Přelouč (deutsch Prelauc, Pritzland,digitool.is.cuni.cz Pschelautsch, auch Przelautsch) ist eine Stadt im Okres Pardubice in Tschechien. Sie liegt 15 Kilometer westlich von Pardubice. Historisch gehörte es zum altböhmischen Chrudimer Kreis.
mini|Stadtpanorama
Geschichte Přelouč wurde erstmals im Jahre 1086 als Stiftungsbesitz des Benediktinerklosters Benediktinerklosters Opatowitz erwähnt. 1261 erteilte König Přemysl Ottokar II. dem Kloster ein Stadtrecht für Přelouč. Die Opatowitzer Mönche gründeten Ende des 14. Jahrhunderts in Přelouč eine Propstei. Während der Hussitenkriege wurde Přelouč 1421 von einem Heer des ostböhmischen Adligen Johann Městecký von Opočno verwüstet, der auf Seiten der kaiserlichen Adelspartei kämpfte. Zusammen mit den vormaligen Klostergütern gelangte Přelouč um die Mitte des 15. Jahrhunderts an Georg von Podiebrad. Dessen Söhne Heinrich d. Ä. und Heinrich d. J. verpfändeten 1482 Přelouč mit den benachbarten Dörfern Veliká Lhota, Malá Lhotka, Jankovice, Kozašice und Škudly dem Stephan Anděl von Ronovec (Štěpan Anděl z Ronovce), von dem es sein gleichnamiger Sohn erbte. Er verkaufte Přelouč am 11. September 1518 dem Wilhelm II. von Pernstein.Martin Šandera: Jindřich I. Minsterberkský – První hrabě Kladský a jeho majetková základna. In: Kladský sborník 6, 2004, S. 11. 1560 wurde Přelouč 1580 durch den Landesherrn Rudolf II. zur königlichen Kammerstadt erhoben.
Im 17. und 18. Jahrhundert stagnierte die wirtschaftliche Entwicklung. Erst mit dem Anschluss an die Eisenbahnstrecke Prag – Olmütz setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein. 1850–1960 war Přelouč Bezirksstadt.
Als einziges großes Industrieunternehmen hat Kiekert CS s.r.o. seinen Sitz in Přelouč. Das 1993 gegründete Tochterunternehmen des in Heiligenhaus ansässigen Automobilzulieferers Kiekert AG, hat sich zum größten Werk der Kiekert-Gruppe mit ca. 1700 Mitarbeitern entwickelt.
Gemeindegliederung Die Gemeinde besteht aus den Ortsteilen Přelouč, Klenovka, Lhota u Přelouče, Lohenice, Mělice, Škudly, Štěpánov und Tupesy.
Söhne und Töchter der Stadt Thomas von Přelouč (Tomáš Tůma Přeloučský; 1440–1518), Bischof der Unität der Böhmischen Brüder Henriette Rettich (1815–1854), böhmisch-deutsche Koloratursopranistin Franz von Schidlach (1816–1907), österreichischer Offizier der k.k. Armee Rudolf Wolkan (1860–1927), Literaturhistoriker, Hochschullehrer František Dvořák (1862–1927), Maler František Flos (1864–1961), Übersetzer und Schriftsteller František Filipovský (1907–1993), Schauspieler Stanislav Brebera (1925–2012), Chemiker, Erfinder des Semtex
Sehenswürdigkeiten Marktplatz mit Häusern aus dem 19. Jahrhundert Die Pfarrkirche St. Jakob liegt am ostböhmischen Jakobsweg. An der Außenseite finden sich an mehreren Stellen ausgesprochen viele Rillen und Näpfchen, deren eigentliche Bedeutung bzw. Entstehung unklar ist. Sie haben ihre Entstehung wohl im Glauben, besser gesagt im Aberglauben vergangener Jahrhunderte. Im Vorraum der Kirche, der tagsüber zugängig ist, wird Therese von Lisieux mit einer Heiligenfigur verehrt. An der Außenwand sind mehrere Kruzifixe angebracht. Bauten nach Entwurf des Architekten Rudolf Kříženecký: Evangelische Kirche (1905) Gebäude der Bürgerlichen Darlehenskasse (Občanská záložna) (1900) alternativtext=Jakobskirche in Prelouc|mini|Jakobskirche von Osten gesehen. Foto Oktober 2025alternativtext=Jakobsweg Infotafel|mini|Infotafel zum ostböhmischen Jakobsweg. Foto Oktober 2025alternativtext=Hinweis auf den Jakobsweg|mini|"Steinerner" Hinweis auf den Jakobsweg und darauf, dass die Kirche Jakobus dem Älteren gewidmet ist, was Beides zusammenhängt. Foto Oktober 2025alternativtext=Näpfchen und Rillen an der Außenseite der Kirche|mini|Eine Besonderheit dieser Pilgerkirche ist, dass sie nicht nur über Näpfchen und Rillen, sondern auch über ungewöhnlich viele Näpfchen und Rillen verfügt. Foto Oktober 2025.alternativtext=Kruzifixe|mini|Kruzifixe an der Außenwand der Kirche. Foto Oktober 2025alternativtext=Kruzifixe|mini|Kruzifixe an der Außenwand der Kirche. Foto Oktober 2025alternativtext=Therese von Lisieux|mini|Heiligenfigur der Therese von Lisieux im Vorraum der Kirche. Foto Oktober 2025Diviš’s Villa (Vila Ing. Diviše)
Literatur
Joachim Bahlcke, Winfried Eberhard, Miloslav Polívka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Band: Böhmen und Mähren (= Kröners Taschenausgabe. Band 329). Kröner, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-32901-8.
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Kategorie:Ort an der Elbe