Magdeburg und im Harz ansässig.
Die von Honrodt waren ein niedersächsisches Adelsgeschlecht, das 1814 im Mannesstamm erloschen ist. Zeitweise gab es aber verwandtschaftliche Beziehungen mit den von Veltheim, als etwa Heinrich von Veltheim (1644–1696) auf Alvensleben, Klein-Santersleben und Rottmersleben Felicitas von Honrodt (1644–1702) a.d.H. Veltheim a.d. Ohe heiratete.Worldhistory. Personen der Weltgeschichte. 14. Oktober 2015.