Die ProSiebenSat.1 Media SE (bis 7. Juli 2015: ProSiebenSat.1 Media AG) mit Sitz in Unterföhring bei München ist ein börsennotiertes deutsches Medienunternehmen, das im Mehranteilsbesitz von MFE ist, und das unter anderem die deutschen Free-TV-Fernsehsender ProSieben, Sat.1, Kabel Eins, Sixx, ProSieben Maxx, Sat.1 Gold und Kabel Eins Doku und die drei deutschen Bezahl-Fernsehsender ProSieben Fun, Sat.1 emotions und Kabel Eins Classics sowie die Streamingplattform Joyn unter einem Dach vereint. Das Unternehmen entstand aus einem Zusammenschluss der ProSieben MediaAG (ProSieben, Kabel 1 und N24) und der Sat.1 GmbH im Januar 2000.

Seit Dezember 2023 ist das Unternehmen im SDAX gelistet.

Geschichte mini|Organigramm der Kirch-Gruppe zum Zeitpunkt ihres ZusammenbruchsNachdem Ende 1999 die KirchMedia GmbH & Co. KGaA (Kirch-Gruppe) Mehrheitsaktionär der ProSieben Media AG wurde, übernahm im Oktober 2000 die ProSieben Media AG 100 Prozent der Anteile an der Sat.1 Satelliten Fernsehen GmbH von der Kirch-Gruppe.Fusion zum größten deutschen TV-Konzern/Synergie-Effekte sollen 100 Millionen Mark Kosten sparen. In: Leipziger Volkszeitung. 22. August 2000.ProSiebenSat.1 Media AG. In: Rhein-Zeitung. 18. Juli 2007. Durch die rückwirkend zum 1. Januar 2000 vereinbarte Fusion der ProSieben Media AG und der Sat.1 Satelliten Fernsehen GmbH entstand die größte Sendergruppe (Sat.1, ProSieben, Kabel 1 und N24) auf dem deutschen Fernsehmarkt.Einigung über Senderfamilie. In: Handelsblatt. 28. Juni 2000.Kirch auf Börsenkurs. In: Aar-Bote. 1. August 2000. Seit dem 12. Oktober 2000 wurden die Aktien der ProSieben Media AG unter dem neuen Namen ProSiebenSat.1 Media AG (ProSiebenSat.1) an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt.Der größte deutsche TV-Konzern entsteht. In: Tagesspiegel. 29. Juni 2000.Unternehmensnachrichten. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. Oktober 2000. Im Zuge der Integration von Sat.1 wurde die ProSieben Television GmbH gegründet.Einzelheiten der Transaktion. In: Börsen-Zeitung. 29. Juni 2000.

Zusammenbruch der Kirch-Gruppe und Übernahme durch Haim Saban Am 6. September 2001 wurde die Fusion von ProSiebenSat.1 und der Kirch-Gruppe (siehe auch: Leo Kirch, Premiere) bekannt gegeben.Was geschah am 6. September?. In: Trierischer Volksfreund. 6. September 2021. Daraufhin sank der Aktienkurs von ProSiebenSat.1 um 20 Prozent.Fusion mit Kirch Media bedrückt die Pro-Sieben-Aktionäre. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 7. September 2001. Die Fusion scheiterte kurz vor Abschluss wegen finanziellen Problemen innerhalb der Kirch-Gruppe.Kirch sagt Fusion vorerst ab. In: Süddeutsche Zeitung. 23. Februar 2002. Nach der Insolvenz bekamen die Gläubiger die Kontrolle über ProSiebenSat.1. 2003 entschied sich der Gläubigerausschuss für die P7S1 Holding, eine Tochtergesellschaft der Saban Capital Group von Haim Saban, als Käuferin der 71,98 Prozent der Stimmrechte und damit neue Hauptaktionärin der ProSiebenSat.1.Armin Zimny: Saban macht die Übernahme perfekt. In: Börsen-Zeitung. 13. August 2003. Saban übernahm die Sendergruppe für 525 Millionen Euro.Saban legt freien Aktionären von ProSieben ein Angebot vor. In: Börsen-Zeitung. 30. September 2003. Die restlichen 11,49 Prozent hielt Axel Springer und 16,53 Prozent die Kirch-Gruppe, jeweils über eine Beteiligungsgesellschaft.

Im Jahr 2005 gab Axel Springer bekannt, ProSiebenSat.1 für einen Kaufpreis von drei Milliarden Euro übernehmen zu wollen. Dieser Verkauf wurde jedoch sowohl vom Bundeskartellamt als auch von der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) nicht genehmigt,Kartellamt lehnt Fusion mit ProSieben weiter ab. In: Hamburger Abendblatt. 7. Januar 2006. sodass Axel Springer am 1. Februar 2006 von der Übernahme Abstand nahm.Springers Übernahmepoker. In: Wirtschaftswoche. 1. Februar 2006.

Übernahme durch Permira und KKR Die Kapitalbeteiligung von Haim Saban wurde am 14. Dezember 2006 von Permira und Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) für etwa drei Milliarden Euro übernommen. Im Sommer 2007 übernahm ProSiebenSat.1 für insgesamt 3,3 Milliarden EuroNeuer TV-Riese greift RTL an / Pro Sieben Sat.1 übernimmt Senderkette SBS – Nummer zwei in Europa. In: Mitteldeutsche Zeitung. 28. Juni 2007. die SBS Broadcasting Group aus Luxemburg, zu der über 19 private Fernsehsender und 20 Bezahlfernsehsender und Radiostationen gehörten.Hans-Peter Siebenhaar: Verkauf von Pro Sieben Sat 1. In: Handelsblatt. 14. Dezember 2006.Axel Höpner, Michael Pohl: Ein neuer TV-Riese in Europa. In: Kölnische Rundschau. 15. Dezember 2006. Dadurch wurde das Unternehmen zum zweitgrößten Fernsehanbieter Europas.

Mitte Dezember 2007 verkaufte Axel Springer seine Anteile in Höhe von zwölf Prozent der Stamm- und Vorzugsaktien an die ProSiebenSat.1-Mehrheitseigner KKR und Permira für ca. 509 Millionen Euro.Lutz Knappmann, Ulf Brychcy: Pin beschert Springer Rekordverlust. In: Financial Times. 4. März 2008. Damit hielt die von KKR und Permira gesteuerte Lavena Holding 5 nun 100 Prozent der stimmberechtigten Stammaktien sowie 25 Prozent der nicht stimmberechtigten Vorzugsaktien.

Im Rahmen der Übernahme der SBS Broadcasting Group im Sommer 2007 hatten KKR und Permira dem weiteren Eigentümer Telegraaf Media Groep (TMG) eine Option auf zehn Prozent der Stammaktien angeboten, sofern dieser auf sein Vorkaufsrecht auf die SBS Broadcasting Group verzichtet. Der Einstieg der TMG ProSiebenSat.1 erfolgte schließlich im August 2008.

Zum Ende des Jahres 2008 verließ der Vorstandsvorsitzende Guillaume de Posch auf eigenen Wunsch das Unternehmen. Zwischen März 2009 und Februar 2018 war Thomas Ebeling Chef des Konzerns.

Im Oktober 2009 wurde bekannt, dass die Verschuldung der Sendergruppe mehr als 3,4 Milliarden Euro betrug und dass die Gruppe diese Belastung nicht reduziere, sondern lediglich die Zinsen für ihre laufenden Kredite zahle.

Nach dem Verkauf der im Besitz von ProSiebenSat.1 befindlichen TV-Sender in Belgien und den Niederlanden für 1,225 Milliarden Euro an ein internationales Medienkonsortium um den finnischen Konzern Sanoma am 29. Juli 2011, wurde im Dezember 2012 das gesamte Senderportfolio in Skandinavien für 1,325 Milliarden Euro an die amerikanische Discovery Communications Inc. verkauft.Dax schafft vierte Gewinnwoche in Folge. In: Handelsblatt. 14. Dezember 2012. Mit dem Erlös sollten endfällige Verbindlichkeiten in Höhe von ca. 500 Millionen Euro getilgt, sowie eine Erhöhung der Dividende auf ca. 5,60 Euro je Aktie finanziert werden.

Mitte Februar 2013 begannen die Finanzinvestoren Permira und KKR mit dem Verkauf aller durch die Lavena Holding 5 gehaltenen Vorzugsaktien in Höhe von 18 Prozent. Durch den Verkauf waren alle Vorzugsaktien, bzw. 50 Prozent des Grundkapitals, im Streubesitz.

Ausstieg von KKR und Permira Auf der Hauptversammlung am 23. Juli 2013 beschlossen die ProSiebenSat.1-Aktionäre die Zusammenlegung der bisher an der Börse notierten Vorzugsaktien und der durch KKR und Permira gehaltenen Stammaktien. Dadurch wurden nur noch die stimmberechtigten Stammaktien an der Frankfurter Wertpapierbörse gehandelt. Die KKR und Permira hielten nach der Umwandlung noch 44 Prozent der Stammaktien und somit keine Mehrheit.

Am 19. August 2013 schloss ProSiebenSat.1 ihren Börsengang ab, wodurch seither ausschließlich die bisher nicht notierten Stammaktien im MDAX gelistet waren.

Ende Dezember 2013 kündigte ProSiebenSat.1 den Verkauf des Osteuropa-Geschäfts an. Die ungarischen Fernsehsender wurden im Rahmen eines Management-Buy-out verkauft. In Rumänien wurden alle Fernseh- und Radiosender, bis auf Prima TV, das vom rumänischen Unternehmer Cristian Burci erworben werden sollte, von der griechischen Antenna Group übernommen.

In einer Pressemitteilung teilte ProSiebenSat.1 am 15. Oktober 2014 mit, dass sie im Sommer 2015 eine Umwandlung zur ProSiebenSat.1 Media SE plane. Nach Genehmigung durch die Hauptversammlung am 21. Mai 2015 wurde diese Umwandlung zu einer Europäische Gesellschaft (SE) durch Eintragung ins Handelsregister am 7. Juli 2015 wirksam. Am 21. März 2016 stieg das Unternehmen vom MDAX in den DAX auf.

Zur weiteren Expansion der Geschäftsfelder nahm die ProSiebenSat.1 Media SE im November 2016 eine Kapitalerhöhung durch Ausgabe von 14,2 Millionen neuen Aktien zu je 36,25 Euro vor. Durch die daraus resultierenden Einnahmen von 515 Millionen Euro erhöhte sich das Grundkapital um 6,5 Prozent. Dies führte zu einem nachträglichen Kursverlust von fast sechs Prozent an der Frankfurter Wertpapierbörse.

Im Jahr 2017 wuchsen sowohl der bereinigte Konzernüberschuss auf 550 Millionen Euro als auch das EBITDA auf 1,05 Milliarden Euro um jeweils drei Prozent. Im selben Jahr erwarb General Atlantic einen Minderheitsanteil an der Digitalsparte der Sendergruppe. Mit 51 Prozent des Konzernumsatzes machte die ProSiebenSat.1 Media SE vier Prozent mehr Bruttoeinnahmen außerhalb des TV-Werbegeschäfts als im Vorjahr. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent und betrug 4,078 Milliarden Euro.

Ende Mai 2019 erwarb das Berlusconi-Unternehmen MediaForEurope (MFE, bis Herbst 2021 noch Mediaset) 9,6 Prozent der Anteile an der ProSiebenSat.1 Media SE zu einem Kaufpreis von rund 330 Millionen Euro.

Am 1. Juni 2018 trat Max Conze als Thomas Ebelings Nachfolger das Amt des Vorstandsvorsitzenden bei der ProSiebenSat.1 Media SE an. Aufgrund von mehreren Abschieden hochrangiger ProSiebenSat.1-Manager sowie der negativen Kritik seitens des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Conrad Albert über Conzes Arbeitsweisen in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung musste er mit sofortiger Wirkung am 26. März 2020 das Unternehmen verlassen. Albert wiederum verließ zum 30. April 2020 das Unternehmen. Vom 26. März 2020 bis Oktober 2022 war Rainer Beaujean Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1 Media SE, er verließ das Unternehmen auf eigenen Wunsch, sein Nachfolger ist seit dem 1. November 2022 der ehemalige RTL-Chef Bert Habets.

Die MFE gab im März 2022 bekannt, mehr als 25 Prozent der Anteile am Konzern zu halten. Im Dezember 2022 meldete MFE bei der österreichischen Bundeswettbewerbsbehörde den „Erwerb von faktischer alleiniger Kontrolle an ProSiebenSat.1 Media SE“ zur Prüfung an. Die KEK hatte im September 2023 keine Bedenken gegen die Erhöhung auf 26,6 Prozent geäußert.

Im Februar 2023 erwarb die PPF Group einen Anteil von 9,01 Prozent an ProSiebenSat.1 Media SE und wurde damit die zweitgrößte Aktionärin des Medienunternehmens.

Am 26. März 2025 kündigte MFE ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot an. Es wurde am 8. Mai 2025 veröffentlicht. Am 5. Juni 2025 veröffentlichte PPF ein dazu konkurrierendes Angebot. Daraufhin erhöhte MFE am 28. Juli 2025 ihr Angebot. Ende August 2025 gab PPF auf und diente seinen Anteil von 15,7 % der MFE an. Nach Ablauf der Nachfrist zur Anteile-Andienung am 4. September 2025 hielt MFE einen Anteil von 75,61 % an ProSiebenSat.1.

Aktionärsstruktur (Stand: 4. September 2025)

MFE – MediaForEurope – 75,61 % Streubesitz – 24,39 %

Geschäftsbereiche Die ProSiebenSat.1 Media SE teilt ihre Aktivitäten in drei Bereiche Entertainment, „Commerce & Ventures“ (Beteiligungsgeschäft) und „Dating & Video“ ein. Diese Bereiche beinhalten verschiedene Tochtergesellschaften, wobei das Entertainment-Geschäft seit 2023 im Zentrum der Strategie des Unternehmens steht.

Entertainment

Seven.One Entertainment Group Die Seven.One Entertainment Group wurde 2008 unter dem Namen ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH gegründet und ist eine Holding der ProSiebenSat.1 Media SE, in der alle deutschen TV-Sender zusammengeführt wurden. Mit der Gründung der Seven.One Pay TV (ehemals ProSiebenSat.1 Pay TV GmbH) gehören seit 2015 auch die Pay-TV-Sender ProSieben Fun, Sat.1 emotions und Kabel Eins Classics zur Holding.