Die Achariaceae sind eine Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Malpighienartigen (Malpighiales). Sie enthält etwa 29 Gattungen mit etwa 150 Arten. Die Familie hat eine pantropische Verbreitung.
Beschreibung und Ökologie mini|links|Illustration von Pangium edule mini|links|Illustration aus A hand-book to the flora of Ceylon, Tafel VIII von Trichadenia zeylanica mini|Einfache Laubblätter und Blütenstände mit weiblichen Blüten von Kiggelaria africana Erscheinungsbild und Laubblätter Die meisten Arten sind verholzende Pflanzen: sie wachsen in Form von Bäumen und Sträuchern; selten sind es (kletternde) krautige Pflanzen.
An den Zweigen sind die Laubblätter wechselständig und spiralig oder zwei zweizeilig angeordnet, bei Carpotroche stehen sie gehäuft an den Zweigenden. Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die je nach Art kurzen bis langen Blattstiele sind am oberen und unteren Ende verdickt. Der Blattrand ist ganzrandig, gesägt oder gezähnt. Die Blattflächen sind kahl oder flaumhaarig meist mit einfachen, selten mit schuppenförmigen Trichomen behaart. Es liegt Fiedernervatur vor; bei Kuhlmanniodendron mit vielen parallelen Seitennerven. Meist sind Nebenblätter vorhanden; bei Chiangiodendron fehlen sie.
Blütenstände, Blüten, Früchte und Samen Die Blüten sind je nach Art zwittrig oder eingeschlechtig (funktional männlich oder weiblich). Die Arten können einhäusig (monözisch), zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtig oder subdiözisch sein. Die Blüten stehen einzeln oder zu wenigen in seiten- bis fast endständigen, unterschiedlich aufgebauten Blütenständen zusammen. Beispielsweise bei Carpotroche liegt Kauliflorie vor.
Die radiärsymmetrischen Blüten sind drei- bis fünfzählig. Es sind keine Blütenbecher (Hypanthium) und kein Diskus ausgebildet. Die Blütenhüllblätter sind deutlich in Kelch- und Kronblätter gegliedert, als Besonderheit in eindeutig verschiedener Anzahl. Die selten zwei, meist drei bis fünf Kelchblätter sind im unteren Teil verwachsen und schon im Knospenstadium geöffnet. Die drei bis fünf (sechs bis zwölf) Kronblätter sind glockenförmig verwachsen. In den männlichen und zwittrigen Blüten sind fünf bis viele (etwa 50) freie Staubblätter vorhanden. Die kahlen bis behaarten Staubfäden sind meist lang. Die linealisch-länglichen oder Chiangiodendron pfeilförmigen Staubbeutel öffnen sich mit einem Längsschlitz. Bei den weiblichen und zwittrigen Blüten sind drei bis fünf Fruchtblätter einem oberständigen, einkammerigen Fruchtknoten verwachsen, mit parietaler Plazentation. Die ein bis acht, selten bis zu zehn Griffel enden in kaum erkennbaren, kopfigen oder ausgefransten Narben.
Die meist großen Früchte können Beeren oder Kapselfrüchte sein, die sich manchmal erst spät öffnen. Die dünne bis dicke Fruchtschale kann holzig sein und ist glatt oder mit Warzen gemustert oder ist stachlig bis borstig oder kann vertikal geflügelt sein. Die Früchte enthalten einen bis viele Samen. Die Samen können einen Arillus besitzen. Die Verbreitungseinheiten (Diasporen) sind die Samen.
Chromosomensätze Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 10, 12, 23.
mini|Früchte der kaulifloren Art Carpotroche platyptera mini|Beim immergrünen Baum Gynocardia odorata befinden sich die Früchte fast direkt am Stamm mini|Zweig mit wechselständigen, einfachen Laubblättern und Frucht von Hydnocarpus alpinus mini|Zweig mit einfachen Laubblättern und Früchten von Lindackeria paludosa mini|Offene Frucht von Xylotheca tettensis und die Samen besitzen einen Arillus
Systematik und Verbreitung Die Familie Achariaceae wurde 1897 durch Harms in Die Natürlichen Pflanzenfamilien, 1, S. 256 aufgestellt. Typusgattung ist Acharia Synonyme für Achariaceae nom. cons. sind Erythrospermaceae , Kiggelariaceae und Pangiaceae enthalten. Viele Taxa waren früher bei den Flacourtiaceae eingeordnet, deren andere Taxa heute größtenteils zu den Weidengewächsen (Salicaceae) gehören. Einige Taxa wurden für kurze Zeit in eine Familie Kiggelariaceae gestellt, dies konnte aber nicht bestätigt werden und sich nicht durchsetzen. Früher waren nur drei Gattungen mit nur drei Arten in dieser Familie enthalten. Nach AGP III gehört die Familie Achariaceae zur Ordnung der Malpighiales.
In der Familie Achariaceae gibt es 30 bis 32 Gattungen mit etwa 145 Arten:
Acharia : Sie enthält nur eine Art: Acharia tragodes : Sie kommt nur in der südafrikanischen Provinz Ostkap vor. Baileyoxylon : Sie enthält nur eine Art: Baileyoxylon lanceolatum : Sie kommt nur im australischen Bundesstaat Queensland vor. Buchnerodendron : Die etwa zwei Arten sind in Ost- und Zentralafrika verbreitet. Caloncoba (Syn.: Paraphyadanthe ): Die etwa zehn sind im tropischen Afrika verbreitet. Camptostylus (Syn.: Cerolepis ): Die etwa drei Arten sind im tropischen West- und Zentralafrika verbreitet. Carpotroche : Die etwa elf Arten sind von Guatemala bis Brasilien verbreitet. Carpotroche brasiliensis : Aus dem nördlichen und östlichen Brasilien. Ceratiosicyos : Sie enthält nur eine Art: Ceratiosicyos laevis : Sie ist im südlichen Afrika verbreitet. Chiangiodendron : Sie enthält nur eine Art: Chiangiodendron mexicanum : Sie kommt in Mexiko vor. Chlorocarpa : Sie enthält nur eine Art: Chlorocarpa pentaschista : Sie kommt nur in Sri Lanka vor. Dasylepis (Syn.: Pyramidocarpus ): Die etwa sechs Arten sind im tropischen Afrika verbreitet. Eleutherandra : Sie enthält nur eine Art: Eleutherandra pes-cervi : Sie ist in Malesien verbreitet. Erythrospermum (Syn.: Gestroa , Pectinea ): Die etwa vier Arten sind im indopazifischen Raum verbreitet. Grandidiera : Sie enthält nur eine Art: Grandidiera boivinii : Sie ist in Ostafrika verbreitet. Guthriea : Sie enthält nur eine Art: Guthriea capensis : Sie ist in Lesotho und den südafrikanischen Provinzen KwaZulu-Natal, Ostkap sowie Westkap verbreitet Gynocardia (Syn.: Chilmoria ): Sie enthält nur eine Art: Gynocardia odorata : Sie ist im südöstlichen Tibet, südöstlichen Yunnan, Bangladesch, Indien, Bhutan, Nepal und Myanmar verbreitet. Hydnocarpus (Syn.: Asteriastigma , Dankia , Taraktogenos ): Die etwa 40 Arten sind im tropischen Asien verbreitet. Hydnocarpus wightianus : Aus Indien. Kiggelaria : Sie enthält nur eine Art: Kiggelaria africana : Sie ist vom tropischen bis ins südliche Afrika verbreitet. Kuhlmanniodendron : Diese Gattung wurde 2008 neu aufgestellt und enthält seit 2013 zwei Arten: Kuhlmanniodendron apterocarpum : Sie ist in Brasilien verbreitet. Kuhlmanniodendron macrocarpum : Sie ist nur von zwei Standorten im halbimmergrünen Wald des Mata Atlântica in Bahia bekannt. Diese Standorte sind durch Zerstörung des Habitats gefährdet. Deshalb gilt diese Art nach IUCN als „Endangered“ = „stark gefährdet“. Lindackeria : Von den etwa 13 Arten sind sechs von Mexiko bis Brasilien sowie Bolivien verbreitet und die anderen kommen in Afrika vor. Mayna (Syn.: Dendrostigma , Dendrostylis ): Die fünf bis sechs Arten sind von Honduras bis Brasilien und Bolivien verbreitet. Mocquerysia : Diese Gattung war bei Salicaceae eingeordnet. Sie enthält seit 2013 zwei Arten im tropischen Afrika: Vielleicht ist es nur eine Art. Mocquerysia distans : Sie wurde 2013 neu beschrieben und gedeiht im tropischen Regenwald in Höhenlagen bis zu 350 Metern nur im zentralen Gabun. Mocquerysia multiflora : Sie ist vom südwestlichen Gabun südwärts bis zur Republik Kongo, Demokratischen Republik Kongo (Mayombe) und angolanischen Exklave Provinz Cabinda verbreitet. Pangium : Sie enthält nur eine Art: Pangium edule : Sie ist Malesien über Papua-Neuguinea bis auf Inseln im westlichen Pazifik verbreitet. Peterodendron : Sie enthält nur eine Art: Peterodendron ovatum : Sie ist im tropischen Ostafrika verbreitet. Phyllobotryon : Diese Gattung war bei Salicaceae eingeordnet. Die etwa drei Arten sind im tropischen Afrika verbreitet. Phylloclinium : Diese Gattung war bei Salicaceae eingeordnet. Die etwa zwei Arten sind im tropischen Afrika verbreitet. Poggea : Die etwa vier Arten sind im tropischen West- und Zentralafrika verbreitet. Prockiopsis : Die nur eine bis zu fünf Arten kommen nur in Madagaskar vor. Rawsonia : Die nur zwei Arten sind in Afrika verbreitet. Darunter: Rawsonia lucida (Syn.: Rawsonia usambarensis , Rawsonia schlechteri ): Sie ist von Kenia, Malawi, Sambia, Simbabwe über Mosambik und Eswatini bis zu den südafrikanischen Provinzen Limpopo, Mpumalanga, KwaZulu-Natal sowie Ostkap verbreitet. Ryparosa (Syn.: Bergsmia , Gertrudia ): Die etwa 18 Arten sind hauptsächlich in Malesien verbreitet; eine Art reicht auch bis Papua-Neuguinea und nördliche Queensland. Scaphocalyx : Die etwa zwei Arten kommen auf Sumatra und der Malaiischen Halbinsel vor. Scottellia (Syn.: Dasypetalum ): Es gibt etwa drei Arten im tropischen Afrika. Trichadenia : Von den etwa zwei Arten kommt eine nur auf Sri Lanka und die andere im östlichen Malesien sowie auf den Philippinen vor. Xylotheca : Die drei bis vier Arten sind vom östlichen bis südöstlichen Afrika verbreitet.
Nicht mehr zur Familie Achariaceae, sondern zur Familie Salicaceae gehört: Ahernia : Sie enthält nur eine Art: Ahernia glandulosa : Sie ist auf den Philippinen verbreitet; es gibt einen Bericht, dass sie in Hainan vorkommen soll (die Autoren der Flora of China haben dazu keinen Beleg gefunden).
Quellen Die Familie Achariaceae bei der APWebsite. (Abschnitte Systematik und Beschreibung) Mac H. Alford, 2009: Neotropical Achariaceae. Neotropikey – Interactive key and information resources for flowering plants of the Neotropics. (Abschnitte Beschreibung und Verbreitung) Corey Pagart: Phylogenetic Relationships of the Genera of Achariaceae Based on Analyses of Morphological and DNA Data. A Thesis Submitted to the Honors College of the University of Southern Mississippi in Partial Fulfillment of the Requirements for the Degree of Bachelor of Science in the Department of Biological Sciences, 2017. PDF.
Einzelnachweise Die Familie Achariaceae bei der APWebsite. Mac H. Alford, 2009: Neotropical Achariaceae. Neotropikey – Interactive key and information resources for flowering plants of the Neotropics. Pedro Fiaschi, Milton Groppo: Kuhlmanniodendron Fiaschi & Groppo, a new eastern Brazilian genus of Achariaceae sensu lato segregated from Carpotroche Endl. (formerly included in Flacourtiaceae). In: Botanical Journal of the Linnean Society, Volume 157, 2008, S. 103–109. Milton Groppo, Bruno Simões Garcia Favaretto, Cláudia Inês da Silva, Jomar Gomes Jardim, Pedro Fiaschi: A New Species of Kuhlmanniodendron (Lindackerieae, Achariaceae) from Eastern Brazil and the Systematic Position of the Genus in Achariaceae. In: Systematic Botany, Volume 38, Issue 1, 2013, S. 162–171. doi:10.1600/036364413X662114 M. A. Hyde, B. T. Wursten, P. Ballings, M. Coates Palgrave, 2014: Datenblatt bei der Flora of Zimbabwe.
Frans J. Breteler: Novitates Gabonenses 82. A new species of Mocquerysia (Achariaceae, formerly Flacourtiaceae) from Gabon. In: Plant Ecology and Evolution, Volume 146, Issue 2, 2013, S. 250–253. doi:10.5091/plecevo.2013.784 Corey Pagart: Phylogenetic Relationships of the Genera of Achariaceae Based on Analyses of Morphological and DNA Data. A Thesis Submitted to the Honors College of the University of Southern Mississippi in Partial Fulfillment of the Requirements for the Degree of Bachelor of Science in the Department of Biological Sciences, 2017. PDF.
Weblinks
Die Familie Achariaceae s. str. bei DELTA. (In viel kleinerem Umfang)
Kategorie:Malpighienartige Kategorie:Malpighiales