mini|Hämangiosarkom der Milz eines Hundes, OP-Situs mini|Menschlicher Schädel mit ausgedehnter Schädigung durch ein Sarkom (Hunterian Museum, Glasgow) Das Sarkom (von , zu , „Fleisch“, „Weichteile“ und -om „Geschwulst“), früher auch Sarcom geschrieben und als Fleischgewächs bezeichnet, ist eine bösartige Geschwulst von krebsähnlichem Charakter, die von mesenchymalem Gewebe ausgeht und frühzeitig in die Blutgefäße (hämatogen) metastasiert.

Zusammen mit den malignen Tumoren des Deckepithels (Karzinom) und den Erkrankungen des Blutes und Knochenmarks (Leukämie und Lymphom) gehören Sarkome in die Gruppe der malignen Tumorerkrankungen (Krebserkrankungen). Sarkome sind deutlich seltener als Karzinome und machen nur etwa ein Prozent aller malignen Erkrankungen beim Menschen aus. Der genaue Ursprung der Sarkome sind das Binde- und Stützgewebe (Knochen, Knorpel und Fettgewebe) oder das Muskelgewebe.

Sarkome werden nach der aktuellen WHO-Klassifikation in etwa 100 verschiedene Entitäten unterteilt. Diese unterscheiden sich nach ihrer (teilweise) vermuteten Zellabstammung, ihren molekulargenetischen Veränderungen, ihrer Morphologie und ihrer Biologie. Die genaue Einordnung eines Sarkoms in die zutreffende diagnostische Gruppe hat jedoch große Bedeutung für die weitere Behandlung, da die einzelnen Entitäten ein unterschiedlich großes Risiko für das Auftreten von Rezidiven und Tochtergeschwülsten (Metastasen) haben. Sarkome metastasieren überwiegend auf dem Blutweg.W. Boecker et al.: Pathologie. 3. Auflage. Elsevier Verlag. Man kann zwei große Gruppen unterscheiden: Sarkome des Skelettsystems und Sarkome der Weichteile (). Darüber hinaus gibt es Karzinosarkome, also Mischtumoren, die sowohl maligne epitheliale Zellen (= Karzinom) als auch maligne mesenchymale Zellen (= Sarkom) enthalten. Dazu gehört zum Beispiel der maligne mesodermale Mischtumor des Uterus oder Ovars, auch Müllerscher Mischtumor genannt. Bei extrem entdifferenzierten Karzinomen ist das histologische Bild einem Sarkom ähnlich. Man spricht z. B. von sarkomatoiden Nierenzellkarzinomen. Molekularbiologisch kann man jedoch nachweisen, dass es sich um epitheliale Tumoren, also Karzinome handelt. Um 1903 gelang es Carl Oluf Jensen (1864–1934) ein Sarkom durch 40 Generationen zu züchten.Paul Diepgen, Heinz Goerke: Aschoff/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin. 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 56.

Sarkome des Skelettsystems Chondrosarkom Ewing-Sarkom Osteosarkom Chordom Adamantinom

Sarkome der Weichteile

Angiosarkom Fibrosarkom Liposarkom Melanosarkom, siehe Kaposi-Sarkom Rhabdomyosarkom Hämangioperizytom Neurogenes Sarkom Kaposi-Sarkom Malignes Fibröses Histiozytom Leiomyosarkom Synovialsarkom

Nach der Beteiligung der Blutgefäße können Weichteilsarkome gemäß der Klassifikation nach Schwarzbach, nach der Beteiligung der Nerven nach der Klassifikation nach Sweiti/Schwarzbach eingeteilt werden.

Siehe auch Adenom Blastom Müllerscher Mischtumor Papillom Teratom

Weblinks

Seite über Sarkome (www.sarkome.de) Informationen für Sarkom-Patienten Knochensarkome: Diagnostik, Therapie und Prognose Weichteilsarkome: Eine Übersicht

Einzelnachweise

Kategorie:Bösartige Tumorbildung