Toto ist eine US-amerikanische Rockband, die 1976 in Los Angeles gegründet wurde. Insgesamt veröffentlichte die Band 21 Alben (13 Studio, 1 Soundtrack, 7 Live) und wurde mit sechs Grammys ausgezeichnet. Zu den bekanntesten Stücken von Toto zählen Rosanna, Africa, Hold the Line, Child’s Anthem und Georgy Porgy. Toto hat bis heute über 40 Millionen Alben verkauft und wurde 2009 in die Musicians Hall of Fame aufgenommen. Viele der Mitglieder sind oder waren daneben als Studiomusiker aktiv.
Stil Die Musik von Toto lässt sich in die Stilrichtungen des kommerziell ausgerichteten, sogenannten Mainstream- bzw. Adult-oriented Rock (AOR) einordnen. Bei der Musik der Band spielen Keyboards, Klavier und E-Gitarre eine wichtige Rolle. Die als Triolen zum -Takt auf dem Klavier gespielten Akkorde des Liedes Hold the Line wurden beispielsweise oft kopiert.
Häufig sind von den Keyboards dominierte, orchestral wirkende Mittelteile. Die Lieder werden größtenteils in mittlerem Tempo gespielt und sind von einer eingängigen Melodie geprägt. Großen Einfluss auf die Wirkung der Lieder hat zudem das Schlagzeugspiel. So wechselte zum Beispiel Jeff Porcaro im Titel Rosanna von einem kraftvollen ternären Shuffle-Rhythmus zu einer binären Spielweise, um nach einem Break mit einer die Spannung steigernden Pause wieder den Shuffle-Rhythmus aufzunehmen. Schnelle Stücke spielte Toto selten, obwohl Steve Lukather ab und zu handfeste Rocksoli einstreute.
In den Liedern wurden mehrfach überraschende Passagen eingebaut – so zum Beispiel in dem Titel Stop Loving You: Hier wird der von Keyboardsounds und einem leicht rhythmisierten Piano geprägte Part von einer Phrase des Basses und der Bläser abgelöst, die eher in die Funkmusik passt.
Großen Erfolg hatte die Band mit ihren von Keyboardsounds geprägten Balladen wie Africa, I’ll be over you oder Somewhere Tonight. In diesen Titeln lässt der Schlagzeuger bei Livekonzerten oft Raum für zusätzliche lateinamerikanische Perkussion-Instrumente.
Konzerte mini|hochkant=1.5|Toto in der Besetzung mit (v. l. n. r.) Tony Spinner, Bobby Kimball, Greg Phillinganes, Steve Lukather, Mike Porcaro und Simon Phillips auf der Falling in Between-Tour am 18. März 2006 in Mailand Die Band tourte über 30 Jahre lang durch die Welt und kam dabei regelmäßig nach Europa bzw. Deutschland. Die Live-Konzerte von Toto waren musikalisch auf einem ähnlich hohen Niveau wie die Studio-Aufnahmen, da alle Mitglieder der Band als Studiomusiker in der Lage waren, den Sound der Studioaufnahmen live bei Bedarf beinahe identisch wiederzugeben.
Das Arrangement der im Verlauf des Konzerts gespielten Musikstücke änderte sich zu jeder Tournee und wurde bisweilen sogar zu einzelnen Auftritten spontan angepasst. Neben Totos bekanntesten Hits wie Rosanna, Hold the Line und Africa wurden Musikstücke aus über 25 Jahren Bandgeschichte gespielt. Seit 1996 ließ die Band regelmäßig im Vorfeld der Konzerte Fans per Internet über diese Setlist abstimmen, nachdem sie das noch für die Tournee 1992 per Postkarten von Fanclubs in ihrer Heimatstadt Los Angeles machen ließ.
Zusätzlich zu den Musikstücken bot Toto den Konzertbesuchern eine Reihe von Soli. Obligatorisch sind dabei ein Schlagzeug-, ein Keyboard- und ein Gitarren-Solo, letzteres von Steve Lukather; in den letzten Jahren vielfach mit akustischer Gitarre. Der Bassist Mike Porcaro spielte selten Soli. In den letzten Jahren vor der Auflösung spielte er jedoch aufgrund häufiger Nachfragen von Fans am Ende des Liedes Africa einige Male ein Bass-Solo.
Begleitet wurde die Musik von Toto bei den Tourneen von einer Bühnenshow. So war bei der Reunion-Tour im Jahr 1999 eine 120 m² große Videoleinwand im Einsatz, die im Wechsel Ausschnitte aus Musikvideos und Material der vier Livekameras zeigte, die während des Konzerts die Künstler und die Instrumente in Nahaufnahmen filmten.
Bisweilen kam es bei Toto-Konzerten zu Auftritten von Gastmusikern. Im Sommer 2004 besuchte der Sänger Marla Glen ein Toto-Konzert in Rottweil und wurde für die Zugabe auf die Bühne gebeten. Gäste in Deutschland waren in den letzten Jahren unter anderem Ian Anderson und der Gitarrist Al Di Meola. Ab 1999 tourte Tony Spinner als musikalische Unterstützung mit der Band. Er spielte die zweite Gitarre und war Background-Sänger.
Seit Mitte 2003 wurde die Band durch Greg Phillinganes verstärkt, einen der bekanntesten Keyboarder der US-amerikanischen Musikszene. Er war von David Paich in die Band gebeten worden, da dieser durch Erkrankungen in seiner Familie nicht mehr außerhalb der USA auf Tournee gehen wollte. Von Mitte 2005 bis zur ersten Auflösung 2008 war er festes Mitglied bei Toto und beteiligte sich auch am 2006 veröffentlichten Studioalbum Falling In Between. Von Februar 2007 an ersetzte Leland Sklar als Bassist den erkrankten Mike Porcaro. Diese Zusammenarbeit endete mit der vorübergehenden Auflösung der Band 2008. Von 2010 bis 2014 spielte Nathan East für Mike Porcaro als Tourmitglied den Bass. 2016 und 2017 engagierte man erneut Leland Sklar.
Am 20. Oktober 2019 spielten Toto ihr letztes Konzert der 40 Tours Around The Sun Tour in Philadelphia. Danach trennte sich die Band für eine unbestimmte Zeit in der Zusammensetzung Paich, Williams, Lukather, Porcaro. 2022 startete die Band unter dem Titel The Dogz of Oz eine neue Welttournee.Toto "The Dogz of Oz Tour 2022" auf totoofficial.com, abgerufen am 24. August 2022
Popularität Nach dem Debütalbum TOTO im Jahr 1978 startete die Band ihre erste Tournee in den USA. Die folgenden Jahre wurden bestimmt durch die beiden nächsten Alben und vielen hundert Sessions, die die Bandmitglieder für andere Musiker und Bands spielten.
Die Popularität von Toto erreichte mit dem Album TOTO IV 1982 ihren Höhepunkt. Danach ging die Band auf ihre erste große Welttournee. Die Grammy-Verleihung 1983 war der Höhepunkt ihrer Popularität in den USA.
Mit den nachfolgenden Alben Isolation, Fahrenheit und vor allem The Seventh One wuchs Totos Popularität in Europa und Asien, während sie in den USA stetig sank. Grund dafür waren unter anderem zahlreiche Probleme mit dem damaligen Musiklabel CBS (später Sony Music). So wurden einige der Alben Mitte der 1980er Jahre in den USA erst mit großer Verspätung und ohne effektives Marketing veröffentlicht. Während die Band in Europa und Asien von Jahr zu Jahr in größeren Hallen spielte und mehr und mehr Platten verkaufte, hatten Toto vor allem in den englischsprachigen Ländern wie USA, Kanada, England und Australien große Popularitätsprobleme. Die Tourneen der Band führten deshalb fast jährlich durch Europa.
Doch auch der Wechsel zum Musiklabel EMI brachte nicht den gewünschten Erfolg. EMI veröffentlichte das Album Through the Looking Glass in den USA mit Verspätung. So trennte sich Toto nach einem Album erneut von ihrem Musiklabel und veröffentlichte die Live-DVD bei dem Label Eagle Vision, einem englischen, auf Live-Konzerte spezialisierten Unternehmen. In den letzten Jahren hat die Band ihr eigenes Label namens TOTO Records gegründet. Eine Bindung an ein Musiklabel über mehrere Jahre lehnte die Band zuletzt ab, neue Alben wurden nur noch einzeln für den Vertrieb an ein Major-Label lizenziert.
Geschichte Gegründet wurde Toto 1976–1977. Die beiden Gründungsmitglieder Jeff Porcaro und David Paich spielten bereits in einer High-School-Band zusammen und arbeiteten als begehrte Studiomusiker in Los Angeles. Bei einem Engagement von Boz Scaggs entstand die Idee zur Gründung der Band, zu der Steve Lukather, Jeff Porcaros Bruder Steve, Bobby Kimball und David Hungate dazugeholt wurden. In diesen Tagen entstand der Name Toto (siehe Abschnitt Name).
1976–1982 Das erste Musikalbum mit dem Titel TOTO (1978) war die erste gemeinsame musikalische Produktion der Band. Die Debütsingle Hold the Line war international erfolgreich, und im selben Jahr wurden sie für den Grammy als „Bester Newcomer“ nominiert.
Das zweite Album Hydra (1979) mit dem Hit 99 und das dritte Album Turn Back (1981) hatten nur mäßigen Erfolg. Weltweit populär wurde die Band dann mit ihrem vierten Album Toto IV (1982), für das sie in mehreren Ländern die Platin-Auszeichnung, in Deutschland doppelt, erhielten. Insbesondere die darin enthaltenen Hits „Rosanna“ und „Africa“ machten Toto weltweit bekannt. Das Album verkaufte sich bis ins Jahr 1983 millionenfach und die Band erhielt insgesamt sechs Grammys (siehe Auszeichnungen).
Nach dem Ende der Aufnahmen und vor der anschließenden Tournee verließ der Bassist David Hungate die Band und wurde durch den dritten Porcaro-Bruder Mike ersetzt.
1984–1992 Zu den Olympischen Spielen 1984 in ihrer Heimatstadt Los Angeles komponierte die Band zu den Boxwettkämpfen die Musik, im selben Jahr den Soundtrack zu David Lynchs Verfilmung Der Wüstenplanet.
Die Folgezeit war von Problemen mit der Bandbesetzung geprägt. So verließ Bobby Kimball 1984 wegen Drogenproblemen die Band. Auf dem im selben Jahr erschienenen Album Isolation war er laut Bandmitgliedern nur noch als Background-Sänger zu hören. Den Lead-Gesang übernahm von da an Fergie Frederiksen auf dem 1984 erschienenen Album Isolation, ab 1986 Joseph Williams (bis 1988, Alben Fahrenheit und The Seventh One).
1986 bis 1987 ging die Band auf ihre zweite Welt-Tournee, 1988 auf ihre dritte. 1988 verließ Steve Porcaro offiziell die Band, um sich eigenen Projekten zu widmen, ging aber 1988 mit auf Tournee und hat seitdem auch an jedem neuen Album der Band als Gastmusiker mitgewirkt. 1989/1990 sollte ursprünglich Bobby Kimball als Leadsänger wieder zurückkehren. Für ein kommendes Album wurde bereits mit dem von David Paich und Joseph Williams geschriebenen Song Goin’ Home ein erster Track mit Kimballs Leadgesang aufgenommen. Jedoch verpflichtete Totos Plattenfirma Sony als neuen Leadsänger Jean-Michel Byron. Daher blieb Goin’ Home bis 1998 in der Schublade. Mit Byron wurden jedoch nur vier neue Songs auf der 1990 erschienenen Greatest-Hits-Kompilation Past to Present 1977–1990 veröffentlicht. Nach der gleichnamigen Tournee wurde Jean-Michel Byron von der Band gebeten wieder zu gehen. Past to Present erhielt in mehreren Ländern Platin-Auszeichnungen.
Steve Lukather übernahm ab 1991 vollständig den Lead-Gesang, da die Band nach dem Abgang von Byron, dem nunmehr vierten Lead-Sänger seit Gründung, keinen neuen mehr suchen wollte.
mini|hochkant|Gitarrist und Sänger Steve Lukather bei der „Past to Present“-Tour 1990
1992–1998 Mit dem Tod von Jeff Porcaro im Jahr 1992 kurz vor der Veröffentlichung des Albums Kingdom of Desire (1992) geriet die Band in eine Krise. Nachdem man sich zum Weitermachen entschieden hatte, trat der Schlagzeuger Simon Phillips der Band bei und nahm unmittelbar im Anschluss an Totos vierter Welt-Tournee teil.
1993 veröffentlichten Toto ihr erstes Livealbum Absolutely Live.
Im Herbst 1994, während einer Tourpause der Solo-Tournee von Gitarrist Steve Lukather mit seiner Band Los Lobotomys, trat Toto zum ersten Mal bei der Nokia Night of the Proms auf.
1995 folgte das Album Tambu mit der Single I Will Remember, die in einigen europäischen Ländern mit Gold ausgezeichnet wurde. Nach einer weiteren Welt-Tournee 1996 legte die Band zunächst eine kurze Pause ein, die einige Mitglieder für Soloprojekte nutzten.
1997 spielten Toto das erste Mal in Afrika. Die wenigen Konzerte in Südafrika waren ausverkauft und wurden von einem afrikanischen Chor begleitet.
1998 erschien das Jubiläumsalbum Toto XX anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Band.
1998–2009 Nachdem das Gründungsmitglied Bobby Kimball schon an dem Jubiläumsalbum teilweise mitgearbeitet hatte, trat er 1998 wieder der Band bei. Als Promotion gaben Toto mit Unterstützung der ehemaligen Mitglieder Joseph Williams und Steve Porcaro im Mai und Juni 1998 kleine Clubkonzerte in Europa. 1999 folgte eine weitere Tournee durch Europa, Japan und erstmals seit sechs Jahren auch wieder durch die USA.