Ehlheim ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Dittenheim im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Bayern). Ehlheim liegt in der Gemarkung Dittenheim.

Das Haufendorf hat rund 60 Einwohner und liegt auf einer Höhe von etwa .Nach Höhenlinienbild im BayernAtlas (Topografische Karten, Bayerische Vermessungsverwaltung) interpoliert.

1346 als „Aulin“ erstmals urkundlich erwähnt, befand sich der Ort lange Zeit im Einflussgebiet der Ansbacher Markgrafen. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist Ehlheim ein Gemeindeteil von Dittenheim.

Im Naturpark Altmühltal und an der Altmühl gelegen, deren geschützter Uferbereich das bedeutendste Brutgebiet für Brachvögel und Uferschnepfen in Bayern ist, wird der Ort durch den Altmühltal-Panoramaweg touristisch erschlossen.

Geographie mini|Südöstlicher Ortseingang (2016) mini|Luftbild des Hochwassers der Altmühl auf Höhe des Nachbarortes Gundelsheim in Richtung Ehlheim (aufgenommen 2013) Lage, Naturraum und Geologie Ehlheim liegt inmitten des Altmühltals und östlich des Hahnenkamms auf offener Flur umgeben von Wiesen und Feldern in Westmittelfranken, rund 2,5 Kilometer Luftlinie sowie 3,4 Kilometer Fahrstrecke südöstlich von Dittenheim innerhalb der Gemarkung Dittenheim in der Verwaltungsgemeinschaft Altmühltal. Nachbarorte sind (im Uhrzeigersinn, beginnend mit Norden) Gundelsheim an der Altmühl, Wachenhofen, Alesheim, Trommetsheim, Meinheim und Dittenheim. Ehlheim liegt unweit westlich bzw. rechts der Altmühl, die mit Abstand zum Ort eine breite Aue durchfließt. Verschiedene Auengräben und Seitenarme der Altmühl bilden mehrere kleine Inseln. Der Ort wird von einem kleinen, unbenannten Bach durchflossen, der in die Altmühl mündet. Damit liegt der Ort im Abflussgebiet der Donau. Zwischen der Altmühl und Ehlheim verläuft die Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg. Unweit südlich liegt die Gemeindegrenze zu Meinheim, nicht weit östlich verläuft jenseits der Altmühl die Gemeindegrenze zu Alesheim. Ehlheim ist umgeben von den Fluren Schindheck, Lehmgrubenfeld und Härtle. Mit einer Höhe von ca. ist das Ufer der Altmühl bei Ehlheim der niedrigste Punkt der Gemeinde Dittenheim.

Gemäß Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands gehört Ehlheim zur naturräumlichen Haupteinheitengruppe des Fränkischen Keuper-Lias-Landes. Der Ort liegt im Vorland der Südlichen Frankenalb innerhalb des sogenannten Altmühltrichters der Weißenburger Bucht.Franz Tichy: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 163 Nürnberg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1973. → Online-Karte (PDF; 4 MB). Das Gelände ist eben und steigt in westliche Richtung (also von der Altmühl weg) leicht an.

Ehlheim liegt innerhalb des Naturparks Altmühltal. Östlich des Ortes, entlang der Altmühl und begrenzt durch die Bahnstrecke, befinden sich das Fauna-Flora-Habitat Obere Altmühl mit Brunst-Schwaigau und Wiesmet, der Biotop Altmühl mit Seitenarmen und Begleitvegetation zwischen Aha und Ehlheim, das Vogelschutzgebiet Altmühltal mit Brunst-Schwaigau und Altmühlsee sowie das Landschaftsschutzgebiet Schutzzone im Naturpark Altmühltal, die jeweils beinahe flächengleich sind. Der geschützte Uferbereich der Altmühl mit seinen mageren Flachland-Mähwiesen ist das bedeutendste Brutgebiet für Brachvögel und Uferschnepfen in Bayern., Regierung von Mittelfranken (pdf). Abgerufen am 7. April 2024.Franke Schott et al.: Managementplan für das FFH-Gebiet 6830-371 Obere Altmühl mit Brunst-Schwaigau und Wiesmet- Offenland - Maßnahmen. Gutachten im Auftrag der Regierung von Mittelfranken. Institut für Vegetationskunde und Landschaftsökologie 2014. Außerdem hat Ehlheim ein Weißstorchnest.Die große bayerische Weißstorchkarte, in:lbv.de, abgerufen am 25. Oktober 2022.

Geologisch liegt Ehlheim im Gebiet des pleistozänen Lößlehms, wodurch die Erde besonders fruchtbar ist.Ehlheim, in: gunnet.de, abgerufen am 10. Oktober 2022. Darüber findet sich Parabraunerde,Hermann Schmidt-Kaler: Blatt Nr. 6930 Heidenheim, in: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1: 25000, Bayerisches Geologisches Landesamt, München 1970, S. 92. darunter Jurakalkstein.Hermann Schmidt-Kaler: Blatt Nr. 6930 Heidenheim, in: Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern 1: 25000, Bayerisches Geologisches Landesamt, München 1970, S. 42ff. Der Erdboden im südlichen Teil des Ortes sowie das gesamte Gebiet östlich der Altmühl umfasst fluviatile Talfüllung, also vom Fluss angeschwämmte und zerkleinerte Sedimente.

Klima Durch seine Lage in Mitteleuropa hat Ehlheim ein humides beziehungsweise feuchtes, kühlgemäßigtes Übergangsklima, das weder sehr kontinental noch sehr maritim ist. Die Temperatur liegt im Jahresmittel bei 9,2 °C, es fallen 862 Millimeter Niederschlag pro Jahr. Die Niederschlagsmenge wird vom Regenschatten der Fränkischen Alb beeinflusst. Trockenster Monat ist der Februar mit 53 Millimetern Niederschlagsmenge, niederschlagsreichster Monat ist der Juli mit 92 Millimetern. Kältester Monat ist der Januar mit durchschnittlich −0,2 °C, wärmster Monat ist der Juli mit durchschnittlich 18,7 °C.Klima: Ehlheim, climate-data.org, abgerufen am 8. Oktober 2022. Bei starkem, lang anhaltendem Niederschlag besteht aufgrund der Lage an der Altmühl die Gefahr von Überschwemmungen bei Hochwasser, wobei sich die Situation seit der Schaffung des Altmühlsees verbessert hat. Bei extremem Hochwasser können dennoch die Häuser am östlichen, ufernahen Ortsrand bedroht sein. Entlang der Altmühl kommt es zu häufiger Nebelbildung.

Geschichte In der Region gibt es Spuren menschlicher Besiedlung entlang der Mittelgebirge etwa seit der Sesshaftwerdung in der Mittel- und Jungsteinzeit. Südlich von Ehlheim gibt es eine Freilandstation des Jungpaläolithikums und Funde von Siedlungen des Neolithikums und der Urnenfelderzeit sowie ein Grabhügelfeld der Bronze- und der Hallstattzeit (siehe auch Grabhügelfeld Dittenheim).Werner Somplatzki: Jäger, Sammler und erste Bauern: frühe Geschichte des Altmühltals zwischen Ehlheim und Lengenfeld. WE Keller 1990. Zur Römerzeit lag Ehlheim einige Kilometer südlich des Obergermanisch-Raetischen Limes und damit in der römischen Provinz Raetia. Im nahen Theilenhofen gab es ein römisches Militärlager, das Kastell Theilenhofen.

Das Umland war schon im Frühmittelalter zu Zeiten der fränkischen Kolonisation besiedelt. Die Endung „-heim“, die auf eine fränkische Siedlung hinweist, täuscht jedoch: Die erste urkundliche Erwähnung von „Aulin“ (ohne -heim) datiert aus dem Jahr 1346 und bedeutet so viel wie feuchte oder kleine Aue in Anlehnung an die nahegelegenen Altmühlauen.Ehlheim - Die Chronik, in: gunnet.de. Abgerufen am 9. Oktober 2022. Im Jahr 1419 hieß der Ort Ewlin, 1489 Elen, im 16. Jahrhundert Ehelein und nach dem Dreißigjährigen Krieg erstmals Ehlheim.Robert Schuh: Historisches Ortsnamenbuch von Bayern. Band 5: Gunzenhausen. München 1979, S. 70f. Im 19. Jahrhundert wurde der Ort auch als „Ehlau“ bezeichnet.Karl Köstler: Handbuch zur Gebiets- und Ortskunde des Königreiches Bayern. München 1895, S. 41. Ehlheim als Wohnstättenname ist europaweit einmalig.Verzeichnis aller Wohnstättennamen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, in: wugwiki.de, abgerufen am 9. Oktober 2022.

Spätestens 1559 wurde die Reformation eingeführt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg, der große Zerstörungen mit sich brachte, zogen Exulanten aus Österreich nach Ehlheim, wodurch die Anzahl der Höfe von vermutlich vier auf ca. 14 anstieg. Im 18. Jahrhundert gehörten die Höfe in Ehlheim dem Kloster Heidenheim, dem Kastenamt Hohentrüdingen, dem Kloster Auhausen, dem Richteramt Wettelsheim, dem Deutschen Orden, dem Fürstentum Ansbach, den Grafen von Oettingen und den Marschällen von Pappenheim. Bis ins 19. Jahrhundert hinein besaß Ehlheim eine Winkelschule.

1796 wurde Ehlheim als Teil des Amtes Sammenheim an Preußen abgetreten und dadurch ein Teil des Wassertrüdinger Kreises. Anschließend fiel im Vertrag von Paris (Februar 1806) Ehlheim wie auch der Rest des ehemaligen Fürstentums Ansbach durch Tausch an das Königreich Bayern. Im Jahre 1846 waren in Ehlheim 13 Häuser, 18 Familien und 82 Seelen, darunter ein Branntweinbrenner, verzeichnet. 1871 lebten die 96 Einwohner Ehlheims in 33 Gebäuden; sie besaßen insgesamt 20 Pferde und 125 Stück Rindvieh. In den amtlichen Ortsverzeichnissen Bayerns wurde Ehlheim in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als „Dorf“ aufgeführt, bis dahin lediglich als „Weiler“. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern wurde Ehlheim zunächst 1808 dem Steuerdistrikt Dittenheim zugeteilt und anschließend gemäß dem Gemeindeedikt von 1818 ein Gemeindeteil der Ruralgemeinde Dittenheim. Der Ort gehörte von 1808 bis 1862 zum Landgericht Heidenheim, der in dem Bezirk und späteren Landkreis Gunzenhausen aufging. Dieser wiederum bildet seit der Kreisreform 1972 zusammen mit dem Landkreis Weißenburg in Bayern und der kreisfreien Stadt Weißenburg in Bayern den Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Ehlheim war damit nie eine selbstständige Gemeinde, sondern stets ein Gemeindeteil von Dittenheim.

1869 bekam Ehlheim einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Treuchtlingen–Würzburg.

Im Ersten Weltkrieg gab es zwei Gefallene und einen Vermissten; im Zweiten Weltkrieg einen Gefallenen und drei Vermisste. Das Denkmal für die Gefallenen steht in Dittenheim.Dittenheim, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, Mittelfranken, Bayern, in: denkmalprojekt.org. Abgerufen am 9. Oktober 2022. Am 1. März 1945 wurde bei Ehlheim ein Zug bombardiert, wobei drei Menschen starben und drei weitere verletzt wurden. Kriegsende war am 23. April 1945 mit dem Einmarsch der Amerikaner. Kurz vorher sprengte die Wehrmacht noch alle über die Altmühl führenden Brücken. Von 1960 bis 1961 wurde die Gemeindeverbindungsstraße nach Dittenheim gebaut, die heutige Kreisstraße WUG 1. Im Jahr 1965 wurde Ehlheim an die Wasserversorgung angeschlossen., in: vgem-altmuehltal.de, abgerufen am 9. Oktober 2022. In den späten 1990er und frühen 2000er Jahren fand eine Dorferneuerung statt.Chronik der Feuerwehr Ehlheim, in: gunnet.de, abgerufen am 9. Oktober 2022.

Einwohnerentwicklung Die Einwohnerzahl Ehlheims stieg im 19. Jahrhundert an und erreichte 1950 durch den Zuzug von Heimatvertriebenen einen Höchststand von 142 Einwohnern und sank anschließend infolge von Landflucht kontinuierlich. Ehlheim ist mit seinen gegenwärtig rund 60 Einwohnern nach Buckmühle der zweitkleinste Gemeindeteil der Gemeinde Dittenheim.

Religion Im Ort gibt es gegenwärtig keine Sakralbauten. Die Evangelischen gehören seit der Reformation zur evangelischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Dittenheim im Evangelisch-Lutherischen Dekanat Gunzenhausen. Die Katholiken werden von der katholischen Kirchengemeinde St. Marien in Gunzenhausen im Dekanat Weißenburg-Wemding im Bistum Eichstätt betreut. Der nächste Friedhof liegt in Dittenheim.

Im Mittelalter besaß Ehlheim eine Kapelle mit einem Turm, die zur Pfarrei Dittenheim gehörte. Nach der Reformation und dem Einsturz des Kapellendaches 1579 wurde die Kapelle einige Jahrzehnte später profaniert und zur Schule umgebaut. Seit 1958 steht an ihrer Stelle das Gemeinde- bzw. Feuerwehrhaus. Die alte Kirchenglocke in Ehlheim wurde 1917 für Kriegszwecke abgenommen und sollte eingeschmolzen werden. Sie lagerte anschließend drei Jahrzehnte auf einem Hamburger Glockenfriedhof und kehrte 1947 nach Ehlheim zurück, wo inzwischen eine neue Glocke angeschafft worden war. Sie wurde dann der Kirchengemeinde Enslwang in der Oberpfalz gespendet und befindet sich heute in Parsberg. Die neue Glocke hängt im Schlauchtrockenturm des Gemeindehauses und wird von der Freiwilligen Feuerwehr genutzt.M. Winter: Gemeinde Dittenheim. In: Landkreis Gunzenhausen. Assling, München 1966, S. 200.

Verwaltung und Infrastruktur