Der Fußballklub Austria Wien ist ein Fußballverein aus Wien. Der Klub spielt in der höchsten Liga Österreichs, der österreichischen Bundesliga.

Bislang wurde die Austria 24-mal österreichischer Meister und 27-mal ÖFB-Cup-Sieger und ist somit österreichischer Rekord-Titelträger.

Der Verein gilt aufgrund seiner eng mit der innerstädtischen Wiener Mittel- bis Oberschicht verflochtenen Vereinshistorie, als bürgerlich-intellektuell und rivalisiert stark mit seinem Stadtrivalen, dem Arbeiterverein SK Rapid.

Größte internationale Erfolge waren Siege im Mitropapokal 1933 und 1936, das Erreichen des Endspiels im Europacup der Cupsieger 1978 sowie das Halbfinale im Europacup der Landesmeister 1979 und im Europacup der Cupsieger 1983. Letzter internationaler Erfolg war die Qualifikation für die UEFA Champions League in der Saison 2013/14.

Die „Veilchen“, wie die Austria nach ihren Vereinsfarben genannt wird, wurden am 29. Oktober 1910 von ehemaligen Spielern des Vienna Cricket and Football-Club als Wiener Amateur-Sportverein (WAS) gegründet und werden in vielen jene Zeit betreffenden Listen als Amateure bezeichnet. Am 16. November 1910 wurde der Verein in den ÖFV aufgenommen. Seit Gründung der österreichischen Fußballmeisterschaft am 5. Juli 1911 ist die Austria ohne Unterbrechung in der höchsten Liga, was außer ihr nur der Lokalrivale SK Rapid Wien geschafft hat. Seinen heutigen Namen nahm der Verein im November 1926 nach der Professionalisierung des Spielbetriebs an.

Ursprünglich aus dem Hietzinger Stadtteil Ober-Sankt-Veit stammend, verlor der Klub 1930 aus finanziellen Gründen sein Heimstadion. Nach mehreren wechselnden Heimstätten trägt die Wiener Austria ihre Heimspiele seit 1973 im Franz-Horr-Stadion (seit 2010 „Generali Arena“) am Laaer Berg im Bezirk Favoriten aus.

Die Abkürzung FAK stammt aus der an das WAS-Emblem angelehnten Buchstabenanordnung im Austria-Emblem. Der Verein darf als 24-facher Österreicher Meister im Vereinswappen 2 Sterne führen, da pro 10 Meistertiteln 1 Stern vergeben wird.

Auch das Team der Frauen spielt in der ÖFB Frauen-Bundesliga, der höchsten Liga im österreichischen Frauenfußball.

Geschichte Anfangsjahre und Aufstieg der Amateure Der FK Austria Wien wurde als „Wiener Amateur-Sportverein“ am 29. Oktober 1910 in einer konstituierenden Generalversammlung unter Vorsitz von Erwin Müller ins Leben gerufen.Schidrowitz 1951; S. 73. Die Aufnahme in den Österreichischen Fußball-Verband erfolgte dann knapp zwei Wochen später, am 16. November 1910.Offizielle Mitteilungen des OeFV zur Sitzung 16. November 1910; publiziert u. a. im Illustrierten Österreichischen Sportblatt. Ein großer Teil der Gründungsmitglieder waren ehemalige Spieler des Vienna Cricket and Football-Clubs, aus dem sie infolge schwerer persönlicher Differenzen mit der Vereinsleitung ausgetreten waren. Bis zur Aufnahme ihres Klubs in den ÖFV wollten sie für die Cricketer noch die Spiele gegen Rapid und MTK Budapest absolvieren, die auch beide gewonnen wurden. Der Wiener Amateur-Sportverein erhielt als ÖFV-Mitglied aber für einen Großteil seiner Spieler keine Freigabe vom Vienna Cricket and Football-Club und entschloss sich daher, die sechsmonatige Sperrfrist abzuwarten sowie in der Zwischenzeit wieder aus dem ÖFV auszutreten, um zumindest gegen kleine Nicht-Verbandsmitglieder zu Trainingszwecken zu spielen.Neues Wiener Tagblatt, 13. März 1911. Kurz vor Ende der Sperrfrist konnte er sich aber mit den Cricketern doch noch aussöhnen, so dass bereits am 15. März 1911 die Wiederaufnahme in den ÖFV verkündet werden konnte.Offizielle Mitteilungen des OeFV zur Sitzung 15. März 1911; publiziert u. a. im Illustrierten Österreichischen Sportblatt: Die „Amateure“, wie die Mannschaft bald gerufen wurde, wurden bereits am 5. Juli 1911 nach einer Bilanz von 11 Siegen in 17 Verbandsspielen in die Erste Klasse eingeteilt.Offizielle Mitteilungen des OeFV zur Sitzung 5. Juli 1911; publiziert u. a. im Illustrierten Österreichischen Sportblatt:

rechts|160px|Abzeichen des Wiener Amateur-Sportvereins In ihrer ersten Meisterschaftssaison 1911/12 waren die Amateure in den Abstiegskampf involviert, erst am letzten Spieltag gelang der Klassenerhalt mit einem 4:0 gegen den WAC. Der Vienna Cricket and Football-Club musste indes in die Zweite Klasse absteigen, das erste prestigeträchtige Derby hatte 1:1 geendet. Große Stütze des Vereins war damals Kapitän Ludwig Hussak, der auch in der Nationalmannschaft die Kapitänsschleife trug. Ein erster Aufschwung kehrte bei den Amateuren ein, als es 1912 erstmals gelang, den erfahrenen Trainer Jimmy Hogan, der zu dieser Zeit für den ÖFV tätig war, auch für den Klub zu verpflichten. Ihm folgte der spätere Teamchef Hugo Meisl nach.

Die Früchte dieser Arbeit zeigten sich bereits im vierten Platz der folgenden Saison 1912/13 und dem Sieg im Osterpokal 1913. Die ersten großen internationalen Spiele wurden ebenfalls in dieser Spielzeit bestritten, beim Großen Preis von Turin belegte man gegen Juventus, AC Torino und Étoile La Chaux de Fonds am 8. April 1912 sogar den ersten Rang.Schidrowitz 1951, S. 194 f. Die Zeitung La Stampa schrieb begeistert:

Am 17. Mai 1914 konnte schließlich die Eröffnung eines eigenen Stadions in Ober-Sankt-Veit gemeldet werden. Kurz darauf erhielt der Aufschwung des Vereins durch den Ersten Weltkrieg einen Dämpfer.

Ein Großteil der Spieler wurde in den Kriegsdienst einberufen, neun von ihnen fielen, etliche gerieten in Kriegsgefangenschaft.WAS 1921, S. 7. Kapitän Ludwig Hussak konnte gar erst 1920 aus Sibirien heimkehren. Der Klub fiel wieder bis auf den achten von zehn Plätzen zurück, ein Neuaufbau nach Kriegsende führte die Veilchen aber bald wieder an die Spitze. Hugo Meisl gelang es, das ungarische Nationalspieler-Brüderpaar Jenő und Kálmán Konrád zu verpflichten.Huber 1976, 17 f. Dies bedeutete eine schlagartige Verbesserung des Amateurespiels, so dass die Veilchen bereits 1919/20 erstmals nach dem Meistertitel griffen. Durch ein 2:2 am letzten Spieltag gegen den Wiener Sport-Club rutschte der Klub punktgleich mit Rapid noch auf Rang zwei und auch das Cupfinale ging gegen den Bezirksrivalen (Hütteldorf gehörte damals zum 13. Bezirk) verloren. Doch bereits 1921 gewannen die Amateure durch einen Doppelschlag binnen einer Minute gegen den Sport-Klub mit 2:1 erstmals das „Häferl“. Weitere Verstärkungen im Spielerkader sowie Investitionen in die Infrastruktur (1922 konnte das Ober St. Veiter Stadion für 25.000 Zuschauer freigegeben werden) festigten den Platz unter den führenden Klubs in Österreich.

Erste Titel, finanzieller Absturz und die goldenen Mitropacupjahre Der Lohn für die Arbeit beim Verein zeigte sich vor allem in den Saisonen 1923/24 bis 1925/26, in denen die Veilchen zweimal Meister und dreimal Cupsieger wurden. Die Mannschaft rund um den deutschen Tormann Theodor Lohrmann, Johann Tandler, Karl Geyer, Wilhelm Morocutti, Viktor Hierländer, Gustav Wieser und die Konrád-Brüder schrieb sich als „Titelhamsterin“ in die violette Vereinsgeschichte ein. Die Kontinuität war insofern bemerkenswert, als es 1924 mit der Umstellung auf den Professionalismus in den beiden höchsten österreichischen Ligen eine grundlegende Veränderung gab. Dieser wurde etwas verspätet vom Wiener Amateur-Sportverein insofern Rechnung getragen, als im November 1926 in der Generalversammlung im Dom-Café die Änderung des nunmehr weniger passenden Vereinsnamens in „Fußball-Klub Austria“ beschlossen wurde. Es folgten allerdings bald daraufhin das Karriereende sowie der Abgang einiger Spieler in die finanziell lukrativere amerikanische Soccer League,Schidrowitz 1951, S. 152 f. so dass der Titelverteidiger Austria unter neuem Namen auf Platz sieben und in den beiden folgenden Saisonen auf Rang acht abrutschte.

Neben dem sportlichen Abstieg kamen akute finanzielle Probleme hinzu. So mussten sogar Vereinstrophäen verkauft werden, um Schuldverpflichtungen nachzukommen.Chemlar 1986, S. 12. Das Ober St. Veiter Stadion verfiel zusehends, ging schließlich 1930 sogar verlustig und wurde abgetragen, als der Klub den Pachtzins nicht mehr bezahlen konnte. Schlussendlich ist es dem Vorstand des befreundeten Grasshopper Club Zürich zu verdanken, dass die Austria erhalten blieb, denn dieser tilgte die Schulden und räumte dem Verein ein unbegrenzt rückzahlbares Darlehen ein.Langisch 1965, S. 32.

In dieser finanziell angespannten Zeit setzte die Austria auf junge Talente, die sich zur berühmtesten Austria-Elf der Vereinsgeschichte formen sollten. Walter Nausch in der Verteidigung, Centerhalf Johann Mock und Stürmerstar Matthias Sindelar spielten im Wunderteam groß auf und brillierten vor allem dank ihrer technischen Fähigkeiten. Erster Titelgewinn der neuen Generation war der Cupsieg 1933 gegen den BAC durch ein wenig glanzvolles Spiel, in dem die Austria Glück mit einem verschossenen Elfmeter hatte und schließlich selbst dank eines Weitschusses von Viktor Spechtl siegte, das aber zum Ausgangspunkt eines der größten Erfolge der Vereinsgeschichte wurde. Die Veilchen waren damit erstmals für den Mitropapokal, den Vorläuferwettbewerb des Europacups, qualifiziert und erreichten prompt das Finale. Im Viertelfinale konnte Slavia Prag nach einem 1:3 mit 3:0 im Rückspiel besiegt werden. Im Halbfinale schaltete die Austria Italiens Meister Juventus Turin mit 3:0 und 1:1 aus. Im Endspiel trafen die Wiener mit Inter Mailand abermals auf ein italienisches Team, aus dem San Siro konnte nach zwischenzeitlichem 0:2-Pausenrückstand dank Viktor Spechtl ein gutes 1:2 ins mit 60.000 Zuschauern ausverkaufte Praterstadion mitgenommen werden. Das Finalrückspiel wurde zu einem der berühmtesten Auftritte in der Karriere von Matthias Sindelar, der beide Tore zur 2:0-Führung der Austria schoss, ehe knapp vor Spielende Inter-Star Giuseppe Meazza mit dem 1:2 ein Entscheidungsspiel zu erzwingen schien. Doch kurz vor Abpfiff kam noch einmal Sindelar an den Ball und er erzielte mit dem 3:1 den Siegtreffer für die Austria und wurde damit zum Mitropacup-Torschützenkönig.

In den folgenden Jahren hatte die Mannschaft Schwierigkeiten, sich über die Liga für den Mitropacup zu qualifizieren, sowohl 1935 als auch 1936 gelang die Teilnahme nur dank des Sieges im ÖFB-Cup. 1935 scheiterte sie noch im Halbfinale gegen Ferencváros, doch bereits das Achtelfinale gegen Inter sorgte bei Präsident Michl Schwarz für große Aufregung. Nachdem die Austria in Mailand bereits 5:0 geführt hatte, musste sie zwei Gegentreffer zulassen, da ansonsten finanzielle Einbußen beim Heimspiel drohten.Langisch 1965, S. 33. 1936 war nach schwachem Beginn gegen den Grasshopper Club Zürich die Heimstärke der Schlüssel zum Erfolg. AGC Bologna musste sich in Wien 4:0, Slavia 3:0 und Újpest 5:2 beugen. Nachdem gegen Vorjahressieger Sparta nur ein 0:0 gelungen war, erschien das Rückspiel vor über 60.000 Zuschauern im Strahov-Stadion als unlösbare Aufgabe. Der Mannschaft glückte der überraschende 1:0-Auswärtssieg, Camillo Jerusalem köpfelte nach einer Riegler-Flanke das Siegtor. Nach zwei Mitropacupsiegen binnen vier Jahren und mit bis zu sieben Spielern in der Startaufstellung der Nationalmannschaft schien die Mannschaft überfällig für den österreichischen Meistertitel. 1936/37 wusste die Austria insbesondere gegen die großen Teams zu überzeugen, demgegenüber standen Umfaller gegen Abstiegskandidaten. Ein 1:2 gegen den FavAC brachte es mit sich, dass der Verein punktgleich mit Meister Admira am Ende nur auf Platz zwei landete. Im anschließenden Mitropacup kam die Austria wieder bis ins Halbfinale und wurde dort von Ferencváros niedergerungen. Es sollte der letzte große internationale Auftritt für lange Zeit bleiben.

Zeit des Nationalsozialismus und Neuaufbau