Ermetzhofen (fränkisch: ÄrmadshoufaE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 54. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „æʳmɘdshóufɘ“.) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Ergersheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Ermetzhofen hat eine Fläche von 5,848 km². Sie ist in 573 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10206,49 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Kellermühle und Obermühle.

Lage Das Pfarrdorf liegt an der Sauerbrunnenquelle und der Weidenbrunnenquelle. Hier ist der Ursprung der Rannach, die durch den im Tal gelegenen Ort fließt. Die Kreisstraße NEA 31 führt zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 13 bei Neuherberg (1,2 km nördlich) bzw. nach Mörlbach (2,7 km südlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen zur B 13 bei Obermühle (0,9 km nordöstlich) und nach Bergtshofen (1,9 km südöstlich).

Geschichte In einer Urkunde, die zwischen 1190 und 1213 entstand, wurde ein „Ulricus de Erbresteshoven“ genannt. Dies ist zugleich die erste Erwähnung des Ortes. Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist Erenbreht, der Personenname des Siedlungsgründers.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 54 ff. Aus einer Urkunde von 1288 geht hervor, das Ermetzhofen ein Ausgründung von Ergersheim war.Siehe Website ergersheim.de

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Ermetzhofen 48 Anwesen. Das Hochgericht übte das ansbachische Oberamt Uffenheim aus. Das Kasten- und Stadtvogteiamt Uffenheim war Grundherr von 22 Anwesen.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 2, Sp. 79 f. Von 1797 bis 1808 unterstand Ermetzhofen dem preußischen Justiz- und Kammeramt Uffenheim.

1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Ermetzhofen gebildet. Zu diesem gehörten Custenlohr, Kellermühle, Neuherberg und Obermühle gehörten. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Ermetzhofen, zu der Kellermühle und Obermühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Uffenheim (1919 in Finanzamt Uffenheim umbenannt). Ab 1862 war das Bezirksamt Uffenheim für die Verwaltung der Gemeinde zuständig (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Uffenheim (1879 in Amtsgericht Uffenheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 5,854 km². Am 1. Januar 1972 wurden die Gemeinden Neuherberg und Seenheim im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Ermetzhofen eingegliedert. Am 1. Januar 1974 wurde diese nach Ergersheim eingegliedert.

Baudenkmäler In Ergersheim gibt es fünf Baudenkmäler: Haus Nr. 80: evangelisch-lutherische Pfarrkirche Heiligkreuz Haus Nr. 82: Pfarrhaus Haus Nr. 85: Wohnhaus Haus Nr. 93: Relief Jüdischer Friedhof am südlichen Ortsausgang

ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 8: nur zwei Nebengebäude erhalten; Schweinestall mit Holzlege unter Pultdach und kleine Fachwerkscheuer, daran Steintafel mit Jahreszahl 1795H. K. Ramisch: Landkreis Uffenheim, S. 83 f. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung. Haus Nr. 27: am erneuerten Haus schöne zweiflügelige Haustür mit Messingbeschlägen, gegen Mitte des 19. Jahrhunderts – zugehörig kleine Fachwerkscheune, auf einer Inschrifttafel bezeichnet „Johann Nikolaus Gerber Anno 1774“ Haus Nr. 40: eingeschossiges Wohnstallhaus, erste Hälfte des 19. Jahrhunderts in konstruktivem Fachwerk; Stallteil ausgebaut Haus Nr. 46: Gasthaus „Schwarzer Adler“; zweigeschossiger Massivbau mit Walmdach, über der Haustür Inschrift „Joh:Wolfg:Dehner:1846“ Haus Nr. 49: ehemalige Wagnerei; kleines eingeschossiges Wohnstallhaus, über der Tür Jahreszahl 1803 Brechhaus; kleiner Massivbau des 18./19. Jahrhunderts mit Resten der alten Ausstattung, wie Steintisch, Feuerstelle und in die Wand eingelassenem, steinernen Wasserbecken Kellerhäuschen an der Straße nach Mörlbach, Fachwerkobergeschoss auf massivem Unterbau; über der Tür bezeichnet „Johann Wolfgang Dehner 1850“

Einwohnerentwicklung Gemeinde Ermetzhofen Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 317 345 357 348 353 408 409 390 422 453 437 445 423 407 370 381 370 345 302 480 515 473 342 331HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 63 58 69 73 73 79 74 82 79 Quelle Für die Gemeinde Ermetzhofen zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Kellermühl (S. 47) und Obermühl (S. 67).

Ort Ermetzhofen Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 309 329 339 397 443 412 356 497 328 317 274Häuser 61 56 71 77 72 79 77 84Quelle

Religion Der Ort ist Sitz der Pfarrei Heilig Kreuz und seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt.

Söhne und Töchter des Dorfes Henriette Feuerbach, geb. Heydenreich, am 13. August 1812 in Ermetzhofen als Tochter des Pfarrers Johann Alexander Heydenreich und seiner Ehefrau Christina Friederika geb. Freudel geboren, am 5. August 1892 in Ansbach verstorben, war die Stiefmutter, Agentin und Förderin des Malers Anselm Feuerbach, der zu den bedeutendsten deutschen Malern der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählt.

Sonstiges Im Juli findet das Knauf-Brillantfeuerwerk „See in Flammen“ zum Seefest des Feuerwehrvereins Ermetzhofen e. V. statt.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Ergersheim, Mittelfranken) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Gemeindeauflösung 1973 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim