miniatur|150px|Friedrich August Stock, ca. 1908 mini|Erinnerungstafel am Gymnasium Zitadelle Jülich Friedrich (Frederick) Wilhelm August Stock (* 11. November 1872 in Jülich, Deutsches Reich; † 20. Oktober 1942 in Chicago, USA) war ein deutscher Bratschist, Dirigent und Komponist.
Leben Stock war der Sohn eines in der Zitadelle Jülich stationierten preußischen Militärkapellmeisters. Er erhielt seine Ausbildung am Kölner Konservatorium und wurde 1891 Geiger im Gürzenich-Orchester. 1895 wurde er Bratschist im Chicago Symphony Orchestra, 1899 Assistenzdirigent. Als Chefdirigent ab 1905 führte er das Chicago Symphony Orchestra zu weltweitem Erfolg und leitete es bis zu seinem Tod. 1912 wurde er in die American Academy of Arts and Letters gewählt. Ende Dezember 1919 kündigte die Chicagoer Civic Music Association an, unter Stocks Leitung ein Ausbildungsorchester für Musikstudenten aufzubauen, das den Namen Civic Music Students’ Orchestra tragen sollte.Civic Music Association To Aid Musical Talent. In: The Billboard. Band 32, Nr. 1, 3. Januar 1920, S. 24. In Chicago führte er auf der Weltausstellung 1933 die Sinfonie e-Moll der afro-amerikanischen Komponistin Florence Price urauf, mit der Price im Jahr zuvor den hochrenommierten Wanamaker Prize gewonnen hatte und die die erste Sinfonie einer Schwarzen Frau ist.James M. Manheim: Price, Florence B. In: Contemporary Black Biography, 21. Mai 2018 (englisch), abgerufen am 21. Dezember 2025.
Friedrich August Stock leitete kurz vor seinem Tode, am 22. August 1942, eine der ersten öffentlichen Aufführungen der Leningrader Symphonie Nr. 7 von Dmitri Schostakowitsch, weniger als einen Monat nach der von Arturo Toscanini geleiteten US-amerikanischen Uraufführung in New York mit dem NBC-Symphonieorchester am 19. Juli 1942.
Nach dem Tode von Stock übernahm ein anderer deutschstämmiger Dirigent, Hans Lange, gebürtiger Istanbuler, der ehemalige Assistent von Toscanini, den Stock 1939 als „Associate Conductor“ eingestellt hatte, die restlichen Konzerte des CSO der Saison 1942/43. Hans Lange blieb Dirigent des CSO bis 1946.
Zudem komponierte Stock zahlreiche Lieder, kammermusikalische und symphonische Werke; darunter ein Cellokonzert, welches Gregor Piatigorsky spielte.Neue Beiträge zur Jülicher Geschichte, Band XVII, Jülich 2005, S. 113ff. Am 3. Juni 1994 wurde in Jülich am Südflügel der Zitadelle im Beisein von Mitgliedern des Chicago Symphony Orchestra und Stocks Urenkelin eine Gedenktafel an Stock enthüllt.Förderverein Festung Zitadelle e. V., Tätigkeitsbericht 1986–2001,
Quellen
Kategorie:Dirigent Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Komponist (Vereinigte Staaten) Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Letters Kategorie:Geboren 1872 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Person (Jülich) Kategorie:Mann Kategorie:Deutscher