Carey Price (* 16. August 1987 in Anahim Lake, British Columbia) ist ein kanadischer Eishockeytorwart. Zwischen 2007 und 2022 lief er für die Canadiens de Montréal auf und bestritt für das Team über 700 Partien in der National Hockey League (NHL). Seit April 2022 ist er verletzungsbedingt ohne Einsatz und steht seit September 2025 bei den San Jose Sharks unter Vertrag, ohne dass er seine aktive Karriere bisher offiziell beendet hat.
Price, der im NHL Entry Draft 2005 an fünfter Position von den Canadiens ausgewählt wurde, gilt als einer der besten Torhüter seiner Generation. Der Durchbruch gelang ihm in Montréal in der Saison 2014/15, als er mit der Hart Memorial Trophy, dem Ted Lindsay Award, der Vezina Trophy sowie der William M. Jennings Trophy ausgezeichnet wurde. In den Playoffs 2021 erreichte er mit dem Team das Stanley-Cup-Finale, unterlag dort allerdings den Tampa Bay Lightning, bevor er im Jahre 2022 mit der Bill Masterton Memorial Trophy geehrt wurde. Bei den Canadiens hält er die Rekorde für die meisten Spiele (712) und Siege (361) auf seiner Position.
Auf internationaler Ebene gewann Price bei der U20-Junioren-Weltmeisterschaft 2007 mit der kanadischen Nationalmannschaft die Goldmedaille und wurde dabei als wertvollster Spieler des Turniers ausgezeichnet. Weitere Goldmedaillen errang er mit den Herren bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi sowie beim World Cup of Hockey 2016 in Toronto.
Price war seinerzeit der einzige aktive Torhüter in der NHL, der aus einer First Nation abstammt.
Karriere Jugend (bis 2003) Carey Price wuchs im kleinen Dorf Anahim Lake in der kanadischen Provinz British Columbia auf und begann mit dem Eishockeyspielen zunächst als Verteidiger, bevor er auf die Torhüterposition wechselte. Da es in seinem Wohnort keine Juniorenmannschaft gab, spielte er bereits ab dem Alter von zehn Jahren im 320 Kilometer entfernten Williams Lake. Sein Vater fuhr ihn jede Woche dreimal zum Training und zu Spielen über den British Columbia Highway 20 in die Nachbarstadt. Da diese Autofahrten sehr viel Zeit in Anspruch nahmen, beschloss er nach einiger Zeit, sich eine eigene Piper Cherokee zu kaufen, um seinen Sohn mit dem Flugzeug zum Training zu bringen, sofern es das Wetter zuließ.
Nachdem seine Familie in Williams Lake eine Zweitwohnung gemietet hatte, zog Carey Price während der Secondary School schließlich dauerhaft nach Williams Lake, um die langen Fahrten und Flüge zu vermeiden. Im Jahr 2002 wechselte der Torhüter in die British Columbia Junior Hockey League zu den Quesnel Millionaires und wurde zudem im WHL Bantam Draft, in dem die Teams der Western Hockey League Spieler aus den Midget-Ligen draften können, von den in Kennewick beheimateten Tri-City Americans an insgesamt siebter Position ausgewählt.
Western Hockey League (2003–2007) Gegen Ende der Saison 2002/03 erhielt Price bei den Americans seinen ersten Kurzeinsatz, als er bei der 0:6-Niederlage gegen die Brandon Wheat Kings für das letzte Drittel eingewechselt wurde.
In der folgenden Spielzeit wechselte Price endgültig zu Tri-City und kam dort als Ersatz-Torhüter hinter dem drei Jahre älteren Tyler Weiman in 28 Spielen zum Einsatz. Dabei verzeichnete er eine Fangquote von 91,5 %. In den Play-offs stieg Price zum Stammtorhüter der Mannschaft auf und führte die Americans zum 4:1-Sieg in der Best-of-Seven-Serie gegen die Portland Winterhawks, bevor sie in der zweiten Runde am Titelverteidiger und Gewinner der regulären Saison, den Kelowna Rockets, scheiterten. In der Saison 2004/05 wurde Carey Price zum Stammtorhüter in Tri-City und entwickelte sich im Laufe der Spielzeit zu einem der besten Torhüter der Liga. Am Ende der regulären Saison gehörte er zu den am häufigsten eingesetzten Torhütern und stellte mit einer Fangquote von 92 Prozent und acht Shutouts persönliche Bestwerte auf. Zudem übertraf nur Devan Dubnyk seinen Wert von 1665 gehaltenen Torschüssen. Mit dem vierten Platz in der U.S. Division gelang Price’ Team knapp der erneute Einzug in die Play-offs, wo sie in der ersten Runde in fünf Spielen gegen die Seattle Thunderbirds ausschieden.
Vor dem NHL Entry Draft 2005, bei dem sich die 30 Mannschaften der National Hockey League die Rechte an Juniorenspielern sicherten, wurde Carey Price im Abschlussranking der Scouts als bester nordamerikanischer Torhüter gelistet. Da die NHL-Saison aufgrund eines mehrmonatigen Streiks, dem sogenannten Lockout, komplett ausgefallen war, konnte die Draftreihenfolge nicht wie im Normalfall durch die Platzierung der Mannschaften in der regulären Saison ermittelt werden. Stattdessen entschied das Ergebnis eines Losverfahrens, welches Team an welcher Stelle auswählen durfte. Die Canadiens de Montréal erhielten dadurch seit 1984 eines der fünf höchsten Wahlrechte. Sie wählten in der ersten Runde an fünfter Stelle Carey Price aus, womit er der erste Torhüter war, der in diesem Draft gezogen wurde. Am 9. September 2005 spielte er bei einem Rookie-Turnier erstmals im Trikot der Canadiens, als das Team 2:3 gegen die Auswahl der Toronto Maple Leafs verlor. Anschließend kehrte er wieder in die Western Hockey League zurück.
In der folgenden Saison 2005/06 konnte Price in der regulären Spielzeit nicht ganz an seine Erfolge der Vorsaison anknüpfen, qualifizierte sich mit den Tri-City Americans aber dennoch für die Play-offs. Gegen die Everett Silvertips schied die Mannschaft erneut in der ersten Runde aus. Price wurde anschließend zum Trainingscamp nach Montreal eingeladen, erhielt aber erneut keinen Vertrag bei den Canadiens. Somit kehrte er ein zweites Mal zu Tri-City zurück. In der WHL-Saison 2006/07 wurde Price in insgesamt 46 Saisonspielen eingesetzt und verzeichnete dabei 30 Siege, knapp eineinhalb Mal so viele wie in der Vorsaison. Mit einer Fangquote von 91,7 % lag er zudem ligaweit auf dem dritten Rang. Die Americans schlossen die Saison mit einem neuen Franchiserekord von 96 Punkten in der regulären Saison auf dem zweiten Platz in der U.S. Division ab. Nach Ende der Saison wurde Carey Price für seine Leistungen mit der Del Wilson Trophy ausgezeichnet, die jedes Jahr an den besten Torhüter des Grunddurchgangs vergeben wird. Bei der Wahl zum Goaltender of the Year der Dachorganisation Canadian Hockey League setzte er sich gegen die besten Torhüter aus den anderen beiden kanadischen Juniorenligen, Steve Mason aus der Ontario Hockey League und Ondřej Pavelec aus der Ligue de hockey junior majeur du Québec, durch. Zudem wurde er in die All-Star Teams der Western Conference und der CHL gewählt. Allerdings konnte die Mannschaft in den Play-offs nicht an die Leistungen aus der regulären Saison anknüpfen und scheiterte, wie schon zwei Jahre zuvor, in der ersten Runde an den Seattle Thunderbirds.
Calder-Cup-Gewinn in Hamilton (2007) Nach dem frühen Ausscheiden seiner Junioren-Mannschaft aus den Play-offs unterzeichnete Price am 10. April 2007 einen Einstiegsvertrag über drei Jahre mit den Canadiens de Montréal. Er wurde daraufhin direkt zu den Hamilton Bulldogs, dem Farmteam der Canadiens in der American Hockey League (AHL), geschickt. Dort bestritt er im vorletzten Spiel der regulären Saison beim 3:1-Sieg gegen die Grand Rapids Griffins seinen ersten Einsatz und wurde zum First Star des Spiels gewählt.
mini|Den Hamilton Bulldogs wird der Calder Cup überreicht In den Play-offs gelang es Price sofort, den Posten des Stammtorhüters von Yann Danis zu übernehmen. In der ersten Runde konnte er beim Auftaktspiel in der Serie gegen die Rochester Americans beim 2:0-Sieg seines Teams mit 34 gehaltenen Schüssen seinen ersten Shutout verzeichnen. Die Bulldogs gewannen die Serie mit Torhüter Price schließlich nach sechs Spielen.
Daraufhin gelang der Mannschaft durch weitere Siege in den Serien gegen die Manitoba Moose und die Chicago Wolves der Einzug in die Finalserie. Dort traf sie auf die Hershey Bears, die bereits die reguläre Saison als punktbeste Mannschaft abgeschlossen hatten und auf dem Weg ins Finale nur zwei Spiele verloren hatten. Im ersten Spiel der Finalserie zeigte Price aber sein bisher bestes Spiel im Trikot der Bulldogs und führte sein Team mit 46 parierten Schüsse zu einem 4:0-Sieg. Die Mannschaft siegte in der Finalserie schließlich nach fünf Spielen und gewann somit den ersten Calder Cup der Teamgeschichte. Carey Price, der in den Play-offs 15 Siege und eine Fangquote von 93,6 % verzeichnen konnte, erhielt nach dem letzten Spiel die Jack A. Butterfield Trophy als wertvollster Spieler (MVP) der Playoffs. Mit einem Alter von 19 Jahren und neun Monaten war er damit der jüngste Spieler, der jemals mit der Trophäe ausgezeichnet wurde.
Anfänge in der NHL und erste Play-off-Einsätze (2007–2010)
Vor Beginn der Saison 2006/07 nahm Price zum dritten Mal am Trainingscamp der Canadiens teil und konnte sich dort im Kampf um einen Platz im NHL-Kader von Montreal gegen Jaroslav Halák durchsetzen. Er wurde somit als Ersatztorhüter hinter Cristobal Huet eingesetzt. Sein Debüt in der National Hockey League gab der Rookie-Torhüter am 10. Oktober 2007 gegen die Pittsburgh Penguins, als er beim 3:2 der Canadiens auch seinen ersten Sieg verzeichnen konnte. Im Januar 2008 wurde er nach drei schwachen Partien in Folge noch einmal in die AHL geschickt, kehrte aber bereits nach zehn Spielen wieder in den Kader der Canadiens zurück. Seinen ersten Assist erzielte Price am 9. Februar 2008 bei einer 1:6-Niederlage gegen die Ottawa Senators, als er das Tor von Andrej Kaszizyn vorbereitete. Zwei Spiele später gelang dem Torhüter mit 34 parierten Schüssen gegen die Philadelphia Flyers schließlich auch das erste Shutout seiner NHL-Karriere.
Kurz vor der Trade Deadline gaben die Canadiens Cristobal Huet an die Washington Capitals ab, sodass Price dessen Posten als Stammtorhüter einnahm. Nach dem Wechsel Huets gelangen Price in 15 Einsätzen bis zum Ende der regulären Saison insgesamt zwölf Siege, darunter eine Serie von sieben gewonnenen Spielen am Ende der Saison. Damit verhalf er den Canadiens, sich erstmals seit 1989 am Ende der Saison an die Spitze ihrer Conference zu setzen. Für seine Leistungen wurde er daraufhin als NHL-Rookie des Monats März ausgezeichnet und als bester Torhüter auch in das NHL All-Rookie Team gewählt. In den Play-offs war Price als Stammtorhüter gesetzt und konnte in der Serie gegen den Erzrivalen Boston Bruins den Canadiens mit zwei Shutouts zu einem knappen 4:3-Sieg verhelfen, obwohl er im fünften und sechsten Spiel insgesamt zehn Tore kassierte. Daraufhin traf die Mannschaft auf die Philadelphia Flyers. In der Serie konnte Price allerdings nicht an die Leistungen der bisherigen Saison anknüpfen und wurde so im dritten Spiel für Jaroslav Halák ausgewechselt. Schließlich schieden die Canadiens nach fünf Spielen aus.
mini|links|Price beim Aufwärmen (2009)