mini|Büste Anton Müllers am Innsbrucker Westfriedhof Anton Müller, besser bekannt unter dem Pseudonym Bruder Willram (* 10. März 1870 in Bruneck; † 16. Februar 1939 in Innsbruck), war ein Tiroler Schriftsteller und Priester. Sein Werk umfasst vor allem Heimatgedichte und katholische Literatur.

Leben mini|Partezettel für Anton Müller, 1939 Als Sohn einer Zimmermannsfamilie aufgewachsen, trat Anton Müller nach dem Besuch des bischöflichen Konvikts Vinzentinum in Brixen in das ebendortige Priesterseminar ein. Da bereits zu dieser Zeit seine dichterische Ader erkennbar war, schloss er sich dem Dichterkreis Netheborn an, bei dem es auch üblich war, dass sich die Mitglieder Künstlernamen zulegten. So kam Anton Müller zu dem Namen Bruder Willram, der ihn allerdings so sehr prägte, dass sein eigentlicher Name völlig zurücktrat und er bis heute Vielen nur unter diesem Pseudonym bekannt ist. 1892 erhielt er im Brixner Dom die Priesterweihe. Es folgten Kaplansjahre in Nikolsdorf, wo er seinen ersten Gedichtband Kiesel und Krystall veröffentlichte. Die Jahre 1899 bis 1901 verbrachte er in Rom an der Universität, wo er sich vor allem in Archäologie und Kunstgeschichte weiterbildete. Nach seinen Studien kam er nach Innsbruck, wo er wiederum als Kooperator eingesetzt wurde, bis er 1903 als Religionsprofessor an der Lehrerbildungsanstalt eine Anstellung fand, die er bis zu seinem Pensionsantritt 1933 fortführte.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit betätigte sich Anton Müller als Volksredner, Prediger und Dichter, wobei seine kriegsverherrlichenden Schriften aus dem Ersten Weltkrieg zu vielen Kontroversen führten. Karl Kraus bezeichnete seine Schriften 1920 in der Fackel als „blutbesoffenes Geistesprodukt eines grässlichen Kriegslyrikers“.. In: Tiroler Tageszeitung vom 5. Jänner 2016. Nach dem Krieg gründete Müller den Bruder-Willram-Bund in Innsbruck, der sich vor allem für mittellose Jugendliche einsetzte.

Von seinen vielen Veröffentlichungen wurden einige mit Preisen versehen.

Werke (Auswahl)

Wanderweisen und Heimatlieder, 1897 In wachen Träumen, 1901 Blütenstaub und Blättergold, 1903 Heliotrop, 1905 Grünes Laub und weißer Flieder, 1906 Aus goldenen Tagen, 1910 Bilder auf Goldgrund, 1912 Das blutige Jahr, 1915 Der lange Kampf, 1917 Aus Herz und Heimat, 1918 Unter morgenländischem Himmel, 1923

Literatur

Josef Weingartner u. a.: Originale im Priesterrock. Erinnerungen. Tyrolia-Verlag, Innsbruck u. a. 1962 (= Tyrolia-Geschenktaschenbücher 24), S. 30–79. Martin Kolozs: Zur höheren Ehre – Die Tiroler Priesterdichter Reimmichl, Bruder Willram, Josef Weingartner und Reinhold Stecher. Biographien, Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2017. Hannes Mittermaier: Bruder Willram zwischen Volksverhetzung, Kriegstheologie und spätem Reuebekenntnis. Literatur als Kriegsdienst – Sünde oder Seelenheil? In: Der Schlern, Jg. 93, 2019, Heft 5, S. 16–33.

Weblinks

Brenner-Archiv der Universität Innsbruck Eintrag über Bruder Willram im Lexikon Literatur in Tirol

Einzelnachweise

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