Die Demokraatit ( für „Demokraten“) sind eine politische Partei in Grönland.

Geschichte Sie gründete sich am 28. November 2002 um den Politiker Per Berthelsen, der im Jahr zuvor aus der sozialdemokratischen Siumut ausgeschlossen worden war.Tikaajaat Kristensen: Demokraterne og kandidaterne. Kalaallit Nunaata Radioa (7. November 2014).Ulrik Gad, Einar Lund Jensen: Demokraatit. Danmarks Nationalleksikon. Nur wenige Tage später erreichte die Partei auf Anhieb die drittmeisten Stimmen aller Parteien. 2005 wurde die Partei die zweitstärkste Kraft im Land. 2008 zerstritt sich Per Berthelsen mit seiner Partei. Er wurde als Parteivorsitzender abgewählt und verließ die Partei.Per Berthelsen er færdig som partiformand. Kalaallit Nunaata Radioa (8. Juli 2008).Mikkel Bjarnø Lund: Per Berthelsen melder sig ud af Demokraterne. Kalaallit Nunaata Radioa (8. Juli 2008). Unter seinem Nachfolger Jens B. Frederiksen erlitt die Partei 2009 schwere Verluste, bei denen sich die Stimmenanzahl beinahe halbierte. Daraufhin wurden die Demokraatit jedoch erstmals Mitglied einer Koalitionsregierung. 2013 halbierte sich der Stimmenanteil ein weiteres Mal. Im Folgejahr verließ Frederiksen die Partei und Anda Uldum wurde zu seinem Nachfolger ernannt.Martine Lind Krebs, Hagen Højer Christensen: Anda Uldum ny formand for Demokraterne. Kalaallit Nunaata Radioa (13. März 2014). Unter ihm konnte die Partei im selben Jahr beinahe wieder das Wahlergebnis von 2009 erreichen. Im Anschluss ging sie eine Siumut-geführte Koalition ein. Die Regierung zerbrach 2016 und die Demokraatit gingen in die Opposition. 2018 erhielten sie mit ihrem Kandidaten Niels Thomsen das zweitbeste Ergebnis der Parteigeschichte. Von Oktober 2018 bis Mai 2020 tolerierte die Partei die Minderheitsregierung, bevor sie eine Koalition mit ihr einging. Bei der Wahl 2021 halbierte sich das Wahlergebnis im Vergleich zur Wahl 2018, was das zweitschlechteste Ergebnis der Parteigeschichte bedeutete. Die Partei konnte sich jedoch erholen und holte bei der Wahl 2025 einen Erdrutschsieg unter Jens-Frederik Nielsen.

Politische Ausrichtung Die Demokraatit verstehen sich als sozialliberale Partei, die sich historisch ebenso wie die Atassut für den Erhalt der Rigsfællesskabet einsetzt. Als einzige der grönländischen Parteien lehnten die Demokraatit die 2009 eingeführte Selvstyre ab. Die Partei war vor allem in der Anfangszeit beliebt bei der dänischen Bevölkerung Grönlands. Ihre Ziele sind eine Senkung der Gesellschaftssteuer, eine Verbesserung des Bildungsniveaus und des Wirtschaftssystems in Grönland sowie die Lösung der sozialen Probleme des Landes. Seit etwa 2020 befürwortet es die Partei wie die meisten anderen Parteien ebenfalls, auf eine spätere Unabhängigkeit hinzuarbeiten, sofern die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen dafür geschaffen sind.Parteiprogramm 2018. Demokraatit.

Parteivorsitzende 2002–2008: Per Berthelsen 2008–2014: Jens B. Frederiksen 2014–2016: Anda Uldum 2016–2018: Randi Vestergaard Evaldsen 2018–2019: Niels Thomsen 2019: Randi Vestergaard Evaldsen (kommissarisch) 2019–2020: Nivi Olsen (kommissarisch) seit 2020: Jens-Frederik Nielsen

Wahlergebnisse Parlamentswahlen Wahl Stimmen Stimmenanteil Sitze Platz Folge 2002 4.558 16,1 % 4 Opposition 2005 6.596 22,8 % 2 Opposition 2009 3.620 12,8 % 3 Juniorpartner der Regierung 2013 1.870 6,3 % 5 Opposition 2014 3.469 11,9 % 3 Juniorpartner der Regierung, ab 2016 Opposition 2018 5.712 19,7 % 3 Opposition, von 2018 bis 2020 Tolerierung der Minderheitsregierung, ab 2020 Juniorpartner der Regierung 2021 2.452 9,3 % 4 Opposition 2025 8.563 30,3 % 1 Seniorpartner der Regierung

Folketingswahlen Wahl Stimmen Stimmenanteil Sitze Platz Abgeordneter 2005 4.924 21,3 % 3 nicht vertreten 2007 4.586 18,3 % 3 nicht vertreten 2011 2.832 12,6 % 3 nicht vertreten 2015 1.852 9,2 % 3 nicht vertreten 2019 2.262 11,3 % 3 nicht vertreten 2022 3.656 19,0 % 3 nicht vertreten 2026 3.767 19,0 % 3 nicht vertreten

Einzelnachweise

Kategorie:Partei (Grönland) Kategorie:Liberale Partei Kategorie:Parteigründung 2002