Die Fernuniversität in Hagen (Eigenschreibweise: FernUniversität oder Fernuni Hagen) ist die einzige staatliche Fernuniversität in Deutschland. Ihr Sitz befindet sich in Hagen in Nordrhein-Westfalen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war sie mit 70.114 Studierenden im Sommersemester 2023 die größte deutsche Universität mit öffentlich-rechtlicher Trägerschaft. Liste der Hochschulen in Deutschland Für 2025 gibt die Universität ihre Teilnehmerzahl mit 78.684 Studierenden mit einem Durchschnittsalter von 37,9 Jahren an.
Die Abschlüsse der Fernuniversität sind reguläre Universitätsabschlüsse. Mit dem Wintersemester 2020/2021 wird in keinem Studiengang mehr das Diplom verliehen. Absolventen erhalten somit einen Bachelor-, MasterabschlussStudienangebot. In: FernUni-Hagen.de, abgerufen am 11. Juni 2018. oder ein Staatsexamen (Jura). Auch Weiterbildungen und Zertifikate können erworben werden. Alle Fakultäten besitzen das Promotions- und Habilitationsrecht. Außerdem bietet die Fernuniversität in Hagen studienvorbereitende Kurse, Akademiestudium und Teilstudien für die berufliche oder persönliche Weiterbildung. Die Fernuniversität ist Mitglied der European University Association (EUA) und die Studiengänge sind von den beiden Akkreditierungsagenturen FIBAA und AQAS akkreditiert.
Lage Der Campus befindet sich im Hagener Hochschulviertel an der Universitätsstraße in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A46 und A45 sowie in direkter Nähe zur Autobahn A1. Der Campus wird zudem von den Buslinien 514, 515, 527 und 534 der Hagener Straßenbahn AG erschlossen. Auf dem Campusgelände sind alle Fakultäten, das Rektorat, die Universitätsbibliothek, der Studienservice Campus Hagen, das zentrale Service-Center, die Mensa, das Zentrum für Digitalisierung und IT, das Zentrum für Lernen und Innovation (ZLI), das Archiv der Fernuniversität Hagen sowie die Verwaltung untergebracht. Es wird angedacht, die Fachhochschule Südwestfalen auf dem Campusgelände in unmittelbarer Nähe zur FernUniversität anzusiedeln.
Geschichte alternativtext=|mini|Das Allgemeine Verfügungszentrum (AVZ) war das erste Gebäude auf dem Hagener Campus. Die Fernuniversität in Hagen wurde 1974 als Universität und Gesamthochschule des Landes Nordrhein-Westfalen gegründet und nahm 1975 den Studienbetrieb in den drei Fachbereichen Erziehungswissenschaft, Mathematik und Wirtschaftswissenschaft mit 1.330 Studierenden auf. Im Jahr 1979 folgte die Gründung der rechtswissenschaftlichen Fakultät. Der Status als Gesamthochschule wurde, wie an allen nordrhein-westfälischen Gesamthochschulen, im Jahr 2003 aufgehoben und die Fernuniversität fortan ausschließlich als Universität weitergeführt.
Im Jahr 1999 wurde der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft eine Professur durch die Douglas Holding AG und ein Jahr später, im Jahr 2000, eine zweite BWL-Professur vom Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Giroverband und der Sparkasse Hagen gestiftet.
mini|323x323px|rechts|Anzahl der Studierenden von 1976 bis 20182006 folgte eine von Ernsting’s family gestiftete Professur für die Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften und eine durch einen Förderverein von Patentanwälten gestiftete Professur für die rechtswissenschaftliche Fakultät. Ebenfalls wurden die Fachbereiche Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik und Mathematik zur Fakultät für Mathematik und Informatik zusammengelegt. Ernsting’s family stiftete 2012 eine zusätzliche soziologische Juniorprofessur zur Erforschung familiärer Lebensformen.
Mit dem Verzicht auf die Erhebung von Studiengebühren nach dem Hochschulfinanzierungsgerechtigkeitsgesetz bis zum Jahr 2010 und der Einführung gestufter Studienabschlüsse in Form von Bachelor und Master konnte die Fernuniversität in Hagen die Studierendenzahlen anschließend deutlich steigern.
Mit dem Wintersemester 2012/13 endete die Ära der Elektrotechnik an der Fernuniversität. Für dieses Semester war letztmals eine Einschreibung in den Masterstudiengang Elektro- und Informationstechnik möglich.
Im Wintersemester 2013/14 erreichte die FernUniversität mit über 88.000 Studierenden ihre bislang höchsten Einschreibungen.
Rektoren 1975–1984: Otto Peters (* 1926) 1984–1993: Ulrich Battis (* 1944) 1993–1997: Günter Fandel (* 1943) 1997–2016: Helmut Hoyer (* 1950) 2016–2024: Ada Pellert (* 1962) seit 2025: Stefan Stürmer (* 1970)
Forschung Die Aufgaben der Fernuniversität erstrecken sich auf Forschung, Lehre, Studium und Weiterbildung.§ 3 Gesetz über die Errichtung einer Fernuniversität in Nordrhein-Westfalen (FUEG) vom 26. November 1974, GV NW vom 30. November 1974, S. 1470 f.
Forschungszentrum
CATALPA – Center of Advanced Technology for Assisted Learning and Predictive Analytics
Forschungsschwerpunkte
Arbeit – Bildung – Digitalisierung Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit Digitale Kultur
Weitere Forschungscluster
Center for East Asia Macro-economic Studies (CEAMeS) Management Energieflexibler Fabriken (MaxFab) Intelligent Systems for Decision Support Research Center for the Psychological Study of Individual and Community Change (PSINCC) Kooperative Assistenzsysteme
Studium Die Aufgaben in Lehre und Studium nimmt die Universität durch ein breit gefächertes Angebot wahr. Zu den grundständigen Studiengängen gehören die Bachelor- und Masterstudiengänge. Im Rahmen des Akademiestudium können Studierende einzelne Kurse oder Module aus dem Studienangebot auswählen und studieren, ohne ihre Aktivitäten in die Struktur der genannten Studiengänge einzuordnen. Dieses Angebot ist altersunabhängig und kann zum Beispiel auch von Schülern vor Erlangung der Hochschulzugangsberechtigung genutzt werden.
Bachelorstudiengänge Bildungswissenschaft (B.A.) Kulturwissenschaften (B.A.) Politikwissenschaft, Verwaltungswissenschaft, Soziologie (B.A.) Psychologie (B.Sc.) Informatik (B.Sc.) Mathematik (B.Sc.) Mathematisch-technische Softwareentwicklung (B.Sc.) Wirtschaftswissenschaft (B.Sc.) Wirtschaftsinformatik (B.Sc.) Rechtswissenschaft (LL.B.)
Masterstudiengänge Bildungswissenschaft mit Schwerpunkt Digitale Medien oder Erwachsenen-/ Weiterbildung (M.A.) Geschichte Europas – Epochen, Umbrüche, Verflechtungen (M.A.) Neuere deutsche Literatur im medienkulturellen Kontext (M.A.) Philosophie – Philosophie im europäischen Kontext (M.A.) Politikwissenschaft – Regieren und Partizipation (M.A.) Soziologie – Zugänge zur Gegenwartsgesellschaft (M.A.) Informatik (M.Sc.) Mathematik (M.Sc.) Praktische Informatik (M.Sc.) Data Science (M.Sc.) Psychologie (M.Sc.) Rechtswissenschaft (LL.M.) Volkswirtschaft (M.Sc.) Wirtschaftsinformatik (M.Sc.) Wirtschaftspsychologie (M.Sc) Wirtschaftswissenschaft (M.Sc.) Wirtschaftswissenschaft für Ingenieur/-innen und Naturwissenschaftler/-innen (M.Sc.)
Studiengänge mit Staatsprüfung Rechtswissenschaft (Erste Juristische Prüfung)
Weiterbildende Masterstudiengänge Diese Studiengänge setzen ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium voraus. General Management (M.Sc.) Corporate Accounting (M.A.) Digitale Transformation (M.Sc.) Human Resource Management (M.A.) International Management (M.A.) Leadership (M.Sc.) Management Accounting (M.A.) Marketing (M.Sc.) Psychological Group Management (M.A.) Datenschutzrecht (LL.M.) Lawyer and Legal Practice (LL.M.) Europäischer Gewerblicher Rechtsschutz (LL.M.) Wirtschafts- und Arbeitsrecht (LL.M.) Mediation (Master of Mediation, MM) Umweltwissenschaften (M.Sc.)
Zertifikate (Auszug) Projektmanagement und Informatik Medizinische Ethik Zertifikatsstudium Management Betriebswirtschaftliche Weiterbildung Fachanwaltsausbildung Strafrecht Steuerstrafrecht Sportrecht Recht für Patentanwältinnen und Patentanwälte Weiterbildendes Studium Mediation Weiterbildendes Studium Mediation Kompakt Grundlagen des Japanischen Rechts Zertifikatsstudium Anwaltsrecht (auslaufend)
Digitale Infrastruktur Die FernUniversität in Hagen nutzt verschiedene digitale Systeme zur Unterstützung von Studium und Lehre.
studyPORT studyPORT ist das zentrale Online-Portal für Studierende der FernUniversität in Hagen. Es bietet Studierenden einen Zugang zu allen studienrelevanten Informationen, Anwendungen und Diensten, darunter die Übersicht belegter Module, Suchfunktionen (z. B. für Module und Mitarbeitende) sowie Möglichkeiten zur Verwaltung persönlicher Daten. Darüber hinaus dient es als Einstiegspunkt zu weiteren universitären Anwendungen und Informationsangeboten.
Fakultäten Fakultät für Wirtschaftswissenschaft (WIWI) Fakultät für Kultur- und Sozialwissenschaften (KSW) Fakultät für Psychologie (PSY) Fakultät für Mathematik und Informatik (M+I) Rechtswissenschaftliche Fakultät (REWI)
Campusstandorte mini|FernUniversität in Hagen Campus Neuss im Romaneum
Die Außenstellen der FernUniversität sind über Deutschland und teilweise über das Ausland verteilt. Es gibt im Jahr 2026 auf deutschem Gebiet 13 Campusstandorte Berlin Bonn Coesfeld Frankfurt am Main Hagen Hamburg Hannover Karlsruhe Leipzig München in den Räumen der TU München Neuss Nürnberg Stuttgart
Die Unterlagen werden weltweit versandt, so dass ein Studium auch aus dem Ausland betrieben werden kann.
Kooperationspartner und Studienzentren zur Unterstützung des Auslandsstudiums befinden sich im Jahr 2026 an drei Stellen: Österreich: Zentrum für Fernstudien Österreich in Linz mit Außenstellen in Bregenz, Saalfelden, Villach und Wien Schweiz: Service Schweiz in Zürich Ungarn: Fernstudienzentrum Budapest
Klausurstandorte für Modulabschlussklausuren sind nicht mit den Studienzentren gleichzusetzen, sondern finden im Regelfall an anderen Universitäten statt.
Zulassungsvoraussetzungen und Studienformen Für die Aufnahme eines Studiums an der Fernuniversität gelten folgende Zulassungsvoraussetzungen:
Die allgemeine Hochschulreife (Abitur/Matura) ermöglicht die Einschreibung in jeden angebotenen Bachelorstudiengang. Als solche wird auch ein bereits erlangter Hochschulabschluss (z. B. Bachelor oder Diplom) anerkannt, wenn dieser eine Regelstudienzeit von mindestens sechs Semestern aufweist. Beruflich Qualifizierte mit Meisterbrief oder vergleichbarer Qualifikation (beispielsweise Fachwirte oder Staatlich geprüfte Techniker) können ebenfalls uneingeschränkt jeden Bachelorstudiengang belegen. Beruflich Qualifizierte mit abgeschlossener Ausbildung und mindestens dreijähriger fachlicher Berufserfahrung können ein fachlich entsprechendes Bachelorstudium aufnehmen. Die Ausbildung und Berufserfahrung als Industriekaufmann berechtigt so z. B. zur Aufnahme des Bachelorstudiengangs Wirtschaftswissenschaft. Beruflich Qualifizierte mit mindestens dreijähriger Praxiserfahrung außerhalb des erlernten Berufes können eine Zulassung zum Bachelorstudium über ein Probestudium oder eine Zugangsprüfung erlangen. Kindererziehungszeiten sowie Zeiten zur Pflege Angehöriger werden hierbei als Praxiserfahrung angerechnet. Einschreibungen in Masterstudiengänge sind nur mit zuvor abgeschlossenem fachlich qualifizierendem Hochschulstudium, in der Regel Bachelor, Magister oder Diplom möglich. Besonders begabte Schüler können auf Antrag als „Jungstudierende“ zugelassen werden. Hierbei können alle Leistungen im Bachelorstudiengang mit Ausnahme der Bachelorarbeit bereits vor dem Erlangen der Hochschulreife erbracht werden. Die Leistungen werden bei der Weiterführung des Studiengangs nach Erlangen der Hochschulreife vollständig angerechnet.
Die Fachhochschulreife alleine reicht nicht zur Aufnahme eines Bachelorstudiums aus. Ein Numerus clausus als Zulassungsbeschränkung für Bachelor- und Masterstudiengänge besteht nicht.
Die Teilnahme an den Kursen ist in unterschiedlicher Form (dem sogenannten Hörerstatus) möglich: