mini|hochkant|Daniel Hensel, 2014 Daniel Hensel (* 17. April 1978 in Büdingen) ist ein deutscher Komponist, Videokünstler, MusikwissenschaftlerDaniel Hensel bei Orcid. und Musiktheoretiker.
Leben Daniel Hensel ist der Sohn des Studiomusikers Reinhard Hensel und studierte von 1994 bis 1999 an Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main Komposition, Kontrapunkt, Tonsatz und Instrumentation unter anderem bei Gerhard Schedl. Ab 1999 setzte er sein Kompositionsstudium bei Heinz Winbeck an der Hochschule für Musik Würzburg fort und wechselte 2003 an die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, wo er bei Manfred Trojahn studierte und 2004 das Diplom mit Auszeichnung ablegte. Darüber hinaus nahm er an den Gruppenstunden von Wolfgang Rihm in Karlsruhe teil.
2005 absolvierte Hensel ein Aufbaustudium bei Michael Obst und kehrte anschließend noch einmal zur Meisterklasse Winbecks zurück. Von 2009 bis 2011 studierte er Musikwissenschaft bei Peter Ackermann und wurde 2011 an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main mit einer Dissertation über das Werk Gerhard Schedls promoviert.
Im Jahr 2016 habilitierte sich Hensel im Fach Systematische Musikwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Thema Beiträge zur Musikinformatik, Modus, Klang- und Zeitgestaltung in Lassus- und Palestrina-Motetten. Hierzu entwickelte er gemeinsam mit dem Softwareentwickler Ingo Jache die musikanalytische Software PALESTRiNIZER.Daniel Hensel (Hrsg.): PALESTRiNIZER. In: danielhensel.de.Elvis-Budingensis / PALESTRiNIZER. In: github.com.
Hensel lehrte zudem Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, war Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität des Saarlandes sowie Professor für Musiktheorie an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien.
Seit dem 1. Juni 2024 ist Hensel Künstlerisch-Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Orgelkunst, Kreativitätskonzepte und Künstliche Intelligenz an der HfM Würzburg, wo er im Rahmen der Hightech Agenda Bayern mit dem Informatiker Hannes Ritschel zusammenarbeitet.
Hensel ist seit 2005 mit der polnischen Soziologin Dorota Ewa Hensel verheiratet. Das Paar lebt in Büdingen und hat fünf Kinder.
Werk Hensels Werke wurden bei zahlreichen Festivals, in Rundfunkproduktionen sowie im Rahmen internationaler Konzerte aufgeführt. So erklang sein Stück Zwischen den Klängen op. 9 bei den Kasseler Musiktagen 2005 unter der Leitung von Bernhard Lang (gesendet auf HR 2). Am 17. Juni 2007 wurden die Reflexionen für Orchester op. 16 als deutscher Beitrag zum „Pasticcio zur Europahymne“ im Konzerthaus am Gendarmenmarkt Berlin uraufgeführt – anlässlich der Übergabe der deutschen EU-Ratspräsidentschaft –, interpretiert von den young.euro.classics unter Sebastian Weigle.
Die Flötistin Carin Levine produzierte 2007 ein eigens für sie komponiertes Werk Hensels im BR-Studio Franken. Der Gesang des gesegneten Lebens op. 18, ein Auftragswerk der Stuttgarter Oper, wurde in Kombination mit Mahlers 2. Sinfonie unter GMD Manfred Honeck uraufgeführt.
Mit dem Streichsextett Klärchens Lied op. 20 – einer Auftragsarbeit der Kasseler Musiktage 2009, uraufgeführt vom Ensemble Modern unter Jonathan Stockhammer – begann die Zusammenarbeit mit dem Musikverlag Doblinger. Eine Wiederaufführung fand im Arnold Schönberg Center in Wien durch das Ensemble lux statt, das auch Hensels 1. Streichquartett in der Österreichischen Nationalbibliothek zur Uraufführung brachte.
2011 arbeite Hensel mit dem Filmemacher Edgar Reitz zusammen; seit 2012 komponiert er auch elektroakustische Musik. 2013 begann eine enge Zusammenarbeit mit Marianna Oczkowska und Tomasz Skweres in Wien. Bearbeitungen von Haydns „Abschiedssinfonie“ und Beethovens 8. Sinfonie für Kammerensemble wurden im Rahmen einer China-Tournee des Young-Euro-Classics-Festivalorchestra unter Tang Muhai u. a. in Shanghai und Tianjin aufgeführt. Seit 2013 tritt Hensel in Verbindung mit seiner elektronischen Musik auch als Videokünstler in Erscheinung.Daniel Hensel. (YouTube-Kanal).
Sein Werk Der Scheintod aus Des Knaben Wunderhorn wurde vom Platypus Ensemble und Ursula Langmayr im Österreichischen Kulturforum Berlin uraufgeführt. 2017 vertonte Hensel zudem Kinderlieder nach Texten von James Krüss.
2019 arbeitete Hensel u. a. mit dem HR, In: hr2.de. dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg und der Elbphilharmonie zusammen.
2022 erhielt Hensel ein Kompositionsstipendium des Deutschen Musikrats. 2022 widmete BR-Klassik dem Komponisten ein Porträt, In: BR-Klassik - Horizonte, 2022. 2024 wurde seine Autobiographie in der Sendung selbstLAUT auf hr2-kultur ausgestrahlt.
Mit dem Werk Energien, das Hensel anlässlich des 150. Geburtstags von Arnold Schönberg im Rahmen von Neustart Kultur komponierte, setzte er die Zusammenarbeit mit Jaime Wolfson, dem Platypus Ensemble, dem Musikverlag Doblinger sowie dem Arnold Schönberg Center fort. 2025 interviewte Hensel mehrfach Claus Kurt Ilge über seine Zeit mit Elvis Presley sowie dessen Zeit in Deutschland im Allgemeinen.
Engagement für die Musik seiner Lehrer Hensels Dissertation widmet sich der Musik seines ersten Lehrers, Gerhard Schedl. Gemeinsam mit dem österreichischen Musikwissenschaftler Christian Heindl und dem Komponisten Roman Pawollek engagiert sich Hensel aktiv für die Aufführung von Schedls Werken. Programm Musiksalon Schedl, Österreichische Nationalbibliothek Dieses Engagement führte zur Kooperation des Wiener Vereins für zeitgenössische Musik il rilievo mit der Alten Schmiede sowie mit dem Studio für Neue Musik Würzburg. In: hfm-wuerzburg.de, November 2014.
Auch Heinz Winbeck und Gerhard Schedl wurden von Hensel mit Beiträgen im KdG sowie in Radiofeatures auf hr2-kultur gewürdigt.
Werke Kompositionen Op. 6: Requiem der jungen Hoffnungen, i. A. des Heinrich Schütz Chors Hannover. UA.:7. Januar 2006 in Springe durch den Heinrich Schütz Chor und Mitgliedern des Niedersächsischen Staatsorchester unter Peter Francesco Marino, sowie Nan Li und Nastassia Nass Op. 7: Duo für Viola und Tuba, UA.: 20. April 2005 Fürstenhaus Weimar, Garth Knox und Gerard Bouquet Op. 8: Traumgebilde op. 8 für vier Blockflöten und Orff-Instrumente zu vier Spielern, UA.: Kirche St. Martha Nürnberg. Blockflötenklasse Jeremias Schwarzer und Schlagzeugklasse Hermann Schwander, Ltg. Daniel Hensel Op. 9: Zwischen den Klängen für Kammerensemble, im Auftrag der Kasseler Musiktage, Projekt Klangsplitter, UA.: 30. Oktober 2005, durch Mitglieder des Staatstheaters Kassel unter Bernhard Lang Op. 14: Sonate für Flöte allein, i. A. von Carin Levine, produziert am 7. Februar 2007 im BR – Nürnberg, Studio Franken Op. 16: Reflexionen für Orchester, i. A. von Europa, der blaue Stern, UA.: 17. Juni 2007, Konzerthaus am Gendarmenmarkt Berlin, durch die young.euro.classics unter Sebastian Weigle Op. 17 Konzert für Klavier und Orchester, UA.: 10. Juni 2008, Hfm – Würzburg, Theater in der Bibrastraße, Barbara Anton-Kügler Klavier, Orchester der HfM – Würzburg, Ltg. Marko Zdralek Op. 18 Gesang des gesegneten Lebens für großes Orchester, Auftragswerk der Staatsoper Stuttgart, Heinz Winbeck gewidmet, UA.: 7. Dezember 2008, Liederhalle Stuttgart, Orchester der Staatsoper Stuttgart, Ltg. Manfred Honeck Op. 19 Die junge Magd, nach Georg Trakl, für Sopran, Flöte, Klarinette und Streichquartett. Op. 20 Streichsextett, „Klärchens Lied“, i. A. der Kasseler Musiktage 2010, UA.: 7. November 2009, Kulturbahnhof Kassel, Ensemble Modern, Ltg. Jonathan Stockhammer. Op. 21 Echos und Gesänge aus dem Innern, für Violine solo, Rafal Zambrzycki-Payne gewidmet Op. 22 Fleur du Mal, dramatische Arie für Tenor und großes Orchester, Bem: Maestro Manfred Honeck gewidmet Op. 23 Cardillac-Suite, Stummfilm-Musik für Edgar Reitz’ Cardillac-Suite, für Orchester Op. 24, Nr. 1 Studie Nr. 1, Musik für Computer, realisiert in Csound Op. 24, Nr. 2 Studie Nr. 2, Musik für Computer, realisiert in Csound Op. 25 Duo für Violine und Violoncello, Selbstzerstörung und Abgesang, UA.: 19. April 2013, Alte Schmiede Wien, durch Marianna Oczkowska und Tomasz Skweres. Op. 28 Der Scheintod, aus des Knaben Wunderhorn, für Fl., Kl., Pf., Sopran, Vl. und Vc., im Auftrag der ÖGZM. UA: 23. Juni 2016 im Österreichischen Kulturforum in der Österreichischen Botschaft in Berlin durch das Ensemble Platypus Op. 30 Böhmischer Friedhof, für Sopran und Orchester nach Jörg Bernig. Op. 31 Cantiones Budingensis, elektronisches Werk. Op. 32 Burn, Witch burn! – Willkommen in Büdingen, eine elektroakustische Auftragskomposition des HR für die Reihe „Hessenhören“ auf HR2, UA.: Sa. 14. Dezember 2019, 23:00 Uhr auf hr2-kultur Op. 33 Taub für des äussern Lebens wüstes Toben, für 8 Holzbläser, Kontrabass und Live-Elektronik Op. 34 Von einem, der auszog, das Träumen zu lernen für Orchester, Förderpreis für eine Aufführung beim Bach-Kompositionswettbewerb 2020 in Eisenach Op. 35 Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch. eine elektroakustische Komposition im Auftrag von hr2-kultur In: hr2.de. Op. 36 All The King's Tags, eine elektroakustische Komposition im Auftrag von hr2-kultur, Ursendung am 16. Dezember 2021 auf hr2-kultur Op. 37 Claustrophobia, eine elektroakustische Komposition, im Auftrag der Hessischen Kulturstiftung. Ursendung am 5. März 2022 auf hr2-kultur. Op. 38 1. Sinfonie „Ein Lied im höhern Chor. Aus der tieffen Ruffe ich HERR zu dir“; elektroakustisch; dem Andenken meines Vater gewidmet; Ursendung am 22. September 2022 auf BR-Klassik. Op. 39 sonus spatium, 2. Satz für das 3. Brandenburgische Konzert von J.S. Bach Op. 40 Trauer, für hohen Sopran, Harmonium, Harfe, Celesta und Live-Elektronik, nach Stefan Georges „Trauer I“ Op. 41 Energien… für kleine Klarinette, Klarinette, Bassklarinette, Geige, Bratsche, Violoncello und Klavier, komponiert zum 150. Geburtstag Arnold Schönbergs Op. 42 EM-Suite, im Auftrag von hr2-kultur, elektroakustisches Werk in sieben Sätzen. Op. 43 Sinfonietta, Un sogno su Nicola Vicentino, komponiert Mai bis Juni 2023 Op. 44 Cete carmina, für Orchester, komponiert Nov. 2023-Januar 2024 Op. 45 Ad LXVI annorum, für Wolfgang Liebhart zum 66., UA am 29. April 2024 Streichsextett Klärchens Lied. Musikverlag Doblinger. ISMN-979-0-012-19986-1 Duo für Violine und Violoncello op. 25. Selbstzerstörung und Abgesang. Musikverlag Doblinger. ISMN-979-0-012-20275-2. Henriette Bimmelbahn. Drei Lieder für Gesang und Gitarre ad lib. nach Texten aus den Bilderbüchern Henriette Bimmelbahn, Der blaue Autobus, Die besonders nette Straßenbahn von James Krüss und Lisl Stich. Musikverlag Doblinger. ISMN-979-0-012-20604-0.
Filme Studie Nr. 1, sonische Visualisierung von op. 24, Nr. 1 (3:21 min; online) Studie Nr. 1, Verfilmung als Videoanimation von op. 24, Nr. 1 (3:19 min; online) Studie Nr. 2, Verfilmung als Videoanimation von op. 24, Nr. 2 (9:45 min; online)
Schriften Wilhelm Friedemann Bach. Epigone oder Originalgenie, verquere Erscheinung oder großer Komponist? Ibidem, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8382-0178-8. Von der Einheit in der Vielfalt oder der Lust am Subjektiven: Die Musik Gerhard Schedls, dargestellt an seiner Instrumentalmusik. Ibidem, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-8382-0278-5. (Hrsg.): Anleitung zum General-Bass (1805), einschließlich der Biographie: Karl Weigl: Emanuel Aloys Förster (1913). Ibidem, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8382-0378-2. Beiträge zur Musikinformatik, Modus, Klang- und Zeitgestaltung in Lassus- und Palestrina-Motetten. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2017, ISBN 978-3-658-18272-4 Elementar-Lehrbuch der Harmonie- und Generalbasslehre. Reprint der Ausgabe Linz 1841, mit handschriftlichen Eintragungen Anton Bruckners, kommentiert und mit einer Studie versehen von Daniel Hensel, hrsg. von Andreas Lindner/Klaus Petermayr, Linz 2017, ISBN 978-3-903196-01-8.
Aufsätze