mini|hochkant=1.8|Volleyballspiel class=skin-invert-image|mini|Piktogramm für Volleyball Volleyball () ist eine olympische Mannschaftssportart aus der Gruppe der Rückschlagspiele. Zwei Mannschaften mit jeweils sechs Spielern stehen sich dabei auf einem Spielfeld gegenüber, das durch ein Netz geteilt ist. Ziel des Spiels ist es, einen Ball so über das Netz zu schlagen, dass der Ball den Boden der gegnerischen Spielfeldhälfte berührt oder die gegnerische Mannschaft einen Fehler begeht. Eine Mannschaft darf den Ball dreimal in Folge berühren, um ihn zurückzuspielen. Ein etwaiger Block zählt dabei nicht mit. Der Ball wird volley gespielt (daher kommt der Name der Sportart) und darf mit jedem Körperteil berührt werden, jedoch werden in der Praxis fast ausschließlich die Hände oder Unterarme verwendet.Ursprünglich erlaubten die Volleyballregeln das Berühren des Balls nur mit dem Oberkörper und das Spiel mit dem Fuß wurde bestraft (https://volleyballvault.com/can-you-use-your-feet-in-volleyball/). Ab 1993 (FIVB, https://volleyballedge.com/are-you-allowed-to-use-your-feet-in-volleyball/) bzw. 1999 (NCAA, https://sportsmanist.com/is-using-your-feet-legal-in-volleyball) wurde jedoch das Spiel auf alle Körperteile ausgeweitet. [Zugriff: 7. Dezember 2023]
Volleyball entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten. Die Sportart wird mittlerweile weltweit betrieben. Der Weltverband FIVB umfasst 222 nationale Verbände und somit mehr Mitglieder als die FIFA oder die Vereinten Nationen. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts werden Weltmeisterschaften und olympische Turniere ausgetragen. Weitere hochklassige Wettbewerbe sind die jährlich ausgetragene Volleyball Nations League und der Volleyball World Cup. Hinzu kommen die kontinentalen Turniere (beispielsweise die Europameisterschaft), die Europapokal-Wettbewerbe für Vereinsmannschaften sowie nationale Meisterschaften und Pokalwettbewerbe.
In den frühen Jahrzehnten (Mitte des 20. Jahrhunderts) dominierten in Wettbewerben vor allem die National- und Vereinsmannschaften der Sowjetunion, Nationalteams der Tschechoslowakei (Männer) und Japan (Frauen) und Vereinsmannschaften aus Rumänien. Ende des 20. Jahrhunderts kamen die Vereinigten Staaten, Brasilien und Italien als führende Nationen hinzu. Bei den Männern ist außerdem Polen erfolgreich und bei den Frauen haben China und Kuba mehrere Titel gewonnen.
Trotz der weltweiten Verbreitung wird Volleyball in einzelnen Ländern unterschiedlich wahrgenommen. Während es im deutschsprachigen Raum eher eine Randsportart ist, werden die Spiele in Polen intensiv in den Medien übertragen. Es gibt mehrere Sportarten und Varianten, die sich aus dem Volleyball entwickelt haben. Die bekannteste Variante ist das ebenfalls olympische Beachvolleyball.
Regeln Die internationalen Volleyballregeln werden vom Weltverband FIVB festgelegt. Die aktuelle Version des Regelwerks wurde beim 39. FIVB-Kongress 2024 festgelegt und gilt seit 2025.
Spielfeld mini|Abmessungen eines Volleyballfelds mini|links|Volleyballfeld von der Grundlinie aus gesehen Das Spielfeld ist 18 Meter lang und 9 Meter breit. Durch die Mittellinie und das Netz wird es in zwei Hälften geteilt, sodass jede Mannschaft auf einer Feldhälfte in der Größe von 9 mal 9 Metern spielt. Drei Meter vom Netz entfernt befindet sich eine weitere Linie, die die Angriffszone abgrenzt. Links und rechts gibt es die Seitenlinien und am hinteren Ende die Grundlinie. Alle Linien eines Volleyballfeldes sind jeweils 5 Zentimeter breit und gehören zum Spielfeld.
Das Netz hängt über der Mittellinie. Die obere Kante befindet sich bei Männern 2,43 Meter, bei Frauen 2,24 Meter und im Mixed 2,35 Meter über dem Boden. Das Netz muss straff gespannt sein. Es ist selbst einen Meter hoch und 9,5 bis 10 Meter breit, sodass es auf jeder Seite 25 bis 50 Zentimeter über die Seitenlinien des Feldes hinausragt. Die quadratischen Maschen des Netzes haben eine Seitenlänge von 10 Zentimetern, seine Ränder sind mit Bändern eingefasst. An den Enden ist es an Pfosten befestigt, die 0,5 bis 1 m außerhalb des Feldes stehen. Über den Seitenlinien sind an beiden Seiten des Netzes Antennen angebracht. Diese 80 Zentimeter über die Netzoberkante hinausragenden, flexiblen Stäbe begrenzen den Bereich, innerhalb dessen der Ball über das Netz gespielt werden muss.
Das Spielfeld ist an allen Seiten von einer mindestens drei Meter breiten Freizone umgeben, in der der Ball ebenfalls gespielt werden darf. Oberhalb des Spielfelds und der Freizone muss mindestens sieben Meter (bei internationalen Wettbewerben mindestens 12,5 Meter) Platz sein, der frei von Hindernissen ist. Hinter der gesamten Länge der Grundlinie befindet sich die Aufschlagzone, in der der Aufschlag ausgeführt wird.
An beiden Enden des Netzes stehen die Schiedsrichter. Hinter dem zweiten Schiedsrichter befindet sich der Tisch der Schreiber (weitere Informationen zu diesen Personen im Abschnitt „Schiedsgericht“). Neben dem Schreibertisch stehen die Bänke, auf denen die Trainer und andere Teammitglieder sitzen. Ersatzspieler können sich in einem 3 mal 3 Meter großen Bereich in den Ecken außerhalb der Freizone oder hinter den Mannschaftsbänken aufhalten.
Im wettbewerbsmäßigen Spielbetrieb werden von den Volleyballverbänden in den unterklassigeren Ligen aufgrund der begrenzten Möglichkeiten vieler kleinerer Vereine geringere Anforderungen an die räumlichen Abmessungen gestellt.
Ball mini|Offizielle Volleybälle mit FIVB-Logo
Der Volleyball besteht aus Leder oder Kunststoff mit einer luftgefüllten Gummiblase im Inneren. Mit einem Umfang von 65 bis 67 Zentimetern und einem Gewicht von 260 bis 280 Gramm ist er kleiner und leichter als ein Basketball oder ein Fußball. Er ist entweder einfarbig hell oder hat ein Muster aus verschiedenen Farben. Der Innendruck (Überdruck) muss zwischen 294,3 und 318,82 Millibar betragen.
Die Marke der Spielbälle wird von den nationalen Volleyballverbänden für ihren Zuständigkeitsbereich festgelegt. Im internationalen Bereich gibt es mehrere zugelassene Spielbälle, die sich in Kleinigkeiten bezüglich Farbe und Materialbeschaffenheit unterscheiden. Die allgemeinen Grundsätze bezüglich Umfang und Gewicht sind bei allen Bällen gleich.
Mannschaft mini|Spielerpositionen im Volleyball Der Kader einer Volleyballmannschaft besteht meistens aus zwölf Spielern, manchmal auch mehr. Auf dem Spielberichtsbogen ist pro Mannschaft Platz für die Eintragung von vierzehn Spielern. Jeweils sechs Spieler stehen gleichzeitig auf dem Feld. Die sechs Spieler der Startaufstellung bezeichnet man auch als Starting Six. Die Spieler einer Mannschaft tragen die gleichen Trikots. Eine Ausnahme bildet dabei der Libero, für den einige Sonderregeln gelten (siehe unten). Ein Spieler wird zum Kapitän der Mannschaft ernannt. Nach einer Regeländerung darf seit Anfang 2022 auch der Libero dieses Amt übernehmen. Der Kapitän führt nicht nur seine Mitspieler, sondern ist auch für die Kommunikation mit dem Schiedsgericht und Formalitäten wie das Unterschreiben des Spielberichts zuständig. Der Trainer ist neben der Betreuung seiner Mannschaft unter anderem für die Aufstellung, Auswechslungen und Auszeiten verantwortlich. In seiner Arbeit wird er häufig von einem Co-Trainer unterstützt. Weitere Offizielle, die während des Spiels auf der Bank sitzen können, sind der Mannschaftsarzt und der Physiotherapeut.
Rotation Die Startaufstellung der Mannschaft bestimmt die Rotationsfolge der Spieler auf dem Feld (siehe Grafik), die für die Dauer des jeweiligen Satzes gilt. Die Positionen werden von hinten rechts gegen den Uhrzeigersinn von 1 bis 6 nummeriert. Die Spieler auf den Positionen 2, 3 und 4 gelten als Vorderspieler, die anderen drei als Hinterspieler. Bekommt eine Mannschaft das Aufschlagsrecht, so rotieren ihre Spieler um eine Position im Uhrzeigersinn. Dadurch rückt beispielsweise der Spieler, der zuvor auf Position 2 am Netz stand, nun auf Position 1 und wird damit zum Aufschläger für sein Team. Diese Positionen behält die Mannschaft so lange bei, bis sie das verlorene Aufschlagrecht zurückgewinnt. Ein bodenberührender Teil des Körpers eines Vorderspielers (i. d. R. die Füße) muss am Anfang eines Ballwechsels mindestens auf gleicher Höhe sein wie ein Teil des Körpers des entsprechenden Hinterspielers. Auch nebeneinander stehende Spieler müssen in der richtigen Reihenfolge angeordnet sein.https://www.nwvv.de/uploads/17bafa97-cf9c-487e-9ec9-a2f6dc053350/NWVV+Schiedsrichterinformation+9+2022.pdf Sobald der Ball im Spiel ist, können sie sich frei auf dem Spielfeld bewegen und sich gemäß der taktischen Ausrichtung anordnen.
Spielzug Nachdem der Ball mit dem Aufschlag ins Spiel gebracht worden ist, sind für jede Mannschaft bis zu drei Ballkontakte erlaubt, bevor der Ball das Netz überqueren muss. Bei einem typischen Ballwechsel werden die drei Ballkontakte für drei Bestandteile eines Spielzugs genutzt. Der erste Kontakt ist die Annahme oder die Abwehr, mit der der Ball in der Defensive kontrolliert wird. Durch das Zuspiel (zweiter Kontakt) gelangt der Ball in die Nähe des Netzes. Der dritte Kontakt ist üblicherweise der Angriffsschlag über das Netz. Die andere Mannschaft kann nun versuchen, den Angriff durch einen Block direkt am Netz abzuwehren. Gelangt der Ball danach in die Hälfte der abwehrenden Mannschaft, wird weitergespielt. Der Blockkontakt wird bei den drei Ballkontakten, die pro Spielzug erlaubt sind, nicht mitgezählt. Wenn kein Block eingesetzt wird oder kein direkter Blockpunkt gelingt, baut die Mannschaft mit ihren drei Ballkontakten einen neuen Angriff auf.
Fehler Eine Mannschaft erzielt einen Punkt, wenn sie den Ball auf den Boden der gegnerischen Spielfeldhälfte schlägt oder dem Gegner ein Fehler unterläuft. Folgende Fehler sind möglich:
Ball aus: Der Ball fällt zu Boden, ohne das gegnerische Feld zu treffen. Die Linie gehört dabei zum Feld. Vier Kontakte: Eine Mannschaft berührt den Ball mehr als dreimal nacheinander. Eine Berührung im Block wird dabei nicht mitgezählt. Das gilt auch für eine mehrfache Blockberührung durch einen oder mehrere Spieler. Die nächste Berührung nach einem Block darf auch durch einen Spieler erfolgen, der im Rahmen der Blockaktion unmittelbar zuvor den Ball berührt hat. Außer beim Aufschlag darf der Ball mit dem gesamten Körper berührt werden. Doppelberührung: Ein Spieler berührt den Ball zweimal direkt hintereinander. Ausnahmen: Nach dem Block darf derselbe Spieler den ersten Ballkontakt durchführen und bei der Annahme darf der Ball mehrere Körperteile des annehmenden Spielers gleichzeitig oder unmittelbar hintereinander berühren. In der Praxis wird die Doppelberührung meist an der Rotation des Balles festgestellt. Ball geführt: Ein Spieler hält oder wirft den Ball, statt ihn zu schlagen. Netzberührung: Ein Spieler berührt das Netz. Zwischen 2009 und 2015 gab es eine liberalere Auslegung dieser Regel, wonach eine Netzberührung nur als Fehler galt, wenn dadurch das Spielgeschehen beeinflusst wurde. Fehler beim Aufschlag: Der Ball überquert das Netz nicht im vollen Durchmesser zwischen den Antennen oder deren gedachter Verlängerung bis zur Hallendecke. Berührt bei Überquerung des Netzes ein aufgeschlagener Ball die Netzkante, so gilt dies nach aktuellem Reglement nicht als Fehler. Außerdem darf der aufschlagende Spieler nicht mehr als acht Sekunden für diese Aktion benötigen und er muss aufschlagen, bevor er das Spielfeld berührt. Der Gegner darf den Aufschlag nicht blocken und den Ball nicht direkt zurückspielen, während er sich in der Vorderzone und vollständig über der Netzoberkante befindet. Übergreifen: Ein Spieler greift über das Netz. Ausnahmen: Wenn beim Angriffsschlag der Ballkontakt noch im eigenen Spielraum stattfindet; beim Block, falls der Spielaufbau des Gegners nicht behindert wird.