mini|400px|T-26, Manöver im Kiewer Militärbezirk 1935. Der T-26 war der erste in großer Serie produzierte Panzer, der hauptsächlich bei der Roten Armee von 1931 bis 1945 eingesetzt wurde.

Geschichte Hintergrund Der Aufbau der sowjetischen Panzertruppen begann erst mit der Übernahme von Renault FT aus der weißrussischen Armee im Rahmen der Oktober-Revolution und dann mit dem Nachbau des FT ab 1920.

Als erstes eigenes sowjetischen Modell in der Klasse der leichten Panzer wurde 1926 das Modell T-18, auch MS-1 genannt, eingeführt, was stark am Renault FT angelehnt war. Nachdem für die sowjetischen Streitkräfte ein Modell des Renault NC beschafft worden war, wurde daraus Ende der 1920er Jahre der Typ T-19 entwickelt.

Entwicklung Im Jahr 1929 bildete das maßgebliche Gremium für die Ausrüstung der sowjetischen Streitkräfte, der Revolutionäre Rat eine spezielle Panzer-Kommission und der Leitung von Innokentiy Khalepskiy, dem Leiter des Direktorat für Mechanisierung und Motorisierung der Roten Armee (UMM) und dem Ingenieur Semyon Ginsburg. Die Kommission reiste durch Europa und ließ sich bei vielen Rüstungs- und Fahrzeugfirmen technische Entwürfe vorführen. Dazu gehörten Krauss-Maffei, Linke-Hoffmann, SOMUA, Schneider & Cie., Citroën, Vickers, Skoda, Christie, Cunningham und Timken.

Teil der späteren politischen Einflüsse im Entscheidungsprozess war die Information, dass Polen, mit dem die Sowjetunion in den vorherigen Jahren einen Krieg geführt hatte, beabsichtigte die Lizenz für den Vickers 6-ton Panzer zu erwerben.

Auch in der Sowjetunion fiel die Entscheidung nach dem Vergleich der verfügbaren Panzermodelle zugunsten des Vickers 6-ton Typ A aus. Am 28. Mai 1930 wurde ein Kontrakt zum Kauf unterzeichnet. Insgesamt kaufte die Sowjetunion 26 Carden-Loyd Tanketten, 8 amphibische, leichte Panzer, 15 Vickers 6-ton Mark A und 15 mittlere Panzer Medium Mk IIA. Das Vertragsvolumen entspricht heute umgerechnet 9 Millionen Dollar (2015). Allerdings war für einige Fahrzeuge, nicht der Vickers 6-ton, eine Exportgenehmigung der britischen Regierung erforderlich, da diese Fahrzeuge auch von den britischen Streitkräften genutzt wurden.

Der Revolutionäre Militär-Rat (Revvoensovet) entschied im August 1930 das Panzer-Programm für die Rote Armee für die Jahre 1931 bis 1933. Es sollten 1.100 K-25 Tanketten (Carden-Loyd), 4.270 T-19/T-20 Leichte Panzer und 1.600 T-24 Mittlere Panzer beschafft werden. Die immensen Ausmaße dieses Projekt werden erst verständlich, wenn man sieht, dass alle anderen Länder im gleichen Zeitraum etwa 900 Panzer fertigen ließen.

Zwischen September 1930 und Januar 1931 wurden die gekauften Panzer geliefert und als V-26 von den sowjetischen Streitkräften in die Erprobung genommen. Die sowjetische Konzeption sah den V-26 als Fahrzeug für die Infanterie vor. Während man gleichzeitig für die Kavallerie ein amerikanisches Christie-Modell beschaffen wollte. Doch noch war noch nicht entschieden, ob der V-26 oder eine Weiterentwicklung des zu diesem Zeitpunkt sehr kritisierten T-19 gebaut werden sollte. Der T-19 Entwurf wurde vom Entwicklungsbüro der Kharkower Lokomotiven-Fabrik unter der Leitung von Konstantin Skukalow in der Zusammenarbeit mit dem Bolschewik-Werk in Leningrad (ehemaliges Obukhow-Werk, das bis dahin alle sowjetischen Panzer entwickelt hatte) betreut und präsentiert.

Im Jahr 1931 schloss die Sowjetunion mit dem britischen Rüstungskonzern Vickers einen Lizenzvertrag zur Fertigung des leichten Panzers Vickers 6-ton.

Am 13. Februar 1931 wurde der Nachbau des Vickers 6-ton mit der Bezeichnung T-26 offiziell bei der Roten Armee eingeführt.

Grundtypen T-26 Modell 1931 mini|T-26 M1931

Das erste eingeführte Modell des T-26 basierte zum überwiegenden Teil auf dem Entwurf des Vickers 6-ton Mark E Type A mit zwei Maschinengewehrtürmen. Dieses Modell entsprach der Vorstellungswelt vieler militärischer Führer der 1930er Jahre, in der Panzer die Feuerkraft von Maschinengewehren in die gegnerische Abwehrstellung hineintrug. Diesem Gedanken folgten auch verbleichbare Panzermodelle anderer Nationen, so bauten die polnischen Streitkräfte ebenfalls einen Vickers 6-ton Nachbau, den 7TP dw und in Italien wurde das Konzept des Vickers 6-ton die Grundlage für die Serie der mittleren Panzer, welche mit dem M11/39 begann.

Schon bald nach der Einführung wurde mehr Feuerkraft gefordert und wie bei den FT-Panzern eine 37-mm-Kanone mit Sprenggeschossen verbaut. Diese Version, der T-26 TU, war bis auf die 37-mm-Kanone im rechten Turm baugleich und folgte damit in gewisser Weise den britischen Hermaphroditen-Panzern des Ersten Weltkriegs, die eine gemischte Bewaffnung aufwiesen. Noch war der Schritt zur koaxialen Bewaffnung nicht gegangen.

T-26 Modell 1933 mini|T-26 M1933 in der Ausführung als Funkpanzer

Der T-26 Modell 1933 stellt den wichtigen Schritt zum Kampfpanzer mit Drehturm dar, der in der Lage ist, alle Aufgaben zu erfüllen und auch das Duell mit gegnerischen Kampfwagen zu führen. Dies wurde durch den Einbau der 45-mm-Kanone möglich, die sowohl Panzer- als auch Sprenggranaten verschießen kann. Die Konzeption eines auf verschiedenen Fahrzeugen zu verwendenden Turm ist aus rüstungstechnischer Sicht ein erstes Beispiel für eine resourcenschonende Standardisierung und optimierte industrielle Massenproduktion.

Die frühzeitige Überlegung, im zylindrischen Turm Raum für zusätzliche Munition oder Funkgeräte zu schaffen, ist auch in heutigen Modellen zu finden. Die Einführung der Zweitbewaffnung in Form eines 7,62-mm-Maschinengewehr im Turm und ab 1935 mit einem weiteren Maschinengewehr auch noch in der Rückseite des Turms, verliehen dem Fahrzeug eine gute Bewaffnung zur Selbstverteidigung und Bekämpfung von gegnerischer Infanterie. Mit der Einführung der Maschinengewehrlafette P-40 zur Fliegerabwehr ab 1937, erhielten etwa ein Fünftel der Fahrzeuge zusätzliche Feuerkraft. mini|Später T-26 M1938 des Panzermuseum Kubinka

T-26 Modell 1938 Die Kriegserfahrungen mit den nach Spanien verkauften T-26 und den unterstützenden sowjetischen Mechanikern und Instrukteuren, die teils an Kämpfen teilnahmen, wurden bei der Überarbeitung des T-26 berücksichtigt. Es wurde die Panzerung verstärkt und der Turm erhielt eine nach oben konisch verlaufende angeschrägte Form. Im zweiten Schritt ab 1939 erhielten die seitlichen Wannenaufbauten eine seitliche schräge Panzerung.

Produktion Im Juni 1931 wurde eine erste Nullserie von 10 Fahrzeugen in Weichstahl produziert, die weitestgehend mit dem britischen Vickers A identisch war. Die erste Herausforderung war die Produktionspläne vom englischen imperialen Maß ins metrische System zu übertragen. Es wurden lediglich Anpassungen für den Einbau der sowjetischen 7,62-cm-Maschinengewehre DT vorgenommen. mini|T-26 M 1931 mit Funkausrüstung und 37mm Hotchkiss PS-1 im Jahr 1934 beim Manöver Bei Einführung der nun als Linienpanzer (lineyniy tank) bezeichneten Fahrzeuge, war eine Produktion von 500 Fahrzeugen noch im Jahr 1931 gefordert worden. Diese Fahrzeuge, ab August 1931 in einer ersten Serie gebaut, hatten noch einige kleinere Änderungen erfahren. Auffällig war dabei die neue Turmform der beiden Maschinengewehr-Türme, die nun höher waren und nach hinten verspringend eine Sichtluke zur Gefechtsfeld-Beobachtung aufwiesen. Bis Jahresende wurden nur 120 Fahrzeuge fertiggestellt, die teils erhebliche Qualitätsmängel aufwiesen, so dass die Rote Armee nur 100 Fahrzeuge abnahm. Einige Fahrzeuge wurden mit einer Funkausrüstung (71-TK-1) versehen und erhielten ohne spezielle Namensgebung eine seitlich und vorne umlaufende Rahmenantenne.

Auch die weitere Fertigung im Jahr 1932 blieb von Problemen des Fahrzeugs geprägt. Trotzdem wurde im „Großen Panzer-Programm 1932“ eine Stückzahl von 3.000 Panzern T-26 Modell 1931 festgelegt. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, wurde in Leningrad ein neues Panzerwerk gebaut, das Woroschilow-Werk (Sawod Nr. 174). Die Leitung des dortigen Entwicklungsbüros (OKMO) übernahm der erfahrene Panzerkonstrukteur Semjon Ginsburg. Auch begann man in diesem Jahr im Werk Ischewsk erste Versuche mit dem Schweißen von Panzerplatten. Nunmehr wurden Fahrzeuge mit Schweißnähten und auch genieteten Bauteilen ausgeliefert.

Da die Wirkung eines rein mit Maschinengewehren bewaffneten Panzers gegen Bunker und Feldgeschütze mit Schutzschild unbefriedigend war, wurden etwa 450 Fahrzeuge mit einem modifizierten rechten Turm gefertigt. Bei diesen Fahrzeugen wurde zumeist die 37-mm-Kanone PS-1 und bei etwa 20 bis 30 Fahrzeugen die neue 37-mm-Kanone B-3 der M. Kalinin Artilleriewerk Nr. 8 in Swerdlowsk verbaut.

Ein einzelner Prototyp wurde mit dem Rückstoßfreien Geschütz von Karchevskiy gebaut. Doch dieser Entwurf konnte nicht überzeugen, da ein Vorderlader-Geschütz naturgemäß im Widerspruch zur Grundkonzeption eines Panzers stand. mini|T-26 M 1931 mit A-43 Versuchsturm 1933 Die Entwicklung eines Unterstützungspanzers blieb aber im Fokus einiger Entwickler, so wurden eine Ausführung der 76-mm-Regimentskanone M 1927 und die verbesserte Version, das Panzergeschütz 76-mm M 1927/32 in einem großen Turm und alternativ in einem festen Aufbau erprobt. Der A-34 Turm des Entwurfsbüro Dyrenkow erwies sich als zu klein für ein 76-mm-Geschütz. So blieb der Entwurf von Ginzburg von dem 5 Fahrzeuge als T-26-4 für die Erprobung im Werk Nr. 174 gebaut wurden.

Das Motorisierungs-Direktorat UMM regte im Jahr 1932 die Entwicklung eines „Panzerzerstörer“ auf der Basis des T-26 vor. In der ursprünglichen Planung dachte man an die 37-mm-Kanone B-3 in einem Einzelturm, doch der für die Panzerplanung an oberster Stelle verantwortliche Mikhail Tukhachvskiy war vom Konzept der Doppelturm-Maschinengewehr-Panzer überzeugt. Das Izhorsky Werk schlug trotzdem einen zylindrischen Standard-Turm für alle neuen T-26- und BT-Panzer vor. Es wurden geschweißte und genietete Versionen eines zylindrischen Turms gefertigt. Bei Beschusstests mit Maschinengewehren schnitten jedoch die geschweißten Türme schlechter ab.

Irgendwann zwischen September und Oktober 1932 akzeptierte das UMM jedoch den Zylinderturm unter der Forderung diesen mit einer hinteren Ausbuchtung für Munition oder Funkgeräte zu bauen.

Im Januar 1933 fertigte das Izhorsk Werk eine erste 0-Serie von 10 Türmen für die noch keine Bewaffnung zur Verfügung stand. Im Mai 1932 war die neue 45-mm-Panzerabwehr-Kanone 19-K im Kalinin Werk Nr. 8 in Swerdlowsk eingeführt worden. Die Entwicklung aus der 37-mm-Panzerabwehr-Kanone M 1930, einem Rheinmetall Nachbau, basierte aus der Forderung nach einem Geschütz für die Infanterie, welches Panzer und sogenannte „weiche Ziele“ wirksam bekämpfen konnte. Die sowjetischen Entwickler vergrößerten das Kaliber der 37-mm-Kanone auf 45-mm. Im März 1933 war die Entwicklung einer entsprechenden 45-mm-Panzerkanone, mit der Bezeichnung 20-K, abgeschlossen. Erste Probleme mit der Waffe führten zur Weiterentwicklung 45-mm-Kanone M 1932/34.

Das Büro von Ginzburg begann daraufhin mit der Entwurfsplanung zur Montage der 45-mm-Waffe im Turm des Izhorsky-Werks. Es zeigte sich das Ginzburg viele Details überarbeiten musste. Eine Änderung war der Einbau eines integrierten Antrieb für den Drehmechanismus des Turms. Noch im Frühjahr 1933 begann die Fertigung des neuen Turmmodells. Doch erst im Juni 1933 waren die ersten Türme fertiggestellt, da die neuen Kanonen spät geliefert wurden. Als Ende 1933 die noch fehlenden Turmoptiken nachgeliefert wurden, waren die ersten T-26 Modell 1933 produziert.

Hierdurch wurden die ersten Doppelturm-Panzer zu „dvukhbashnniy“ T-26 und die Einzelturmpanzer zu „odnobashnniq“ T-26. Die gelegentliche zu findenden Bezeichnungen T-26 A oder T-26 B sind zeitgenössisch nicht verwendet worden.

Erste Erfahrungen mit Waffe und Panzer führten noch im Dezember 1939 zu Nachbesserungen. Die Gase nach Abfeuern der 45-mm-Kanone nahmen der Besatzung die Atemluft und ein pilzförmiger Lüfter wurde auf dem Turmdach montiert.