mini|hochkant|Tatsuno Kingo Tatsuno Kingo (jap. ; * 13. Oktober 1854 in Karatsu; † 25. März 1919) war einer der ersten modernen Architekten Japans.
Biografie Kingo war der Sohn eines Samurai aus dem Lehen Karatsu. Von 1873 bis 1879 studierte er an der Kōgaku-ryō (Schule für Ingenieurwissenschaft; später Kōbu Daigakkō, heute Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität Tokio) als erster Jahrgang. Einer seiner Lehrer dort war Josiah Conder.
1880 zog Kingo nach Großbritannien, wo er Architekturdesign am Royal Academy of Arts unter W. Burges (1828–1881) studierte. 1883 kehrte er nach Japan zurück, wo er ein Jahr später Professor an der Universität Tokio wurde. Nach dem schweren Mino-Owari-Erdbeben 1891 (, Mino-Owari jishin) in den Präfekturen Aichi und Gifu änderte er den Lehrplan der Fakultät. Standen bis dahin architektonische Details im Mittelpunkt der Ausbildung, wurde nun mehr Wert auf die Sicherheit der Gesamtstruktur gelegt.
Im Jahr 1886 brachte Kingo seine Architekturkollegen und auch Vertreter von Baufirmen zusammen. Es kam zur Gründung der „Architekturgesellschaft Japans“ (, Nihon kenchiku gakkai), deren zentrale Figur er wurde.Als Gründungs-Präsidenten konnte Tatsuno den Diplomaten Aoki Shūzō gewinnen. Er selbst übernahm die Präsidentschaft von 1898 bis 1903 und von 1905 bis 1917.
1902 gab Kingo seinen Lehrstuhl auf und eröffnete ein eigenes Architekturbüro, das viele Aufträge an sich zog. Viele seiner Bauten sind als rote Backsteingebäude ausgeführt, gelegentlich entwarf er auch Gebäude im „modernisierten japanischen Stil“, wie das Nara Hotel. Sein Lebenstraum, das Parlamentsgebäude bauen zu können, erfüllte sich allerdings nicht.
Bauten (Kleine Auswahl) 1896: Bank of Japan, Tokio 1903: Bank of Japan, Zweigstelle Osaka 1906: Bank of Japan, Zweigstelle Kyōto 1906: Daiichi-Kangyō-Bank, Kyōto 1906: Museum Kyōto – Anbau, Kyōto 1908: Bahnhof Hamaderakōen, Sakai 1908: Daiichi-Kangyō-Bank, Kōbe 1909: Nara Hotel, Nara 1909: das erste Ryōgoku Kokugikan, Tokio (1917 abgebrannt) 1911: Bank Iwate, Morioka 1912: Bahnhof Manseibashi, Tokio 1912: Chōsen Ginkō, Seoul 1914: Hauptbahnhof Tokio, Tokio 1914: Nihon Seimei Hoken, Kyōto 1916: Hokkoku-Bank, Kyōto 1918: Konzerthaus Nakanoshima, Osaka 1918: Kirche Reinanzaka, Tokio
Galerie
Anmerkungen
Literatur Tazawa Yutaka: Tatsuno Kingo. In: Biographical Dictionary of Japanese Art. Kodansha International, 1981. ISBN 0-87011-488-3. Yoshikawa, Seiichi u, Mizuno, Shintaro (Hrsg.); The Tokyo Station and Kingo Tatsuno. Toyko Station Gallery, 1990.
Weblinks
Fotos der Bauwerke
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