Als Konsumquote wird eine volkswirtschaftliche Kennzahl bezeichnet, die das Verhältnis der Konsumausgaben am verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte wiedergibt. Pendant ist die Sparquote. Ein privater Haushalt kann sein Einkommen für den Kauf von Gütern und Dienstleistungen ausgeben (Konsum) oder auf Konsum verzichten (Sparen). Der Konsum hängt von verschiedenen Einflussgrößen ab, von denen das Volkseinkommen als der primäre Einflussfaktor angesehen wird.Verlag Dr. Th. Gabler, Gabler Wirtschafts-Lexikon, Band 3, 1984, Sp. 2480; ISBN 3-409303839 Setzt man beide zueinander in Beziehung, erhält man die Konsumfunktion.Verlag Dr. Th. Gabler, Gabler Wirtschafts-Lexikon, Band 3, 1984, Sp. 2476 ff. Die Spartätigkeit bzw. der Konsumverzicht führt nicht automatisch zur Kapitalbildung. Investitionen selbst ermöglichen sowohl Spartätigkeit, Konsum wie auch Kapitalbildung, wobei viele neoklassische Modelle der Ökonomie dies aufgrund gemachter Annahmen bezüglich Bankaktivitäten nicht reproduzieren können.

Arten In der Volkswirtschaftslehre unterscheidet man als volkswirtschaftliche Kennzahl zwischen der durchschnittlichen und der marginalen Konsumquote.

Durchschnittliche Konsumquote Die durchschnittliche Konsumquote setzt die gesamten Konsumausgaben zum gesamten Einkommen in Relation: . Die durchschnittliche Konsumquote gibt an, wie viel vom Volkseinkommen für den Konsum verwendet wird. Die marginale Konsumquote gibt an, wie viel von einer zusätzlichen Einheit des Volkseinkommens für zusätzliche Konsumgüterkäufe verwendet wird.Helmut Wienert, Grundzüge der Volkswirtschaftslehre: Makroökonomie, 2001, S. 56

Marginale Konsumquote Die marginale Konsumquote (auch: marginale Konsumneigung, Grenzneigung zum Konsum), kurz , beschreibt den Anteil des Einkommens, den die privaten Haushalte einer Volkswirtschaft an der nächsten zusätzlichen (marginalen) Einkommenseinheit konsumieren, d. h. nicht sparen. Sie ist grundlegend für die Entwicklung des Keynesianischen Totalmodells und des Multiplikators.Wolfgang Cezanne, Allgemeine Volkswirtschaftslehre, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 2005, S. 292 f.

Beispiel Wenn ein Haushalt einen Euro mehr zur Verfügung hat und die marginale Konsumquote 0,65 beträgt, dann wird der Haushalt von dem zusätzlichen Euro 65 Cent ausgeben und 35 Cent sparen.

Der Konsum ergibt sich aus dem autonomen Konsum und dem verfügbaren Einkommen multipliziert mit der marginalen Konsumneigung : . Die marginale Konsumneigung ist die Ableitung des Konsums nach dem Einkommen . .

Zusammenhang von Konsum- und Sparquote Nach dem fundamental-psychologischen Gesetz muss größer als und kleiner als sein. Es gilt also: . Die marginale Konsumneigung ergibt sich aus der Differenz von 1 und der marginalen Sparneigung . Das heißt, dass Einkommen, das nicht für den Konsum ausgegeben wird, gespart wird: . Analog lässt sich für die Investitionen die marginale Investitionsquote definieren.

Siehe auch marginale Sparquote Gewinnquote (Ökonomie)

Literatur

Wolfgang Cezanne: Allgemeine Volkswirtschaftslehre, Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 6. Auflage, ISBN 978-3-486-57770-9.

Einzelnachweise

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