Die Weltwoche wurde 1933 als Schweizer Wochenzeitung gegründet und wird seit 2002 als Wochenmagazin herausgegeben. Chefredaktor seit 2001 und Verleger seit 2006 ist Roger Köppel, der von 2015 bis 2023 auch Nationalrat der nationalkonservativen SVP war. Einstmals ein etabliertes Medium, wandelte sich die Weltwoche nach der Übernahme durch Köppel zum rechtspopulistischen Alternativmedium, das bei Themen wie Migration, der COVID-19-Pandemie oder dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine Alternativmeinungen besonders viel Raum gibt.Luis Paulitsch: Alternative Medien. Definition, Geschichte und Bedeutung. Wiesbaden 2025, S. 5. Unter anderem wird der Weltwoche vorgeworfen, die Propaganda der Russischen Föderation weiterzuverbreiten.

Allgemeines Publikationen in der Weltwoche lösten immer wieder Kontroversen aus. Beispiele sind die Mirage-Affäre (1964), die Panzer 68-Affäre (1979) sowie eine Artikelserie über den Mord in Kehrsatz (1988/1989) oder die Enttarnung des Holocaust-Schwindlers Binjamin Wilkomirski (1998). Mit zahlreichen Enthüllungen war sie auch 2007 bei der Roschacher-Affäre eine treibende Kraft. Sie publizierte mehrere Artikel zum Missbrauch im Sozialamt der Stadt Zürich. In der Folge wurden zwei Whistleblowerinnen beim Sozialamt entlassen und später wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses verurteilt, womit die Frage eines besseren Schutzes bei Whistleblowing in den Brennpunkt rückte.

Der damalige stellvertretende Chefredaktor Philipp Gut wurde 2016 und erneut 2017 aufgrund ehrverletzender Artikel wegen übler Nachrede verurteilt.Philipp Gut erneut verurteilt.

Bekannte Kolumnisten der Zeitschrift sind und waren unter anderen der ehemalige SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, der frühere SP-Parteipräsident Peter Bodenmann, der Satiriker Andreas Thiel, der ehemalige Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz Hans-Georg Maaßen, der Politiker und Autor Thilo SarrazinStefan Niggemeier: Schweizer „Weltwoche“ zeigt Deutschland, wie Weltwunder-Journalismus geht uebermedien.de, 27. Juni 2021 sowie die Journalisten Mark van Huisseling, Kurt W. Zimmermann, Boris Reitschuster und Henryk M. Broder, der sich, wegen Köppels Haltung zum russischen Einmarsch in die Ukraine, inzwischen klar von Roger Köppel und der Weltwoche distanziert.

Die Weltwoche beansprucht selbst in ihren Leitlinien eine skeptische Haltung gegenüber dem Staat und seinen Organen, «die sie durch eine kontinuierliche Berichterstattung aus liberaler Warte durchleuchtet». Sie sei «politisch unabhängig», vertrete aber «ein freiheitliches, unternehmerisches Weltbild». In: Die Weltwoche. Abgerufen am 23. November 2011. Dagegen bescheinigte ihr der Soziologe Linards Udris bereits 2011 eine klare Tendenz zu rechtskonservativen bis rechtspopulistischen Positionen.Udris: Politischer Extremismus und Radikalismus. 2011, S. 88 (). Laut Holger Pauler (Übermedien) steht die Weltwoche – zusammen mit der SVP – «für ein rechtes, neoliberales Konzept», das auf Abschottung setze. Vereinzelt eingeräumter «Platz zur Gegenrede» – wie für den Klimatologen Reto Knutti – sei «kaum mehr als ein taktisches Manöver»; die Kommentare unter dem Text seien entsprechend, und eine Woche später habe das Blatt «mit einem vielfach kritisierten Sonderheft zum Klimawandel nach[gelegt]».Holger Pauler: Roger Köppel auf großer Tour: Der letzte Kämpfer für die Meinungsfreiheit uebermedien.de, 1. August 2019. Der Publizist Roger de Weck stufte das Blatt 2020 als «reaktionäre[s] Magazin» ein.Roger de Weck: Die Kraft der Demokratie. Eine Antwort auf die autoritären Reaktionäre. Suhrkamp, Berlin 2020, ISBN 3-518-42931-0, S. 155. Im Jahre 2021 befand der Medienjournalist Stefan Niggemeier, das Meinungsfenster der Zeitschrift sei «nicht breit, sondern bloß nach rechts unten verschoben». Mit dem «Trick, es nur der Feigheit zuzuschreiben, dass andere nicht das schreiben, was sie schreibt», sei «schon viel über ihre intellektuelle Redlichkeit gesagt». Im Sommer 2022 schrieb die Süddeutsche Zeitung, unter Köppels Führung sei das Blatt «zum Sprachrohr der SVP geworden», wenn auch «nicht immer perfekt auf Linie». Egal, ob «während der Pandemie, als die SVP sich gegen strenge Maßnahmen oder Impfkampagnen wehrte, oder nun seit Beginn des Krieges in der Ukraine, aus dem die SVP als einzige Partei die Schweiz gern komplett raushalten will»: Die Weltwoche, so die Süddeutsche Zeitung, räume solchen Positionen viel Raum ein.Isabel Pfaff: Roger Köppels schwierige Doppelrolle. In: sueddeutsche.de, 30. Juni 2022.

Verleger und Chefredaktor Roger Köppel trat 2015 der SVP bei und wurde im Oktober 2015 auf deren Liste mit der landesweit höchsten Stimmenzahl in den Nationalrat gewählt.Walter Bernet: Wahlen im Kanton Zürich. Roger Köppel setzt dem SVP-Sünneli die Krone auf. In: Neue Zürcher Zeitung. 19. Oktober 2015. Im Jahre 2023 verzichtete er auf eine Wiederwahl, weil er seinen Fokus auf die Expansion der Weltwoche in weitere Teile des deutschsprachigen Raums setzen wolle.Roger Köppel geht auf Billig-Expansion nach Deutschland, abgerufen am 5. November 2023.

Seit 2021 betreibt Köppel auf YouTube das Videoformat Weltwoche Daily, mit dem er an allen Werktagen frühmorgens seine Sicht auf die Welt darlegt.

Auflage Die von der WEMF bestätigte Auflage betrug 2011 77'800 verkaufte Exemplare, S. 18 (PDF; 648 kB)., sie sank bis 2014 auf 56'550 verkaufte Exemplare., S. 34 (PDF; 790 kB). 2018 betrug die beglaubigte Auflage noch 40'924 (Vj. 45'124) verkaufte bzw. 45'519 (Vj. 52'543) verbreitete Exemplare. Gemäss WEMF Auflagebulletin 2023 sank die total verbreitete Auflage (aus Print und Replica) seither weiter und beträgt noch 39'161. Die Weltwoche wurde Stand 2018 pro Woche von 175'000 (Vj. 193'000) Personen gelesen und hatte damit eine deutlich grössere Reichweite als die meisten Konkurrenzblätter mit Ausnahme der Wochenzeitung WOZ (WEMF MACH Basic 2018-II).

Geschichte 1933 bis 1964 Manuel Gasser und Karl von Schumacher gründeten 1933 die Weltwoche nach dem Vorbild französischer Wochenzeitungen. Sie verstand sich als antikommunistisch und war anfänglich gegenüber der Frontenbewegung, dem Nationalsozialismus und dem Faschismus positiv eingestellt. Im Laufe der Jahre 1934 und 1935 änderten die Herausgeber teilweise ihre Einstellung und schrieben auch kritisch über Nationalsozialismus und Faschismus, doch blieb Gasser bis 1937 Mitglied der Frontisten.Andreas Tobler: Die «Weltwoche» war schon früher einmal rechts. In: Tages-Anzeiger. 14. Januar 2017. Für Jean-Rodolphe von Salis leisteten die Leitartikel und Lageberichte Karl von Schumachers gute Dienste bei der Abfassung seiner in ganz Europa beachteten Weltchronik für Radio Beromünster. Kurze Zeit war ein Vetter von Karl von Schumacher, Felix von Schumacher-Nager, Auslandskorrespondent in London. Nach dem Tod von Karl von Schumacher 1957 übernahm sein Bruder Pierre von Schumacher die Leitung bis zu seinem Tod 1964. Unter Chefredaktor Lorenz Stucki (1954–1962) nahm die Weltwoche im Kalten Krieg eine prononciert prowestliche Position ein.

1964 bis 2001 Im Jahr 1964 wurde Rolf R. Bigler Chefredaktor, auf ihn folgten 1968 August E. Hohler und 1970 Hans O. Staub. In dieser Zeit, vor allem unter Bigler, wurde die Weltwoche zu einer Plattform für nonkonformistische Positionen.

Im Jahr 1985 wurde Hans O. Staub Herausgeber der Weltwoche, Rudolf Bächtold und Jürg Ramspeck übernahmen für zwölf Jahre die Chefredaktion (bis 1996). In: Die Weltwoche. Ausgabe 30/06. Präzisere Angaben enthält das Impressum der Weltwoche 1985, Nr. 1. Der Jean Frey Verlag, zu dem die Weltwoche gehörte, wechselte mehrmals den Besitzer. 1987 wurde der Verlag vom Spekulanten Werner K. Rey übernommen,Schweizer «Weltwoche» torkelt von Krise zu Krise: Mythos mit etwas welkem Charme. In: Die Zeit. 30. August 1996. der die Jean Frey AG und die Druckerei Winterthur hielt, bis sie im April 1991 im Nachlassverfahren von Reys Omni Holding AG verkauft wurden. Der nächste Besitzer war der Detailhändler Beat Curti, Schweizer Fernsehen, 8. Oktober 2007. 1993 stieg bei dessen Curti Medien Holding AG die Basler Zeitung ein. 1996 erwarb die Basler Zeitung schliesslich die Mehrheit der Anteile. In: Website der Basler Zeitung Medien. Interimschefredaktor war Felix E. Müller. Die Auflage lag zu dieser Zeit bei über 100'000.

Von 1997 bis August 2001 war Fredy Gsteiger Chefredaktor der Weltwoche.Fredy Gsteiger: Aus dem Leben eines Frankreich-Korrespondenten. Der Franzose, das unbekannte Wesen. In: Die Zeit. 11. April 1997. In: Die Weltwoche. Ausgabe 33/01. Unter ihm war die Zeitung linksliberal positioniert.David Herrmann: Niklaus Meienberg, eine Ikone des Schweizer Journalismus? Vergleich des beruflichen Rollenselbstverständnisses Niklaus Meienbergs mit ausgewählten Schweizer Journalisten (PDF; 471 kB). Diplomarbeit, Zürcher Hochschule Winterthur, August 2006. Zu Beginn seiner Amtszeit hatte die Weltwoche eine Auflage von gut 97'000.. In: Jean Frey Verlag, Juni 1997;. In: Jean Frey Verlag. Januar 1998.

2001 bis 2010 Roger Köppel wurde 2001 Chefredaktor der Weltwoche und konzipierte sie im Magazinformat neu. Kurz darauf übernahm eine Gruppe von Finanzinvestoren um den Tessiner Financier Tito Tettamanti die Aktienmehrheit an der Jean Frey AG, dem Verlag der Weltwoche. Köppel tauschte die Redaktion fast vollständig aus und führte die Weltwoche auf einen prononciert wirtschaftsliberalen und rechtskonservativen Kurs. Die Auflage stieg bis Herbst 2003 von rund 84'000 auf 91'000 Exemplare,. In: NZZ am Sonntag. 21. Juli 2006. und der Verlag erzielte nach einer Verlustphase von rund zehn Jahren erstmals wieder operativen Gewinn, vor allem dank grossem Zugewinn auf dem Anzeigenmarkt. Das Layout gewann zahlreiche Preise.

Als das Blatt im Herbst 2003 begann, den rechten Politiker Christoph Blocher und seine Schweizerische Volkspartei offen zu unterstützen, und Köppel einen Wahlaufruf für Blocher verfasste, wurde die Weltwoche zum Ziel von Kritik. Zwischen Herbst 2003 und Sommer 2004 sank die Auflage laut Pressemeldungen um zirka 12'000 Exemplare. Im Frühling 2004 wechselte Köppel als Chefredakteur zur deutschen Tageszeitung Die Welt. Simon Heusser wurde neuer Chefredaktor, kündigte jedoch bereits im Juni 2005 wieder wegen «nicht überbrückbarer Differenzen in Führungsfragen». Im September 2005 folgte ihm Jürg Wildberger nach. Die beglaubigte Auflage betrug 2005 noch 80'436 verkaufte Exemplare,, S. 18 (PDF; 341 kB). stieg jedoch 2006 wieder auf 82'849 Exemplare., S. 19 (PDF; 244 kB).

Am 1. November 2006 wurde die Weltwoche Verlags AG aus der Jean Frey AG abgespalten.Weltwoche Verlags AG. In: SHAB. Nr. 213/2006, S. 19, 2. November 2006 (PDF; 59 kB). Köppel kaufte zunächst 60 Prozent der neuen Weltwoche Verlags AG und übernahm sie wenig später offiziell vollständig. Seither führte er die Weltwoche als Verleger und Chefredaktor. Kurz darauf verliessen mehr als ein Dutzend Redaktoren den Verlag. Die Auflage stieg 2007 auf 85'772 Exemplare., S. 20 (PDF; 171 kB).

Nach dem Aus für das Nachrichtenmagazin Facts im Sommer 2007 bleiben als Konkurrenten auf dem deutschschweizerischen Markt politischer Wochenzeitungen das Magazin, die Schweizer Ausgabe der Zeit, die Sonntagsblätter SonntagsZeitung, NZZ am Sonntag und SonntagsBlick sowie die Wochenzeitung (WOZ).

Seit 2011

Anfang 2016 erschien der Roman Bad News von Bruno Ziauddin, in welchem er eine fiktive Geschichte einer Wochenzeitung im Jahre 2003 erzählt, welche Ähnlichkeiten zur Weltwoche aufweist.Philippe Zweifel: Inside «Weltwoche». In: Tages-Anzeiger. 28. Januar 2016 (über das Buch von Bruno Ziauddin).

Im Mai 2019 verübten Unbekannte einen Farbanschlag auf das Redaktionsgebäude der Weltwoche. Sie sprühten rote Farbe, ein Hammer-und-Sichel-Symbol und die Worte «Gegen rechte Hetze» an die Eingangstür. Am 1. Mai war der Weltwoche-Redaktor Alex Baur beim Fest auf dem Zürcher Kasernenareal von mehreren Personen angegriffen worden.«Weltwoche» und ihr Journalist Alex Baur werden erneut zur Zielscheibe.