Der Tag bricht an (Original: Le jour se lève) ist ein in Schwarzweiß gedrehter Film von Marcel Carné aus dem Jahr 1939. Er ist eines der bedeutendsten Beispiele für den Poetischen Realismus des französischen Films in den 1930er Jahren. In späteren Jahren wurde er auch als Wegbereiter des US-amerikanischen Film noir gedeutet.Alain Silver, Elizabeth Ward: Film Noir. An Encyclopedic Reference to the American Style. Third Edition, Overlook Press, Woodstock (New York) 1992, ISBN 978-0-87951-479-2, S. 387.
Handlung Der Arbeiter François hat sich nach der Erschießung eines Mannes in seinem Dachzimmer in einem Pariser Mietshaus verbarrikadiert. Die Polizei hat die Straße abgesperrt und belagert das Haus. In Rückblenden wird die Vorgeschichte aufgerollt: François hat sich in die Blumenverkäuferin Françoise verliebt. Eines Abends folgt er ihr heimlich in ein Varieté, wo sie den Auftritt des Hundedompteurs Valentin bewundert, mit dem sie eine Affäre hat. Frustriert lässt François sich auf eine oberflächliche Beziehung mit Valentins Exgeliebter Clara ein. Trotzdem kann er Françoise nicht vergessen.
Als Françoise verspricht, sich von dem charmanten, aber rücksichtslosen Valentin zu trennen, löst François seine Bindung zu Clara. Valentin sucht François auf; es kommt zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf François Valentin niederschießt. Als die Polizei Vorbereitungen trifft, Tränengas einzusetzen, um die Wohnung zu stürmen, begeht François Selbstmord.
Hintergrund Die Filmarchitektur stammt von einem der bedeutendsten Szenenbildner des französischen Films, Alexandre Trauner, der später auch in Hollywood arbeitete. Der Film lief in Frankreich ab dem 9. Juni 1939.Der Tag bricht an bei IMDb. Während der Herrschaft des Vichy-Regimes war die Aufführung des Films verboten.International Dictionary of Films and Filmmakers. 2001, online auf encyclopedia.com, abgerufen am 24. Juni 2012.
In Deutschland kam Der Tag bricht an erst am 11. November 1955 in die Kinos. Die bundesdeutsche Fernsehpremiere fand am 26. Oktober 1970 im ZDF statt, die der DDR drei Jahre später am 25. Oktober 1973 im DFF 1..
Kritiken
Synchronisation Es existieren mindestens zwei deutsche Synchronfassungen, eine für die BRD und eine für die DDR. Die bundesdeutsche Fassung entstand bei der ATF Television Film in Berlin. Hansjörg Amon schrieb das Dialogbuch und führte Regie.
RolleDarstellerSynchronsprecher (BRD 1970)Synchronsprecher (DDR 1973)FrançoisJean GabinEdgar OttLutz RiemannValentinJules BerryKlaus MiedelWalter NiklausClaraArlettyIngeborg WellmannJessy RameikFrançoiseJacqueline LaurentUrsula HerwigHelena Büttner
Nachwirkung 1947 entstand ein US-amerikanisches Remake des Films unter dem Titel Die lange Nacht (Originaltitel: The Long Night). Henry Fonda übernahm Jean Gabins Rolle, Regie führte Anatole Litvak.
Weblinks
Bilder und Kritiken zum Film (französisch, englisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1939 Kategorie:Filmdrama Kategorie:Französischer Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Marcel Carné