Touch – Everyone wants a Piece of the Action (frei übersetzt Kontakt – Jeder will ein Stück vom Kuchen abhaben; Alternativtitel im Fernsehen: Touch – Der Typ mit den magischen Händen)Touch – Der Typ mit den magischen Händen Abb. Filmplakat in der IMDb ist eine US-amerikanische schwarze Filmkomödie von Paul Schrader aus dem Jahr 1997. Schrader schrieb das Drehbuch anhand eines Romans von Elmore Leonard. In den Hauptrollen des Films agieren Bridget Fonda, Christopher Walken, Skeet Ulrich und Tom Arnold.
Handlung Charlie Lawson war in seiner Vergangenheit Juvenal, ein Mönch bei den Franziskanern, der die Gabe hat, kranke Menschen durch Berührung heilen zu können. Lawson trägt die fünf Stigmata, die Wundmale Christi. Als er die blinde Virginia Worrel tröstet, die von ihrem Mann Elwin verprügelt wurde, wischt er ihr leicht mit einem Tuch über die Augen. Als er es wieder wegnimmt, blickt Virginia sich erstaunt im Raum um, sie kann tatsächlich wieder sehen. Durch das Auflegen seiner Hände bluten nun Lawsons Handflächen und tragen die Stigmata Jesu Christi. Das weckt das Interesse des ehemaligen Predigers und notorischen Betrügers Bill Hill, der Lawson für seine Zwecke ausnutzen will. Hill überredet seine ehemalige Assistentin Lynn Marie Faulkner, Lawson kennenzulernen, um so mehr über die Wunderheilungen zu erfahren, überzeugt davon, dass ihm das zu neuem Erfolg und zum großen Geld verhelfen kann. Er beabsichtigt, Lawson im Fernsehen unterzubringen, wie einen dieser beliebten Fernsehprediger, was äußerst lukrativ ist.
Faulkner kümmert sich um den einsamen Mann, der inzwischen als Suchtberater in einer Entzugsklinik arbeitet, und versucht Ordnung in sein Leben zu bringen, auch, indem sie seine Wäsche in der Waschmaschine wäscht. Ein seltsamer Moment ist, als sie ihn fragt, ob es in Ordnung sei, wenn Stigmata-Blut in der Maschine weggespült werde. Als Lynn Lawson um etwas bittet, was sie eigentlich gar nicht will, durchschaut er dieses Manöver sofort, berührt ihre Brust und meint, sie habe ihn doch eigentlich fragen wollen, ob der Knoten darin bösartig sei und wenn ja, ob er ihr helfen würde. Genau das war ihr eigentliches Ansinnen. Ab diesem Zeitpunkt ist Faulkner ihm verfallen. Lawson erwidert ihre Zuneigung und möchte sie heiraten.
Dank Hills unermüdlichem Einsatz wird Juvenal zu einer kleinen Mediensensation, wobei die Beziehung des Stigmatisierten zu Lynn für die Journalisten ein besonders faszinierendes Detail darstellt. Anders ist das bei August Murray, einem militanten katholischen Konservativen, der eine fanatisch-fundamentalistische katholische Splittergruppe namens „Outrage“ leitet, die für den verworfenen lateinischen Ritus demonstriert. Murray ist ein aufbrausender Eiferer, der Juvenal zu seinem spirituellen Führer machen will. Lynn sieht er als Schande, die seinen Plan durchkreuzen könnte.
Als Lawson Fotos gezeigt werden, die beweisen, dass Faulkner und Bill Hill sich kennen, ändert das nichts an seiner Zuneigung zu ihr. Als er etwas später feststellt, dass er nicht mehr über die Gabe des Heilens verfügt, denkt Faulkner, dass dies ihre Schuld sei. Lawson beruhigt sie und erläutert ihr, dass die Schuld bei ihm liege, weil er Gott auf die Probe haben stellen wollen.
Lawson und Lynn haben der zwielichtigen Talkshow-Moderatorin Debra Lusanne ein Live-Interview zugesagt, das August Murray ein Dorn im Auge ist, und so findet er einen Weg, den Heiler vor diesen in seinen Augen gotteslästerlichen Schmarotzern zu „retten“.
Produktion Synchronisation Touch – Der Typ mit den magischen Händen
Lynn Faulkner Bridget Fonda Susanna Bonasewicz Bill Hill Christopher Walken Randolf Kronberg Juvenal Skeet Ulrich Florian Halm August Murray Tom Arnold Tonio von der Meden Artie Paul Mazursky Peter Thom Kathy Worthington Janeane Garofalo Anke Reitzenstein Pater Donahue Anthony Zerbe Michael Rüth
Produktionsnotizen Der von Lumière International präsentierte und von Initial Productions produzierte Film wurde im Zeitraum 18. März bis 26. April 1996 in Fullerton (Kalifornien) gedreht.Filming locations für Touch in der Internet Movie Database. Abgerufen am 26. Juli 2007. In den Kinos der USA spielte der Film ca. 408 Tsd. US-Dollar ein.Box office / business für Touch in der Internet Movie Database. Abgerufen am 26. Juli 2007
Hintergrund Paul Schrader wollte ursprünglich Elmore Leonards Roman Rum Punch verfilmen, dessen Rechte jedoch von Quentin Tarantino erworben wurden, der daraus den Film Jackie Brown entwickelte. Schrader entschied sich daraufhin für diesen Roman von Leonard. Der Regisseur meinte, sein Film habe eine ganze Reihe ironischer Charaktere mit einer existenziellen Figur im Zentrum. Wenn die Zuschauer das nicht erkennen würden, wirkten manche Szenen auf sie sehr befremdlich.
Dies ist einer von zwei Spielfilmen, die der Schauspieler Christopher Walken gemeinsam mit Paul Schrader drehte. Der Trost von Fremden erschien 1990.
Soundtrack Der Soundtrack wurde von Dave Grohl komponiert und aufgenommen und auf seinem Capitol-Records-Sublabel Roswell Records veröffentlicht. Neun der Titel sind Instrumentalstücke. Die restlichen vier Titel beinhalten Gesang. This Loving Thing (Lynn’s Song), geschrieben und vorgetragen von Dave Grohl und John Doe I Died in My Teens, geschrieben von Sune Wagner, vorgetragen von Psyched Up Janis How Do You Do, geschrieben und vorgetragen von Dave Grohl Remembering Jobim, geschrieben und vorgetragen von Joey Altruda (and His Cocktail Crew) Touch, geschrieben und vorgetragen von Dave Grohl und Louise Post
Veröffentlichung Der Film wurde am 14. Februar 1997 erstmals in den Vereinigten Staaten veröffentlicht, in Australien war er erstmals am 19. Juni 1997 zu sehen, in Portugal im August 1997 (Videopremiere), in Finnland im September 1997, in Frankreich im Oktober 1997, in Island und Argentinien (auf dem Festival Internacional de Cine de Mar del Plata) im November 1997, in Dänemark und Japan im März 1998, im Vereinigten Königreich im Juli 1998, in Spanien im September 1998 und in Schweden im November 1998 (Videopremiere). Veröffentlicht wurde der Film zudem in Brasilien, Kanada, China, Ecuador, Griechenland, Indien, Polen, Russland, Slowenien sowie in Deutschland, dort lautete der Titel der Veröffentlichung Touch – Der Typ mit den magischen Händen. Das Studio VCL gab den Film mit einer deutschen Tonspur heraus.Touch – Der Typ mit den magischen Händen Abb. DVD-Hülle
Rezeption Kritik Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film sei „ein zutiefst humaner Film über Nächstenliebe und Aufrichtigkeit in den zwischenmenschlichen Beziehungen“. Er sei „nicht als theologischer Diskurs, sondern als Reflex auf die Defizite der modernen Gesellschaft angelegt“ und würde „seinem großen Thema auf unprätentiöse Art und Weise gerecht“. Es sei eine „Inszenierung ohne aufgesetzte Dramatik“, zudem wurde der „unaufdringliche Charme des Hauptdarstellers“ gelobt.
Die Zeitschrift Cinema schrieb, der Film sei ein „Ein kleiner, feiner Film mit einem tollen Ensemble.“ Er nehme „mit bissigen Dialogen die scheinheilige Welt religiöser Fanatiker und der Massenmedien aufs Korn“.
Der Kritiker Roger Ebert stellte fest, in Paul Schraders Film gebe es einen Moment, in dem alle widersprüchlichen Elemente dieses ungewöhnlichen Werks zusammenzulaufen scheinen. Die Handlung von Touch klinge nach einer Komödie, doch sei das Filmerlebnis eher verhalten, der Film wirke gedämpft. Den vorherrschenden Ton gebe Skeet Ulrich als Juvenal vor. Er sei liebenswürdig, spreche leise und scheine sich über den Sinn des Ganzen nicht im Klaren zu sein. Touch sei in keiner Weise gelungen, meinte Ebert, die er verständlich beschreiben könne. Die Wirkung des Films sei wie die eines Geistes bei einem Festmahl. Komiker lieferten Einzeiler, das Drehbuch biete die üblichen, simplen Seitenhiebe gegen falsche Evangelisten, und dann tauche dieser zarte, süße, verwirrte junge Mann auf und wisse nicht, was er mit seiner furchterregenden Macht anfangen solle. Wie solle man einen Film wie diesen bewerten? Er empfehle ihn nicht, weil er seiner Meinung nach nicht das biete, was ein vernünftiger Kinogänger erwarten könne. Unvernünftige Kinogänger seien eine andere Sache. Wer gemeint sei, wisse das.Roger Ebert: Touch rogerebert.com, (englisch), 14. Februar 1997. Abgerufen am 29. November 2025.
Desson Howe schrieb in der Washington Post, der Autor und Regisseur Paul Schrader habe zugegeben, als Kind den Wunsch gehabt zu haben, ein Märtyrer zu sein. Daher überrasche es nicht, dass die Selbstfindung seiner Figuren oft durch Blutvergießen geheiligt werde. Schraders Absichten seien eher spielerisch als ernst. Der größte Schwachpunkt des Films sei seine abgedroschene Prämisse. Die Idee eines reinen Geistes inmitten von zwielichtigen Händlern des Elektronikzeitalters sei wahrlich nicht neu. Doch Touch untermalt von Dave Grohls eingängigem E-Gitarren-Thema, scheine sich mit seinem lässigen Charme zufriedenzugeben. Indem der Film oberflächlich bleibe und tiefergehende Themen bewusst ausblende, werde jegliche Tiefe, die er erreiche, nur angedeutet. Touch sei kein absoluter Kracher wie Get Shorty. Aber der Film punkte mit ein paar gestohlenen Bases und Singles. Walken sei nicht so durchgeknallt wie sonst, und Arnold verleihe seiner Figur einen gewissen schrägen Charme. Das Reizvollste im Film sei jedoch die feine Chemie zwischen Fonda und Ulrich. Ihre anfänglich zarte Schwärmerei für ihn steigere sich zu einer fesselnden Intensität. Ulrich, der bereits in Last Dance mit Sharon Stone zu sehen gewesen sei, sei ein zurückhaltender, aber umso sympathischerer Schauspieler; er verkörpere die perfekte Mischung aus Mystik und Direktheit für die Rolle. Wenn er den Kranken die Hände auf den Kopf lege, glaube man ihm fast.Desson Howe: A Light ‚Touch‘ In: The Washington Post (englisch), 14. Februar 1997. Abgerufen am 29. November 2025.
R.D. Francis beschäftigte sich auf der Seite B and S About Movies mit dem Film und war der Ansicht, wer sich mit Quentin Tarantino auskenne, kenne auch die Karriere des amerikanischen Schriftstellers Elmore Leonard durch Tarantinos Verfilmungen. Insgesamt seien 26 Romane und Kurzgeschichten von Leonard für die Leinwand adaptiert worden. Mit Touch habe Leonard eine weniger bekannte, rabenschwarze Komödie geschaffen. Man sollte meinen, dass ein Roman von Elmore Leonard, der von Paul Schrader, dem Regisseur von Taxi Driver, für die große Leinwand adaptiert und inszeniert worden sei, ein Kassenschlager sein würde. Das habe sich jedoch als falsch herausgestellt. Wie schon bei anderen schlecht rezensierten und in den meisten Fällen selten gesehenen und/oder schlecht vertriebenen Filmen, sei auch Touch bei den Testvorführungen und seiner begrenzten Kinoveröffentlichung gescheitert, um dann auf dem Heimvideomarkt zu landen.R.D. Francis: Touch (1997) bandsaboutmovies.com (englisch), 23. Dezember 2020. Abgerufen am 29. November 2025.