mini|Typ MEKO A-200 SAN der südafrikanischen Marine (Valours-Klasse) MEKO ist eine Marke der deutschen ThyssenKrupp Marine Systems für eine Reihe von Kriegsschiffen.MEKO im Markenregister, abgerufen am 15. Juli 2012.

MEKO steht für Mehrzweck-Kombination und deutet die Modularisierungsmöglichkeiten an. Jeder potentielle Kunde kann eine an seine Bedürfnisse angepasste Mischung aus Waffensystemen, Elektronik und Baugröße auswählen. Da ähnliche Konzepte beim Bau verwendet werden, sind die Schiffe entsprechend preisgünstig.

Die MEKO-Reihe umfasst Patrouillenschiffe, Korvetten, Fregatten und kleine Zerstörer.

Geschichte Das MEKO-Konzept wurde in den 1970er Jahren von der Werft Blohm + Voss in Hamburg entwickelt. Die ersten Abnehmer für Schiffe der Serie MEKO 360 waren Ende der 1970er Jahre Nigeria (mit der Aradu (F89)) und Argentinien mit der vier Schiffe umfassenden Almirante-Brown-Klasse.

1979 und 1983 bestellte Argentinien je drei Schiffe der MEKO 140-Klasse, die im eigenen Land gebaut wurden.

In den 1980er Jahren kamen zahlreiche Schiffe der Klasse MEKO 200 für die Türkei hinzu. Auch Algerien (MEKO A-200AN),Zwei Fregatten Typ MEKO a-200 ALG für Algerien. In: Europäische Sicherheit & Technik 1/2016. S. 79. Ägypten,L'Arabie Saoudite bloque le contrat des corvettes Meko A200 en Egypte, La Tribune, 5. November 2018 Australien/Neuseeland (ANZAC-Klasse), Griechenland, Portugal (Vasco-da-Gama-Klasse), Südafrika (Valour-Klasse) sowie die Deutsche Marine (Fregatte 128) erwarben Fregatten dieser Größe bzw. haben diese bestellt.

Die ersten Schiffe der MEKO 100-Serie wurden 2006 von Malaysia bestellt (Kedah-Klasse), auch Brasilien (Tamandaré-Klasse), Polen (Gawron-Klasse) und die Deutsche Marine (Korvetten K130, Braunschweig-Klasse) haben Schiffe erhalten bzw. bestellt.

Auch die Sachsen-Klasse der Deutschen Marine ist an das MEKO-Design angelehnt. Dabei arbeitet ThyssenKrupp Marine Systems zum Teil sehr eng mit anderen europäischen Schiffbauern wie Royal Schelde in den Niederlanden und Izar in Spanien zusammen, um durch gleiche Ausrüstung Kosten zu sparen. Auch wird die Elektronik für die deutschen Schiffe vorwiegend in Deutschland und den Niederlanden gekauft.

Eine zukünftige Version ist die Klasse MEKO D. Die MEKO D wird eine Verdrängung von 3500 t bei einer Länge von 116 m und einer Breite von 19,6 m haben. Die Bewaffnung besteht aus 2 × 16 Zellen VLS und einem Geschütz im Kaliber 127 mm sowie acht Schiffsabwehrflugkörpern.

Eine kleinere Variante ist die MEKO CSL (Combat Ship for the Littorals) mit einer Verdrängung 2750 t, einer Länge von 108,8 m, einer Breite 21 m und einer Geschwindigkeit von bis zu 45 kn. Zudem verfügen die Schiffe über Tarnkappeneigenschaften. Der Rumpf besteht aus Stahl und die Aufbauten aus GFK. Die Reichweite beträgt 3500 nm bei 16 kn. Als Antrieb wird das CODAG (COmbined Diesel And Gas) genutzt.

Die israelische Marine wollte eine Korvette dieses Typs mit israelischer Elektronik in Lizenz bauen. Nachdem die Aktien der Werft jedoch zu einem Großteil von einer Investorengruppe aus den Vereinigten Arabischen Emiraten aufgekauft worden waren, wurden diese Pläne aus Sicherheitsgründen aufgegeben. Im Mai 2015 entschied sich die israelische Marine für den Bau von vier MEKO-A100-Korvetten, die bis 2023 als Sa’ar-6-Klasse in Dienst gestellt wurden.

Klassen MEKO A-100

Die MEKO A-100 ist eine Klasse von Korvetten bzw. leichten Fregatten.MEKO bei deagel.com, abgerufen am 6. April 2026 (englisch) Die malayische Marine hat davon in den 2000er Jahren sechs Schiffe erhalten und als Kedah-Klasse in Dienst gestellt.Naval Technology, MEKO A Class Combat Ship Family, abgerufen am 6. April 2026 (englisch)

MEKO 140

Die MEKO 140 ist eine Klasse von sechs Korvetten, die in den 1980er Jahren für die Argentinische Marine als Espora-Klasse gebaut wurde. Sie ist als kleinere Version aus der MEKO 360 abgeleitet.

MEKO 200

Die MEKO 200 ist eine Fregattenklasse, welche in den 1970er Jahren von der Werft Blohm + Voss entwickelt wurde. Erstkunde war die türkische Marine mit der 1987 ausgelieferten Yavuz. Seit 2025 wird eine Variante als MEKO A-200 durch die ThyssenKrupp Marine Systems GmbH vermarktet. Sie unterscheidet sich technisch von der MEKO-200 in mehreren Aspekten, u. a. durch Tarnkappentechnik-Technologie und ein anderes Antriebskonzept, bei dem zusätzlich ein Wasserstrahlantrieb installiert ist. Deutschland hat 2026 als Fregatte 128 die Beschaffung von vier Schiffen dieses Typs parallel zur Beschaffung der Fregatte 126 eingeleitet.https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/bundeswehr-bestellt-neue-u-boot-jagd-fregatten-bei-tkms-200650295.html Susanne Preuß: Neues Kapitel im Fregattendrama F.A.Z., abgerufen am 21. März 2026

MEKO 360

Die MEKO A-360 ist eine in den 1970er Jahren von der Werft Blohm + Voss entwickelte Fregattenklasse. Erstkunde war die Nigerianische Marine mit der Aradu, welche 1980 ausgeliefert wurde. Weitere vier Schiffe erhielt Argentinien.

MEKO A-400

Die MEKO A-400 ist eine in Entwicklung befindliche Klasse von schweren Fregatten bzw. Zerstörern, die ab den 2030er Jahren ausgeliefert werden sollen. Als erste Version wird die MEKO A-400 AMD für „Air & Missile Defense“ mit dem Fokus im Bereich Luftverteidigung entwickelt. Erstkunde wird die Deutsche Marine mit den Fregatten der Klasse F-127 als Nachfolger der Sachsen-Klasse F-124.

Einheiten Realisierte oder in der Realisierung befindliche Projekte Typ Klasse Land Anzahl Abliefe­rungs­zeitraum Länge ü. A. (m) Breite (m) Tiefgang (m) Schiffs­geschütz Flug­abwehr­system Seeziel­flugkörper Bild MEKO 360H1 Aradu 1 1981 125,80 15,00 4,30 127/54 Compact Aspide Otomat 100x80px|Aradu MEKO 360H2 Almirante Brown 4 1983–1984 125,80 15,00 4,30 127/54 Compact Aspide Exocet 100x80px|ARA Sarandi MEKO 140 A16 Espora 6 1985–2002 91,20 11,00 3,33 76/62 Compact – Exocet 100x80px|ARA Rosales MEKO 200TN Yavuz 4 1987–1989 110,50 14,20 4,14 Mk 45 Mod 2 Sea Sparrow Harpoon 100x80px|TGS Turgutreis MEKO 200PN Vasco da Gama 3 1991 115,90 14,80 4,10 Französisches 100 mm Geschütz Sea Sparrow Harpoon 100x80px|NRP Corte Real MEKO 200HN Hydra 4 1992–1998 117,00 14,80 4,10 Mk 45 Mod 2 Sea Sparrow Harpoon 100x80px|HN Spetsai Fregatte 123 Brandenburg 4 1994–1996 138,85 16,70 4,35 76/62 Compact Sea Sparrow MM-38 Exocet (ersetzt durch RGM-84 Harpoon) 100x80px|Mecklenburg-Vorpommern MEKO 200 TN II-A Barbaros 2 1993–1997 116,70 14,80 4,10 Mk 45 Mod 2 Sea Sparrow Harpoon 100x80px|TGS Oruçreis.jpg MEKO 200 ANZAC ANZAC & 8 (AUS)2 (NZL) 1996–2004 118,00 14,80 4,10 Mk 45 Mod 2 Sea Sparrow Harpoon 100x80px|HMNZS Te Mana MEKO 200 TN II-B Salih Reis 2 1997–2000 118,00 14,80 4,30 Mk 45 Mod 2 Sea Sparrow Harpoon Fregatte 124 Sachsen 3 2002–2006 143,00 17,44 4,86 76/62 Compact Evolved Sea Sparrow/Standard Missile 2 Harpoon 100x80px|Sachsen MEKO A-200 SAN Valour 4 2003–2005 121,00 16,34 4,40 76/62 Compact Umkhonto MM-40 Exocet 100x80px|SAS Spioenkop MEKO 100 RMN Kedah 6 2006–2010 91,10 12,85 3,40 76/62 Compact – – 100x80px|KD Perak Fregatte 125 Baden-Württemberg 4 ab 2016 149,50 18,80 5,00 127/64 Lightweight RIM-116 RAM Block 2 Harpoon MEKO A-200 AN Herrad-Klasse 2 2016–2017 121 16,4 4,4 127/64 Lightweight Umkhonto RBS15 MEKO A-200 ENAl-Aziz-Klasse 4 2021–2024 121 16,4 4,4 127/64 Lightweight BK 27 MM-40 Exocet 100x80px|AL-AZIZ 2651MEKO A-100 Tamandaré-Klasse 4 2024–2028 107,2 15,95 5,2 76/62 Sea Ceptor (CAMM) MM-40 Exocet

Nicht realisierte Projekte Typ Klasse Land Anzahl Geplante Ablieferung Projektabbruch Länge ü. A. (m) Breite (m) Tiefgang (m) Schiffs-geschütz Flugabwehr-raketen Seeziel-flugkörper BildMEKO A-100 Gawron 2 ab 2011 2012globaldefence.net: Polen – Ende des Projekt ‘Gawron’, abgerufen am 10. April 2012. (Schiff 1, die spätere Ślązak, wurde noch als Patrouillenboot fertiggestellt.) 95,20 13,30 3,60 57 × 438 mm Bofors Evolved Sea Sparrow/VL MICA Harpoon 100x80px|ORP Gawron

Projekte in Planung Typ Klasse Land Anzahl Geplante Ablieferung Projektstand Länge ü. A. (m) Breite (m) Tiefgang (m) Schiffs-geschütz Flugabwehr-raketen Seeziel-flugkörper VLS-Zellen BildMEKO A-200 Fregatte 128 4-8 ab 2029 Alternative zur geplanten F-126 bzw. als schnell verfügbare Ergänzung/Zwischenlösung. 121 16,4 4,4 [76mm-Schiffsgeschütz] bis zu 64 Evolved Sea Sparrow Kongsberg Naval Strike Missile 16 Mk41 (2x8)MEKO A-400 AMDFregatte 1276-8ab 2033 / 34ca. 178ca. 24ca. 7,8Mark 45 Mod 4Kongsberg Naval Strike Missile64-96 Mk41

Galerie

Literatur Karl-Otto-Sadler: Ein Leben für den Marineschiffbau. MEKO – Eine Erfolgsstory. Mittler, Hamburg 2007, ISBN 3-8132-0887-7. Jürgen Wessel: Deutsche Marinetechnik heute und morgen: Konzepte – Systeme – Technologien. Eine Dokumentation über den Überwasser-Marineschiffbau in Deutschland von 1956 bis 2006. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-613-02956-9.

Weblinks

MEKO A auf naval-technology.com (engl.) (PDF-Datei; 1,6 MB)

Einzelnachweise

Kategorie:Militärschiffstyp Kategorie:Blohm + Voss Kategorie:ThyssenKrupp Marine Systems