Beblenheim (elsässisch Bawla, deutsch Bebelnheim) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Gemeindeverband Pays de Ribeauvillé.

Geografie Beblenheim liegt in der westlichen Oberrheinebene am Ostrand der Vogesen, etwa zwölf Kilometer nördlich von Colmar. Nachbargemeinden sind Mittelwihr (1,2 km), Bennwihr (2 km), Zellenberg (2,6 km), Hunawihr (4,5 km), Ribeauvillé (4,9) km und Sigolsheim (5 km).

Geologie Beblenheim liegt in der Vorhügelzone der Vogesen auf Schichten, die erst in der Tertiärzeit (im Oligozän) in den sich bildenden Oberrheingraben abgelagert wurden. An dem Bruchschollenfeld (Jura-Schollen) der Vorbergzone im Westen des Dorfes hat die Gemarkung nur minimalen Anteil. Im Osten dehnt sie sich auf den lössbedeckten Randbereich der Schotterebene des Rheins aus.

Geschichte Auf der Gemarkung wurden vorgeschichtliche und römische Funde gemacht. Erstmals erscheint der Ort 1128 als Babilenheim in einem Urbar des Klosters Maursmünster (Marmoutier).

Im Mittelalter gehörte der Ort den Grafen von Eguisheim, nach deren Erlöschen 1147 ging er an die Grafschaft Pfirt. Durch Heirat ging Beblenheim an die Grafen von Horburg, die den Ort 1324 an das Haus Württemberg verkauften. Der Bischof von Straßburg Berthold von Buchegg hatte ebenfalls Interesse an diesem Gebiet, verständigte sich aber in einem Vertrag 1534 mit den Württembergern.1780 geriet auch der württembergische Besitz im Elsass im Zuge der Reunionspolitik Ludwigs XIV. unter französische Souveränität. Die Württemberger verzichteten aber erst in der Revolution (1796) endgültig auf ihre Rechte im Elsass. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gehörte Beblenheim bis 1918 zum Reichsland Elsass-Lothringen (Kreis Rappoltsweiler im Bezirk Oberelsaß).

Im Zweiten Weltkrieg erlebte die Bevölkerung nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 die Naziherrschaft, von der sie am 5. Dezember 1944 durch amerikanische Infanterie befreit wurde. Dies geschah im Zuge der Offensive der Alliierten gegen den von den Deutschen noch immer hartnäckig verteidigten Brückenkopf Elsass (poche de Colmar). Bei diesen Kämpfen erlitt das Dorf Kriegsschäden.

In den Jahren 1349, 1359 und 1385 ging durch Pestepidemien die Bevölkerungszahl jeweils stark zurück. 1870 starben durch ein Pockenepidemie 39 Personen. Zwischen Beblenheim und Zellenberg befanden sich die abgegangenen Siedlungen Roggenhausen und Altenheim.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2018 Einwohner 958 737 801 805 883 918 943 954 940 Quellen: Gemeindeverzeichnis, Cassini und INSEE

Bauwerke Beblenheim bietet trotz erlittener Kriegsschäden das Bild eines gut erhaltenen elsässischen Winzerdorfs mit zahlreichen Fachwerkhäusern vom 17. bis 19. Jahrhundert.

Im Dorf befinden sich der spätgotische Nikolausbrunnen aus der Zeit um 1500 (Fontaine Saint-Nicolas), Es ist keiner der im Elsass noch oft erhaltenen Zugbrunnen, sondern ein Stockbrunnen. Der Brunnenstock mit einer (erneuerten) gotischen Fiale bekrönt. In drei Baldachinnischen Johannes der Evangelist, Sankt Antonius und der Heilige Nikolaus, der ein Kind an der Hand hält. Die Statuen wurden in der Revolution stark beschädigt.

In der Sankt-Sebastians-Kirche (Église Saint-Sébastien) von 1866 befindet sich ein beachtenswerter barocker Hochaltar aus dem Vogesenkloster Pairis. Grabsteine aus dem 15. und 17. Jahrhundert.

Die Mairie, ein schlichter spätklassizistischer Bau aus der Louis-Philippe-Zeit, erbaut 1838 bis 1840. Markante Kämfergesimse an den Rundbogenfenstern des Erdgeschosses. Die Mittelachse der Fassade betont durch einen klassizistischen Säulenportikus, einen Dreiecksgiebel und ein Glockentürmchen.

Wirtschaft In Beblenheim spielt der Weinbau eine wichtige Rolle. Der Weinort liegt an der Elsässer Weinstraße. Die Einzellage Sonnenglanz gehört zu den Alsace-Grand-Cru-Lagen.

Persönlichkeiten Heinrich Nehracher (1764–1797), Schweizer Ofenbauer und Schriftsteller, starb hier in der Verbannung. Chrétien Oberlin (1831–1861), Bürgermeister von Beblenheim und Gründer des Weinbauinstitutes von Colmar, wurde hier geboren. Christian Pfister (1857–1933), Historiker, wurde hier am 13. Februar 1857 geboren.

Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 665–667.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Grand Est Kategorie:Weinbauort in Frankreich Kategorie:Ersterwähnung 1128