mini|Mikhail Baryshnikov (2017) rahmenlos|zentriert|klasse=notpageimage|Signatur Mikhail Nikolayevich Baryshnikov (, wiss. Transliteration Mihail Nikolaevič Baryšnikov; * 27. Januar 1948 in Riga, Lettische SSR, Sowjetunion) ist ein zunächst sowjetischer, dann US-amerikanischer Ballett-Tänzer, Choreograf und Schauspieler, der seit 2017 auch lettischer Staatsbürger ist.

Leben Michail Baryschnikow wuchs als Sohn russischer Eltern in Riga auf. Dort nahm er auch seine ersten Ballettstunden. Aus der ersten Ehe seiner Mutter mit einem im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten hat er einen Halbbruder.Mikhail Baryshnikov Family. In: Turner Classic Movies, abgerufen am 10. Februar 2017 Seine Mutter, die stets sein Interesse für das Ballett und die Oper gefördert hatte, nahm sich das Leben, als Baryshnikov zwölf Jahre alt war.Sasha Anawalt: Baryshnikov Searches for The Heart of 'Swan Lake'. In: New York Times vom 7. Mai 1989 Das Verhältnis zum Vater, der Oberst in der Sowjetarmee war, blieb zeitlebens eher distanziert.Mikhail Baryshnikov. In: biography.com, abgerufen am 10. Februar 2017

Mit fünfzehn Jahren wurde er dank seines Talents an der Waganowa-Akademie in Leningrad aufgenommen und von Alexander Puschkin unterrichtet. Drei Jahre später wurde er Solotänzer des Kirow-Balletts. 1974 setzte er sich während einer Tournee durch Kanada ab und beantragte politisches Asyl in den USA. In den folgenden Jahren tanzte er mit verschiedenen Ballettkompanien. mini|Mikhail Baryshnikov und Alessandra Ferri (1986) Von 1979 bis 1980 war er ein Principal-Tänzer am New York City Ballet. In den Jahren 1980 bis 1989 war er künstlerischer Leiter des American Ballet Theatre. 1986 wurde er US-amerikanischer Staatsbürger. Von 1990 bis 2002 arbeitete er für das White Oak Dance Project, dessen Mitbegründer er war. Neben seiner Arbeit fürs Ballett übernahm er Rollen in Broadway-Shows und in Spielfilmen. Seit 2005 ist er künstlerischer Direktor des Baryshnikov Arts Center in New York.

Aus seiner Beziehung zur Schauspielerin Jessica Lange ging 1981 die Tochter Shura Baryshnikov hervor, die ebenfalls Tänzerin wurde.Katherine Cusumano: Anna Baryshnikov Is Ready to Be a Leading Lady. In: wmagazine.com vom 16. November 2016Anna Baryshnikov bei myheritage.de, abgerufen am 23. Januar 2017 Aus seiner langjährigen Beziehung und Ehe (2006) mit der Tänzerin und Journalistin Lisa Rinehart hat er einen Sohn und zwei Töchter, darunter die Schauspielerin Anna Baryshnikov.

Am 27. April 2017 verlieh die Republik Lettland Baryshnikov die Staatsbürgerschaft für außerordentliche Verdienste um die Förderung Lettlands. Der Antrag an das lettische Parlament wurde am 21. Dezember 2016 eingereicht. In einem Brief brachte er seinen Wunsch zum Ausdruck, lettischer Staatsbürger zu werden, da seine Erinnerungen an seine ersten 16 Jahre in Lettland die Grundlage für sein weiteres Leben bildeten.

Film und Fernsehen Für seinen ersten Film Am Wendepunkt erhielt er 1977 eine Oscar- und Golden-Globe-Nominierung als bester Darsteller in einer Nebenrolle. 1985 spielte er zusammen mit Gregory Hines und Isabella Rossellini eine Hauptrolle in White Nights – Die Nacht der Entscheidung. Er spielt darin einen in den Westen geflohenen Balletttänzer, der zu einer Rückkehr ans Kirow-Ballett überredet werden soll.

Im Film Company Business spielt er an der Seite von Gene Hackman einen KGB-Agenten in den USA.

In der letzten Staffel der Fernsehserie Sex and the City trat er regelmäßig als Carrie Bradshaws Freund Aleksandr Petrovsky auf. Auch im Video zu Barbra Streisands Lied Emotion hatte er einen kurzen Gastauftritt.

Filmografie (Auswahl) 1971: Fiesta (Fernsehfilm) 1977: Am Wendepunkt (The Turning Point) 1977: The Nutcracker (Fernsehfilm) 1980: Carmen (Fernsehfilm) 1985: White Nights – Die Nacht der Entscheidung (White Nights) 1985: That’s Dancing! 1987: Giselle – Dancers (Dancers) 1991: The Cabinet of Dr. Ramirez 1991: Company Business 2003–2004: Sex and the City (Fernsehserie, neun Episoden) 2009: Place (Fernsehfilm) 2014: Jack Ryan: Shadow Recruit 2015: Doll & Em (Fernsehserie, fünf Episoden)

Auszeichnungen 1999: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences 2017: Praemium Imperiale 2021: Mitglied der American Academy of Arts and Letters 2024: Benennung eines Asteroiden nach ihm: (20011) Baryshnikov

Literatur The Houghton Mifflin Dictionary of Biography. Houghton Mifflin Harcourt, 2003, ISBN 978-0-618-25210-7, S. 119. G. Schalajewa, J. Korowkina: Kto jest kto w mire: 1500 imjon. OLMA Press, 2003, ISBN 978-5-8123-0088-3, S. 99–100.

Weblinks

Website des Baryshnikov Arts Center Archivfilm – Mikhail Baryshnikovs Pergolesi auf danceinteractive.jacobspillow.org

Einzelnachweise

Kategorie:Balletttänzer (Vereinigte Staaten) Kategorie:Choreograf (Ballett) Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (New York City) Kategorie:Russischer Emigrant in den Vereinigten Staaten Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Sciences Kategorie:Mitglied der American Academy of Arts and Letters Kategorie:Person als Namensgeber für einen Asteroiden Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Lette Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Ehrenbürger von Tiflis Kategorie:Mann