Mawangdui () ist eine 1972 in der damaligen Gemeinde Dongtundu () der östlichen Außenbezirke Changshas entdeckte archäologische Stätte. Der Fundort gehört heute zum Straßenviertel Mawangdui () des Stadtbezirks Furong () im Osten der bezirksfreien Stadt Changsha in der chinesischen Provinz Hunan.

Han-Gräber Bei den „Han-Gräbern von Mawangdui“ () handelt es sich um drei Gräber aus der Zeit der frühen Westlichen Han-Dynastie. Grab Nr. 1 (der Ehefrau des „Marquis von Dai“ Xin Zhui) wurde 1971 zufällig von Pionieren der Volksbefreiungsarmee der Volksrepublik China in der archäologischen Stätte Mawangdui nahe der Stadt Changsha entdeckt. Von 1972 bis 1974 wurden alle Gräber nacheinander vom Provinzmuseum Hunan gemeinsam mit dem Archäologischen Forschungsinstitut der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in zwei Grabungen freigelegt. Die meisten Artefakte aus Mawangdui sind im Provinzmuseum Hunan ausgestellt.

Aus den aus Grab Nr. 2 ausgegrabenen Siegeln „Siegel des Marquis von Dai“ (), „Kanzler von Changsha“ () und „Li Cang“ (), sowie aus sehr vielen in den Gräbern Nr. 1 und Nr. 3 mit der Aufschrift „Aufseher des Haushaltes des Marquis von Dai“ () mit Kitt versiegelten Grabbeigaben kann man ersehen, dass es sich um die Grabstätte des „Marquis von Dai“ () und seiner Familienangehörigen handelt.

Von den drei Gräbern ist das Grab Nr. 1 vom Umfang her am größten, die Grabkammer wurde mit dicken Holzbrettern aus ganzen Stücken konstruiert. In deren Mitte wurde der dekorierte prächtige vierschichtige Sarg gestellt, in der ihn umgebenden Seitenkammer befinden sich verschiedene Arten von Grabbeigaben. Der Raum außerhalb der Grabkammer wurde mit einer großen Menge von Holzkohle und weißem Ton vollkommen ausgefüllt. Die tiefe Lage der Grabkammer und der hermetische Verschluss hatten konstante Temperatur, konstante Feuchtigkeit, das Fehlen von Sauerstoff und aseptische Bedingungen zur Folge. Deswegen ist das Grab außerordentlich gut erhalten. Ein so guter Zustand der Aufbewahrung wie bei der ausgegrabenen weiblichen Leiche ist bei organischen Materialien selten (siehe auch Marquise von Dai und den bei der Obduktion gedrehten Kurzfilm.Bei der Obduktion gedrehte Aufnahmen)

Die Strukturen von Grab Nr. 3 und Grab Nr. 1 sind einander ähnlich, aber ihr Umfang ist relativ klein, die Särge haben drei Schichten. Die Aufbewahrungssituation in Grab Nr. 3 ist schlecht, von der männlichen Leiche ist nur das Skelett übrig.

Aus Grab Nr. 3 wurden viele Seidenbücher ausgegraben, darunter das Buch der Wandlungen (Yìjīng), das Dàodéjīng, ein dem legendären Begründer des Daoismus Lǎozǐ zugeschriebenes Buch, sowie Bücher über Astronomie, die Wertschätzung von Pferden nach ihrem Aussehen (xiàngmǎ) und Medizin, über zwanzig Texte mit insgesamt mehr als 120.000 Schriftzeichen. Es befinden sich auch drei Landkarten darunter. Bei den aus den beiden Gräbern ausgegrabenen farbigen Seidenbildern, Seidenwaren, Musikinstrumenten, Lackwaren sowie dem auf Bambustäfelchen geschriebenen sogenannten „Inventarbuch“ (), worin die Namen und die Menge der Grabbeigaben ausführlich aufgezeichnet sind, handelt es sich sämtlich um bedeutende archäologische Funde.

Beim kleinen Grab Nr. 2 war die Konservierung sehr schlecht. Weil die Abdichtung nicht gut war sowie aus anderen Gründen sind nicht viele Grabbeigaben erhalten.

Alle drei Gräber entstanden in der zweiten Hälfte des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts. Der Besitzer des zweiten Grabes, Li Cang (), starb im Jahr −186, der des dritten Grabes wurde im Jahr −168 beigesetzt, das erste Grab ist zeitlich später als das dritte.

Die Ausgrabungen der Han-Gräber von Mawangdui liefern zahlreiche Realien für die Erforschung der Geschichte der Anfangsphase der westlichen Han-Dynastie und für die Untersuchung des Entwicklungsstandes der Handwerksproduktion, der Technik, der Kunst und Kultur jener Periode.

Texte

Changshaguo nanbu dixingtu Cheng (Huangdi sijing) Chengyitu Chunqiu shiyu Chuxingzhan Daoyintu Daoyuan (Huangdi sijing) Desheng Dixingtu Ersan zi wen Fulu He yinyang Huangdi shu Huangdi sijing Jingfa Jiuzhu Laozi (A) Laozi (B) Lishu yinyang wuxing Liushisi gua Maifa Miaohe Mingjun Murenzhan Que gu shi qi Sangfutu Shentu Shiliujing (Huangdi sijing) Shidajing (Huangdi sijing) Shiwen Taichanshu Tianwen qixiang zazhan Tianxia zhidao tan Wushi’er bingfang Wuxing Wuxing zhan Xiang ma jing Xici Xingde (A) Xingde (B) Xingde (C) Yangshengfang Yangshengtu Yao Yijing xici Yinyang mai sihou Yinyang shiyi maijiu jing (A) Yinyang shiyi maijiu jing (B) Yi zhi yi Yuanqintu Zajinfang Zaliaofang Zhanguo zonghengjia shu Zhaoli Zhouyi Zhouyi xici Zhuanshu yinyang wuxing Zhuchengtu Zhujuntu Zubi shiyi maijiu jing

Literatur Hunan sheng bowuguan, Zhongguo kexueyuan Kaogu yanjiusuo (Provinzmuseum Hunan, Archäologisches Institut der Chinesischen Akademie der Wissenschaften) (Hrsg.): Changsha Mawangdui yihao Hanmu (Han-Grab Nr.1 von Mawangdui, Changsha). Wenwu chubanshe, Peking 1973 Hunan sheng bowuguan (Hrsg.): Mawangdui Hanmu yanjiu. Changsha: Hunan renminchubanshe 1981 He Jiejun, Zhang Weiming: Mawangdui Hanmu. Wenwu chubanshe, Peking 1982 Fu Juyou, Chen Songchang (Hrsg.): Mawangdui Hanmu wenwu (Die aus den Han-Gräbern von Mawangdui ausgegrabenen Kulturgüter). Hunan chubanshe, Changsha 1992 Ma Jixing: Mawangdui gu yishu kaoshi. Hunan kexue jishu chubanshe 1992

Weblinks Mawangdui Silk Texts in der englischsprachigen Wikipedia: Seidenmanuskripte von Mawangdui The Number 2 and Number 3 Han Tombs at Mawangdui, Changsha (Buchbesprechung, engl.) Julie Rauer: The Last Feast of Lady Dai (engl.) Harald Lesch: Ungelöste Fälle der Archäologie - Mumien, ZDF-Video Terra X vom 7. Februar 2021, (Marquise von Dai) ab 8:22 – 14:00, ges. 43:00 Min., abgerufen am 21. Dezember 2023

Einzelnachweise

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