Mr. Bad Guy ( für: „Herr Bösewicht“) ist das einzige Solo-Studioalbum des britischen Sängers Freddie Mercury. Das Album erschien im April 1985 und avancierte zum weltweiten Charterfolg.

Entstehung und Veröffentlichung Die Erstveröffentlichung von Mr. Bad Guy erfolgte am 29. April 1985 bei Columbia Records. Das Album erschien in seiner Originalausführung als CD (Katalognummer: CK 40071) und LP (Katalognummer: 86312) mit elf Titel. Am 21. Juli desselben Jahres erschien zunächst in Japan eine Deluxeversion auf CD, die drei Bonustitel umfasste (Katalognummer: 32DP 227). Diese Version erschien kurze Zeit später auch in weiteren Ländern. Das Album wird seit Erscheinen in unregelmäßigen Abständen immer wieder neu aufgelegt.

Getextet, komponiert und produziert wurden alle Lieder vom Interpreten selbst. Während Mercury alleine für den Schreibprozess verantwortlich zeichnete, bekam er bei der Produktion Unterstützung durch Reinhold Mack. Einen umfassenden Einblick in die Entstehungsgeschichte von Mr. Bad Guy bietet das im Jahr 2000 erschienene Boxset Freddie Mercury – The Solo Collection. Dieses umfasst zehn CDs, unter anderem Instrumentalfassungen, sämtliche zwölf „Extended Versions“ und insbesondere mehr als 20 bis dahin unveröffentlichte Demos aus den Aufnahmesessions für das Album.

Inhalt Ursprünglich wollte der Sänger das Album nach dem zweiten Titel des Albums, Made in Heaven, benennen. Wenige Wochen vor der Pressung entschied er sich jedoch für Mr. Bad Guy. Das Album selbst widmete Mercury Katzenliebhabern: „…to my cat Jerry – also Tom, Oscar and Tiffany and all the cat lovers across the universe – screw everybody else!“ („… für meine Katze Jerry – auch Tom, Oscar und Tiffany und alle Katzenliebhaber im ganzen Universum – vergesst alle anderen!“)Begleitheft von „Freddie Mercury – The Solo Collection“, EMI Records, 2000.

Die ursprüngliche Fassung von Man Made Paradise war 1983 von Queen bei Aufnahmen für ihr Album The Works entstanden. Von There Must Be More to Life Than This gibt es sowohl eine Queen-Version als auch ein gemeinsames Demoaufnahme von Mercury am Klavier mit Michael Jackson als Sänger. Die Aufnahmen mit Michael Jackson scheiterten, da die beiden Sänger nicht nur künstlerisch, sondern auch menschlich nicht miteinander harmonierten. So beschwerte sich Mercury, dass Michael Jackson seinen Affen Bubbles mit ins Studio gebracht haben und zwischen ihn und Mercury platziert haben soll und Michael Jackson war vom angeblichen Kokain-Konsum von Mercury abgestoßen.

Das Stück Love Me Like There’s No Tomorrow lehnt sich an den deutschen Schlager Küß’ mich als gäb’s kein Morgen von Schauspielerin Barbara Valentin an, die im gleichnamigen Spielfilm von 1961 die Hauptrolle spielt und in den 1980er-Jahren zusammen mit Mercury in München wohnte.Freddie Mercury: Wie er wirklich war (Teil 2) Interview von Alex Gernandt mit Mode-Stylistin Minki Reichardt, die Tochter von Schauspielerin Barbara Valentin, auf der Homepage www.classicrock.net des deutschsprachigen Musikmagazins Classic Rock (Classic Rock), abgerufen am 26. November 2021.

Die Lieder Made in Heaven sowie I Was Born to Love You befinden sich in einer posthum überarbeiteten Version auch auf dem 1995 erschienenen Queen-Album Made in Heaven (Katalognummer: Parlophone 4835542).

Titelliste Let’s Turn It On – 3:39 Made in Heaven – 4:02 I Was Born to Love You – 3:36 Foolin’ Around – 3:26 Your Kind of Lover – 3:31 Mr. Bad Guy – 4:10 Man Made Paradise – 4:07 There Must Be More to Life Than This – 2:56 Living on My Own – 3:21 My Love Is Dangerous – 3:38 Love Me Like There’s No Tomorrow – 3:44

Bonustitel (britische, französische und japanische CD-Ausgabe) Let’s Turn It On (12″-Version) – 5:07 I Was Born to Love You (12″-Version) – 7:02 Living on My Own (12″-Version) – 6:41

Übersicht einzelner Liedversionen Die folgende Übersicht umfasst sämtliche offizielle Liedfassungen aus den Aufnahmesessions für Mr. Bad Guy, entstanden in den Jahren 1984 und 1985. Posthume Remixe sind nicht berücksichtigt.

Foolin’ Around Album Version Early Version * Original 1985 Unreleased 12″ Mix * Instrumental *

Gazelle Demo *

God Is Heavy Demo *

I Was Born to Love You Album Version Original 1985 Extended Version Vocal & Piano Version *

Let’s Turn It On Album Version Original 1985 Extended Version A Cappella *

Living on My Own Album Version Original 1985 Extended Version Hybrid Edit: Early/Later Versions *

Love Makin’ Love Demo *

Love Me Like There’s No Tomorrow Album Version Original 1985 Extended Version Instrumental * Early Version * 2nd Early Version: Extract * 3rd Early Version * Live Take *

Made in Heaven Album Version Original 1985 Single Version Original 1985 Extended Version Instrumental * Alternative Version * Man Made Paradise Album Version

Money Can’t Buy Happiness Demo *

Mr. Bad Guy Album Version Instrumental * Orchestra Out-takes * Early Version * Bad Circulation Version

My Love Is Dangerous Album Version Original 1985 Extended Version Early Version *

New York Demo *

She Blows Hot & Cold 1985 Non-album B-side 1985 Non-album B-side Extended Version Alternative Version featuring Brian May *

Stop All the Fighting 1985 Non-album B-side 1985 Non-album B-side Extended Version

There Must Be More to Life Than This Album Version Instrumental * Piano Out-takes *

Your Kind of Lover Album Version Early Version * Vocal & Piano Version *

Abgesehen von Made in Heaven (Singleversion) und Mr. Bad Guy (Bad Circulation Version) beinhaltet das im Jahr 2000 erschienene Boxset The Solo Collection alle oben genannten Titel. Die mit * gekennzeichneten Versionen wurden darin erstmals veröffentlicht. Mr. Bad Guy (Bad Circulation Version) ist auf der zweiten CD der 2006 erschienenen Kompilation Lover of Life, Singer of Songs – The Very Best of Freddie Mercury Solo.

Singleauskopplungen

Mitwirkende Stammbesetzung Freddie Mercury – Gesang, Klavier, Synthesizer Curt Cress – Schlagzeug Paul Vincent – Leadgitarre Stephan Wissnet – Bassgitarre Fred Mandel – zusätzlich Klavier, Synthesizer, Gitarre

Weitere Mitwirkende Jo Burt – Fretless Bass (Man Made Paradise) Reinhold Mack: Fairlight CMI, Programmierung (Schlagzeug), Toningenieur Stephan Wissnet: Fairlight CMI, Programmierung (Schlagzeug), Toningenieur-Assistenz

Covergestaltung The Artful Dodger – Artwork A. Sawa – Fotografien

Rezeption Das Album wurde von der Kritik unterschiedlich beurteilt. Nicht allen Rezensenten gefiel der etwas softere Stil des Albums im Vergleich zu den zahlreichen Queen-Alben.

Record Mirror (Großbritannien), 1985: „Freddie hat ein abwechslungsreiches Album voller raffinierter Songs produziert, die unendlich viel mehr Freude bereiten als die letzten 17 Queen-Alben.“

Sounds (Großbritannien), 1985: „Dieses Album ist nichts weiter als eine lahme Mischung aus Softrock und altbackenem Disco.“Zit. n. Jacky Gunn, Jim Jenkins: Queen. As It Began. Sidgwick & Jackson, London 1992, S. 187. ISBN 0-283-06052-2

All Music Guide (USA), von Ed Rivadavia: „[Es] gelingt (...) dem Frontmann auf lobenswerte Weise, Neuland zu betreten. Die Synthesizer von ‚Let’s Turn It On‘ kündigen an, dass die für Queen typische Gitarrenwucht auf diesem Album auffällig fehlen wird, während die Extravaganz ein Allzeithoch erreichen wird. ‚I Was Born to Love You‘, die erste Singleauskopplung des Albums, hebt die Einflüsse des 70er-Jahre-Disco und des 80er-Jahre-Dance auf ein Niveau unverhohlener Pop-Albernheit, an das sich Queen niemals heranwagen würde. Mercury kombiniert zudem sein akustisches Klavierspiel mit synthesizerbasierten Backing-Tracks für das wunderschön dramatische „Made in Heaven“ […]. Das Talent des Sängers für komplexe und originelle Arrangements bringt zudem facettenreiche Stücke wie „Man Made Paradise“ hervor, […] was dieses Album von Anfang bis Ende zu einem herausragenden Werk macht.“

Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Weblinks Mr. Bad Guy auf Queenpedia

Einzelnachweise

Kategorie:Album 1985 Kategorie:Album (Disco) Kategorie:Album (Pop) Kategorie:Album (Rock) Kategorie:Freddie Mercury