miniatur|hochkant=1.7|Zwei Spieler in einem Glascourt während der US Open 2011 Squash [] (von engl. (to) squash, zusammendrücken, zerquetschen) ist eine Rückschlagsportart, die mit zwei Spielern (Einzel), oder auch mit vier Spielern (Doppel), im Squashcourt gespielt wird. Dabei werden spezielle Squashbälle und Squashschläger verwendet. Ziel des Spiels ist es, den Ball so zu schlagen, dass der Gegner ihn nicht mehr erreichen kann, bevor er zum zweiten Mal den Boden berührt.
Squash ist wie Ricochet, American Handball oder Racquetball eines der wenigen Rückschlagspiele, bei dem die Gegner das Spielfeld gemeinsam benutzen und die Seitenwände in das Spiel einbezogen werden.
Bei den Olympischen Spielen 2028 wird Squash erstmals eine Olympische Sportart sein.
Geschichte mini|Der Squashcourt für die Passagiere der 1. Klasse auf der Olympic, dem Schwesterschiff der Titanic (ca. 1914) Das Spiel Fives, als direkter Vorläufer des Squash, erfreute sich bis Ende des 18. Jahrhunderts in England großer Beliebtheit. Bei Fives handelte es sich um einen Rückschlagsport der wie Squash in einem Court gespielt wird. Statt mit einem Schläger, muss der Ball mit der Hand gegen die Stirnwand geschlagen werden. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand neben Fives Rackets, das zuerst im Freien gespielt wurde. Zwischen 1820 und 1850 setzte sich die Entwicklung zum geschlossenen Platz durch. Mit dem Wechsel von offenen zu überdachten Courts wurde Rackets immer mehr zu einem Sport der Wohlhabenden. Um zu üben und die Wartezeiten auf den Court zu überbrücken, spielten Schüler von Harrow um 1830 mit einem weichen Ball. Der flog langsamer als der im Rackets verwendete harte Ball. Erste Berichte von dieser zunächst Squash Racquets, später nur noch Squash genannten Variante stammen aus dem Jahre 1850. 1864 wurden an der Harrow die ersten vier Squashcourts gebaut. Squash verbreitete sich danach schnell, insbesondere an Schulen, und wurde bald auch auf kleineren Courts gespielt als das klassische Rackets. 1886 (andere Quellen nennen 1908) wurde die inzwischen sehr populäre Sportart als eigenständig anerkannt. Mit The Game of Squash schrieb Eustace Miles 1901 das erste Buch über den Sport. Auf der Titanic und der Olympic existierten Squashcourts.
mini|Der Bath Club in London, von dessen Courts die heute noch gültigen Maße der Squash-Courts übernommen wurden Im Januar 1923 veranstaltete der Royal Automobile Club ein Treffen von Vertretern englischer Clubs, in denen Squash gespielt wurde, und gründete ein Squash Rackets Representative Committee. Das Komitee wählte den langsamsten der damals gebräuchlichen Balltypen als Standardball aus und legte den Squash-Court des Londoner Bath Club mit seinen Maßen von 32 mal 21 Fuß (die heutigen Abmessungen) als Standard für Squash fest. Im Dezember 1928 wurde die Squash Rackets Association (aus der später England Squash wurde) gegründet, um den Squash-Sport in Großbritannien zu organisieren. Die SRA begann umgehend damit, den Ball weiter zu verlangsamen und reduzierten dessen Geschwindigkeit und Größe in mehreren schrittweisen Anpassungen noch weiter. Zwischen 1930 und 1934 wurde die Geschwindigkeit des Standardballs weitgehend halbiert.
Mit den englischen Professional Championchip in 1920, bei denen der Engländer Charles Read im Finale seinen Landsmann Oke Johnson schlug, fand das weltweit erste Squashturnier statt, welches 1928 wiederholt wurde. 1922 wurden erstmalig die Women's British Open Squash Championship im Queen’s Club ausgetragen, bei dem im Finale die englischen Geschwister Joyce und Nancy Cave aufeinander trafen und Joyce Cave gewann. Die British Open Squash Championships der Herren wurden erstmals 1930 zwischen dem späteren Sieger Don Butcher (Conservative Club) und Charles Read (Queen's Club) ausgetragen. Die British Open Squash Championships galten bis zur ersten offiziellen Austragung der Weltmeisterschaft in 1976 als De-facto-Weltmeisterschaft.
Verbreitung in Deutschland Der sportbegeisterte Ernst von Siemens hatte in England Squash entdeckt und baute 1930 in Berlin-Siemensstadt für seine Mitarbeiter die in Deutschland erste Squashhalle mit vier Courts (Wandspielhalle genannt).Die Anfänge des Sports in Deutschland, squashnet.de, abgerufen am 4. Januar 2018. Um 1935 entstehen weitere Courts in Berlin, unter anderem beim Berliner Hallen-Tennis-Club sowie im Haus des Deutschen Luftfahrt-Verbandes.
Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet Squash in West- und Ostdeutschland zunächst in Vergessenheit, abgesehen von einigen Squashcourts, die ausschließlich für die britischen und US-Streitkräfte in Westdeutschland gebaut wurden, wie die Courts im Flughafen Tempelhof.
Erst 1968 brachte der Hamburger Kaufmann Henning Harders den Sport aus Australien erneut nach Deutschland und ließ eine Squash-Anlage mit drei Courts in Hamburg bauen. Richtigen Aufschwung erlebte Squash dann ab den 1970er Jahren in Deutschland. 1973 wurde in Hamburg der Deutsche Squash und Rackets Verband gegründet und 1974 nahm erstmals eine deutsche Squashnationalmannschaft an der Mannschaftseuropameisterschaft teil. 1981 folgte erstmals die Teilnahme an den Weltmeisterschaften. Die Zahl der Squashanlagen („Squashcenter“), die weitgehend kommerziell betrieben werden, nahm in Deutschland von ungefähr 20 im Jahr 1975 auf nahezu 1000 im Jahr 1990 zu. In den 1990er Jahren stabilisierten sich die Wachstumsraten. 1993 waren es 1.105 Anlagen mit insgesamt 6.221 Courts.Unsichtbarer Ideenreichtum, taz.de, abgerufen am 22. Oktober 2024. In den Jahren vor 2005 war eine leicht abnehmende Tendenz bei der Zahl der Anlagen erkennbar. 2019 wurden laut dem Deutschen Squash Verband nur noch 320 Anlagen betrieben.Die Lichter in den Squash-Courts erlöschen, sueddeutsche.de, abgerufen am 8. Dezember 2022. In der DDR gab es keine Squashcourts und bis heute wird Squash in den neuen Bundesländern deutlich weniger ausgeübt. So gibt es abgesehen vom Berliner Speckgürtel in Brandenburg nur ein Squashcenter und nur zwei in ganz Sachsen-Anhalt (Stand 2024).Neue Begeisterung für die Sportart Squash, tagesspiegel.de, abgerufen am 21. Oktober 2024.
Parallel mit der Zahl der Anlagen entwickelte sich die Zahl der Spieler. 1993 hatten rund 2,5 Millionen Deutsche Squash mindestens einmal probiert, etwa 800.000 gingen dem Sport regelmäßig nach. Nach dem Squashboom in den 1980er und 1990er Jahren lag im Jahr 2004 die Zahl der intensiv Squash betreibenden Deutschen bei 0,6 Millionen. Insgesamt 1,92 Millionen Deutsche gingen dem Sport gelegentlich nach.Strukturplan 1984, 6. Fortschreibung 2004 des Deutschen Squashverbands 2015 waren es nach einer Schätzung des Deutschen Squash Verbandes noch knapp eine Million Deutsche, die Squash hobbymäßig ausübten.
Verbreitung in der Schweiz und in Österreich In der Schweiz ist die Squashcenterdichte mit 136 Anlagen deutlich höher als in Deutschland. In Österreich existieren 61 Squashcenter. (Stand 2024)
Entwicklung weltweit Weltweit wächst Squash weiterhin, zum Beispiel in den osteuropäischen Ländern und den USA. Länder mit einer hohen Zahl an Spielern sind England, Australien, Ägypten und die USA.
England als Mutterland des Sports besitzt mit über 4200 Courts gemäß England Squash auch 2024 noch immer die meisten Courts eines Landes. Allerdings schrumpfte die Anzahl an Courts in den letzten Jahren um gut ein Viertel. Die meisten Courts pro Einwohner eines Landes besitzen in absteigender Reihenfolge gemäß dem Global Squash Report 2024: Neuseeland (820 Courts), Großbritannien (5150 Courts), Australien und die Niederlande.
Geschlechterverhältnis mini|Ein Return einer Spielerin Eine Marktanalyse des italienischen Racquet Sports Institute von 2026 schätzt, dass beim Squash und über Ländergrenzen hinweg der Frauenanteil bei etwa 30 Prozent liegt. Eine kanadische Untersuchung kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Bei einer Befragung von England Squash von 2025 äußerten sich 56 Prozent der Spielerinnen, dass Squash nicht ausreichend inklusiv sei, wohingegen nur 41 Prozent der Spieler das auch so sahen. Im Ligabetrieb fällt der Frauenanteil noch einmal deutlich auf rund 10 Prozent (Deutschland) bzw. 13 Prozent (England) ab. Aufgrund der geringen Anzahl an Ligaspielerinnen, dürfen Spielerinnen auf Landesebene gegen Männer antreten, nur die Bundesliga ist davon ausgenommen.
Für mehr Gleichbehandlung und um einen größeren Frauenanteil beim Squash zu erreichen, startete Anfang 2026 die European Squash Federation das Programm SPIRIT (Squash Pathway Inspiring Refereeing and Inclusion Training).
Olympische Spiele Squash war trotz zahlreicher Versuche des Weltverbandes lange Zeit keine olympische Sportart. Neben den Sportarten Golf, Rugby, Karate und Inlineskaten stand Squash 2005 als neue olympische Sportart für die Spiele 2012 in London zur Auswahl. Kriterium zur Aufnahme einer neuen Sportart war zu der Zeit der Ausschluss einer bereits im Programm enthaltenen Sportart. Zunächst wurden die Spiele Softball und Baseball aus dem Kalender gestrichen, während Squash und Karate in einer ersten Abstimmung die freien Plätze zugesprochen bekamen. In der Endabstimmung, in der die beiden Sportarten zum offiziellen Bestandteil des olympischen Programms gewählt werden sollten, fehlte jedoch die notwendige Zweidrittelmehrheit.Squash misses Olympic Games 2012, squashsite.co.uk, abgerufen am 16. Juli 2010
Auch 2009 konnte Squash die erhoffte Teilnahme bei den Olympischen Spielen 2016 nicht erreichen: Die Exekutive des IOC hatte auf seiner Sitzung vom 13. August 2009 in Berlin die Sportarten Golf und Rugby für die Endabstimmung nominiert. Beide wurden von der Vollversammlung der IOC bestätigt.Olympia-Konkurrenten erhalten Zuschlag, spiegel.de, abgerufen am 16. Juli 2010 Für die Olympischen Spiele 2020 startete der Weltverband eine erneute Kampagne. Auf der 125. IOC-Sitzung in Buenos Aires im September 2013 erhielt jedoch Ringen mit 49 Stimmen vor Baseball/Softball (24 Stimmen) und Squash (22 Stimmen) die höchste Stimmzahl und verblieb damit im Olympischen Sportprogramm.Olympische Spiele 2020: Schultersieg für die Ringer, spiegel.de. Abgerufen am 18. Januar 2015. Anlässlich der Olympischen Spiele 2024 in Paris schaffte es Squash nicht auf die sogenannte Short List. Am 13. Oktober 2023 bestätigten zunächst das Exekutiv-Komitee des IOC und dann auch am 16. Oktober 2023 die IOC-Vollversammlung unter anderem die Aufnahme von Squash ins Programm der Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.
Das Spiel Spielfeld mini|Schema eines Squashcourts mit beschrifteten Linien
Squash wird in einem durch vier Wände begrenzten Raum von 32 Fuß (≈ 9,75 m) Länge und 21 Fuß (≈ 6,40 m) Breite, dem sogenannten Court, gespielt. Sehr selten finden sich spezielle Courts mit größerer Breite 25 Fuß (7,62 m), in denen Doppel gespielt werden können. An den Wänden des Courts, die als Vorderwand (Stirnwand), Rückwand und Seitenwände bezeichnet werden, befinden sich rote Markierungen, die das Spielfeld begrenzen. Zudem ist an der Stirnwand eine 17 Inches (≈ 43 cm; für den normalen Spielbetrieb hat das Tin in den meisten Courts eine Höhe von 48 cm und muss für Profispiele auf die internationale Höhe von 43 cm abgesenkt werden) hohe Begrenzung angebracht, die als Tin bezeichnet wird. Sie ist meist mit einer Blechabdeckung versehen, die bei Ballberührung hörbar klappert – trifft ein Ball dort auf, ist er im Aus. Die Rückwand ist meist aus bruchsicherem Sicherheitsglas, um den Zuschauern und dem Schiedsrichter einen freien Blick in den Court zu erlauben. Der Bodenbelag ist meist Parkett. Meisterschaften werden häufig in Courts ausgetragen, bei denen alle vier Wände aus Glas bestehen. Dadurch ist es einem größeren Publikum möglich, das Spielgeschehen zu verfolgen.
Squashball und -schläger mini|Squashball mini|Typen von Squash-Bällen