Oh! My Goddess (jap. , Aa Megami-sama) ist eine Manga-Serie des Zeichners Kōsuke Fujishima, die von 1988 bis 2014 in Japan erschien. Sie wurde in mehrere Sprachen übersetzt und in mehreren Animes, einer Light Novel und in Videospielen adaptiert. Die Handlung dreht sich um den Studenten Keiichi Morisato, der aus Versehen die Göttin Belldandy zu sich ruft, auf dass diese bei ihm bleibt. Während sich die Beziehung zwischen beiden weiterentwickelt, kommen aus Belldandys und Keiichi Umfeld immer neue Charaktere hinzu, die bewusst oder ungewollt Konflikte verursachen, die meist mit gutem Ausgang bewältigt werden können. Der Manga ist in die Genres Fantasy, Harem, Drama und Romanze einzuordnen.
Handlung Eigentlich wollte der Student Keiichi Morisato sich nur telefonisch etwas zu essen bestellen, doch dann landet er versehentlich beim „Technischen Göttinnen-Notdienst“ und bekommt Besuch von der Göttin Belldandy, von der er sich etwas wünschen darf. Da wünscht er sich im Scherz, dass die schöne Belldandy für immer bei ihm bleiben möge. Nun wird dieser Wunsch ihm tatsächlich erfüllt und die Göttin bleibt bei ihm, was allerdings dazu führt, dass er aus dem Studentenwohnheim herausgeworfen wird. Die beiden finden einen alten Tempel, der dank Belldandys göttlichen Fähigkeiten auch wieder bewohnbar gemacht werden kann, und ziehen dort ein.
Bevor Keiichi sich jedoch richtig über die unverhoffte Beziehung mit einer Göttin freuen kann, taucht seine Schwester auf, die bei ihm einziehen will. Und auch Belldandys göttliche Schwestern Urd und Skuld sowie weitere Götter, Dämonen und Fabelwesen machen den beiden bald das Leben schwer. Daneben gibt es noch das Leben an der Universität und im Motorradclub, das Keiichi durch seine groben, rüpelhaften Sempai schwer gemacht wird, auch wenn diese es oft nur gut mit ihm meinen. Und Sayoko Mishima, eine Kommilitonin die Keiichi früher erfolglos umwarb, ist nun eifersüchtig auf Belldandy und will die beiden auseinanderbringen.
Charaktere Hauptfiguren Belldandy (, Berudandī) Als Göttin erster Klasse hat Belldandy hin und wieder einige Probleme, mit dem Leben als Mensch zurechtzukommen. Keiichi wird jedoch nicht müde, ihr zu versichern, dass das völlig in Ordnung sei. Sie arbeitet gemeinsam mit ihren Schwestern am Schicksals-Computer Yggdrasil. Keiichi Morisato (, Morisato Kei'ichi) ist Belldandys Freund und Leidtragender der haarsträubenden Ereignisse. Der Motoren-Fan ist als Maschinenbau-Student an der Universität eingeschrieben. Er liebt Belldandy über alles, muss aber einiges aushalten, seit er mit den Göttinnen zusammenlebt. Urd (, Urudo) ist Belldandys ältere Halbschwester. Als Spezialistin für Zaubertränke und -mittelchen aller Art versucht sie sich die meiste Zeit eher glücklos als Amor. Urds „verruchter“ Charakter, der von ihrem halb dämonischen, halb göttlichen Wesen kommt, führt immer wieder zu den absurdesten Katastrophen, die Keiichi und Belldandy letztendlich aber doch einander näher bringen. Skuld (, Skurudo) ist Belldandys jüngere, technisch hochbegabte Schwester. Wenn sie nicht gerade mit dem Konstruieren hochkomplizierter Apparate beschäftigt ist, jagt sie gelegentlich mit ihrem Hammer Bugs, fehlgeleitete göttliche Programme. Anders als Urd ist sie gegen die Beziehung zwischen Belldandy und Keiichi.
Nebencharaktere Götter und Dämonen Peorth (, Peiōsu) Peorth ist eine Göttin, die sich in Konkurrenz zu Belldandy sieht, seit Keiichi auch sie zufällig gerufen hat. Möglicherweise ist ihre Aufgabe jedoch nur Belldandys Liebe zu Keiichi zu überprüfen. Peorth ist hartnäckig und Belldandy muss sich mehr als einmal schützend vor Keiichi stellen. Rinda (, Rindo) Rinda ist eine Göttin erster Klasse. Zunächst kam sie in einem Oh! My Goddess-Arcade-Game vor, wurde dann aber auch in die Manga-Serie übernommen. Hild (, Hirudo) Hild ist die Herrin der Hölle und Urds Mutter. Sie geht mit ihren Versuchen, ein bisschen Spaß zu haben, allen auf die Nerven. Marller (, Mārā) Marller ist ihres Zeichens Dämon erster Klasse und damit Feind aller Göttinnen. Zumindest mit Urd versteht sie sich aber trotzdem ganz gut, so dass sich die beiden oft Schaukämpfe liefern. Mini-Ninja Die drei weiblichen Mini-Ninja Hikari Senkuo, Kodama Genwaku und Nozomi Senrigan wurden ursprünglich von Mara in feindlicher Absicht zu Keiichi und Belldandy geschickt. Sie kamen allerdings ihrem Auftrag nicht nach, sondern zogen dort ein. Senbei () Maras Sidekick Senbei ist ein Flaschengeist, der sich nur gut fühlt, wenn andere sich schlecht fühlen. Zum Glück ist er weder besonders geschickt noch schlau. Welsper (, Werusupā) Der Dämon Welsper wurde zur Strafe für sein Versagen in eine Katze verwandelt und lebt bei Belldandy und Keiichi.
Menschen Megumi Morisato (, Morisato Megumi) Megumi Morisato ist Keiichis jüngere Schwester und ebenfalls Studentin. Sie ist unerschrocken und frech. Otaki Aoyama Einer der Sempai von Keiichi und Vorstand des studentischen NIT Motorclub (NIT MCC). Otaki ist bestens gerüstet, um immer und überall Motoren zu reparieren. Sein eigenartiger Sinn für Humor wird allerdings wohl nur von seinem Saufkumpan Tamiya verstanden. Tamiya Mit seiner aufdringlichen Art verschreckt Tamiya regelmäßig die neuen Mitglieder des Motorclubs. Zusammen mit Otaki hat er immer wieder die verrücktesten Ideen, wie der Club sich bei Wettbewerben präsentieren kann, um neue Mitglieder anzuwerben. Sora Hasegawa (, Hasegawa Sora) Die eher schüchterne und zurückhaltende Sora Hasegawa ist Studentin am Nekomi Institute of Technology und zählt zu den wenigen Mitgliedern des Motorclubs, was man ihr auf den ersten Blick jedoch nicht ansieht. Sie gehört einer jüngeren Generation von Studenten an, somit sind Belldandy und Keiichi ihre Sempai. Sayoko Mishima (, Mishima Sayoko) Sayoko Mishima ist Belldandys selbst ernannte Widersacherin. Sayokos erklärtes Ziel ist es, Belldandy und Keiichi auseinanderzubringen und Belldandy zu vertreiben, da sie ihre Position als „Campus-Königin“ durch Belldandy verlor.
Entstehung und inhaltliche Einflüsse Die Ursprünge von Oh! My Goddess liegen in einem Yonkoma-Manga, der als Ableger zu Fujishimas damaliger Serie You’re Under Arrest! entstand und in dem deren Hauptfiguren zu einer Göttin beten. Dieser Running Gag fand so viel Anklang, dass Fujishima auf dessen Grundlage eine neue Serie entwickelte. Die Grundlage von Oh! My Goddess war dabei die Idee der göttlichen Tätigkeit als eines Berufes. Dies kombinierte Fujishima dann mit Elementen der in Japan recht unbekannten Nordischen Mythologie, aus der zahlreiche Figuren und Ereignisse entlehnt sind.Trish Ledoux und Doug Ranney: The Complete Anime Guide, S. 61. Tiger Mountain Press, Issaquah (Washington), 1995 Diese wurden dabei mit Elementen der japanischen Kultur vermischt, so haben die drei Göttinnen auf ihrer Stirn ein „drittes Auge“, das ihre Macht symbolisiert. Auch die Rollen und Charaktereigenschaften der Figuren wurden der Handlung angepasst.Patrick Drazen: Anime Explosion! - The What? Why? & Wow! of Japanese Animation, S. 71. Stone Bridge Press, 2003. Verdandi bzw. Verthandi ist eine der drei Nornen (nordische Schicksalsschwestern), die allen Menschen Schicksal und Lebensspanne zuweisen. Verdandi verkörpert dabei die Gegenwart. Der Name Belldandy im Manga entstand durch die Rückübertragung der japanischen Lautumschrift , Berudandī. Urd ist Halbgöttin und die zweite der drei Nornen. Sie steht für die Vergangenheit. Skuld steht für die Zukunft und ist die dritte der drei Schicksalsschwestern. Rind war eine Erdgöttin, die von Göttervater Odin dazu auserkoren wurde, mit ihm den Rächer von Baldr, Odins Lieblingssohn, zu zeugen. Durch eine List erreichte Odin sein Ziel und Váli wurde geboren. Der Name Sigel stammt ebenso wie Peorth aus der Runenschrift der nordischen Völker. Sigel bedeutet Sonne oder auch Segel und symbolisierte die Hoffnung der Seefahrer. Sie ist das Zeichen der Kraft und steht für die erleuchtende und erwärmende Sonne sowie für die Dynamik des Lebens. Welsper bzw. Völuspá ist das erste Gedicht der Edda, der klassischen nordischen Liedersammlung, und beschreibt aus der Sicht einer Seherin die Entstehung der Welt und die Ragnarök, den Weltuntergang. Yggdrasil ist in der germanischen Mythologie die Weltesche.
Konzeption Der Manga lebt von der Einführung immer neuer Figuren. Schwerpunkte der lose zusammenhängenden Geschichten sind die Personen und ihre Beziehungen zueinander. Dabei hat die Serie einen recht engen Fokus auf wenige wichtige Charaktere, und die Beziehung zwischen Belldandy und Keiichi steht im Vordergrund. Daher ist die Handlung zunächst eine Romanze, der durch die herrschenden Umstände komische oder dramatische Elemente hinzugefügt werden.Napier, 2001, S. 149–152
Der Hauptkonflikt ist Belldandys Bemühen, Keiichi mit ihren magischen Kräften zu helfen während dieser alles aus eigener Kraft erreichen will; sowie Keiichis Sorge, dass die unschuldige Belldandy durch den Einfluss der Menschen korrumpiert wird.Fred Patten: Watching Anime, Reading Manga - 25 Years of Essays and Reviews, S. 49. Stone Bridge Press, 2004. Susan J. Napier konstatiert, zum Konzept der Serie gehöre auch, dass sich der (männliche) Zuschauer im Protagonisten identifizieren und so seine Wünsche und Fantasien erleben kann.Napier, 2001, S. 140
Veröffentlichungen Manga Oh! My Goddess erschien in Japan seit 1988 in Einzelkapiteln im Manga-Magazin Afternoon des Kodansha-Verlags. Nach 25 Jahren endete die Serie in Ausgabe 6/2014 von Afternoon, die am 25. April 2014 erschien. Die Einzelkapitel wurden von November 1988 bis 23. Juli 2014 auch in 48 Sammelbänden veröffentlicht. Die Bände verkauften sich jeweils über 70.000 mal.
Zusammen mit dem 46. Sammelband erschien am 23. August 2013 die erste offizielle Anthologie (), die zuerst zwischen 2009 und 2011 anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Serie in Afternoon publiziert wurde, mit einem Umschlagbild von Oh! Great und Beiträgen von Chika Umino, Clamp, Kozue Amano u. a.
In Deutschland erschien die Manga-Serie seit 1999 in gespiegelter Leserichtung beim Egmont-Verlag. Der letzte Band 48 kam im Oktober 2015 auf den Markt.Band 48 auf animexx.de Da es zwischen 1999 und 2003 im Egmont-Verlag mehrere organisatorische Veränderungen gab, wurde Oh! My Goddess unter drei verschiedenen Labels veröffentlicht:
Feest Comics (Egmont Ehapa Verlag) (Band 1–10) Feest Manga (Band 11–14) Egmont Manga und Anime (EMA, ab Band 15)
Dies führte bei Neuauflagen früherer Bände unter dem neuen EMA-Label zu einer neuen Vergabe von ISBNs. Zudem unterscheidet sich das Cover des zwölften Bandes in der alten und der neuen Ausgabe, der Inhalt ist jedoch gleich.
Außerdem erscheint die Manga-Serie unter anderem auch in Frankreich, Polen, Mexiko, dem Vereinigten Königreich, Italien, Spanien, Schweden, Taiwan und den Vereinigten Staaten.
Animes Auf der Grundlage der Manga-Serie wurden mehrere Oh! My Goddess-Animes produziert. Bisher entstanden mehrere Original Video Animations, die Super-Deformed-Fernsehserie Mini-Göttinnen, ein Kinofilm und eine weitere Fernsehserie.
Original Video Animations Die erste, fünfteilige OVA wurde von AIC unter der Regie von Hiroaki Gōda produziert. Die Musik komponierte Takeshi Yasuda, das Charakterdesign entwickelte Hidenori Matsubara und für die künstlerische Leitung war Hiroshi Kato verantwortlich. Das Vorspannlied My Heart iidasenai, Your Heart tashikametai stammt vom The Goddess Family Club, der Abspann wurde mit dem Titel Congratulations von der gleichen Gruppe unterlegt. Zwischen Februar 1993 und Mai 1994 kamen die Folgen in Japan in die Läden.