Katharina Wagenbach-Wolff (* 19. Juli 1929) ist eine deutsche Verlegerin.
Leben Katharina Wagenbach-Wolff stammt aus einer russischen Buchhändlerfamilie; ihr Urgroßvater war der Petersburger Verleger Moritz Wolff,Andreas Wolff: Een boekverkoper in St Petersburg omstreeks 1860: over mijn grootvader. Mouette Press, Oxford 1969 ihr Vater Andreas Wolff.
Sie machte 1948 Abitur, studierte Französisch in LausanneSüddeutsche Zeitung: Katharina Wagenbach-Wolff:Ein Leben in Büchern, 17. Juli 2019 und machte eine Buchhandelslehre bei den Frankfurter Heften.Buchmarkt: Katharina Wagenbach-Wolff (90), 19. Juli 2019 Mit ihrem Mann Klaus Wagenbach gründete sie 1964 in West-Berlin den Verlag Klaus Wagenbach und gehörte bis zur Abspaltung des Rotbuch Verlags 1973 zu seinem Leitungskollektiv.
1983 belebte sie die 1963 von ihrem Vater Andreas Wolff gegründete Friedenauer Presse wieder und gab ihr ein persönliches Profil. Unter ihrer Leitung veröffentlichte der Verlag klassische Werke der russischen, französischen und italienischen Literatur und brachte eindrückliche Stimmen aus dem frühen 20. Jahrhundert. 1988 erfand sie die Winterbücher, je ein langes Werk eines befreundeten Autors.
1994 wurde sie mit dem Karl-Heinz-Zillmer-Verlegerpreis ausgezeichnet und 2002 erhielt sie für ihre individuell und einfallsreich gemachten Bücher den Antiquaria-Preis. Für ihr Engagement wurde der Verlag 2006 mit dem Kurt-Wolff-Preis der Kurt-Wolff-Stiftung ausgezeichnet.
Ende März 2017 verkaufte Katharina Wagenbach-Wolff aus Altersgründen die Friedenauer Presse an den Verlag Matthes & Seitz.Neue Heimat bei Matthes & Seitz boersenblatt.net, 21. März 2017; abgerufen am 22. September 2018
Katharina Wagenbach-Wolff hat drei Töchter, die zwischen 1954 und 1963 geboren wurden. Sie wurde 2019 vom Bundespräsidenten mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.Bekanntgabe von Verleihungen des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. In: Bundesanzeiger. Jg. 71, 1. Oktober 2019.
Literatur Von überraschender Eigenart. In: FAZ, 21. Juni 2005; über Katharina Wagenbach-Wolff in der Serie „Verlegerinnen“ Der Verlag in der Wohnung. In: Berliner Zeitung, 19. Juli 1999; zum siebzigsten Geburtstag von Katharina Wagenbach-Wolff Doris Liebermann: Der Zar der Bücher. Ein polnischer Verleger mit deutschem Namen macht Karriere in St. Petersburg: Maurycy (Moritz) Wolff hielt Ende des 19. Jahrhunderts „das Schicksal der russischen Literatur in seiner Hand“, in: Die Zeit, 3. Oktober 2003 Nicole Henneberg: Sankt Petersburg und Berlin. Katharina Wagenbach-Wolff und die Friedenauer Presse. In: Sinn und Form, 4/2014, S. 532–541
Weblinks
Eine musste es tun. FR-online, 17. Juli 2009; zum achtzigsten Geburtstag von Katharina Wagenbach-Wolff
Einzelnachweise
Kategorie:Verleger (20. Jahrhundert) Kategorie:Verleger (21. Jahrhundert) Kategorie:Verleger (Berlin) Kategorie:Verlag Klaus Wagenbach Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1929 Kategorie:Frau