Die Baylis-Hillman-Reaktion, auch Morita-Baylis-Hillman-Reaktion, ist eine Reaktion aus dem Bereich der Organischen Chemie und wurde nach ihren Entdeckern Anthony B. Baylis und Melville E. D. Hillman benannt. Sie dient der Synthese von α-Hydroxyvinylcarbonylen. Hierzu wird ein Vinylketon oder -ester, ein Aldehyd oder Keton, sowie eine Base benötigt. Als Base wird klassisch Triethylendiamin (DABCO) verwendet, neuerdings auch DBU und DMAP.
mini|hochkant=2.5|zentriert|R1, R2, R3 = H, Alkyl- oder ArylgruppeL. Kürti, B. Czakó: Stratigic Applications of Named Reactions in Organic Synthesis. Elsevier Academic Press, Amsterdam 2005, ISBN 978-0-12-429785-2, S. 48–49.
Mechanismus Die folgende Darstellung zeigt einen plausiblen Reaktionsverlauf: T. Laue, A. Plagens: Namen- und Schlagwort-Reaktionen. 5. Auflage, B. G. Teubner Verlag / GWV Fachverlage, Wiesbaden 2006, ISBN 978-3-8351-0091-6, S. 34–35.
rahmenlos|hochkant=3.7|zentriert|Mechanismus der Baylis-Hillman-Reaktion
Im ersten Schritt greift die Base (in diesem Fall DABCO, mit B abgekürzt) das Vinylketon 1 nukleophil an, so dass sich das mesomeriestabilisierte Enolat 2 bildet. Dieses greift nun den Aldehyd/das Keton unter Bildung des Alkoholats 3 nukleophil an. Unter dem Protonentransfer erfolgt die Abspaltung der Base und das Produkt 4 wird gebildet. Die Reaktion verläuft sehr langsam, kann aber durch Ultraschall beschleunigt werden.Fernando Coelho, Wanda P. Almeida, Demetrius Veronese, Cristiano R. Mateus, Elizandra C. Silva Lopes, Rodrigo C. Rossi, Gabriel P. C. Silveira, César H. Pavam: Ultrasound in Baylis–Hillman reactions with aliphatic and aromatic aldehydes: scope and limitations. In: Tetrahedron. 58, Nr. 37, 2002, S. 7437–7447, .
Die Reaktion läuft ebenfalls mit Iminen bzw. Imin-Derivaten statt Aldehyden/Ketonen ab.
Literatur
Weblinks
organische-chemie.ch: Baylis-Hillman-Reaktion
Einzelnachweise
Kategorie:Namensreaktion Kategorie:Homologisierungsreaktion Kategorie:Kohlenstoff-Kohlenstoff-bindungsknüpfende Reaktion