Die Badenova AG & Co. KG (Eigenschreibweise Badenova) ist ein Energieversorgungsunternehmen in Südbaden mit Hauptsitz in Freiburg im Breisgau.
Geschichte mini|Badenova-Hauptgebäude in Freiburg im Breisgau Das Unternehmen entstand 2001 aus einer Fusion von Freiburger Energie- und Wasserversorgung (FEW), Gasfernversorgung Mittelbaden (MIBA), Stadtwerke Lahr, Energieversorgung Oberbaden (EVO), Badische Gas- und Elektrizitätsversorgungs AG Lörrach und Gasbetriebe GmbH Emmendingen (GBG). Auslöser für die Fusion war die Liberalisierung des Strommarktes und die damit verbundene Sorge der kommunalen Stadtwerke, alleine gegen die Übermacht der Konzerne im Wettbewerb nicht bestehen zu können. Gründungsvorstände waren Adalbert Häge, Mathias Nikolay, Horst Gute und Harald Seidelmann. Zu Beginn hatte das Unternehmen 1.175 Mitarbeiter.
2002 traten die Gründungsvorstände Adalbert Häge und Horst Gute in den Ruhestand. Für sie rückte der bisherige Geschäftsführer von Energie Schwaben Thorsten Radensleben als Vorstandssprecher in den Vorstand nach und war ab 2005 Vorstandsvorsitzender. Im selben Jahr wurde die zentrale Verbundleitwarte in Freiburg eingerichtet. In den darauffolgenden Jahren beteiligte sich Badenova an vielen Projekten zum Thema Erneuerbare Energien. Beispiele hierfür sind die Inbetriebnahme der Windräder am Schauinsland sowie 2003 am Roßkopf. Im Jahr 2004 wurde das Dach des Dreisamstadions des SC Freiburg mit Solarmodulen ausgestattet. 2005 wurden von Badenova 15 Erdgastankstellen zwischen Hochrhein und Nordschwarzwald installiert. Ab 2007 änderte Badenova ihre Unternehmensstrategie hin zu einer konsequent ökologischen Ausrichtung und gründete zudem die Wärmetochtergesellschaft Badenova Wärmeplus. Im selben Jahr trat Gründungsvorstand Harald Seidelmann in den Ruhestand. Auf ihn folgte als Vorstandsmitglied der bisherige Vizepräsident im Verwaltungsrat der Thüga Italia mit Sitz in Verona Maik Wassmer. Ebenso 2007 errichtete Badenova die Netzgesellschaft Bn Netze GmbH, die seit 2023 unter dem Namen Badenova Netze GmbH firmiert. Im Jahr 2008 wurden alle Privatkunden auf atomstromfreie Energie umgestellt. Seit 2009 besitzt Badenova Wärmeplus ihr erstes Biogaskraftwerk in Neuried. Im Jahr 2010 startete Badenova dann das sog. kompas-Beteiligungsmodell für Kommunen. Im Jahr 2012 nahm das neue Biogaswerk von Badenova in Bremgarten den Betrieb auf. Die Anlage verfügt über eine Produktionskapazität von jährlich 50.000 Megawattstunden Biomethan. Im selben Jahr gründete der Freiburger Energieversorger die Badenova Wind GmbH deren vorrangiges Anliegen es ist, die regenerative Energieerzeugung dezentral auszubauen und durch ein Bürgerbeteiligungsmodell die Region am südlichen Oberrhein sowie deren Bewohner daran teilhaben zu lassen. Gleichzeitig unterwerfen sie sich einem gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erarbeiteten Nachhaltigkeitskonzept, dessen besonderes Augenmerk auf Natur- und Artenschutz liegt. Seit 2013 bestehen Vertriebskooperationen mit Vodafone und weiteren Telekommunikationsunternehmen. Badenova erhielt zudem das Umweltsiegel des TÜV Saarland. Zum 1. Januar 2015 kam es zur Neuaufstellung von Badenova nach Geschäftsfeldern. Mitte 2020 schied Finanzvorstand Maik Wassmer aus dem Unternehmen aus. Mitte 2021 traten die Vorstände Hans-Martin Hellebrand und Heinz-Werner Hölscher ins Unternehmen ein. Hellebrand war zuvor Geschäftsführer der E.ON-Tochter Eprimo; Hölscher war zuvor in verantwortlicher Position bei der SWO Netz GmbH in Osnabrück. Anfang 2022 traten Gründungsvorstand Mathias Nikolay sowie der langjährige Vorstandsvorsitzende Thorsten Radensleben in den Ruhestand. Zum 30. April 2024 trat Hölscher aus dem Unternehmen aus.
Unternehmensstruktur
Neben den Hauptgesellschaftern, der Thüga AG (42,9 %) und der Stadt Freiburg (31,5 %), sind 95 Kommunen bzw. Stadtwerke Eigentümer von Badenova. Die Badenova AG hat derzeit (seit Mai 2024) einen einköpfigen Vorstand, welcher aus Hans-Martin Hellebrand (seit 2021) besteht. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn.
Konzerngesellschaften Die folgenden Konzerngesellschaften, bis auf die FWV allesamt 100-prozentige Tochtergesellschaften, bilden zusammen die Badenova Gruppe (Eigenschreibweise: badenovaGRUPPE), die eigentliche Badenova AG: Baden IT (IT-Servicegesellschaft) Badenova Beteiligungs GmbH (Beteiligungsgesellschaft) Badenova Energie GmbH (Vertriebsgesellschaft) Badenova NETZE GmbH (Verteilnetzbetreibergesellschaft) Badenova Wärmeplus GmbH (Wärme- und Energieerzeugungsgesellschaft) Energie-Service-Dienstleistungsgesellschaft mbH (Dienstleistungsgesellschaft) Freiburger Wärmeversorgungs GmbH (FWV)
Tochterunternehmen und Beteiligungen Neben den durch gesetzliche Vorgaben zur Unternehmensentflechtung entstandenen Unternehmensbereichen Badenova und Badenova Netze, also der Trennung von Energieerzeugung bzw. -lieferung und dem Betrieb von Strom- und Erdgasnetzen, sind weitere Tochterunternehmen entstanden:
Baden Campus Die Baden Campus GmbH & Co. KG, kurz Baden Campus (Eigenschreibweise: badenCAMPUS), hat zum Ziel, Innovatoren und Gründer in der Region zu unterstützen. Die Badenova-Tochter berät Unternehmensgründer inhaltlich und strategisch und stellt ihnen bei Bedarf Räumlichkeiten auf dem Gelände des ehemaligen Badenova-Servicecenters in Breisach zur Verfügung. Die Beratungsangebote von Baden Campus sind kostenfrei und richten sich an alle gründungswilligen Personen der Region.Startseite – BadenCampus, abgerufen am 31. August 2023 Das im Jahr 2017 gegründete Unternehmen wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg mit EU-Mitteln, gefördert.Ende Mai soll das Gründerzentrum „Baden-Campus“ bezogen werden - Breisach - Badische Zeitung, abgerufen am 31. August 2023
Baden IT Die Baden IT GmbH (Eigenschreibweise: badenIT) ist ein 1997 gegründeter IT-Dienstleister mit Sitz in Freiburg im Breisgau. Das Unternehmen ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Badenova AG & Co. KG und erbringt IT-Dienstleistungen sowohl für den Badenova-Konzern als auch für externe Kunden aus Wirtschaft und öffentlichem Sektor.
Baden IT betreibt mehrere Rechenzentren in Südbaden, darunter Standorte in Freiburg im Breisgau sowie in Weil am Rhein. Ein Teil der Rechenzentrumsinfrastruktur in Weil am Rhein wird im Rahmen der gemeinsamen Gesellschaft Regio RZ Süd GmbH betrieben, die Baden IT gemeinsam mit dem Zweckverband Breitbandversorgung Landkreis Lörrach gegründet hat. Das Leistungsportfolio der Baden IT GmbH umfasst Cloud‑Services, Managed Services, IT‑Security‑Dienstleistungen sowie IT‑Beratung für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Darüber hinaus betreibt das Unternehmen ein konzerneigenes Glasfaser‑ und Kupfernetz in Freiburg. Gemeinsam mit Partnerunternehmen betreibt badenIT einen redundanten 100-Gigabit-Ring, der Unternehmen aus der Region an den Internetknotenpunkt DE-CIX in Frankfurt am Main anbindet und eine Direktverbindung zu Hyperscalern ermöglicht.
Das Unternehmen beschäftigt über 150 Mitarbeitende und erzielte zuletzt einen Umsatz im zweistelligen Millionenbereich.
Badenova Konzept Bei Badenova Konzept GmbH & Co. KG, kurz Badenova Konzept (Eigenschreibweise: Badenova Konzept), handelt es sich um eine gemeinsame Tochtergesellschaft von Badenova und der Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau sowie weiterer regionaler Sparkassen. Badenova Konzept entwickelt und realisiert Bebauungspläne, Stadtentwicklungen und Erschließungen für Kommunen und Städte im ganzen Südwesten. Die Gesellschaft wurde 2008 auf Initiative der Badenova gegründet, um Städte und Gemeinden bei der Erschließung von Bauland durch Beratung, Planung, Finanzierung und Vertragsmanagement zu unterstützen.
Badenova Energie Aus dem bisherige Geschäftsfeld Markt & Energiedienstleistungen (kurz MED) wurde im Jahr 2023 die Gesellschaft Badenova Energie GmbH gegründet. In dem Unternehmen werden 401.674 Kunden (Stand 2019) mit Erdgas und Strom beliefert. Dem Geschäftsfeld, das den Energiehandel, die Bewirtschaftung von Erdgasspeichern und Kraftwerksbeteiligungen sowie den Vertrieb von Strom, Erdgas und Energiedienstleistungen umfasst, gehören 166 Mitarbeiter an.
Badenova Netze Die 2007 unter dem Namen Bn Netze GmbH gegründete Badenova Netze, ist mit 731 Mitarbeitenden für den Betrieb, die Planung, den Ausbau und die Instandhaltung aller Strom-, Erdgas- und Wassernetze verantwortlich. Das Erdgasnetz ist derzeit 8.278 Kilometer lang. Darin werden mit Hoch-, Mittel- und Niederdruckleitungen rund 182.212 Zähler im Netz versorgt. Bei der Sparte Strom unterhält das Unternehmen 6.667 Kilometer lange Netze. Es gibt 224.583 Zähler im Netz. Die Netzlänge der Wasserrohre (inklusive Haushaltsanschlüssen) beträgt rund 1.377 Kilometer. Das Unternehmen hat 36.642 Zähler im Netz. Das Versorgungsgebiet umfasst Freiburg und Lahr. Darüber hinaus übernimmt Badenova Netze die Betriebsführungen in verschiedenen Städten und Gemeinden, u. a. in Lörrach und Breisach.
Badenova Wärmeplus Die Badenova Wärmeplus GmbH & Co. KG, ist eine hundertprozentige Tochter der Badenova AG & Co. KG. Sie besorgt seit ihrer Gründung im Jahr 2007 im gesamten Marktgebiet zwischen Hochrhein und Nordschwarzwald die Projektierung, den Bau und den Betrieb von Wärmenetzen und -anlagen, sowohl in Eigenregie als auch für und mit Kunden oder mit Partnerunternehmen. Das Unternehmen hat 125 Mitarbeiter und einen durchschnittlichen Jahresumsatz von rund 47,2 Mio. Euro (inkl. Töchter).
Caléo Badenova unterhält eine deutsch-französische Kooperation in der Region Südbaden/Haut-Rhin mit der Société Anonyme d’Économie Mixte Locale Caléo (SAEML), kurz Caléo genannt. Caléo ist eine lokale gemischtwirtschaftliche Aktiengesellschaft mit Sitz im oberelsässischen Guebwiller. Als kommunales Stadtwerk sorgt Caléo für die Versorgung von Erdgas und Wasser in Guebwiller und über 20 umliegenden Gemeinden. Zur weiteren Entwicklung von Caléo hat die Stadt Guebwiller als Mehrheitsaktionär von Caléo 2018 beschlossen, Badenova als strategischen Partner in den Kreis der Aktionäre von Caléo aufzunehmen. Badenova hat sich mit 44,45 % am elsässischen Stadtwerk beteiligt. Ziel ist eine strategische und operative Zusammenarbeit auf allen Gebieten der Energieversorgung, speziell aber auch bei Themen der regionalen Energiewende. Das Stadtwerk Caléo, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1898 zurückreichen, hat im Jahr 2019 mit 37 Mitarbeitern einen Umsatz von 18,0 Millionen Euro bei einer Bilanzsumme von 36,0 Mio. Euro erwirtschaftet. Caléo ist mit 5,04 % an der Gesellschaft Hydrocop beteiligt, einem unabhängige Betreiber von Wasserkraftwerken in Frankreich.
Des Weiteren hat Caléo 2013 die Tochtergesellschaft Gazena für den Vertrieb von Gas und Strom auch außerhalb des eigenen Netzgebietes gegründet. Präsident des Verwaltungsrats von Caléo ist der Bürgermeister von Guebwiller, Francis Kleitz.
ESDG Die Energie-Service-Dienstleistungsgesellschaft mbH kümmert sich hauptsächlich um die Energieversorgung von kirchlichen, sozialen und karitativen Einrichtungen in ganz Deutschland und agiert dabei grundsätzlich interkonfessionell. Die ESDG tritt auf dem Markt völlig eigenständig auf. Zum Kundenstamm zählen sowohl kleine als auch größere Kunden sowie Großverbraucher oder solche mit zahlreichen, dezentralen Abnahmestellen. Die ESDG liefert dabei nicht nur Strom oder Gas, sondern wickelt auch die komplette Abrechnung der Vertragsstellen ab.
home&smart An der homeandsmart GmbH ist Badenova zusammen mit der KIC InnoEnergy SE und der Thüga AG seit 2017 beteiligt. Das Karlsruher Unternehmen betreibt ein Verbraucherportal zu den Themen Smart Home, Sprachassistenten und Elektromobilität. Seit 2019 wurde das Unternehmen zu jeweils hälftigen Anteilen von Thüga und Badenova übernommen.
Providata