Gesamtausgabe ist der Titel der gesammelten Werke des deutschen Philosophen Martin Heidegger. Sie erscheint im Verlag Vittorio Klostermann.

Begonnen wurde sie noch zu Heideggers Lebzeiten. Er legte die Art der Veröffentlichung und die Reihenfolge der Bände fest. Die Gesamtausgabe umfasst insgesamt 102 Bände, wobei derzeit circa zwei Bände jährlich erscheinen.

Edition Martin Heideggers Gesamtausgabe ist keine historisch-kritische Ausgabe, sondern eine Ausgabe letzter Hand; das heißt, dass die Reihenfolge durch Heidegger selber festgelegt wurde und hat zur Folge, dass die Bände auch kein Register enthalten. Zwar werden Anmerkungen Heideggers und manche Änderungen gesondert ausgewiesen, aber nicht systematisch auf Grundlage von Handschriften und Ausgaben die Textgeschichte sichtbar gemacht. Insbesondere erfährt die Gesamtausgabe Kritik hinsichtlich des Umgangs mit Stellen mit Bezug zum Nationalsozialismus und zum Judentum. Neben verschleiernden nachträglichen Änderungen durch Heidegger selbst wird auch von Fälschungen durch die Familie und die Herausgeberschaft berichtet. Zur Klärung der Vorwürfe wandte sich Verleger der Gesamtausgabe Vittorio E. Klostermann im Jahr 2015 an die Herausgeber und bat um Aufklärung über eventuelle Glättungen oder Streichungen. In der daraufhin aufflammenden Debatte meldete sich Klostermann unter anderem mit Stellungnahmen und Leserbriefen zu Wort.

Als erste Herausgabe der deutschen Ausgabe erschien 1975 der Band 24, Die Grundprobleme der Phänomenologie. Seitdem sind viele Bände auch als Übersetzungen in mehreren Sprachen herausgekommen. Herausragend ist hierbei die japanische Gesamtausgabe, welche zeitgleich mit der deutschen erscheint. Auf Veranlassung Martin Heideggers wurde Friedrich-Wilhelm von Herrmann zum wissenschaftlichen Hauptherausgeber der Gesamtausgabe ernannt, die 1975 begonnen wurde und bis heute im Verlag Vittorio Klostermann erscheint.

Die insgesamt 102 Bände der Gesamtausgabe von Heideggers Werk unterteilen sich wie folgt:

I. Abteilung (Bände 1–16): Veröffentlichte Schriften 1910–1976: Sie umfasst die zu Lebzeiten von Heidegger herausgegebenen Schriften. II. Abteilung (Bände 17–63): Vorlesungen 1919–1944: diese bringt in zeitlicher Folge alle Vorlesungen Heideggers aus der Marburger (1923–1928) und der zweiten Freiburger Lehrtätigkeit (1928–1944). Am Ende der Abteilung wurden die frühen Freiburger Vorlesungen aus Heideggers Dozentenzeit aufgenommen. Nach Heidegger ist die Kenntnis dieser Abteilung eine notwendige Voraussetzung für das Verständnis der unveröffentlichten Abhandlungen. III. Abteilung (Bände 64–81): Unveröffentlichte Abhandlungen / Vorträge – Gedachtes: Sie umfasst zahlreiche bisher unveröffentlichte Abhandlungen aus verschiedenen Jahrzehnten. IV. Abteilung (Bände 82–102): Hinweise und Aufzeichnungen: Hier finden sich Hinweise zu veröffentlichten Schriften, Denksplitter, Briefe, die „Schwarzen Hefte“, in denen Heidegger über vier Jahrzehnte wichtige Einsichten verdichtet festgehalten hat. Diese erscheinen nach seinem Wunsch am Ende der Herausgabe der Gesamtausgabe. (Der Verlag Vittorio Klostermann weist darauf hin, dass im Nachlass ein Heft fehlt, die „Überlegungen I“, und bittet im Prospekt der Gesamtausgabe um dessen Rückgabe.)

Der Plan der Gesamtausgabe ist im Band 70, Über den Anfang (1941) […], mit enthalten. Außerdem kann die Übersicht beim Verlag Vittorio Klostermann als gesonderte Broschüre bezogen werden.

Das sogenannte Sigel (auch die Sigle) der Gesamtausgabe ist GA. Für die auch außerhalb des Rahmens der Gesamtausgabe erschienenen Werke sind die folgenden Abkürzungen gebräuchlich, wie man sie meist im Siglenverzeichnis findet:

EM: Einführung in die Metaphysik (GA 40)FD: Die Frage nach dem Ding (GA 41)G oder GL: Gelassenheit (GA 13 und 16)HW: Holzwege (GA 5)ID: Identität und Differenz N I/II: Nietzsche Bd. I/II (GA 6.1/2)Sch: Schellings Abhandlung »Über das Wesen der menschlichen Freiheit« (GA 42)SD oder ZSD: Zur Sache des Denkens (GA 14)SG: Der Satz vom Grund (GA 10) SU: Die Selbstbehauptung der deutschen Universität. Das Rektorat 1933/43 (GA 16)SZ: Sein und Zeit (GA 2)US: Unterwegs zur Sprache (GA 12)VA: Vorträge und Aufsätze (GA 7)WD: Was heißt Denken? (GA 8)WM: Wegmarken (GA 9)Zoll: Zollikoner Seminare

I. Abteilung: Veröffentlichte Schriften (1910–1976) Band Inhalt Kurzbeschreibung 1 Frühe Schriften(1912–1916)Hrsg.: F.-W. von Herrmann1978, XII, 454 S. Das Realitätsproblem in der modernen Philosophie (1912) Neuere Forschungen über Logik (1912) Besprechungen (1913) Die Lehre vom Urteil im Psychologismus (1913) Die Kategorien- und Bedeutungslehre des Duns Scotus (1915) Selbstanzeige (1917) Der Zeitbegriff in der Geschichtswissenschaft (1916) 2 Sein und Zeit(1927)Hrsg.: F.-W. von Herrmann1977, XIV, 586 S.EINLEITUNG: Die Exposition der Frage nach dem Sinn von Sein Erstes Kapitel: Notwendigkeit, Struktur und Vorrang der Seinsfrage Zweites Kapitel: Die Doppelaufgabe in der Ausarbeitung der Seinsfrage. Die Methode der Untersuchung und ihr Aufriß ERSTER TEIL: Die Interpretation des Daseins auf die Zeitlichkeit und die Explikation der Zeit als des transzendentalen Horizontes der Frage nach dem Sein ERSTER ABSCHNITT: Die vorbereitende Fundamentalanalyse des Daseins Erstes Kapitel: Die Exposition der Aufgabe einer vorbereitenden Analyse des Daseins Zweites Kapitel: Das In-der-Welt-sein überhaupt als Grundverfassung des Daseins Drittes Kapitel: Die Weltlichkeit der Welt Viertes Kapitel: Das In-der-Welt-sein als Mit- und Selbstsein. Das »Man« Fünftes Kapitel: Das In-Sein als solches Sechstes Kapitel: Die Sorge als Sein des Daseins ZWEITER ABSCHNITT: Dasein und Zeitlichkeit Erstes Kapitel: Das mögliche Ganzsein des Daseins und das Sein zum Tode Zweites Kapitel: Die daseinsmäßige Bezeugung eines eigentlichen Seinkönnens und die Entschlossenheit Drittes Kapitel: Das eigentliche Ganzseinkönnen des Daseins und die Zeitlichkeit als der ontologische Sinn der Sorge Viertes Kapitel: Zeitlichkeit und Alltäglichkeit Fünftes Kapitel: Zeitlichkeit und Geschichtlichkeit Sechstes Kapitel: Zeitlichkeit und Innerzeitigkeit als Ursprung des vulgären Zeitbegriffes Nachwort des Herausgebers Heideggers erstes Hauptwerk.Siehe Sein und Zeit 3 Kant und das Problem der Metaphysik(1929)Hrsg.: F.-W. von Herrmann1991, 2. Auflage 2010, XVIII, 318 S.Anhang Aufzeichnungen zum Kantbuch Rezension von Ernst Cassirer, Philosophie der symbolischen Formen. 2. Teil: Das mythische Denken. Berlin 1925 (1928)Davoser Vorträge: Kants Kritik der reinen Vernunft und die Aufgabe einer Grundlegung der Metaphysik (1929)Davoser Disputation zwischen Ernst Cassirer und Martin Heidegger (1929)Zu Odebrechts und Cassirers Kritik des Kantbuches (1931/32)Zur Geschichte des philosophischen Lehrstuhles seit 1866 (1927) Kants Kritik der reinen Vernunft soll als eine Grundlegung der Metaphysik ausgelegt werden. 4 Erläuterungen zu Hölderlins Dichtung(1936–1968)Hrsg.: F.W. von Herrmann1981, 2. Auflage 1996, 208 S. Erläuterungen zu Hölderlins Dichtung Vorbemerkung zur Wiederholung der Rede Vorwort zur Lesung von Hölderlins Gedichten Ein Blick in die Werkstatt 5 Holzwege(1935–1946)Hrsg.: F.-W. von Herrmann1977, 2. Auflage 2003, VI, 382 S. Der Ursprung des Kunstwerkes (1935/36) Die Zeit des Weltbildes (1938) Hegels Begriff der Erfahrung (1942/43) Nietzsches Wort »Gott ist tot« (1943) Wozu Dichter? (1946) Der Spruch des Anaximander (1946) 6.1 Nietzsche 1(1936–1939)Hrsg.: B. Schillbach1996, XIV, 596 S. I. DER WILLE ZUR MACHT ALS KUNST (siehe GA 43) II. DIE EWIGE WIEDERKEHR DES GLEICHEN (siehe GA 44) III. DER WILLE ZUR MACHT ALS ERKENNTNIS (siehe GA 47) nicht aufgenommen wurde GA 46 6.2 Nietzsche 2(1939–1946)Hrsg.: B. Schillbach1997, VIII, 454 S. IV. DIE EWIGE WIEDERKEHR ALS WILLE ZUR MACHT V. DER EUROPÄISCHE NIHILISMUS VI. NIETZSCHES METAPHYSIK VII. DIE SEINSGESCHICHTLICHE BESTIMMUNG DES NIHILISMUS VIII. DIE METAPHYSIK ALS GESCHICHTE DES SEINS IX. ENTWÜRFE ZUR GESCHICHTE DES SEINS ALS METAPHYSIK X. DIE ERINNERUNG IN DIE METAPHYSIK 7 Vorträge und Aufsätze(1936–1953)Hrsg.: F.-W. von Herrmann2000, XVIII, 298 S. Die Frage nach der Technik (1953) Wissenschaft und Besinnung (1953) Überwindung der Metaphysik (1936–1946) Wer ist Nietzsches Zarathustra? (1953) Was heißt Denken? (1952) Bauen Wohnen Denken (1951) Das Ding (1950) »...dichterisch wohnet der Mensch…« (1951) Logos (Heraklit, Fragment 50) (1951) Moira (Parmenides, Fragment VIII, 34-41) (1952) Aletheia (Heraklit, Fragment 16) (1954) 8 Was heißt Denken?(1951–1952)Hrsg.: P.-L. Coriando2002, VIII, 268 S. 9 Wegmarken(1919–1961)Hrsg.: F.-W. von Herrmann1976, 2. Auflage 1996, 3. Auflage 2004, X, 488 S. Anmerkungen zu Karl Jaspers »Psychologie der Weltanschauungen« (1919/21) Phänomenologie und Theologie (1927) Aus der letzten Marburger Vorlesung (1927) Was ist Metaphysik? (1929) Vom Wesen des Grundes (1929) Vom Wesen der Wahrheit (1930) Platons Lehre von der Wahrheit (1931/32, 1940) Vom Wesen und Begriff der Φὐσις. Aristoteles, Physik B, 1 (1939) Nachwort zu »Was ist Metaphysik?« (1943) Brief über den »Humanismus« (1946) Einleitung zu »Was ist Metaphysik?« (1949) Zur Seinsfrage (1955) Hegel und die Griechen (1958) Kants These über das Sein (1961) Fragt nach dem Nichts. Fragt nach der ontologischen Differenz. 10 Der Satz vom Grund(1955–1956)Hrsg.: P. Jaeger1997, VIII, 192 S. 11 Identität und Differenz(1955–1957)Hrsg.: F.-W. von Herrmann2. Auflage 2006, 168 S. Was ist das – die Philosophie? (1955) Identität und Differenz (1957) Der Satz der Identität (1957) Die onto-theologische Verfassung der Metaphysik (1957) Die Kehre (1949) Grundsätze des Denkens (1957) Ein Vorwort. Brief an Pater William J. Richardson (1962) Brief an Takehiko Kojima (1963) 12 Unterwegs zur Sprache(1950–1959)Hrsg.: F.-W. von Herrmann1985, 262 S. Die Sprache (1950) Die Sprache im Gedicht. Eine Erörterung von Georg Trakls Gedicht (1952) Aus einem Gespräch von der Sprache. (1953/54) Zwischen einem Japaner und einem Fragenden Das Wesen der Sprache (1957/58) Das Wort (1958) Der Weg zur Sprache (1959) 13 Aus der Erfahrung des Denkens(1910–1976)Hrsg.: H. Heidegger1983, 2. Auflage 2002, VIII, 254 S. Abraham a Sankta Clara (1910) Frühe Gedichte (1910–1916) Schöpferische Landschaft: Warum bleiben wir in der Provinz? (1953) Wege zur Aussprache (1957) Winke (1941) Chorlied aus der Antigone des Sophokles (1943) Zur Erörterung der Gelassenheit. Aus einem Feldweggespräch über das Denken (1944/45) Aus der Erfahrung des Denkens (1947) Der Feldweg (1949) Holzwege („Dem künftigen Menschen …“) (1949) Zu einem Vers von Mörike. Ein Briefwechsel mit Martin Heidegger von Emil Staiger (1951) Was heißt Lesen? (1954) Vom Geheimnis des Glockenturmes (1954) Für das Langenharder Hebelbuch (1954) Über die Sixtina (1955) Die Sprache Johann Peter Hebels (1955) Begegnungen mit Ortega y Gasset (1955) Was ist die Zeit? (1956) Hebel der Hausfreund (1957) Aufzeichnungen aus der Werkstatt (1959) Sprache und Heimat (1960) Über Igor Strawinsky (1962) Für René Char (1963) Adalbert Stifters „Eisgeschichte“ (1964) Wink in das Gewesen (1966) Die Kunst und der Raum (1969) Zeichen (1969) Das Wohnen des Menschen (1970) Gedachtes (1970) Rimbaud vivant (1972) Sprache (1972) Der Fehl heiliger Namen (1974) Fridolin Wiplingers letzter Besuch (1974) Erhart Kästner zum Gedächtnis (1975) Grusswort für Bernhard Welte (1976) 14 Zur Sache des Denkens(1962–1964)Hrsg. von F.-W. von HerrmannJuli 2007, 156 S. Zeit und Sein (1962) Protokoll zu einem Seminar über den Vortrag ›Zeit und Sein‹ (1962) Das Ende der Philosophie und die Aufgabe des Denkens (1964) Mein Weg in die Phänomenologie (1963) Selbstanzeige: Martin Heidegger, Sein und Zeit. I. Hälfte (1927) Brief an Edmund Husserl vom 22. Oktober 1927 Vorbemerkung des Herausgebers von Edmund Husserls Vorlesungen zur Phänomenologie des inneren Zeitbewusstseins (1928) Über das Zeitverständnis in der Phänomenologie und im Denken der Seinsfrage (1968)