Herzöge von Lothringen Gebhard, Graf im Rheingau († 910), um 904 Herzog von Lothringen (Konradiner). 910–923 ging Lothringen an den westfränkischen König Karl III. der Einfältige: Einsetzung von Reginhar I. (Reginare), 910–915, ab 915/916 Pfalzgraf Wigerich von Lothringen (Wigeriche). Eberhard von Franken 926–928 (Konradiner). Giselbert, Graf im Maasgau zwischen 928/929 und 938/939 (Reginare). Heinrich I. von Bayern nur 940 bezeugt (Liudolfinger). Heinrich († 944), Sohn Giselberts, als Minderjähriger Mitherzog 940–944 (Reginare). Otto von Verdun, Graf von Verdun († 944), Herzog von Lothringen zwischen 942 und 944 (Wigeriche). Konrad, der Rote, Graf in Franken († 955), Herzog von Lothringen zwischen 945 und 953 (Salier). Brun, Erzbischof von Köln († 965), Herzog von Lothringen 953–965 (Liudolfinger).

Herzöge von Niederlothringen Da die Herzöge von Niederlothringen oftmals andere Herrschaften innehatten, kann die Zählweise variieren.

Gottfried I. von Jülich, dux († 964) (Matfriede) Richar, comes († 972) Karl, 978–991 (Karolinger) Otto, 991–1005/1006 (Karolinger) Gottfried II., 1012–1023 (Wigeriche). Gotzelo I., 1023–1044 (Wigeriche). 1044–1046: vakant oder Gotzelo II. ? Friedrich II. von Luxemburg, 1046–1065 (Wigeriche). Gottfried III., der Bärtige, 1065–1069 (Wigeriche). Gottfried IV., der Bucklige, 1069–1076 (Wigeriche). Konrad von Franken, 1076–1088 (vicedux: Albert III. Graf von Namur) Gottfried V. von Bouillon, 1088–1100 (Wigeriche). Heinrich I. von Limburg, 1100–1106 Gottfried VI. von Löwen, 1106–1128 (Reginare) Walram von Limburg, 1128–1139 Gottfried VII. von Löwen, 1139–1142 (Reginare) Gottfried VIII. von Löwen, 1142–1190 (Reginare) Heinrich I. von Brabant, 1190–1235 (ab 1183/1184 schon Herzog von Brabant) (Reginare)

Herzöge von Oberlothringen Wigeriche Haus Bar: Friedrich I. von Bar, 959–978 Dietrich I. von Bar, 978–1026/33 Friedrich II. von Bar, 1019–1026 Mitregent Friedrich III. von Bar, 1027–1033 Haus Verdun: Gotzelo I., 1033–1044, vereint mit Niederlothringen. Gottfried der Bärtige, 1044–1046

Matfriede, Haus Châtenois Die Matfriede und das Haus Châtenois Adalbert, 1047–1048 Gerhard, 1048–1070 Dietrich II., 1070–1115 Simon I., 1115–1139 (* um 1076; † 13. Januar 1139) Matthias I., 1139–1176 Simon II., 1176–1206 Friedrich (Ferry) I., 1206–1207 Friedrich (Ferry) II., 1206–1213 Theobald I., 1213–1220 Matthäus II., 1220–1251 Friedrich (Ferry) III., 1251–1303 Katharina von Limburg, Regentin 1251–1255 Theobald II., 1303–1312 Friedrich (Ferry) IV., 1312–1329 Rudolf, 1329–1346 Isabella von Österreich, Regentin 1329–1331 Johann I., 1346–1390 Marie de Châtillon, Regentin 1346–1361 Karl II., 1390–1431Im 16. Jahrhundert versuchten lothringische Geschichtsschreiber, die Legitimität der Herzöge von Lothringen durch eine direkte Verbindung mit den Karolingern zu erhöhen; sie bezeichneten daher den 991 gestorbenen Herzog Karl von Niederlothringen als Karl I. und begannen die Zählung der Herzöge von (Ober)lothringen dieses Namens mit Karl II.; diese Vorgehensweise hat sich bis heute erhalten. Isabella, † 1453, dessen Tochter, ⚭ 1420 René I. von Anjou, Graf von Guise, 1419 bzw. 1430 Graf von Bar, † 1480

Jüngeres Haus Anjou René I., 1431–1453, 1434 von Kaiser Sigismund belehnt Johann II., 1453–1470 Nikolaus I., 1470–1473 Jolande, 1473–1483, ⚭ Friedrich II. von Vaudémont

Haus Vaudémont René II., 1473–1508 Anton II., 1508–1544, dessen Sohn Franz I., 1544–1545, dessen Sohn Karl III., 1545–1608, dessen SohnGründer der lothringischen Schweizer Garde. Christina von Dänemark, Regentin 1545–1552 Nikolaus, Herzog von Mercoeur, Regent 1552–1559 Heinrich II., 1608–1624, Sohn Karls III. Nicole, 1. August 1624 bis 21. November 1625, † 1657, Tochter Heinrichs II., auf Betreiben ihres Gatten Karl (IV.) und Schwiegervaters Franz (II.) abgesetzt Karl IV., Gatte Nicoles, ab 1624 (uxor nomine), Sohn von Franz II. Franz II., 21.–26. November 1625, Bruder Heinrichs II. und Schwiegervater Nicoles, Herzog durch Beschluss der Generalstände, Abdankung nach fünf Tagen Karl IV., ab 26. November 1625 aus eigenem Recht, Abdankung am 19. Januar 1634 (1. Mal) von 1634 bis 1697 regierte der König von Frankreich offen das Herzogtum Lothringen: zeitweise mittels eingesetzter Herzöge, teils unmittelbar in eigener Person Nikolaus II. Franz, 19. Januar bis 1. April 1634, Bruder Karls IV. 1634–1641 unter französischer Besatzung Karl IV., April bis Juli 1641 (2. Mal) 1641–1659 unter französischer Besatzung Karl IV., 1659–1670 (3. Mal), 1670–1675 exiliert und bloß titularisch 1670–1697 unter französischer Besatzung Karl V., 1675–1690, Sohn Nikolaus’ II., exilierter Titularherzog Leopold, 1690–1697, Sohn Karls V., zunächst Titularherzog, 1697–1729 aufgrund des Friedens von Rijswijk wirklicher Herzog Franz III. Stephan, 1729–1736, Sohn Leopolds, 1736 Abdankung im Tausch gegen das Großherzogtum Toskana; 1745 als Franz I. zudem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, Ehemann von Kaiserin Maria Theresia

Nach dem Polnischen Thronfolgekrieg bringt der Frieden von Wien eine Einigung: der Kandidat der französischen Partei, Stanislaus I. Leszczyński, verzichtet auf die polnische Krone und erhält dafür Lothringen; auf dieses, nicht allerdings auf den Titel eines (Titular-)Herzogs von Lothringen, verzichtet wiederum Franz Stephan zugunsten der Toskana. Franz Stephan ging es dabei auch darum, die Zustimmung zur Ehe mit Maria Theresia (1736) zu erreichen. Ferner wird vereinbart, dass das Land nach dem Tod Leszczyńskis an Frankreich fällt, dies tritt 1766 ein. Der Titel eines Herzogs von Lothringen wird von den Nachkommen aus der Ehe Franz Stephans mit Maria Theresia, der Erbin des Hauses Habsburg (darunter die römisch-deutschen Kaiser ab Joseph II. und die österreichischen Kaiser) weiterhin geführt; diese bilden das Haus Habsburg-Lothringen.

Literatur

Fußnoten

Lothringen