mini|rechts|Luftbild von Mittelbiberach (1983) mini|hochkant|Angler am Rotbach
Mittelbiberach ist eine Gemeinde in Oberschwaben im Landkreis Biberach (Baden-Württemberg, Deutschland).
Geographie Geographische Lage Mittelbiberach liegt drei Kilometer westlich der Großen Kreisstadt Biberach an der Riß. Durch die Ortschaft fließt der vom Schienenwald kommende Rotbach, der früher Biberbach hieß, weil in ihm Biber lebten. Nächstgelegener Bahnhof ist der Bahnhof Biberach (Riß) an der Württembergischen Südbahn.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Mittelbiberach besteht aus dem gleichnamigen Kernort und aus den Gemeindeteilen Oberdorf (1934 eingemeindet) und Reute (1973); dazu gehört auch der Weiler Zweifelsberg.siehe auch Burg Zweifelsberg
Nachbargemeinden Im Westen, Norden und Osten grenzt Mittelbiberach an die Stadt Biberach an der Riß, im Süden an die Gemeinde Ingoldingen.
Namensursprung Der Name Mittelbiberach geht auf mitten am Biberbach zurück und hat deshalb seinen Namen wie Biberach an der Riß dem Biberbach (heutzutage: Rotbach) zu verdanken.
Geschichte Überblick Mittelbiberach wurde erstmals 1275 urkundlich erwähnt. Ab etwa 1350 gehörte der Ort den Herren von Stein. Über die Herren von Andelfingen kam Mittelbiberach 1440 durch Verkauf an Jakob Schad, dessen Nachfahren sich Schad von Mittelbiberach zu Warthausen nannten. Nach dem Tod von Bernhard Schad, des Herrn auf Mittelbiberach, Warthausen und Ober-Sulmetingen im Jahr 1600, wurden seine beiden Töchter Dorothea und Euphrosine mit Mittelbiberach 1603 belehnt. Dorothea heiratete den Freiherren Hans Heinrich von Neuhausen (Neuhausen auf den Fildern). Nach dem Tod von Hans Heinrich von Neuhausen, 1620, und seiner Witwe Dorothea, 1648, ging Mittelbiberach durch die jüngere Tochter, Euphrosine, mit Ober-Sulmetingen an ihren Ehemann Hans Ludwig von Ulm auf Schloss Erbach über, der später Reichsvizekanzler wurde. Ihre Nachfahren aus der Familie von Ulm besaßen die Gemeinde bis zur Mediatisierung, durch die Mittelbiberach 1806 an das Königreich Württemberg gelangte und dem Oberamt Biberach zugeordnet wurde. Von der Familie Ulm gelangte das Schloss an die Grafen von Brandenstein-Zeppelin, die es noch besitzen. Im Zuge der Kreisreform kam die Gemeinde 1938 zum Landkreis Biberach. 1945 wurde Mittelbiberach Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.
Am 1. Januar 1974 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Reute nach Mittelbiberach eingemeindet.
Religionen Mittelbiberach ist römisch-katholisch geprägt. Auf dem Gemeindegebiet gibt es zwei katholische Pfarreien, St. Cornelius und Cyprian in Mittelbiberach und St. Nikolaus in Reute.
Für die wenigen evangelischen Christen ist die Kirchengemeinde in Biberach zuständig.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohnerzahl 1900 etwa 1000 1961 1866 1970 1992 1991 3083 1995 3396 2005 3856 2010 4030 2015 4330 Politik Gemeinderat In Mittelbiberach wird der Gemeinderat nach dem Verfahren der unechten Teilortswahl gewählt. Dabei kann sich die Zahl der Gemeinderäte durch Überhangmandate verändern. Der Gemeinderat besteht aus den 15 gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis.Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums Stuttgart Die Wahlbeteiligung betrug 56,53 %. Partei/Gruppierung Stimmen Sitze Freie Wählergemeinschaft 52,891 % 8 Attraktive Gemeinde 47,19 % 7
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur
Ansässige Unternehmen EMB GmbH, Hersteller von elektrischen Antrieben
Bildungseinrichtungen Mittelbiberach stellte den Betrieb seiner Haupt- und Werkrealschule wegen zu geringer Schülerzahlen im Schuljahr 2018/2019 ein. Seit dem Schuljahr 2019/2020 läuft sie als reine Grundschule weiter. Sie wird von ca. 130 Schülern besucht. Außerdem gibt es drei Kindergärten, einen davon im Ortsteil Reute.
Sehenswürdigkeiten
Museen Das Profil Auto- und Technikmuseum (2001 eröffnet, seit 2. Januar 2005 geschlossen) zeigte historische Dampf- und Dieselmaschinen sowie etwa 20 AutomobileNorbert Bauer: Automuseen und Sammlungen in Europa. Ein Führer durch Historie, Kultur, Design und Technik des Automobils. München 2004, Eintrag D37., vom dreirädrigen Benz Patent-Motorwagen bis hin zur Chevrolet Corvette und einem 10 Meter hohen Dieselgenerator. Neben einer Bulldog-Ausstellung wurden im Obergeschoss Flugzeugmodelle sowie eine originale Mig-15, Baujahr 1947, gezeigt.
Bauwerke mini|hochkant|Schloss Mittelbiberach Ulrika-Nisch-Haus Pfarrkirche St. Nikolaus in Reute Pfarrhaus Altes Spritzenhaus in Reute Mühle in Unterreute Schloss Mittelbiberach des Grafen von Brandenstein-Zeppelin Kirche St. Cornelius und Cyprian Pestfriedhof
Besondere Vereine mini|hochkant|Selige Schwester Ulrika von Hegne (Ulrika Nisch) Historische Bürgerwehr Mittelbiberach 1599 e. V. Fanfarenzug Graf von Brandenstein e. V. Narrenzunft Mittelbiberach e. V. Mittelbiberacher Theater e. V.
Söhne und Töchter der Gemeinde 1522, Lazarus von Schwendi, † 28. Mai 1583 in Kirchhofen, Kaiserlicher Feldobrist 1882, Schwester Ulrika von Hegne, † 8. Mai 1913 in Hegne, seliggesprochen von Johannes Paul II. am 1. November 1987 in Rom. Seit 1991 ruhen ihre sterblichen Überreste in der Krypta der Klosterkirche in Hegne. 1898, Karl Kehrle Bruder Adam Kehrle, † 1. September 1996 in Buckfast Abbey (England), Benediktinermönch, weltberühmter Bienenzüchter (Entwickler der Buckfastbiene), Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Order of the British Empire, Ehrendoktor der Schwedischen Universität für Landwirtschaft und Ehrendoktor der Universität Exeter.
Weitere Persönlichkeiten Hier werden bekannte Persönlichkeiten aufgeführt, die in Mittelbiberach einen Teil ihres Lebens verbracht haben oder in Mittelbiberach verstorben sind. Klaus Jonski (* Ostpreußen 1941), Lehrer und Regionalhistoriker in MittelbiberachZu seinen Biographien von "einfachen Leuten" aus Mittelbiberach und Umgebung vgl. Jonski 1997 und 2000.
Literatur mini|Fanfarenzug Graf von Brandenstein beim Narrensprung Rot an der Rot (2013) Klaus Jonski: Lebensbilder, Bd. 1: Aus dem Arbeitsleben von Dienstboten und Handwerkern. 2., veränderte Aufl. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach 1997 (1. Aufl. 1996). Klaus Jonski: Lebensbilder, Bd. 2: Gelebtes und Erlebtes aus dem vergangenen Jahrhundert. Biberacher Verlagsdruckerei, Biberach 2000.
Weblinks
Internetpräsenz der Gemeinde Mittelbiberach
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Biberach Kategorie:Ort in Oberschwaben
Kategorie:Ersterwähnung 1275