miniatur|Überreste des Kohlenrechers (Kohlgrube 2002)
Der Kohlebrecher Kohlgrube ist Teil der historischen Braunkohle-Übertagsanlagen der ehemaligen Wolfsegg-Traunthaler Kohlenwerks AG (WTK AG) im oberösterreichischen Wolfsegg, Ortsteil Kohlgrube.
Heute beherbergt das Gelände den Kulturraum Kohlgrube.
Industriegeschichte mini|Der Kohlebrecher kurz nach der Inbetriebnahme Errichtet wurde die Kohlebrech- und Sortieranlage in Stahlbeton-Holz-Verbundbauweise in den Jahren 1922/23 nach den Plänen des Architekten Wiechels aus Steyr. Von den Gruben wurde die Kohle mittels Grubenbahnen, später auch Seilbahnen und Förderbändern, zum Brecher transportiert und hier gebrochen, sortiert und verladen.
Der Kohlebrecher war Endpunkt der schmalspurigen Bahnstrecke Breitenschützing-Kohlgrube. Die Strecke beschrieb eine Umkehrschleife am Brecher, wo die schmalspurigen Kohlewaggons beladen und abtransportiert wurden. Zugleich mit der Inbetriebnahme des Brechers wurde das Transportsystem auf der anschließenden Kohlenbahn umgestellt: die Kohle wurde nun statt lose geschüttet in offenen Kohlewaggons in stählerne Kübeln verladen, deren Inhalt am Bahnhof Breitenschützing der Westbahn mittels eines Kranes über bereitstehende Normalspurwaggons ausgeschüttet wurde.
Nach der Stilllegung des Bergbaus (Auskohlung) in den 1960er Jahren wurde die Kohlebrecheranlage dem Verfall preisgegeben und brannte schließlich 1968 aus.
Übrig blieb lediglich die Kohlebrecher Kohlgrube genannte, imposante Stahlbetonkonstruktion. Im oberösterreichischen Eisenbahn- und Bergbaumuseum im Lokpark Ampflwang ist ein Modell der Anlage zu Zeiten des regulären Betriebes ausgestellt.
Kunstraum Kohlgrube Im Jahr 2001 wurde der Brecher durch Privatinitiative (Peter Weinhäupl und Wolfgang Weinhäupl) durch Erwerb des Areals vor dem Abriss bewahrt und für kulturelle Nutzungen instand gesetzt. Von 2003 bis 2010 betrieb der Verein Kohlgrube.at den Kunstraum Kohlgrube.
Das Areal diente 2003 als Eröffnungsort des Festival der Regionen, einem der zeitgenössischen Landart-Kulturfestivals Österreichs. Seit dem Jahr 2005 wird im Areal unter anderem Theater gespielt. Initiator der Aufführungen ist der Verein Theater Hausruck. So diente der Kohlebrecher als eindrucksvolle Kulisse der Franzobel-Uraufführungen von Hunt oder Der totale Februar (2005/2006)Kunstraum Kohlgrube erfolgreich mit Uraufführung von Franzobel. Pressemitteilung. und Zipf – oder die dunkle Seite des Mondes (2007/2008). Nach dem Abzug des Theaters 2009 wird das Areal des Kohlebrecher für zukünftige kulturelle Zwecke umgebaut.
Auszeichnungen von Aufführungen am Spielort Kohlebrecher 2005: Nestroy-Theaterpreis: Spezialpreis „als exemplarische regionale Initiative“Nestroy-Nominierungen 2000–2010, abgerufen am 19. Februar 2022. 2005: OÖ. Bühnenkunstpreis (Theater Hausruck/Hunt oder Der totale Februar) 2006: Vöckla Kultur Award (Theater Hausruck/Hunt oder Der totale Februar)
Literatur
Weblinks Webpräsenz der Kohlebrecher Kohlgrube
Einzelnachweise zum Theaterstück von Franzobel: „Hunt oder der totale Februar“ über Februarereignisse 1934, Aufführung in Wolfsegg, vgl. auch:
Kohlgrube Kategorie:Industriebauwerk in Oberösterreich Kategorie:Kohlebergwerk in Österreich Kategorie:Stillgelegtes Bergwerk in Österreich Kategorie:Hausruck und Kobernaußerwald Kategorie:Kultur (Oberösterreich) Kategorie:Veranstaltungszentrum Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Oberösterreich Kategorie:Braunkohlebergbau (Österreich) Kategorie:Industrieruine