330pxSiebenbürgisch-sächsische Stühle im 15. JahrhundertNach Thomas Nägler: Așezarea sașilor în Transilvania. Editura Kriterion, București 1992.75px75px80pxHermannstädter StuhlSchäßburger StuhlMühlbacher Stuhl 70px70px75pxSchenker StuhlLeschkircher StuhlRepser Stuhl 70px70px70px Brooser StuhlReußmarkter StuhlMediascher Stuhl 70px70px70px Schelker Stuhl Kronstädter Distrikt Bistritzer Distrikt
Die Sieben Stühle bezeichnen zum einen ein historisches Gebiet auf dem Königsboden () in Siebenbürgen, zum anderen die offiziellen Verwaltungseinheiten der Sächsischen Nationsuniversität der Siebenbürger Sachsen vom 13. bis ins späte 19. Jahrhundert.
Gliederung Die Sieben Stühle bestanden aus dem Hauptstuhl Hermannstadt (Cybininum) und den Unterdistrikten Schäßburg (), Mühlbach (Mühlbach), Großschenk (Schenk), Reußmarkt (Ruzmargt), Reps (Kozd), Leschkirch (Leuskyrch) und Broos (Waras). Die erste urkundliche Erwähnung findet sich in einer Schrift vom 14. Juli 1349, in der erstmals alle acht sogenannten Sieben Stühle – ein „Hauptstuhl“ und sieben „Nebenstühle“ – genannt werden.
Geographische Anordnung von West nach Ost
Broos Mühlbach Reußmarkt Hermannstadt Leschkirch Großschenk Schäßburg Reps
Die Sieben Stühle bildeten eine 190 km lange, aber relativ schmale erste Ansiedlungsregion der Siebenbürger Sachsen, die von Broos im Unterwald bis zu den Gemeinden am Homorodbach jenseits von Reps reichte. Sie ging an wenigen Stellen über mehr als 30–40 km hinaus und spiegelt somit deutlich den Charakter eines Grenz-Vorlandes wider. Von dort aus wurde ab dem 13. Jahrhundert vermehrt Binnenkolonisation vor allem in das Gebiet der Zwei Stühle Mediasch und Schelken, ins Zwischenkokelgebiet und ins Burzenland betrieben, so dass sich das zentrale Ansiedlungsgebiet immer weiter verbreiterte (in Nordrichtung).
Aufgaben Die Aufgaben der Stuhlverwaltungen waren:
Die Erhebung von Steuern und (Sonder-)Abgaben – gemessen in Zahlhäusern oder Steuermarken Die Rechtsprechung laut Gewohnheitsrecht (Eygenlandrecht) der Siebenbürger Sachsen durch die Stuhlrichter, als direkte Vertreter des ungarischen Königs Sicherstellen der öffentlichen Ordnung Überwachung der Zünfte und Gewerbe Rekrutierung von Kriegsvolk im Bündnisfall und zur Selbstverteidigung Bewirtschaftung der Wälder Entsendung von Vertretern zu den Landtagen und zur Nationsuniversität
Siehe auch Komitatsreform 1876 – umfasste die Auflösung der sächsischen und szeklerischen Stühle als Selbstverwaltungseinheiten
Einzelnachweise
Quellen Gernot Nußbächer: Aus Urkunden und Chroniken. Beiträge zur siebenbürgischen Heimatkunde. Zweiter Band. Kriterion Verlag, Bukarest 1985.
Weblinks Sieben Stühle
Kategorie:Siebenbürger Sachsen Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit Kategorie:Geographie (Rumänien)