Djurgårdens IF Fotbollsförening ist ein schwedischer Fußballverein, der Mitglied des Allianzvereins Djurgårdens IF (Djurgårdens Idrottsförening) ist, einem der erfolgreichsten schwedischen Sportvereine. Djurgårdens Idrottsförening, normalerweise DIF abgekürzt, wurde am 12. März 1891 in Stockholm gegründet. Nach ökonomischen Problemen des Klubs seit spätestens Mitte der 1980er Jahre wandelte sich der Verein 1991 in einen Allianzverein um, die vormaligen Abteilungen wurden eigenständige Vereine.
Grund für die Gründung war ein Gymnastik- und Athletikwettkampf, an dem man nur als Angehöriger eines Vereins teilnehmen durfte. Besonders erfolgreich ist der Verein im Fußball und im Eishockey. Weitere Sektionen des Vereins sind alpiner Slalom, American Football, Bandy, Behindertenfußball, Bowling, Boxen, Frauenfußball, Golf, Handball, Radsport, Ringen, Tischtennis und Unihockey.
Geschichte Anfangsjahre Zwar bestand Djurgårdens IF bereits seit 1891, eine Fußballmannschaft entstand im Verein jedoch erst 1899. Diese wurde von Teodor Andersson gegründet, der aus Göteborg, wo er bei GAIS aktiv gewesen war, nach Stockholm gekommen war. auf expressen.se (abgerufen am 26. Februar 2008) Die neu gegründete Mannschaft konnte sich schnell unter den schwedischen Spitzenmannschaften etablieren. 1900 und 1901 wurde jeweils das Halbfinale des Rosenska Pokalen erreicht, ehe die Mannschaft 1902 das Finale des Wettbewerbs erreichte, das allerdings gegen Gefle IF verloren ging. Am 6. Mai desselben Jahres gehörte DIF zu den Gründungsmitgliedern des Svenska Bollspelsförbundet, einem Vorläufer des Svenska Fotbollförbundet.Jimmy Lindahl: Hundra år sedan Svenska Bollspelsförbundet bildades. (PDF; 26 kB) abgerufen am 26. Februar 2008
1904 erreichte Djurgårdens IF erstmals das Endspiel um die Svenska Mästerskapet, die seinerzeit noch im Pokalmodus ausgetragen wurde. Dort musste sich die Mannschaft jedoch mit 1:2 dem Seriensieger Örgryte IS geschlagen geben, der im neunten Wettbewerb die sechste Meisterschaft erringen konnte. – Geschichte auf der offiziellen Vereinsseite (abgerufen am 26. Februar 2008) Auch bei den weiteren Endspielen 1906, 1909 und 1910 zog die Mannschaft aus Stockholm jeweils gegenüber Göteborger Vereinen den Kürzeren – zweimal unterlag man ÖIS, einmal IFK Göteborg. 1907 gewann der Klub erstmals den Wicanderska Välgörenhetsskölden, quasi die Meisterschaft Stockholms. Mit dem in der Nähe beheimateten AIK bildete sich in den folgenden Jahren eine Rivalität.
Erste Erfolge (1912–1924) Nachdem Djurgårdens IF bereits viermal beim Meisterschaftsendspiel als Verlierer den Platz verlassen hatte, zog die Mannschaft 1912 erneut ins Finale ein. Vor 7.000 Zuschauern trat man am 13. Oktober im neugebauten Stockholmer Olympiastadion gegen Örgryte IS an. Da das Spiel 0:0 unentschieden endete, kam es am 10. November im Göteborger Valhalla IP zum Rückspiel. Nachdem beide Mannschaften jeweils zwei Tore erzielen konnten, stand das Spiel jedoch nach 90 Spielminuten ebenso unentschieden. Einer Verlängerung verweigerten sich die Stockholmer Spieler, kehrten unter den Buhrufen des Publikums in die Umkleidekabinen zurück und reisten heim. Daraufhin ernannte der Schiedsrichter ÖIS zum schwedischen Meister, DIF protestierte jedoch, da das Spiel nicht, wie vom Regelwerk vorgeschrieben, auf einem neutralen Platz stattgefunden habe. Nach einer Abstimmung innerhalb des Verbandes kam es zu einer dritten Finalansetzung, die in Råsunda stattfand. Obwohl die Göteborger offensiv begannen, gelangen DIF mehr Tore und mit einem 3:1-Erfolg wurde der erste schwedische Meistertitel gewonnen. Im Folgejahr ging die Revanche im Endspiel mit 2:3 verloren.
1915 zog Djurgårdens IF zum siebten Mal in das Finale der Meisterschaft ein und erneut hieß der Gegner Örgryte IS. Vor 10.000 Zuschauern wurde die Göteborger Mannschaft mit 4:1 deklassiert und zum zweiten Mal der Von-Rosens-Pokal geholt. Die Titelverteidigung misslang: Zwar wurde erneut das Endspiel erreicht, Erzrivale AIK konnte sich jedoch mit einem 3:1-Erfolg durchsetzen. Allerdings gelang 1917 der Mannschaft um Karl Gustafsson die Revanche, als DIF zum dritten Mal in Folge das Finale erreichte. Das Ergebnis hieß erneut 3:1, jedoch dieses Mal zu Gunsten von DIF.
Nach einer Finalniederlage 1919 gegen GAIS, das Spiel endete mit einer 1:4-Niederlage, schaffte Djurgårdens IF 1920 abermals den Einzug ins Endspiel. Die mit schwedischen Nationalspielern wie Gustafsson, Sten Söderberg oder Ragnar Wicksell gespickte Mannschaft holte mit einem 1:0-Sieg über IK Sleipner den vierten Meistertitel.
Zwischen erster und dritter Liga (1924–1945) Saison Platz Liga 1924/25 3/11 Div 2 Östsvenska 1925/26 3/11 Div 2 Östsvenska 1926/27 1/10 Div 2 Östsvenska 1927/28 11/12 Allsvenskan 1928/29 9/10 Div 2 Östsvenskan 1929/30 1/12 Div 3 Östsvenska 1930/31 1/11 Div 3 Östsvenskan 1931/32 1/10 Div 3 Östsvenskan 1932/33 3/10 Div 2 Östra 1933/34 2/10 Div 2 Östra 1934/35 4/10 Div 2 Östra 1935/36 1/10 Div 2 Östra 1936/37 11/12 Allsvenskan 1937/38 2/10 Div 2 Norra 1938/39 3/10 Div 2 Norra 1939/40 2/10 Div 2 Norra 1940/41 2/10 Div 2 Norra 1941/42 5/10 Div 2 Norra 1942/43 6/10 Div 2 Norra 1943/44 3/10 Div 2 Norra 1944/45 1/10 Div 2 Norra
Die erste Hochzeit von Djurgårdens IF war nach dem Gewinn des vierten Meistertitels beendet. Der Klub konnte zunächst nicht mehr an die Erfolge anknüpfen. 1924 verpasste die Mannschaft sogar die Qualifikation für die neu geschaffene Allsvenskan und musste zunächst nur zweitklassig antreten. Dabei hatte der Verein mit dem Schotten John Smith Maconnachie 1922 erstmals einen hauptamtlichen Trainer verpflichtet. – Eintrag auf der offiziellen Vereinsseite, abgerufen am 23. August 2024, schwedisch
In der Division 2 Östsvenska spielte Djurgårdens IF auf Anhieb um den Aufstieg mit, hatte aber in Westermalms IF und Sundbybergs IK starke Konkurrenten, die DIF in den ersten beiden Jahren auf den dritten Rang verwiesen. Erst im dritten Jahr gelang der Staffelsieg und in den anschließenden Aufstiegsspielen wurde IK City nach einem 2:1-Auswärtserfolg auch im Heimspiel mit 1:0 besiegt. Damit spielte der Verein erstmals in der schwedischen Eliteserie.
Die Spielzeit 1927/28 verlief jedoch für den Aufsteiger glücklos. Vier Saisonsiege und sechs Unentschieden bedeuteten am Ende 14 Punkte – vier weniger als IFK Eskilstuna auf dem letzten Nichtabstiegsplatz aufwies. Damit musste der Klub nach nur einer Spielzeit den direkten Wiederabstieg in die Zweitklassigkeit hinnehmen. Aber auch in der Division 2 konnte die Mannschaft nicht Fuß fassen und musste mit wiederum nur 14 Pluspunkten den Durchmarsch in die drittklassige Division 3 antreten, wohin man vom Ortsrivalen IFK Stockholm begleitet wurde. Mit dem Absturz einhergehend verringerte sich das Interesse für Fußball beim Klub, Boxen und Eishockey wurden der neue Stolz des Klubs.
Drei Jahre verbrachte Djurgårdens IF in der Division 3 Östsvenska. Zwar wurde die Mannschaft jeweils Staffelsieger, zunächst scheiterte die Mannschaft jedoch in den Aufstiegsspielen an IK Brage bzw. Skärgårdens IF. Erst als 1932 die zweite Liga aufgestockt wurde und daher keine Aufstiegsspiele notwendig waren, gelang die Rückkehr in die Zweitklassigkeit.Swedish Fotballpage – Division 3 (3rd level) 1931/32 (abgerufen am 26. Februar 2008) Auf Anhieb etablierte sich der Klub im vorderen Bereich der Tabelle und bereits 1934 wurde man Vizemeister hinter IK Sleipner.Swedish Fotballpage – Division 2 (2nd level) 1933/34 (abgerufen am 26. Februar 2008) Zwei Jahre später gelang unter dem neuen Trainer Einar Svensson der Staffelsieg und damit die Qualifikation für die Aufstiegsspiele, wo der Klub auf Hallstahammars SK traf. Nach einer 0:3-Niederlage im ersten Spiel gelang ein 3:0-Erfolg im Rückspiel. Im notwendig gewordenen Entscheidungsspiel setzte sich DIF mit einem 2:1-Sieg durch und schaffte damit die Rückkehr in die Allsvenskan.Swedish Fotballpage – Division 2 (2nd level) 1935/36 (abgerufen am 26. Februar 2008) Aber auch die zweite Spielzeit im schwedischen Oberhaus wurde auf einem Abstiegsplatz beendet.
In der Division 2 spielte die Mannschaft von Djurgårdens IF direkt um den Wiederaufstieg mit. Es gelangen mehrere zweite und dritte Plätze in der zweiten Liga, der Staffelsieg und damit die Qualifikation für die Aufstiegsspiele wurde teilweise nur sehr knapp verpasst. Erst in der Spielzeit 1944/45 wurde der erste Tabellenrang belegt und anschließend setzte sich der Klub in den Aufstiegsspielen gegen Åtvidabergs FF durch und stieg zum dritten Mal in die Allsvenskan auf.Swedish Fotballpage – Division 2 (2nd level) 1944/45 (abgerufen am 26. Februar 2008)
Etablierung in der Erstklassigkeit (1945–1954) Saison Platz Liga 1945/46 10/12 Allsvenskan 1946/47 9/12 Allsvenskan 1947/48 11/12 Allsvenskan 1948/49 1/10 Div 2 Nordöstra 1949/50 8/12 Allsvenskan 1950/51 6/12 Allsvenskan 1951/52 7/12 Allsvenskan 1952/53 3/12 Allsvenskan 1953/54 6/12 Allsvenskan
Als Aufsteiger spielte Djurgårdens IF gegen den sofortigen Wiederabstieg. Dabei kassierte der Klub mit einer 1:11-Niederlage gegen IFK Norrköping am 14. Oktober 1945 die bisher höchste Niederlage der Vereinsgeschichte. Dennoch konnte mit einem Punkt Vorsprung auf Mitaufsteiger Jönköpings Södra IF die Klasse gehalten werden. Auch in der Zuschauerzahl wurde ein Rekord aufgestellt: 22.108 Anhänger verfolgten das Spiel gegen den Lokalrivalen AIK – die höchste Zuschauerzahl im Olympiastadion. In den beiden folgenden Jahren spielte die Mannschaft ebenfalls gegen den Abstieg. Nachdem dieser zunächst noch abgewendet werden konnte, belegte DIF 1948 erneut nur einen Abstiegsplatz und stieg abermals in die Division 2 ab.
Der Mannschaft von Djurgårdens IF gelang jedoch direkt der Staffelsieg und damit der direkte Wiederaufstieg in die Allsvenskan. Als Tabellenachter schaffte sie den Klassenerhalt. In den beiden folgenden Jahren belegte die Mannschaft um Arne Arvidsson, Sigge Parling und Gösta Sandberg ebenso Plätze im hinteren Mittelfeld. 1951 stand man zudem knapp vor dem ersten Titelgewinn seit der Meisterschaft 1920, als das Finale im Svenska Cupen erreicht wurde. Im Råsundastadion in Solna unterlag die Mannschaft jedoch vor 20.267 Zuschauern dem Ligakonkurrenten Malmö FF mit 1:2. – Statistik auf svenskfotboll.se (abgerufen am 26. Februar 2008) 1953 in der Liga konnte erstmals ein Platz im vorderen Bereich belegt werden, der Verein beendete die Spielzeit als Tabellendritter.
Zurück in der Erfolgsspur (1955–1971) Saison Platz Liga 1954/55 1/12 Allsvenskan 1955/56 3/12 Allsvenskan 1956/57 5/12 Allsvenskan 1957/58 3/12 Allsvenskan 1959 1/12 Allsvenskan 1960 11/12 Allsvenskan 1961 1/12 Div 2 Svealand 1962 2/12 Allsvenskan 1963 6/12 Allsvenskan 1964 1/12 Allsvenskan 1965 8/12 Allsvenskan 1966 1/12 Allsvenskan 1967 2/12 Allsvenskan 1968 4/12 Allsvenskan 1969 3/12 Allsvenskan 1970 3/12 Allsvenskan 1971 4/12 Allsvenskan
Nach 35-jähriger Durststrecke konnte in der Spielzeit 1954/55 der fünfte Meistertitel der Vereinsgeschichte gewonnen werden. Mit 33 Pluspunkten und damit vier Punkten Vorsprung auf Vizemeister Halmstads BK dominierte Djurgårdens IF die Liga. Den 1:0-Auswärtssieg bei AIK im Råsundastadion verfolgten dabei 40.458 Anhänger. Damit qualifizierte sich die Mannschaft für den erstmals ausgetragenen Europapokal der Landesmeister.