Friedl Czepa (* 3. September 1898Laut Große Bayerische Biographische Enzyklopädie, K. G. Saur, München 2005, ISBN 3-598-11460-5 ist das Geburtsjahr 1908. in Amstetten, Österreich-Ungarn; † 22. Juni 1973 in Wien; gebürtig Friederike Pfaffeneder) war eine österreichische Schauspielerin.
Leben Friederike Pfaffeneder besuchte eine Handelsschule und arbeitete zwei Jahre bei einer Bank, danach als Kindergärtnerin und Röntgenschwester. Schließlich nahm sie Tanzunterricht am Konservatorium Wien und Schauspielunterricht bei Aurel Nowottny. 1931 erhielt sie ein Engagement am Theater in der Josefstadt. Friedl Czepa trat vor allem im Fach der Salondame oder Charakterdarstellerin auf. Ihre Bühnentätigkeit führte sie auch nach München und Frankfurt am Main.
Ab 1934 wirkte sie in Kinofilmen mit, wo sie in den ersten Jahren Hauptrollen oder wichtige Nebenrollen übernahm. Nach dem „Anschluss Österreichs“ 1938 begrüßte sie anlässlich der „Volksabstimmung“ die nationalsozialistischen Machthaber: „Es ist geschafft. Wir danken aus übervollem Herzen unserem geliebten Führer“. Von 1940 bis 1945 war sie Direktorin des Wiener Stadttheaters. Sie stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.Czepa, Friedl. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 370
Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt sie als Sympathisantin des NS-RegimesErnst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 103. zunächst Berufsverbot, stand aber bald wieder erfolgreich in München, Wien und Berlin auf der Bühne. Während sie beim Film nur noch kleinere Aufgaben wahrnahm, wurde sie durch die Fernsehserie Familie Leitner als Mama Leitner erneut populär.
Sie war mit dem Röntgenologen Alois Czepa, später mit dem Regisseur Hans Schott-Schöbinger und danach mit dem Schauspieler Rolf Wanka verheiratet. Ihr Grab befindet sich auf dem Ortsfriedhof in Wien-Stammersdorf (Teil A, Reihe 8, Nummer 84). Das Grab (von Alois Czepa) wurde aufgelassen und neu vergeben.
Filmografie
Hörspiele (Auswahl) 1932: Johann Nestroy: Das Mädl aus der Vorstadt oder Ehrlich währt am längsten. Posse in drei Akten – Regie: Hans Nüchtern (Sendespiel (Hörspielbearbeitung) – RAVAG – Livesendung ohne Aufzeichnung) 1957: Georg Kaiser: David und Goliath (Ottilie) – Bearbeitung und Regie: Herbert Brunar (Hörspielbearbeitung – ORF Wien) 1957: Fritz Eckhardt: Wir gehen ins Theater: Rendezvous in Wien (Theatermitschnitt) – Regie: Berthold Sakmann (Öffentliche Veranstaltung – RIAS Berlin) 1960: Rudolf Holzer: Der Himmel voller Geigen (Veilchengräfin) – Regie: Max Pfeiler (Hörspielbearbeitung – ORF Wien) 1960: Johann Nestroy: Das Mädl aus der Vorstadt (Madame Storch) – Regie: Erich Schwanda (Hörspielbearbeitung – NDR/WDR/ORF Wien) 1969: Félicien Marceau: Ich habe die Ehre – Regie: Ferry Bauer (Original-Hörspiel – ORF Oberösterreich) 1970: Eduard König: Die Klammer – Regie: Robert Horky (Hörspiel – ORF Burgenland)
Quellen: ARD-Hörspieldatenbank und Ö1-Hörspieldatenbank
Literatur Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Zweiter Band C-F, Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3 Ilse Korotin (Hrsg.): biografıA. Lexikon österreichischer Frauen. Band 1: A–H. Böhlau, Wien/Köln/Weimar 2016, ISBN 978-3-205-79590-2, S. 538 (Online).
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Einzelnachweise
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