Bruno Goller (* 5. November 1901 in Gummersbach; † 29. Januar 1998 in Düsseldorf) war ein deutscher Maler.

Leben mini|Bruno-Goller-Raum in der Halle 32 auf dem Steinmüllergelände in Gummersbach Goller begann bereits als Jugendlicher mit der Malerei. Der Landschaftsmaler Julius Jungheim unterrichtete ihn von 1919 bis 1921 in Düsseldorf. 1924 unternahm er eine Reise nach Italien. Ab 1927 lebte und arbeitete Bruno Goller in Düsseldorf, das er nur selten verließ,Werner Schmalenbach: Über einen großen Freund. In: Bahnhof Rolandseck (Hrsg.) Bruno Goller. Bilder, Zeichnungen. Rolandseck 1991, S. 7–9. ein Verhalten, das mit einer Oknophilie erklärt wird.Anita Eckstaedt: Paul Klee und Bruno Goller. Zwei Maler der Moderne. Werkanalysen aus psychoanalytischer Sicht. Königshausen & Neumann, Würzburg 2008.

1927 wurde Goller Mitglied in der Künstlergruppe Das Junge Rheinland und beteiligte sich 1927/28 an deren Ausstellungen. 1928 war er Mitbegründer der Rheinischen Sezession. 1930 schloss er sich der Rheingruppe an.

Am 15. August 1933 heirateten Bruno Goller und Elisabeth Nipshagen.Bahnhof Rolandseck (Hrsg.) Bruno Goller. Bilder, Zeichnungen. Rolandseck 1991, Lebensdaten. (Anm.: Schmalenbach nennt den Vornamen Elsbeth.) Während der Zeit des Nationalsozialismus lebte der Künstler weitgehend in der Inneren Emigration. Von 1940 bis 1945 war er während des Zweiten Weltkrieges eingezogen. 1943 zerstörten Brandbomben sein Atelier und vernichteten den größten Teil seines Frühwerkes.

Nach dem Krieg war er Mitglied der Neuen Rheinischen Sezession. Zum Wintersemester 1949/50 erhielt Goller einen Ruf an die Staatliche Kunstakademie Düsseldorf, an der er von 1953 bis 1964 eine Professur für Malerei innehatte. Seine Schüler waren u. a. Jörg Boström, J. Siegfried Dammrath, Helmut Sundhaußen, Johannes Geccelli, Blinky Palermo, Konrad Fischer, Erhardt Jakobus Klonk, Konrad Klapheck und Gerda Kratz.

Seit 1967 war Goller Ordentliches Mitglied der Berliner Akademie der Künste, und 1984 wurde er Ehrenmitglied der Kunstakademie Düsseldorf.

Den Nachlass verwaltete sein 2017 verstorbener Biograph Volker Kahmen; heute verwaltet ihn das Bruno-Goller-Archiv. Von 1989 bis 2013 existierte in Gollers Heimatstadt Gummersbach das Bruno-Goller-Haus als ein städtisches Kulturzentrum, das dann 2013 in der neuen Halle 32 auf dem Steinmüllergelände aufging, wo Bruno Goller ein Raum gewidmet ist.

Position Gollers Motivwahl war zeitlebens beeinflusst durch den Hutmacher-Laden seiner Mutter, so dass Schaufenster, Dekorationen und ähnliche Einrichtungen zu den bevorzugten Themen seiner Bilderwelt gehören. Bei allen Würdigungen steht im Vordergrund, dass Goller einen eigenständigen Stil geschaffen hat, der „trotz der in der Nachkriegszeit vorherrschenden Tendenz zur Abstraktion […] seinem Malstil eines ‚magischen‘ Realismus weiterhin treu“Bruno Goller - Frauenbilder blieb. Zahlreiche Ausstellungen haben den in der Öffentlichkeit wenig bekannten Maler Bruno Goller gezeigt. Allgemein wird Gollers Kunst zwischen Jugendstil, Expressionismus und Surrealismus angesiedelt. Doch der Kunsthistoriker Werner Schmalenbach vertritt die Ansicht, dass Goller nie einer war, der irgendwo dazugehörte. Der Künstler lässt sich stilistisch nirgends unterbringen.

Auszeichnungen 1950: Cornelius-Preis der Stadt Düsseldorf 1965: Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen 1967: Großes Verdienstkreuz des Bundesverdienstkreuzes 1980: Lichtwark-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg 1988: Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen

Ausstellungen 1959: documenta II, Kassel 1969: Kunsthalle Düsseldorf 1976: Bahnhof Rolandseck, Ausstellung zum 75. Geburtstag 1981: Bahnhof Rolandseck, Ausstellung zum 80. Geburtstag 1986: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Retrospektive, Düsseldorf 1991: Bahnhof Rolandseck, Ausstellung zum 90. Geburtstag 1995: Puschkin-Museum, Moskau 1997: Städtische Galerie im Park Viersen 1999: Galerie Clara Maria Sels, Düsseldorf 2001: Galerie Remmert und Barth, Düsseldorf 2002: Kunstmuseum Winterthur 2006: Die Neue Sammlung, Akademie-Galerie, Düsseldorf 2010: Galerie Haus Schlangeneck, Euskirchen 2012: Bruno-Goller-Haus, Gummersbach 2013: Halle 32, Raum Bruno Goller, Gummersbach (Dauerausstellung) 2015: Taylor Wessing, Hamburg 2024: Kunstmuseum Bonn: Retrospektive 1922–1992 2024: Galerie Haus Schlangeneck, Euskirchen: Bilder aus einer Privatsammlung

Literatur Volker Kahmen: Bruno Goller. Edition Bahnhof Rolandseck Bonn, 1981, ISBN 3-923304-00-5 Bahnhof Rolandseck (Hrsg.) Bruno Goller. Bilder, Zeichnungen. Katalog zur Ausstellung zum 90. Geburtstag. Mitarbeit Walburga Krupp, Gregor Laschen. Rolandseck 1991, ISBN 3-927473-08-1 Bahnhof Rolandseck: Bruno Goller zum 95. Geburtstag. Winterscheidt, Düsseldorf 1996, ISBN 3-923304-01-3 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Einblicke. Das 20. Jahrhundert in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern-Ruit 2000; ISBN 3-7757-0853-7 Anita Eckstaedt: Paul Klee und Bruno Goller. Zwei Maler der Moderne. Werkanalysen aus psychoanalytischer Sicht. Königshausen & Neumann, Würzburg 2008, ISBN 3-8260-3857-6 Martin Hentschel (Hrsg.): Bruno Goller – Retrospektive zum hundertsten Geburtstag. Publikation zu den Ausstellungen 2001/2002 in den Museen Haus Lange und Haus Esters, Krefeld und im Kunstmuseum Winterthur. Kerber, Bielefeld 2001, ISBN 3-933040-78-7 Viola Tallowitz-Scharf: Magischer Monumentalismus. Ein neues Verhältnis zur Wirklichkeit im Werk von Bruno Goller, Domenico Gnoli, Konrad Klapheck und Peter Klasen. Univ. Diss., Osnabrück 2011Viola Tallowitz-Scharf, Dissertation Online.

Weblinks

Bruno Goller - Frauenbilder Bruno Goller in der Galerie Haus Schlangeneck, Euskirchen

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Deutschland) Kategorie:Künstler (documenta) Kategorie:Mitglied im Deutschen Künstlerbund Kategorie:Hochschullehrer (Kunstakademie Düsseldorf) Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen Kategorie:Person (Oberbergischer Kreis) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1901 Kategorie:Gestorben 1998 Kategorie:Mann